Convenience Food Fertiggerichte auf dem Prüfstand

11.05.2015 , Autor:Gabriele Giesler, Karoline Gehrke
© Women's Health Oktober

Fertiggerichte haben einen miesen Ruf, irgendwo zwischen Junkfood und Katzenfutter. Dabei können die was: Lecker und gesund essen mit Fertiggerichten geht, man muss nur suchen und das Kleingedruckte lesen

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Fertiggerichte: Fertiggerichte wie einige Pizzen sind nicht immer schlecht
Fertigpizza ist nicht immer schlecht – es kommt ganz auf den Belag und die Inhaltsstoffe an © Shutterstock
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Ernährungstipps, Gesunde Ernährung

Mit Beginn der Emanzipation eilten die Frauen weg vom Herd und machten sich mit gepackter Sporttasche auf den Weg zur Arbeit, um sich mit der besten Freundin zum Marathon zu treffen und anschließend einen Cocktail zu schlürfen. Einkaufen, kochen und spülen passte da nur noch bedingt in den ausgefüllten Zeitplan. Und was nun? Wenn wir jeden Tag fein essen gehen oder den Sushi-Lieferservice ins Büro bestellen, wird’s auf Dauer ziemlich teuer. Da muss eine andere Lösung her.

Aber Fertiggerichte? Diese undefinierbare, in Plastik abgepackte Pampe, die hauptsächlich aus Fett, Zucker und Geschmacksverstärkern besteht? Aber ja! Denn seit der Erfindung der Erbswurst im Jahr 1867, einer Instant-Erbsensuppe, die Knorr ursprünglich für die Armee entwickelte, hat sich auf dem Markt der schnellen Mahlzeiten eine Menge verändert. Fertig­gerichte sind nicht mehr grundsätzlich ungesund. In Tiefkühlgemüse etwa stecken sogar mehr Vitamine als in frischem, da es direkt nach der Ernte eingefroren wird. „Ungünstig wird es, wenn viele gehärtete Fette im Spiel sind, wie etwa bei Panaden, Käse- und Sahnezutaten, Blätterteig oder frittierten Nahrungsmitteln“, sagt Antje Gahl, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Fertig­gerichte enthalten durchschnittlich weniger Vitamin A und C, Kalzium, Eisen und Ballaststoffe. Wer Zusatzstoffe vermeiden will, sollte gezielt Fertiggerichte mit wenigen oder ohne Zusatzstoffe auswählen.“

Es steckt viel Fett drin
Durchschnittlich 10 000 ver­schiedene Produkte, von frisch bis abgepackt, bietet jeder Supermarkt an. Dabei verliert man schnell den Überblick. Klar ist: Nur wer selbst komplett mit frischen Zutaten kocht, weiß, was am Ende im Magen landet. Und dazu zählen streng genommen weder Fix­produkte noch die Tomatensoße aus dem Glas. „Fertigmahlzeiten enthalten häufig mehr Fett, Zucker oder Salz als frisch zube­reitete Gerichte“, erklärt Ökotrophologin Gahl. „Laut aktuellen Ernährungsempfehlungen sollten un­gefähr 30 bis 35 Prozent der Energie pro Tag aus Fett bezogen ­werden und nicht mehr als 6 Gramm Salz (circa ein Teelöffel) pro Tag verzehrt werden.“ Bei einer durchschnittlichen 60-Kilo-Frau, die keinen Sport macht und rund 1800 Kalorien pro Tag verbrennt, sind dies 60 Gramm Fett. Schaut man bei so mancher Fertigpizza genauer hin, entdeckt man über 50 Gramm Fett pro Pizza. Damit wird die Bilanz mit jeder weiteren Mahlzeit gesprengt. Auch beim ­Salzgehalt ist die Tagesmenge von 6 Gramm häufig schon mit einem einzigen Fertiggericht erreicht.

Gewissen Zusätze meiden
Fast alle internationalen Mahlzeitenklassiker gibt es mittlerweile als schnelles Gericht aus Dose, Schale, Becher oder Schachtel. Obwohl das Gericht nur in den wenigsten Fällen dem Foto auf der Verpackung ähnelt. „Zusatzstoffe erfüllen immer einen technologischen Zweck. Je mehr uns die Lebensmittelindustrie an Zubereitung abnimmt, desto größer ist der Einsatz an Zusatzstoffen“, so die Expertin. „Damit Gerichte bis zu 2 Jahre im Regal überdauern können, benötigen sie Konservierungsstoffe. Damit eine Suppe schön cremig ist und ein angenehmes Mundgefühl erzeugt, enthält sie Verdickungsmittel, Emulgatoren verbinden Fett und Öl.“ Dazu kommen Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen, um die teilweise minderwertigen Zutaten auszugleichen. Dass die einzelnen Stoffe in den zugesetzten Mengen nicht schädlich sind, untersucht seit 2003 europaweit die European Food Safety Authority (EFSA).

Es geht auch ohne
Nur noch 47 der 320 Zusatzstoffe sind bei Biolebensmitteln erlaubt. Beim Anbauverband Demeter sogar nur 13. Biofertiggerichte gibt es erst seit 10 Jahren in 2 von 350 Mitgliedsunternehmen. Der Unterschied zu konventionellen Produkten ist, dass teure biologische Rohwaren verwendet werden und nichts vom Band läuft, sondern alles manuell hergestellt wird. Das erklärt den hohen Preis. „Da wir alle Konservierungsstoffe ausschließen, bleibt für Demeter eigentlich nur Tiefkühl-Convenience“, erklärt Sebastian Fuchs, Abteilungsleiter Qualitätssicherung bei Demeter. „Das ist unter Qualitätsaspekten nicht ideal, ermöglicht aber auch Verbrauchern mit geringen Zeitkapazitäten, sich biodynamisch zu ernähren.“

Lecker und gesund essen mit Fertiggerichten geht also, man muss nur suchen und das Kleingedruckte lesen.

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Augen auf beim Fertiggerichte-Kauf

Im Supermarkt gibt es auch gesunde Fertiggerichte, Sie müssen nur ganz genau hinschauen

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Mit diesen Tricks wird jedes Fertiggericht noch leckerer – und Ihre neue Leibspeise!


Tofu & Co.: Roh schmeckt er so neutral wie ein gedünstetes Papiertaschentuch, aber gewürzt, geräuchert oder in Form kleiner Hackbällchen pimpen die Sojaabkömmlinge von der Pizza bis zur Suppe einfach alles.

Hülsenfrüchte: Egal ob Kichererbsen, Kidneybohnen oder Erbsen: Sie geben jeder Suppe noch mehr Biss und sorgen auch aus der Dose für eine Extraportion Eiweiß.

Gewürze: Natürlich hat jedes Gericht seine persönliche Würzmischung erhalten, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Neben Salz (vorsichtig verwenden), Pfeffer und Chili sind Kräuter der Provence, italienische Kräuter und Currymischungen gut in der Schreibtischschublade aufgehoben. Ein Kräutertöpfchen mit frischem Basilikum ergänzt Pizzen, Baguettes oder Lasagne hervorragend.

Gemüse: Da Frisches teurer ist als Sättigungs­beilagen oder Soßen, wird bei Fertiggerichten am ehesten beim Gemüse gespart. Deshalb einfach selbst nachlegen. Paprika- und Tomaten­scheiben auf die Pizza, klein geschnippelt in Suppen und in Pfannengerichten. Nicht mal ein Messer da? Dann tut’s auch mal eine Dose oder eine Packung Tiefgekühltes.

Soßen: Suppen werden mit einem Schuss Sahne oder Kokosmilch cremiger. Aber auch Balsamico, Soja-, Worcester-, Austern- oder Fischsoße geben Fertig­gerichten oft den letzten Pfiff.

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