Hormonerkrankung Schlappmacher Schilddrüse

18.04.2012 , Autor:Gerlinde Felix
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Sind Sie unkonzentriert, müde und antriebslos statt fit und aktiv? Sie nehmen zu und wissen nicht, warum? Dann könnte ein kleines, aber höchst wichtiges Organ Schuld sein – die Schilddrüse

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Schilddrüse: Müde und ausgelaugt? Möglicherweise eine Unterfunktion der Schilddrüse, also eine Hypothyreose
Müde, abgeschlagen und unkonzentriert? Dann könnte Ihre Schilddrüse verrückt spielen © Shutterstock
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Die Schilddrüse ist Produzent lebensnotwendiger Hormone, z.B. des Thyroxins. Dabei gibt die Hirnanhangsdrüse die genauen Produktionsdaten vor und die Schilddrüse setzt den prozess als "Vorarbeiterin" um. Ohne Schilddrüsenhormone geht in Ihrem Organismus gar nichts: Sie beeinflussen den Energiestoffwechsel, wirken sich auf den Magen-Darm-Trakt, Herz, Kreislauf und Psyche aus und sind zudem auch noch an Prozessen von Knochen-, Muskel- und Nervenzellen beteiligt. Puh!

Damit Ihre Schilddrüse die Hormone herstellen kann, benötigt sie übrigens ausreichende Mengen des Spurenelementes Jod aus der Nahrung. Doch es kann passieren, dass die Hormonproduktion in eine Schieflage gerät: Bei einer Überfunktion produziert sie zu große und bei einer Unterfunktion zu kleine Hormonmengen. Das hat für Ihr Befinden drastische Konsequenzen. Der Arzt kann derartige Störungen bei einer Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut erkennen.

Unterfunktion: Hypothyreose
Geht es Ihnen so wie eingangs beschrieben? Fühlen Sie sich also niedergeschlagen und antriebslos? Dann leiden Sie möglicherweise an einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Etwa 2 bis 3 Prozent aller Frauen produzieren zu wenige Schilddrüsenhormone. Eine Schilddrüsenunterfunktion äußert sich übrigens auch durch  Kälteempfindlichkeit, Wassereinlagerungen, Verstopfung, stumpfe Haare, brüchige Fingernägel, trockene Haut, Gewichtszunahme, Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit. Auch eine vergrößerte Schilddrüse kann ein Hinweis auf eine Unterfunktion sein.

Die häufigste Ursache für die Störung, die mitunter angeboren ist, sind chronische Schilddrüsenentzündungen und die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Sie entsteht, wenn eine genetische Anfälligkeit vorliegt und bedingt durch Stress, Jodmangel, Infektionen oder andere Faktoren das Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät. Das Schilddrüsengewebe wird nach und nach zerstört. Bislang gibt es keine Heilung hierfür. Aber der bei einer Unterfunktion auftretende Hormonmangel kann durch synthetische Schilddrüsenhormone, wie das Levothyroxin, ausgeglichen werden. Übrigens: Entwickelt sich eine Unterfunktion der Schilddrüse aufgrund des erhöhten Jodbedarfs während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit, kann sich die Funktion im Nachhinein wieder normalisieren.

Überfunktion: Hyperthyreose
Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) arbeitet Ihr Organismus auf Hochtouren, weil zu große Hormonmengen den Körper fluten. Falls Sie Symptome wie Nervosität, Reizbarkeit, starkes Schwitzen, Einschlafstörungen, unerklärlicher Gewichtsverlust, hoher Blutdruck sowie eine erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) bei sich beobachten, sollten Sie eine Überfunktion abklären lassen. Etwa 3 Prozent der Bevölkerung – fünfmal so viele Frauen wie Männer – leiden daran. In rund 40 Prozent aller Fälle handelt es sich um eine Immunhypothyreose, auch als Morbus Basedow bekannt. Sie tritt vor allem zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Typischerweise quellen die Augäpfel hervor.

Die zweite Hauptursache für eine Überfunktion ist die Bildung heißer Knoten in der Schilddrüse. Das sind Bereiche, in denen die Schilddrüsenzellen unabhängig vom Steuerungshormon TSH agieren und übermäßig Hormone produzieren.

Was könnten Sie dagegen tun?
Es gibt Medikamente, so genannte Thyreostatika, mit drei unterschiedlichen Wirkmechanismen, die zwar nichts gegen die Ursachen machen können, aber die Hormonflut eindämmen. Entweder hemmen sie den Einbau von Jod bei der Hormonbildung (das sind die Jodide), oder sie reduzieren die Bildung von Schilddrüsenhormonen (Perchlorat) oder sie verringern die Ausschüttung der Hormone ins Blut (die Thioharnstoffderivate). Sollten die Medikamente nicht ausreichend helfen, ist bei heißen Knoten die so genannte Radio-Jod-Therapie einsetzbar. Radioaktives Jod sammelt sich hierbei in den übermäßig stoffwechselaktiven Knoten an. Die vom Jod abgegebene Strahlung zerstört die heißen Knoten. Wenn auch die Radio-Jod-Therapie "versagen" sollte, kann – abhängig vom Befund –  immer noch operativ oder minimal-invasiv behandelt werden.

Schilddrüse: Schlappmacher Schilddrüse

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