Wir sagen Ihnen, warum Zucker noch schlechter ist als sein Ruf

Zuckerersatzstoffe Süßstoffe nicht besser als Zucker

12.02.2015 , Autor:Gabriele Giesler, Karoline Gehrke
© Women's Health Januar/Februar

Zucker ist böse, Fruchtzucker ist böse – aber was ist mit Süßstoffen? Die schaden den Zähnen nicht und haben null Kalorien. Gut oder? Nicht ganz - lesen Sie selbst, warum als Süßstoffe keine gute Alternative zu Zucker sind 

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Alternative Süßstoff: Süßstoffe sind leider auch nicht viel besser als Zucker, daher keine gute Wahl
Sie wollen Zucker durch Süßstoff ersetzen? Keine gute Idee, denn Süßstoff sind gesundheitlich nicht unbedenklich  © Shutterstock / MamaMiaPL
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Gesund kochen, Gesunde Ernährung

Sie heißen Aspartam, Saccharin und Sorbit und kommen in all jenen Produkten vor, auf denen „light“, „Diät“ oder „für Diabetiker“ steht. Generell teilt man Zuckerersatzstoffe in 2 Gruppen ein: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe.

Süßstoffe haben kaum Kalorien, aber auch keine Nährstoffe. Die 11 verschiedenen Stoffe, die in der EU zugelassen sind, kommen aus dem Labor. Es sind synthetische und natürliche Verbindungen, die 30- bis 37 000-mal süßer sind als herkömmlicher Haushaltszucker. Wegen ihrer hohen Süßkraft werden sie nur in geringen Mengen eingesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt daher Süßstoffe als unbedenklich ein. Kritische Studien weisen allerdings immer wieder auf eine Verbindung mit Krebs, Diabetes und Übergewicht hin.

Die restlichen nicht-natürlichen Süßungsmittel zählen zu den 8 zugelassenen Zuckeraustauschstoffen. Diese haben etwa halb so viele Kalorien wie Zucker, müssen aber teils in höheren Mengen eingesetzt werden – so spart man am Ende also kaum Kalorien ein. Für diese Stoffgruppe gibt es keine Höchstmengenbeschränkung, allerdings kann übermäßiger Verzehr abführend wirken, was auf Lebensmitteln mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent gekennzeichnet werden muss. Einen großen Vorteile haben Zuckeraustauschstoffe: Sie greifen die Zähne nicht an und schützen sogar den Zahnschmelz.

Süßstoffe sind auch nicht besser als Zucker
Seit Langem gibt es die Diskussion, ob allein der Geschmack „süß“ bereits eine Insulinausschüttung auslösen könnte, vorsorglich sozusagen. Mal ganz abgesehen von immer wiederkehrenden Vorwürfen, einzelne Substanzen im Süßstoff seien krebserregend. Zudem legt eine viel beachtete Studie nahe, die vor Kurzem in dem renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature“ erschien, dass auch Süßstoffe massiv in den Energiestoffwechsel eingreifen – zumindest wenn sie in hohen Dosen genossen werden. Den Ergebnissen zufolge steigt der Blutzuckerspiegel innerhalb von Wochen an, wenn Mäuse mit Süßstoffen wie Saccharin und Aspartam gesüßtes Wasser zu trinken bekommen. Die Tiere können Glukose nur noch langsamer in die Körperzellen schleusen. Ungesüßtes und sogar mit Glukose gesüßtes Wasser hatten diesen Effekt nicht. Höherer Blutzuckerspiegel durch Süßstoff? Das ist das Gegenteil von dem, was man bewirken will, wenn man Zucker ersetzt. Erstaunlicherweise blieb der Effekt aus, wenn die Mäuse zuvor ein Antibiotikum bekommen hatten, das die Darmflora ausschaltet – jene 2 Kilo Mikroben, die jeder von uns in seinem Darm beherbergt. Diese Bakterien beeinflussen nicht nur das Immunsystem, die Stimmung sowie das Risiko für Krebs, Allergien und Rheuma, sondern offenbar auch, wie gut der Körper Zucker verkraftet. Und diese Zusammensetzung verändert sich, wenn man Süßstoff zu sich nimmt, auch das zeigte die Studie.

Also, was tun? Ganz auf Kunstsüße verzichten? „Ich würde da nichts verteufeln“, beschwichtigt Susanne Klaus. „Wenn jemand sich nicht an ungesüßte Getränke gewöhnen kann, ist es vermutlich immer noch besser, er trinkt einen Liter Cola light am Tag als echte Cola“, so die Expertin. „Das kann manchen Menschen helfen, Kalorien zu sparen.“ Auch beim Zucker ist ihre Haltung gemäßigt: „Wessen Energiebilanz stimmt und wer genug Nährstoffe zu sich nimmt, der kann auch mal einen Löffel Zucker in den Tee tun.“ Oder ein bisschen naschen, wobei hier Marzipan oder eine dunkle Nussschokolade mit vielen guten Inhaltsstoffen besser ist als Gummizeug und Kaubonbons. Wer regelmäßig Sport treibt, steht aber ohnehin vergleichsweise gut da: Denn Bewegung senkt die Insulinkonzentration im Blut und verbessert zugleich die Aufnahme von Glukose in die Zellen – mal ganz abgesehen davon, dass man dabei auch Kalorien verbrennt.

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