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Was ist Kundalini Yoga?
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Richtig tief durchatmen im Kundalini Yoga

Mantra-Gesänge und Meditationen statt Fokus auf körperliche Fitness – mit Kundalini Yoga entdeckst du sicher deine spirituelle Seite

Innehalten, durchatmen, ganz bei sich sein – wer wünscht sich das nicht oft? Da kommt Kundalini Yoga gerade recht. Es verspricht eine heilsame Wirkung für Geist und Körper. Lass dich von den traditionellen weißen Turbanen, den Mantra-Gesängen und intensiven Atemübungen nicht abhalten. Auch wenn diese für Yogi-Neulinge seltsam wirken, wird der spirituelle Kern dieser Yoga-Form dich schnell für sich einnehmen. Warum du unbedingt mal hineinschnuppern solltest, erfährst du hier.

Was ist Kundalini Yoga?

Kundalini Yoga gilt als die ursprünglichste Yoga-Variante. Es ist zwar dem klassischen Hatha Yoga verwandt, jedoch etwas dynamischer und spiritueller ausgerichtet. "Sat nam" wird beim Kundalini Yoga anstelle von "Om" gesungen und bedeutet so viel wie "das wahre Ich". Genau das steht im Fokus beim Kundalini Yoga: Dass du erkennst, was dein wahrer Kern ist – und all die Zwänge, Vorurteile und eingefärbten Emotionen beiseite schiebst.

Das klingt tatsächlich erstmal nach tiefgründigem Hokuspokus, doch wenn du dir wirklich die Zeit nimmst und dich darauf einlässt, kannst du beim Kundalini Yoga viel ungenutzte Energie freisetzen. Den Weg dahin findest du durch eine Abfolge von Atemübungen, Yoga-Haltungen und Meditationen mit Mantra-Gesängen. Dadurch steigt deine Energie auf und öffnet die sieben Chakren. Chakren sind Energiezentren, die entlang der Wirbelsäule angeordnet sind.

Was kann Kundalini Yoga bewirken?

Beim Kundalini erlernst du die richtigen Moves und Haltungen, um Blockaden zu lösen und deinen Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Das hilft dir, körperlichen und seelischen Stress abzubauen. Du fühlst dich nicht nur entspannter, sondern erlernst auch einen bewussteren Umgang mit dir selbst und anderen in deinem Umfeld.

Kundalini kann zudem Schlaf- und Konzentrationsprobleme lösen, Nervosität lindern und für eine innere Balance sorgen. Besonders die Wirbelsäule spielt beim Kundalini Yoga eine zentrale Rolle, denn sie ist dein Fundament und trägt dich durchs Leben. Dass du älter wirkst, merkst du oft als erstes an deiner Wirbelsäule, darum ist es wichtig, sie flexibel zu halten.

Was ist Kundalini Yoga?
Regelmäßiges Kundalini-Yoga baut körperlichen und seelischen Stress ab. © Jacob Lund/ Shutterstock.com

Woher kommt Kundalini Yoga?

Kundalini ist eine uralte Yoga-Praxis aus Nordindien. Es ist wie alle Yoga-Formen religionsübergreifend, kann jedoch auf die Tradition der Sikh-Religion zurückgeführt werden. Überbleibsel davon sind beispielsweise die traditionelle weiße Kleidung und der Turban. Die weiße Kleidung soll einen positiven Effekt auf das Energiefeld jedes einzelnen und der Gruppe haben. Der Turban hilft, die Energie bei dir zu halten. Weder der Turban noch die weißen Kleider sind jedoch Voraussetzung, um Kundalini Yoga zu praktizieren.

In Deutschland ist Kundalini Yoga erst seit ein paar Jahren bekannt. Die meist verbreitete Form stammt von Yogi Bhajan. Ende der 1960-er-Jahre reiste der Yogi aus Indien nach Kalifornien und begann die Lehre an so viele Menschen wie möglich weiterzugeben. Bis dahin gab es nämlich nur eine kleine Elite, die Kundalini praktizierte. Zur Verbreitung des Yoga-Lebensstils gründete er die gemeinnützige "3H-Organisation". 3H steht dabei für die Adjektive: happy, holy, healthy – für Yogi Bhajan die Lebensgrundrechte jedes Menschen.

Wie sieht eine Kundalini Yoga-Einheit aus?

Zwischen 60 und 90 Minuten dauert eine typische Kundalini-Stunde. Der Übungsablauf setzt sich dabei aus drei verschiedenen Elementen zusammen: Asanas (Posen), Paranayama (intensive und bewusste Atemführung) sowie Dhyan (Meditation).

Die Asanas zielen darauf ab, dein Körperbewusstsein wachsen zu lassen. Die Atmung hat einen zentralen Stellenwert, da sie Einfluss auf deine Lebenskraft und dein Lebensgefühl hat. Die zwei wichtigsten Atemformen sind das entspannende lange, tiefe Atmen und der reinigende und energiebringende Feueratem. Dabei atmest du besonders schnell ein und langsam aus.

Die Meditationen werden mit verschiedenen Mantras oder Kirtan, dem Singen von spirituellen Liedern, verbunden. Im Sinne des Kundalini Yoga zielt die Meditation darauf ab, Prana – die Lebensenergie des Menschen – zu aktivieren. Jede Session schließt mit einer Tiefenentspannung ab.

Tipp für alle, die richtig einsteigen wollen: Am besten praktizierst du Kundalini in den frühen Morgenstunden für einen guten Start in den Tag oder in den späten Abendstunden als Tagesabschluss.

Was ist Kundalini Yoga?
Beim Kundalini Yoga setzt du Energie frei und harmonisiert Körper und Geist. © Jacob Lund/ Shutterstock.com

Für wen ist Kundalini Yoga das Richtige?

Kundalini Yoga ist für all diejenigen geeignet, die mehr Wert auf spirituelle Erfahrung als auf einen definierten Körper legen. Zwar können einzelne Übungen körperlich fordernd sein, der Fokus liegt jedoch auf der energetischen Veränderung des Körpers.

Alter, Geschlecht, Fitnesslevel und Beweglichkeit sind dabei im Prinzip nebensächlich, denn beim Kundalini gibt es keine komplizierten Bewegungsabläufe – zum Beispiel ist auch ein Spaziergang schon eine Kundalini-Übung.

Eins ist sicher: Kundalini Yoga ist eine sehr spezielle Yoga-Art, zu der du erst einmal Zugang finden musst. Das kann ein paar Sessions dauern, aber wenn du mit der Zeit Gefallen an der spirituellen Form findest, ist es ein tolles Rundum-Yoga, das dich stärker, bewusster und kreativer macht.

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