Ohren reinigen Ohren reinigen – so geht's richtig!

11.07.2016 , Autor:Linda Babst
© WomensHealth.de

Finger weg von Wattestäbchen, Bobby Pins und allem, was nichts in Ihrem Ohr verloren hat! Wer seine Ohren reinigen will – gründlich UND gefahrfrei – hier entlang ...

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Ohren reinigen: So reinigt man seine Ohren richtig
Wattestäbchen haben nichts im Gehörgang verloren © ang intaravichian / Shutterstock.com
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Ja, wir alle kennen diesen schier unbändigen Drang unsere Ohren penibel säubern zu wollen. Am liebsten natürlich mit Wattestäbchen. Ist ja auch super praktisch, könnte man meinen. Schließlich passen die Teile wunderbar in den Gehörgang und das Gefühl danach ist so, so gut. Stop! Aufhören! Das Letzte, was Sie tun sollten, um überschüssigen Ohrenschmalz zu entfernen, ist, sich ein Wattestäbchen ins Ohr zu stecken! Wir haben mit HNO-Expertin Dr. Ana Kim vom New York Eye and Ear Infirmary of Mount Sinai gesprochen. Hier alle Fakten über Ohrenschmalz und der beste Weg ihn loszuwerden ...

Warum produzieren wir überhaupt Ohrenschmalz?
Die Produktion von Ohrenschmalz ist nicht nur vollkommen natürlich, sondern auch absolut notwendig. Unser Ohr verfügt über einen Selbstreinigungsmechanismus, der wie folgt funktioniert: Talgdrüsen in unserem Gehörgang produzieren Ohrenschmalz (auch Cerumen genannt). Er hält nicht nur unseren Gehörgang geschmeidig, sondern transportiert auf seinem Weg zur Ohrmuschel auch Schmutz, Staubpartikel und abgestorbene Hautzellen mit nach außen. Ist der Gehörgang ausreichend gefettet, kann der Ohrenschmalz einfach "abfließen". In der Regel genügt es, die Ohrmuschel mit einem sauberen Tuch oder Waschlappen zu reinigen.

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Ohren reinigen – so geht's richtig!

In einem gesunden Gehörgang, kann Ohrenschmalz problemlos zur Ohrmuschel hin abfließen

© Sedova Elena / Shutterstock.com

Warum sind Wattestäbchen so schädlich fürs Ohr?
Wird unser Gehörgang durch den Gebrauch von Wattestäbchen ausgetrocknet oder aufgeraut, kann der Ohrenschmalz nicht mehr so gut wandern. Es kann passieren, dass er auf seinem Weg zur Ohrmuschel stecken bleibt und hier einen Pfropfen bildet. "Wenn anschließend wieder Wattestäbchen ins Ohr eingeführt werden, kann dieser Pfropfen weiter nach hinten in den Gehörgang geschoben werden, so dass man anschließend einen Arzt aufsuchen muss", erklärt Dr. Kim.

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Finger weg von Bobby Pins!

Bobby Pins gehören nicht ins Ohr! Sie können den Gehörgang und im schlimmsten Fall das Trommelfell verletzen

© Beth Hommel / Shutterstock.com

Finger weg von Bobby Pins & Co.!
Ist es tatsächlich so weit gekommen und Ihr Ohr ist durch einen Propfen Ohrenschmalz verschlossen, sollten Sie keineswegs auf die Idee kommen, ihn mit irgendwelchen (spitzen) Gegenständen zu lösen. "Viele Patienten versuchen ihre Ohren mit Bobby Pins zu reinigen", sagt Dr. Kim. "Das ist nicht nur kontraproduktiv, sondern kann mitunter richtig gefährlich werden". Ein durchstoßenes Trommelfell ist die wohl unangenehmste Folge einer solchen Aktion. Außerdem können scharfkantige Gegenstände den Gehörgang leicht verletzen und zu unangenehmen und schmerzhaften Infektionen führen.

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Finger weg ovn Ohrenkerzen

Es gibt keinerlei medizinische Belege für die Wirksamkeit voon Ohrkerzen

© wavebreakmedia / Shutterstock.com

Ohrkerzen und Spritzen – eine Alternative?
Weitere vermeintlich (!) effektive Wege zu sauberen Ohren sind so genannte Ohrkerzen oder mit Wasser gefüllte Spritzen. Auch hier gilt: Vorsicht! Ohrkerzen sind ausgehöhlte Kerzen, deren eines Ende in den Gehörgang gesteckt, während das andere Ende angezündet wird. Durch den Unterdruck, der beim Abbrennen der Kerze entsteht, soll der Ohrenschmalz aus dem Ohr herausgezogen werden (Kamineffekt). Mediziner sagen, dass der Unterdruck, der dabei entsteht, keinesfalls ausreicht, um diesen Effekt zu erzielen. Auch sei es ein Irrglaube, dass es sich bei den Resten, die sich im unteren Teil einer abgebrannten Ohrkerze befinden, um Ohrenschmalz handelt. Dort sammeln sich lediglich die Verbrennungsrückstände der Ohrkerze selbst wie beispielsweise geschmolzenes Bienenwachs."Bei dieser Prozedur kann mehr Schaden entstehen, als dass es nützt", sagt Dr. Kim. "Man kann sich leicht verbrennen, das Trommelfell kann Schaden nehmen und es ist möglich, das Kerzenwachs ins Ohr tropft und den Gehörgang noch schlimmer verstopft."

Seine Ohren mithilfe einer wassergefüllten Spritze zu reinigen klingt da vergleichsweise harmlos. Ganz ungefährlich ist diese Prozedur aber auch nicht. Es kann nämlich passieren, dass sich das Wasser hinter dem Propfen festsetzt, der Ohrenschmalz aufquillt, den Gehörgang noch mehr verschließt und man kurzzeitig das Gefühl hat, taub zu sein. Abgesehen davon, kann ein solcher Wasserstrahl ebenfalls das Trommelfell verletzen, wenn der Wasserdruck zu groß ist.

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Wann Sie besser einen Arzt aufsuchen sollten

Wer bei der Ohrreinigung auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte die Prozedur einem HNO-Arzt überlassen

© Photographee.eu / Shutterstock.com

Ohren reinigen: Wie geht's denn nun richtig?
Wie aber sollte man nun seine Ohren reinigen, wenn nicht mit Wattestäbchen, Wasserstrahl oder Ohrkerze? Indem man den Ohrenschmalz aufweicht! "Das geht am besten mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung von 3 Prozent", sagt Dr. Kim. Davon träufeln Sie 1 oder 2 Tropfen in Ihr Ohr (nur träufeln, nicht spülen!) und lassen es dort für etwa 10 Minuten den Ohrenschmalz einweichen und verflüssigen. Anschließend sollte der Ohrenschmalz einfach aus dem Ohr herausfließen. "Wenn Sie diese Prozedur 1-mal monatlich durchführen, dürften Sie keine Probleme mehr mit verstopften Ohren haben", sagt Dr. Kim. Wer unter einem sehr trockenen Gehörgang leidet, produziert häufig extrem viel Ohrenschmalz. Um dem entgegen zu wirken, kann es hilfreich sein, hin und wieder einen Tropfen Babyöl ins Ohr zu träufeln.

Wann Sie lieber einen Arzt aufsuchen sollten
Für den Fall, dass Sie ein beschädigtes Trommelfell haben sollten oder irgendwelche Probleme mit den Ohren in der Vergangenheit – bitte lassen Sie direkt einen Fachmann / eine Fachfrau ran. Sollte Wasserstoffperoxid oder Öl nämlich in den Bereich hinter Ihrem Trommelfell geraten, kann das unschöne Folgen haben. Infektionen oder Schwindelgefühle treten dann häufig auf.

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