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  • #Lebensziel

Wovon träumst du? So findest du dein Lebensziel

Ist es wichtig, den einen großen Lebenstraum zu haben? Und wie erkennt man überhaupt sein persönliches Lebensziel? Wir haben bei einer Glücksdetektivin nachgefragt

In unserer Gesellschaft herrscht die Meinung vor, dass diejenigen, die ihren Lebenstraum ganz klar vor Augen haben, besser dran sind als all jene, die so gar keine Ahnung haben, wofür sie eigentlich Tag für Tag das Bett verlassen. Aber stimmt das? Brauchen wir das wirklich zum Glücklichsein?

Ziele verleihen dem Leben Sinn, und ein sinnvolles Leben zu führen ist eine Voraussetzung, um glücklich und erfüllt zu sein. Dabei kommt es interessanterweise gar nicht so sehr darauf an, ob wir unsere Ziele auch erreichen. Allein sie zu kennen und anzustreben ist gut für uns. Gerade langfristige Pläne geben den Kurs für unser weiteres Leben vor und ermöglichen dadurch, dass wir uns stärker auf die Gegenwart konzentrieren können. Ein Wanderer zum Beispiel, der sein Ziel kennt, muss nicht an jeder Weggabelung erneut entscheiden, ob er dem grünen oder dem blauen Wanderweg folgt. Somit hat er Zeit und Ressourcen, um sich stärker auf den Moment zu konzentrieren und die bunten Blumen am Wegesrand zu genießen.

Dr. Katharina Tempel ist Diplom-Psychologin und Expertin auf dem Gebiet der Positiven Psychologie. Sie verfügt über langjährige Erfahrung als psychologische Onlineberaterin und gibt ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf ihrer Webseite (gluecksdetektiv.de) und ihrem Youtube-Kanal weiter. Im Interview erklärt sie, ob das Leben einen roten Faden braucht:

Wie finde ich denn ernsthaft heraus, was ich wirklich will und was mich erfüllt?

"Oft wissen wir im Grunde unseres Herzens, was wir wollen. Nur haben wir verlernt, darauf zu hören, oder trauen uns schlichtweg nicht, unserem Herzen zu folgen. Wer herausfinden möchte, was er will, sollte sich in erster Linie Zeit für sich selbst nehmen, um in Kontakt mit den eigenen Interessen, Leidenschaften, Werten und Stärken zu kommen. Dazu ist es auch notwendig, dass wir ehrlich zu uns selbst sind. Es hilft niemandem, wenn wir uns etwas vormachen und Wege einschlagen, die nicht zu uns passen, nur um – vermeintlich – die Erwartungen anderer zu erfüllen."

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Genügt ein Lebensziel oder sollten es mehrere sein?

"Die meisten Menschen haben wohl mehr als ein Ziel im Leben, und das ist auch gut so. Denn das Leben verläuft nicht nach Plan. Wer sich zu sehr auf ein Ziel versteift, der verpasst womöglich, was das Leben sonst noch zu bieten hat. Nicht alle Ziele sind für uns erreichbar, und Prioritäten ändern sich. Manches ist uns in ein paar Jahren nicht mehr wichtig, anderes rückt in den Vordergrund, und manche Ziele belasten uns irgendwann mehr, als dass wir von ihnen profitieren würden. Ziele sind daher nie in Stein gemeißelt, sondern ein grober Fahrplan für die nächsten Jahre."

Gibt es auch falsche Ziele? Oder ist es nicht einfach nur wichtig, überhaupt einen Plan zu haben?

"Es macht einen Unterschied, welche Ziele verfolgt werden und aus welchen Gründen dies geschieht. Denn nicht alle sind förderlich für unser Wohlbefinden. Ziele, die mit persönlichem Wachstum, zwischenmenschlichen Beziehungen und Beiträgen zur Gesellschaft verknüpft sind, gehen mit weit mehr Selbstverwirklichung und Lebensfreude einher als solche, die mit Geld, Schönheit und Popularität in Verbindung stehen. Menschen, die sich auf Letzteres fokussieren, weisen zum Beispiel eher Depressionen und Ängste auf und sind im Ganzen weniger zufrieden, gesund und vital. Daneben ist es für unser Wohlbefinden auch wichtig, ob die Ziele aus persönlichem Interesse hervorgehen oder durch äußeren Druck zustande kommen."

Angenommen, der Lebensplan ist bereits glasklar. Welche Schritte sind von nun an notwendig, um auch wirklich etwas zu erreichen?

"Um das zu schaffen, sollte das Ziel auf jeden Fall schriftlich festgehalten werden. Ein Ziel sollte sowohl spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Große Ziele sollten nach Möglichkeit in kleinere Teilziele zerlegt werden, für deren Erreichung Zwischenbelohnungen eingeplant werden können. Auch das Visualisieren der eigenen Ziele kann hilfreich sein. Dabei sollten wir uns jedoch nicht in fantastischen Tagträumen verlieren, sondern auch bedenken, welche Hindernisse uns beim Erreichen des Ziels im Weg stehen und wie wir diese überwinden können."

Lebensziel erreicht – und jetzt? Was kommt danach?

"Früher oder später müssen dann natürlich wieder neue Ziele her, denn sonst droht der berühmte Fall ins schwarze Loch. Ohne Visionen, Ziele und Träume fällt es morgens nämlich viel schwerer, aufzustehen. In erster Linie ist es aber wirklich wichtig, dass das Erreichen eines großen Ziels auch gebührend gefeiert wird. Vielleicht sogar mit einem Urlaub oder mit einer kleinen Party."

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