Yoga-Ernährung Die 8 besten Ernährungstipps für Yogis

Frisches Obst ist bei Yogis Pflicht
Yogis essen sehr bewusst, meist fleischfrei und clean: Davon profitieren Körper und Geist © Luna Vandoorne / Shutterstock.com

In der Yoga-Ernährung geht es weder ums Kalorien zählen, noch ums Abnehmen: Viel wichtiger ist die Wirkung der Lebensmittel auf Körper und Geist, damit Sie optimal performanen können – im Alltag und beim Sport!

Yogis haben immer ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, strahlen eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit aus und scheinen nie im Stress zu sein. Da können wir nur neidisch auf die Yoga-Matte neben uns schielen und uns fragen was ihr Geheimnis ist. Sie üben vielleicht auch regelmäßig Yoga, nur schaffen Sie es einfach nicht, die Ruhe und Gelassenheit aus der Yoga-Stunde auch mit in den Alltag zu nehmen.

Noch nicht! Denn wir verraten Ihnen im Folgenden, wie man mit Yoga und der richtigen Yoga-Ernährung, Körper und Geist in perfekten Einklang bekommt.

Was viele nicht wissen: Yoga ist eine Lebenseinstellung, viel mehr als ein paar Verrenkungen auf der Matte. Dazu zählt auch die passende Yoga-Ernährung. Essen macht glücklich – das gilt auch bei für die yogische Ernährungsweise. Zumindest wenn Sie das richtige essen. Denn es gibt bestimmte Lebensmittel, die unserem Körper gut tun und andere, die ihm eher schaden. Yogis achten genau auf Ihren Körper, auch beim Essen. Es geht ihnen dabei aber beispielsweise nicht vorrangig ums Abnehmen, sondern darum, wie man durch die richtige Ernährung – in Kombination mit Yoga-Übungen – weniger Stress und mehr innere Zufriedenheit erzeugen kann.

Die 3 Gunas der Yoga-Ernährung: Sattva, Tamas und Rajas

Als die drei Gunas werden „Kräfte der Natur“ bezeichnet: Sattva (auch Sattwa), Tamas und Rajas. Sie finden sich im Grunde in jedem Bereich des Lebens wieder – so auch in der Ernährung. Der Hintergrund: Jedes Lebensmittel hat eine ganz bestimmte Wirkung auf unseren Körper und auch auf den Geist – sowohl positiv, als auch negativ.

Nach dem Essen sollten Sie sich ausgeglichen und voller Energie fühlen. Dann hat sowohl das „Was“ als auch das „Wie viel“ gestimmt. Das ganze bezeichnet man in der Yoga-Ernährung als „Sattva“, was so viel wie „Leichtigkeit oder auch „Harmonie“ bedeutet.

Yoga und Ernährung spielen eng zusammen
Yoga und Ernährung gehen Hand in Hand © fizkes / Shutterstock.com

Plagen Sie sich stattdessen mit einem Völlegefühl, Müdigkeit, Bauchschmerzen oder Blähungen nach dem Essen herum, waren die gegessenen Lebensmittel für Sie eher ungeeignet und gehören vermutlich zur Kategorie „Tamas“ (Trägheit) oder „Rajas“ (Unruhe). Rajasige Nahrung, wie Kaffee, zu scharf gewürztes Essen oder Zucker, macht Körper und Geist beispielsweise unruhig und sollte im Alltag reduziert werden. Tamasige Nahrungsmittel entziehen uns wiederum Energie und machen uns schlapp und träge – körperlich, wie mental. Dazu zählen in der Yoga-Ernährung beispielsweise Fleisch und Alkohol, aber auch Tabak und natürlich andere Drogen. Auch wer generell zu viel isst, wird träge.

Sattwige Lebensmittel

Rajassige Lebensmittel 

Tamassige Lebensmittel 

frisches Obst und Gemüse sowie Kartoffeln

Zwiebeln und Knoblauch

gefrorene oder konservierte Lebensmittel

Hülsenfrüchte

scharfe Gewürze

in der Mikrowelle aufgewärmte Speisen

Reis

Zucker

Milchprodukte

Vollkornprodukte

Weizenmehl

Eier

Nüsse und Trockenfrüchte

Kaffee

Fleisch

Getreide und Pseudogetreide

schwarzer Tee

Fast Food

Wie man Yoga und Ernährung verbindet und für sich und seinen Körper das Beste herausholt, erklärt Udo Einenkel, selbst leidenschaftlicher Yogi, Koch und Gesundheitsberater, in seinem Buch "Das Yoga Kochbuch" (Christian Verlag, um 30 Euro). Diese 8 Ernährungstipps sollten Sie sich von Yogis abschauen:

1. Entwickeln Sie mehr Bewusstsein fürs Essen

Grundregel Nr. 1 für Yogis: Mehr Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln. „Es existiert nur ein Weg der Ernährung, der allen guttut, und das ist der Weg der Achtsamkeit“, schreibt Einenkel in seinem Buch. Doch DIE eine non-plus-ultra Ernährungsstrategie im Yoga gibt es allerding nicht. In der Yoga-Ernährung gibt es auch keine strikten Vorgaben, wie viele Proteine, Kohlenhydrate & Co. Sie täglich benötigen. Jeder Organismus hat andere, individuelle Bedürfnisse, die es gilt herauszufinden. Ihr Körper weiß schon, was und wie viel gut für ihn ist. Das zu erkennen ist der erste Schritt und gleichzeitig die größte Herausforderung in der Yoga-Ernährung.

2. Erhitzen Sie Lebensmittel nicht (zu stark)

Yogis schwören darauf, möglichst wenige Lebensmittel zu erhitzen und sie stattdessen lieber roh zu genießen. Der Sinn dahinter: Durch Temperaturen über 43°C gehen viele Nährstoffe verloren, die Enzymaktivität sinkt auf null und die Struktur des Eiweiß verändert sich.

Yoha entspannt und hilft Ihnen, Ihre innere Mitte zu finden
Körper und Geist im Einklang: Das macht Yogis so entspannt © fizkes / Shutterstock.com

Zusammengefasst: Das Leben im Lebensmittel erlischt. Dennoch ist Lebendigkeit ein Qualitätsmerkmal, durch das sich frische Lebensmittel auszeichnen, erklärt der Yoga-Koch. Davon profitiert Ihr Körper. Wer jetzt denkt, Yogis knabbern den ganzen Tag nur Rohkost-Sticks, der irrt, denn der Genuss darf bei der yogischen Ernährung nicht auf der Strecke bleiben. Anstatt die Lebensmittel zu kochen, werden Obst und Gemüse bei geringer Temperatur beispielsweise getrocknet, mit Öl und Gewürzen mariniert oder gebeizt und Getreide eingeweicht. Passende Rezepte dazu finden Sie zum Beispiel im Yoga-Kochbuch von Udo Einenkel.

3. Essen Sie weniger Fleisch

Streng genommen streichen Yogis Fleisch komplett von Ihrem Speiseplan. Grund dafür ist ‚Ahimsa’, was übersetzt Gewaltlosigkeit bedeutet, so Yoga-Experte Einenkel. Dabei geht es um einen friedvollen Umgang mit anderen, sowohl mit Menschen als auch mit Tieren. Dass der Schlachtprozess zu einem moralischen Konflikt führt, ist da ziemlich naheliegend. Sie müssen Ihren Fleischkonsum jetzt jedoch nicht gleich auf null herunter schrauben. Vielmehr geht es bei diesem Punkt der Yoga-Ernährungslehre um einen bewussteren Umgang.

Woher kommt das Fleisch? Unter welchen Bedingungen wurden die Tiere gehalten? Fangen Sie an sich Gedanken darüber zu machen und auf gute Qualität zu achten. Weniger ist in diesem Fall mehr. Anstatt mehrmals die Woche Fleisch zu essen, gönnen Sie sich doch lieber nur hin und wieder ein richtig gutes Bio-Steak.

4. Verzichten Sie auf industriell verarbeitete Lebensmittel

Mit „natürlich“ und „frisch“ haben industriell verarbeitete Lebensmittel wirklich nichts mehr zu tun. Bei der Herstellung werden die Lebensmittel meist stark erhitzt, verlieren dabei nicht nur Nährstoffe, sondern auch an Geschmack. Das versucht die Industrie nicht selten mit einem bunten Chemie-Cocktail aus Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und Süßungsmitteln auszubügeln. Eine künstliche Mischung, die zusätzlich haufenweise Kalorien, Fett und Zucker liefert.

Doch nicht nur in Fertigprodukten sind diese drei Figurkiller ein absolutes No-Go. Auch als einzelne Produkte stehen sie auf der Abschussliste. Entscheidend für Yogis ist der Mehrwert für ihren Körper. Und den kann man bei industriell verarbeiteten Produkten lange suchen. Tipp: Zum Süßen lieber Honig anstatt Zucker verwenden, bei Fetten auf gesunde Pflanzenöle wie Raps-, Lein- oder Olivenöl setzen und Fertigprodukte am besten ganz aus Ihrer Vorratskammer verbannen. Stichwort: Clean Eating.

5. Verwenden Sie regionale Bio-Produkte in der Yogi-Küche

Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Um das staatliche Bio-Kennzeichnen tragen zu dürfen, müssen die Lebensmittel eine ganze Reihe an Anforderungen erfüllen.

Frisches Obst und Gemüse ist in der Yoga-Küche Pflicht
Frisches Obst und Gemüse ist in der Yoga-Küche Pflicht © Foxys Forest Manufacture / Shutterstock.com

Pestizide, genmanipuliertes Saatgut und mineralische Dünger sind verboten. So wird sichergestellt, dass keine Chemie in den Lebensmitteln landet und der Nährstoffanteil möglichst hoch bleibt. Das Gleiche gilt auch für den Boden. Auch der profitiert vom organischen Anbau sodass er die nächsten Pflanzenkeimlinge bestens versorgen kann. Gleichzeitig tun Sie auch der Umwelt was Gutes. Lange Transportwege fallen bei regionalen Produkten nämlich auch weg. So trägt die yogische Ernährung dazu bei, nachhaltige Produktionsbedingungen zu fördern, schreibt Udo Einenkel.

Tipp: Kaufen Sie öfter auf dem Wochenmarkt ein, probieren Sie auch mal neue Obst- und Gemüsesorten aus und suchen Sie sich einen Fleischer Ihres Vertrauens. Und nein, die „Frischetheke“ im Supermarkt zählt nicht dazu.

6. Geben Sie Ihrem Körper Zeit zu verdauen

Eine Mahlzeit zu verdauen, ist für Ihren Körper Leistungssport. Bevor er nämlich überhaupt irgendwas damit anfangen kann, muss er alles in seine Einzelteile zerlegen. Das passiert zum größten Teil im Darm. Die Bauchspeicheldrüse produziert die dafür notwendigen Verdauungssäfte. Die enthalten Enzyme, die die Nahrung in ihre Grundbausteine spaltet. Daneben produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Würde stetig Nahrung nachkommen, würde sie rund um die Uhr arbeiten.

Das ist nicht nur anstrengend, sondern würde auch dazu führen, dass Fettdepots niemals angerührt werden. Reserven geht es nämlich erst an den Kragen, wenn keine Nahrung nachkommt. Damit die Bauchspeicheldrüse zwischendrin durchatmen kann, achten Yogis deshalb darauf, zwischen den Mahlzeiten etwa vier Stunden zu pausieren, so Udo Einenkel. Und um in den enganliegenden Yoga-Pants eine gute Figur zu machen, ist das mit Sicherheit auch hilfreich.

7. Genießen Sie jede Mahlzeit bewusst

Essen sollte nicht nur der Nahrungsaufnahme dienen. Lassen Sie sich Zeit und genießen Sie Ihre Mahlzeiten ganz bewusst. Vielleicht fangen Sie dabei an, die verschiedenen Geschmäcker deutlicher wahrzunehmen.

Yoga zu üben ist gut für Körper und Geist
Zeit nehmen – auch fürs Essen: Ein Grundsatz der Yoga-Ernährung © fizkes / Shutterstock.com

Kauen Sie gut und schlingen Sie nicht. Versuchen Sie es als Auszeit anzusehen, als Zeit Ihre Energiespeicher wieder aufzufüllen. Das Ganze darf dann ruhig etwas dauern und hat dadurch noch einen ganz anderen Vorteil: Das Sättigungsgefühl stellt sich nämlich erst nach etwa 20 Minuten ein. Durch den bewussten Verzehr werden Sie so auch von kleineren Portionen satt und sparen sich ein paar Kalorien. Für Yogis ist Genügsamkeit ein Gebot, das auch fürs Essen gilt. Doch eins darf dabei nicht auf der Strecke bleiben und das ist die Freude am Essen.

Buchtipp für Neulinge der Yoga-Ernährung: Die Yogi-Methode – 30 Tage Challenge zur achtsamen Ernährung von Marcel Anders-Hoepgen (erschienen bei systemed, um 20 Euro)

8. Schlemmen erlaubt: Verbieten Sie sich nicht alles

Verbote sind der absolute Glückskiller und deshalb bei Yogis strikt untersagt. Essen ist etwas Schönes, Balsam für die Seele und deshalb jede Mahlzeit ein Geschenk an Ihren Körper. Genießen Sie nach Herzenslust, legt Autor Udo Einenkel nahe. Aber Vorsicht, das sollten Sie nicht als Freifahrtschein für die nächste Fressorgie sehen. Sie erinnern sich: Nach dem Essen sollten Sie sich immer noch ausgeglichen fühlen. Satt aber nicht vollgestopft. Und vor allem glücklich.

Sie werden sehen, mit diesen Ernährungstipps von und für Yogis, bekommen Sie auch etwas von den positiven Yoga-Vibes ab. Ein kleines, zufriedenes Lächeln nach einem leckeren Essen ist dabei der erste Schritt in die richtige Richtung.

13.06.2017| © womenshealth.de
Franziska Orthey Freie Autorin Food & Fitness
Kathleen Schmidt-Prange Ernährung & Abnehmen
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