Wir sagen Ihnen, warum Zucker noch schlechter ist als sein Ruf

Krebs, Alzheimer, Schlaganfall Gefährliche Folgen der Zuckersucht

11.02.2015 , Autor:Gabriele Giesler, Karoline Gehrke
© Women's Health Januar/Februar

Schnell verwertbare Energie aus Zucker ist in Zeiten des Überflusses nicht mehr gut für uns – außer in einigen Bereichen des Sports. Aber wieso ist das so? Und was sind die körperlichen Spätfolgen der Zuckersucht?

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Spätfolgen Zuckersucht: Diabetes ist nur eine der Spätfolgen der Zuckersucht
Eine der fatalen Folgen der Zuckersucht: Diabetes. Als Diabetiker müssen Sie ständig ein Auge auf Ihre Blutzuckerwerte haben © Shutterstock / Piotr Marcinski
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Gesunde Ernährung

Anders als Eiweiß, Fette und komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder Gemüse, lässt Zucker den Blutzuckerspiegel rasant nach oben schießen, weil er direkt ins Blut geht. Der viele frei flotierende Zucker sorgt dafür, dass die Bauchspeicheldrüse schlagartig das Hormon Insulin ausschüttet, das Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen einschleust. Dabei schießt die Drüse mitunter über das Ziel hinaus, sodass zu wenig Zucker im Blut verbleibt. Die Konsequenz der Unterzuckerung: Konzentration und Leistungsfähigkeit lassen nach, man ist gereizt und bekommt enormen Appetit – vor allem auf Süßigkeiten. Zucker macht also Lust auf noch mehr Zucker und Essen. Einmal überfuttern ist ja nicht so schlimm, aber wenn dieser Prozess sich ständig wiederholt, ist das die Wurzel allen Übels und der Grund für die Umprogrammierung des Körpers auf „dick“ und „krank“. Denn was passiert, wenn mehr Kalorien zur Verfügung stehen, als man braucht, ist allgemein bekannt: Das Zuviel wird in Fett umgebaut. Und zwar wiederum mithilfe von Insulin, dem Bösewicht in puncto Übergewicht.

Mögliche Folgen der Zuckersucht: Krebs, Alzheimer, Schlaganfall
Doch Insulin schadet auf Dauer nicht nur der Taille: Wenn ständig zu viel davon im Blut herumschwimmt, kann das dazu führen, dass die Zellen nicht mehr richtig darauf reagieren: Man spricht von Insulinresistenz. Der Blutzuckerspiegel bleibt dabei so hoch, dass die Bauchspeicheldrüse immer noch mehr Insulin ausschüttet. Der Mix aus zu viel Insulin und zu viel Blutzucker hat eine ganze Reihe schlimmer Folgen. Die bekannteste: Hohe Blutzuckerwerte gehen oft mit Bluthochdruck, auffälligen Blutfettwerten und Übergewicht einher. Eine Kombination, die Mediziner „metabolisches Sydrom“ nennen und die Diabetes, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall viel wahrscheinlicher macht.

Aber das ist längst noch nicht alles. Es gibt unter anderem Hinweise darauf, dass Insulin bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt. In vielen Geweben haben Krebszellen im Frühstadium Insulinrezeptoren auf der Oberfläche. Das Hormon könnte also auch die Aufnahme von Glukose aus dem Blut und damit das Wachstum von Krebszellen begünstigen. Möglicherweise ist das ein Grund dafür, dass bestimmte Karzinome in der Brust, im Darm, in den Eierstöcken und den Nieren bei Dicken rund 30 Prozent wahrscheinlicher sind als bei Normalgewichtigen.

Und auch im Gehirn hat zu viel Insulin keinen guten Einfluss: Dort konkurriert das Hormon mit einem Eiweiß namens Beta-Amyloid, und zwar um die Bindungsstelle an dem Eiweißstoff Insulysin, einem Enzym, das beide abzubauen vermag. Je mehr Insulin vorhanden ist, desto weniger Beta-Amyloid kann der Körper verstoffwechseln. Das ist übel, denn das Eiweiß ist eines der wichtigsten bei der Entstehung von Alzheimer. Zu viel davon sorgt für die gefährlichen Plaques, mit denen die Krankheit üblicherweise anfängt. 

Diabetes, Herzinfarkt, Krebs, Demenz … diese Krankheiten aus Folge der Zuckersucht will keiner haben. Wer jetzt aber denkt: „Ach, dann süße ich meinen Tee halt mit Fruchtzucker",  schlägt dem Körper leider auch kein Schnippchen. Denn Fruchtzucker – Fachbegriff Fruktose – gilt heute sogar als die schädlichere Komponente von Haushaltszucker, auch wenn sie den Insulinspiegel weniger beeinflusst. Doch anders als Glukose wird Fruktose fast nur in der Leber abgebaut – und sobald zu viel davon dort ankommt, sammelt sich in dem Organ Fett. Das wiederum lässt das Risiko für Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten ebenfalls ansteigen. Zudem erhöht eine Fettleber die Gefahr von Hepatitis und Leberzellkrebs.

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