Durchschaut: Was die Kollegen wirklich über Sie denken

02.07.2012 , Autor:Stephanie Schwiering
© Women's Health

Sie verbringen mehr Zeit mit ihnen als mit Ihrer besten Freundin. Und trotzdem wissen Sie von den meisten Kollegen nicht, ob die Sie tatsächlich mögen. Schluss damit! Wir verraten Ihnen, wie Sie andere durchschauen

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Kollegen durchschauen: Das denken die Kollegen über Sie
Beste Kollegen oder schärfste Konkurrenten? Was die anderen im Büro über Sie denken, verraten meist nur Mimik und Gestik © Shutterstock
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Anderen in die Köpfe schauen – wer möchte das nicht von Zeit zu Zeit können? Etwa wenn Claudia aus der Buchhaltung Sie mal wieder mit diesem undefinierbaren Blick nach der Spesenrechnung fragt. Oder wenn Herr Moser aus dem Vertrieb während des Gesprächs freundlich nickt, aber ständig zur Tür schaut. Was soll das?

"Wer auf Körpersprache achtet, sie richtig deutet und berücksichtigt, hat im privaten und beruflichen Umfeld Vorteile", sagt Professor Jörg Merten vom Institut für Mimik und Verhaltensforschung Gnosis Facialis, Saarbrücken. Denn viele unterdrückte Gefühle spiegeln sich in Mimik und Gestik wider. Ein geschulter Verkäufer erkennt die Zweifel des Kunden, auch wenn er sie nicht äußert, und kann nachfragen. Die Diplompsychologin Martina Gessner aus Zorneding in Bayern glaubt, dass ein gutes Gespür für Mitmenschen der eigenen Entwicklung nützt: "Wer andere einschätzen kann und bereit ist, sein Handeln auf sie abzustimmen, wird nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen verbessern, sondern auch persönlich wachsen", sagt die Autorin („Menschenkenntnis", Haufe-Lexware, um 7 Euro). Neugierig geworden? Dann beobachten Sie Ihren Kol­le­gen, und wir verraten Ihnen, was er über Sie denkt.

1.  Ihr Kollege findet Sie arrogant, wenn …
… er Sie schief anlächelt. "Asymmetrische Gesichtsbe­we­gungen, zum Beispiel einseitig angehobene Mundwinkel oder das einseitige Hochziehen der Augenbraue, sind häufig ein Zeichen von Antipathie, Verachtung oder Skepsis", sagt der Verhaltens­forscher Jörg Merten. In der Regel treten diese Mikroaus­drücke nur einen kurzen Augenblick auf und sind für den normalen Beobachter fast gar nicht zu erkennen. Merten warnt allerdings davor, Menschen oder Situationen lediglich aufgrund eines einzigen Gesichtsausdrucks zu beurteilen: "Zur Interpretation gehört mehr als das bloße Erkennen. Berücksichtigt werden müssen die Situation, der Kontext, in dem die Mimik auftritt, Persönlichkeits­eigenschaften oder anderes Vorwissen über die Person."

Und so reagieren Sie:
Beobachten Sie in Zukunft genauer, wie Ihr Kollege auf Ihre Aussagen reagiert. Schnellt für einen Bruchteil einer Sekunde immer eine Augenbraue hoch? Dann liegen Sie mit Ihrer Vermutung eventuell richtig. Wenn Sie das Problem ansprechen wollen oder wegen ständiger Zusammenarbeit lösen müssen, wählen Sie eine allgemeine Einstiegsfrage wie zum Beispiel: "Ich habe ab und zu das Gefühl, die Chemie zwischen uns stimmt nicht. Liege ich da richtig?" Und falls der Kontakt für Sie unwichtig ist, meiden Sie den Kollegen in Zukunft ganz einfach.

2.  Ihre Kollegin hält Sie für inkompetent, wenn …
… sie Ihnen andauernd ins Wort fällt. "Das ist ein Zeichen von fehlender Wertschätzung und signalisiert: 'Ich weiß eh, was du sagen willst'", erklärt der Freiburger Autor Manfred Schries ("Körpersprache im Beruf", Heragon Verlag, um 7 Euro). Ein Blick auf die Körperhaltung kann diese Vermutung noch untermauern. "In einer intakten kollegialen Beziehung herrscht der so genannte Nase-Nabel-Kontakt. Das bedeutet, dass die Personen einander direkt und offen zugewandt sind, zwischen Nase und Nabel quasi ein unsichtbarer Faden gespannt ist", sagt Schries. "Sind Schulter oder Füße dagegen abgewandt, ist die Person mit großer Wahrscheinlichkeit schon auf dem Sprung, will also die Gesprächssituation verlassen", so der Experte für Körpersprache. Stehen die Kollegen allerdings in schwierigen Situationen oft Hilfe suchend in Ihrem Büro, können Sie das als Kompliment verstehen. Man schätzt Sie und traut Ihnen zu, Probleme lösen zu können.

Und so reagieren Sie:
Achten Sie beim nächsten Meeting mal gezielt darauf, auf wen sich spontan alle Blicke richten, wenn es kompliziert wird. Sie sind es selbst? Glückwunsch, dann sind Sie für andere der Fels in der Brandung. Anders sieht es übrigens aus, wenn eine Kollegin ständig bei unliebsamen Jobs um Hilfe bittet und damit direkt oder indirekt vermittelt: "Meine Arbeitszeit ist kostbarer als deine, mach du das doch mal besser." In einem solchen Fall heißt es: Schluss mit nett! Ziehen Sie umgehend klare Grenzen.

3.  Ihre Kollegen sehen Sie als Teil des Teams, wenn …
... sie ihre Stühle verrücken, sodass Sie sich nach einer Verspätung zu einem Meeting zwischen sie setzen können. Damit verdeutlicht das Team: "Du bist Teil der Gemeinschaft." Der Persönlichkeitsforscher Professor Frank Bernieri von der Wesleyan University in Connecticut fand außerdem heraus, dass sympathische, gut integrierte Menschen in der Gruppe eine Art Anpassung (Mimikry) auslösen. Lehnt sich die Person beim Sprechen nach vorn, beugen sich auch die anderen in die Richtung. Ein Lächeln wird mit einem Lächeln beantwortet. Im optimalen Fall synchronisiert sich sogar der Atem­rhyt­h­mus der Beteilig­ten. Diese Spiegelun­gen sorgen unterbewusst für Harmonie.

Und so reagieren Sie:
Genießen Sie es!

4.  Eine Kollegin ist scharf auf Ihren Job, wenn …
… sie während eines Gesprächs Ihren persönlichen Glücksbringer vom Schreib­tisch nimmt und damit herumspielt. Denn das zeugt von mangelndem Respekt. Eine solche Grenzverletzung ist nur Personen vorbehalten, zu denen man ein sehr vertrautes Verhältnis hat.

Und so reagieren Sie:
Wehren Sie den Anfängen. Sofern die Kollegin Ihnen beruflich gefährlich werden könnte, bitten Sie sie höflich, aber bestimmt, den Glücksbringer auf seinen Platz zu legen. Verzichten Sie auf jegliche Begründung, denn das schwächt Ihre Position. So signalisieren Sie: bis hierher und nicht weiter!

5.  Ihre Kollegen glauben, Sie sind überfordert, wenn …
… sie über Ihren Kopf hinweg Entscheidungen treffen oder ungefragt Aufgaben von Ihnen übernehmen. Kommt das in Zeiten mit einem plötzlich sehr hohen Arbeitsaufwand vor, kann es eine nette Geste sein, aber auch die Aussage "Du schaffst das ja sonst nicht" beinhalten. "Um die wahren Gründe zu erfahren, muss man die Situation durchleuchten", rät Schries. Der besagte Kollege fläzt sich in Ihrer Gegenwart generell auf seinem Stuhl herum und verschränkt lässig die Arme hinter dem Kopf? "Sieht nach Entspannung aus, ist aber eine Dominanzgeste. Der andere fühlt sich überlegen", so der Experte. Auch der so genannte Oberhandgewinn zeugt davon. Wer während der Begrüßung die Hände leicht dreht, damit die eigene oben ist, will in der Regel beherrschen.

Und so reagieren Sie:
Gehen Sie mit sich ins Gericht. In welchen Situatio­nen erwecken Sie möglicherweise einen unsicheren Eindruck? "Gerade Frauen sind sich bestimmter Gesten oft nicht bewusst“, sagt Dr. Barbara Schneider ("Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf", Gabal Verlag, um 20 Euro), Karrierecoach aus Hamburg. „Ein Lächeln oder ein schräg gehaltener Kopf sehen zwar nett aus, werden aber oft als Unterwerfungsgeste gedeutet." Gönnen Sie sich ein Jobseminar oder wenden Sie sich an einen Coach. Häufig bringen wenige Stunden große Veränderungen.

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