Frauengesundheit Blasenentzündung, nein danke!

13.12.2011 , Autor:Gerlinde Felix
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Jede zweite Frau erwischt im Laufe ihres Lebens eine Blasenentzündung, vor allem im Winter. Was außer Antibiotika hilft

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Blasenentzündung_Gesundheit: Blasenentzündung, nein danke!
Eine Blasenentzündung erwischt fast jede Frau einmal © gpointstudio / Shutterstock.com
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Nicht nur, dass man ständig Harndrang hat, es schmerzt und brennt und Krämpfe treten auch noch auf. Und die Aussicht, ein Antibiotikum schlucken zu müssen, baut auch nicht gerade auf. Aber Kopf hoch, mitunter geht es auch ohne.

Die Verursacher von Blasenentzündung
Schätzungen zufolge hat jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens eine Blasenentzündung – manche auch mehrere. Die Ärzte nennen sie Zystitis. Wir Frauen sind vermutlich aufgrund der Nähe von Harnröhre und After sowie wegen unserer kurzen Harnröhre prädestiniert, uns Bakterien in eben diese, allen voran das Darmbakterium Escherichia coli, aber auch Streptokokken, Proteus mirabilis, und in seltenen Fällen Pilze wie Candida albicans, Viren und Parasiten einzufangen. Diese Keime gelangen dann von der Harnröhre in die Blase. Dort führen sie zu Reizung und Entzündung der Blasenwand. Wenn Sie sich beim Spazierengehen nasse, kalte Füße holen oder Ihren nassen Badeanzug nicht gegen einen trockenen austauschen, erhöhen Sie Ihr Risiko. Auch eine geschwächte Immunabwehr und Sex begünstigen eine Blasenentzündung.

Mit Globoi, Säfte & Co gegen die Schmerzen
Wenn Sie nur eine leichte Blasenentzündung haben bzw. gleich bei den ersten Symptomen handeln, können Sie sie mit etwas Glück bald wieder los sein. Was Sie tun müssen: Unbedingt warmhalten und die altbewährte Wärmeflasche reaktivieren, Autofahren bei laufender Sitzheizung, trinken, trinken und nochmal trinken – mindestens 3 bis 4 Liter am Tag. Zur Unterstützung können Sie 3 homöopathische Globuli Apis C30 (nach 15 Minuten wiederholen) einnehmen. Hilfreich sind zudem Blasentees aus der Apotheke. Sie enthalten Birkenblätter und Schachtelhalmkraut sowie Bärentraubenblätter. Verwenden Sie möglichst offenen Tee, denn Filterbeutel enthalten mitunter zu geringe Wirkstoffmengen.Auch Obstsäfte (keine Zitrusfrüchte), die den Urin bakterienfeindlich ansäuern, sind geeignet. Am besten machen Sie zusätzlich eine Durchspülungstherapie mit Goldruten-Brausetabletten (Apotheke). Damit sind die ersten zwei Liter Flüssigkeit bereits abgedeckt.


Risikofaktoren
Wenn die Beschwerden trotzdem schlimmer werden oder nach drei Tagen nicht weg sind, sollten Sie allerdings zum Arzt gehen. Der überprüft den Urin auf entzündungstypische, weiße Blutkörperchen (Leukozyten), auf Nitrat, das aus dem Stoffwechsel der Bakterien stammt, und auf Blut. Wenn viele Bakterien im Urin sind, riecht der Urin übrigens unangenehm nach Ammoniak. Ein Arztbesuch ist auch dann nötig, wenn Risikofaktoren bestehen. Dazu gehören eine Schwangerschaft ebenso wie Diabetes, wiederkehrende Harnwegsinfekte, ein Harnstau, Blasenfunktionsstörungen und ein Urinrückfluss aus der Blase in den Harnleiter.

Wenn nur noch Antibiotika helfen
Sind Ihre Beschwerden von vornherein sehr stark, sollten Sie ebenfalls gleich für einen Urincheck zum Arzt gehen. Fällt der Befund (mehr als 50 weiße Blutkörperchen und Nitrat) entsprechend aus, wird er vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. Aber bitte das Medikament mit etwa zwei Stunden Abstand zum Verzehr von Milchprodukten, Milchkaffee, Orangen- und Grapefruitsaft am besten mit Wasser einnehmen. Das Antibiotikum bitte konsequent schlucken, einmal um Komplikationen wie Nierenbecken- und Nierenentzündungen zu verhindern, aber auch um Resistenzen der Bakterien zu vermeiden. Möglicherweise wird Sie Ihr Hausarzt zum Urologen überweisen. Je nachdem, welchen Verdacht (Harnsteine, die einen Harnstau verursachen, Blasenfunktionsstörung etc.) der dann hat, macht er einen Ultraschall von Blase und Nieren, bestimmt den Restharn, röntgt gegebenenfalls den Harnleitertrakt und macht eine Blasenspiegelung. Wenn Sie in diesem Jahr bereits drei Harnwegsinfektionen hatten, wird er eine dauerhafte Antibiotikatherapie anregen oder zumindest dazu raten, vorbeugend nach dem Sex eine Tablette einzunehmen, um ein bitteres Nachspiel zu vermeiden. Wer es lieber alternativ versuchen möchte, sollte eine Impfung mit abgetöteten E. coli-Bakterien (Urovaxom) probieren.

Die besten Vorbeugemaßnahmen
Sowohl als Behandlung wie auch zur Vorbeugung können Sie Cranberrysaft trinken. Das ist der Saft aus der ame­rikanischen Preiselbeerenfrucht. Studien zufolge wirkt er entzündungshemmend und schwemmt die Erreger aus Bla­se und Harnwegen heraus. Cranberrysaft enthält nämlich Gerbstoffe, so­genannte Tannine. Sie verhindern, dass sich Escherichia coli an die Schleimhaut­oberfläche in den ableitenden Harnwe­gen anheften. Eine vorbeugende und the­rapierende Wirkung ist allerdings nur so lange gegeben wie Sie den Cranberry-Saft regelmäßig trinken.  Er ist allerdings ziemlich sauer. Falls Sie nicht zu den Hartgesottenen gehören, gibt es ihn auch – angenehm gesüßt - in Pulverform.

 

 

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