Endlich Nichtraucher! So werden Sie dauerhaft rauchfrei

Regeneriert So erholt sich der Körper eines Ex-Rauchers

13.01.2016 , Autor:Linda Babst
© WomensHealth.de

Studien behaupten, dass Raucher, die vor dem 35. Lebensjahr aufhören, die gleiche Lebenserwartung haben wie Nichtraucher. Ein Experte verrät, wie sich der Körper eines Ex-Rauchers im Laufe der Jahre regeneriert

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Nichtraucher werden: Endlich Nichtraucher werden
Jahrelanges Rauchen hinterlässt seine Spuren in unserem Körper. Viele von ihnen lassen sich mit einem konsequenten Rauchstopp wieder ausbügeln © jumpe / Shutterstock.com
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Die gute Nachricht vorweg: Der Körper eines Ex-Rauchers regeneriert sich erstaunlich gut. Und das nicht erst nach Monaten oder Jahren. "Die ersten wirklich spürbaren Effekte bemerkt man bereits nach 8 bis 10 Stunden ohne Nikotin", weiß Dr. Matthias Krüll, Lungenfacharzt mit Praxis in Berlin (pneumologie-berlin.de). Wir wollten wissen, wie eine solche Regeneration im Einzelnen abläuft und haben eine Rauchfrei-Timeline erstellt.

Unser Experte: PD Dr. med. Matthias Krüll
Dr. Krüll ist Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Infektiologie und Tauchmedizin in der Praxis pneumologie-berlin.de. Zudem ist er Partner bei SMS Sportmedizin Berlin und Medizinischer Direktor des BMW-Berlin-Marathon.

  • nach 15 bis 20 Minuten
    Erste Effekte auf den Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System sind messbar. Der Puls normalisiert sich. Zur Erklärung: Nikotin führt dazu, dass sich die Blutgefäße im Körper zusammenziehen. Bei starken Rauchern stehen die Gefäße quasi unter Dauerspannung. "Das führt dazu, dass sie über die Jahre immer härter und starrer werden", erklärt Dr. Krüll, "Dazu kommt, dass sich vermehrt Fett und Kalk an ihnen ablagert und es schließlich zum kompletten Verschluss der Gefäße kommen kann." Und das wiederum mündet in einem Infarkt. "Wie gut sich die Gefäße erholen, hängt von ganz verschiedenen Umständen ab", sagt der Lungenspezialist, "Co-Faktoren wie Übergewicht oder hohe Blutfettwerte spielen eine große Rolle. In der Regel kann man aber sagen, dass sich nach 1 bis 2 Jahren Nikotin-Abstinenz das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen halbiert hat."

  • nach 8 bis 10 Stunden
    Die toxischen Abfallprodukte der Zigarette sind aus dem Körper verschwunden; genauso wie der üble Geruch und Geschmack, den die Zigarette hinterlässt.

  • nach 2 Tagen
    Wer 48 Stunden lang den Zigaretten entsagt, wird mit einem völlig neuen Empfinden belohnt. Was viele Raucher schnell bemerken: Geruchs- und Geschmackssinn funktionieren plötzlich viel besser.
  • nach 3 Tagen
    3 Tage ohne Nikotin lassen uns wieder richtig durchatmen. Spannungen im Bronchialsystem lösen sich langsam und der Blutdruck pendelt sich auf einem niedrigeren Niveau ein. "Rezeptoren im Körper, die sich an die ständige Nikotin-Zufuhr bereits gewöhnt hatten, werden wieder empfindlicher", so Krüll. Das erklärt, warum nach langer Rauch-Abstinenz die erste Zigarette häufig Übelkeit und Schwindel auslöst.
  • nach 3 bis 6 Monaten
    Nach und nach verbessert sich die Lungenkapazität. Und das macht sich nicht nur beim Treppensteigen bemerkbar. "Vor allem gut trainierte Sportler merken einen extremen Unterschied", weiß Dr. Krüll. Doch wie genau reinigt sich die Lunge? Fakt ist, dass die Lunge den Dreck irgendwie entsorgen muss und dafür hat sie 2 Mechanismen zur Verfügung. Zum einen über die feinen Flimmerhärchen in den Bronchien, zum anderen durch die Schleimdrüsen. Was Viele nicht wissen: "Bereits eine einzige Zigarette lähmt die Flimmerhärchen für 4 bis 8 Stunden", so der Experte, "Dauerhaft gelähmte Härchen sterben nach und nach ab. Das kann man sich vorstellen wie ein Flokati, der immer mehr Löcher bekommt." Heißt im Umkehrschluss: Wenn das Filtersystem der Lunge schlapp macht, produziert sie stattdessen vermehrt Schleim. Das Resultat sind der altbekannte Raucherhusten mit dem unschönen Auswurf. Schlimmer noch: "Mit den Schleimdrüsen verhält es sich wie mit den Fettzellen; wenn sie einmal gebildet wurden, bleiben sie und machen zeitlebens Probleme", so Dr. Krüll. Ergo: Schleimiger Husten kann selbst noch Ex-Raucher plagen, die schon jahrelang das Qualmen aufgegeben haben.

  • nach 6 bis 9 Monaten
    Wer ein halbes Jahr und länger nicht raucht, reduziert die Anzahl von Infektionen der oberen und unteren Atemwege enorm. Keime und Erreger fühlen sich auf vorgeschädigtem Gewebe nämlich wesentlich wohler als auf gesundem. Erkältungen stecken wir jetzt wesentlich besser weg als noch zu verqualmten Zeiten.
  • nach 1 Jahr
    Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hat sich inzwischen halbiert. Übrigens gibt es hier kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen und Männer sind gleichermaßen gefährdet, bzw. erholen sich gleich schnell und gut.
  • nach 5 Jahren
    Das Risiko typischer Krebsarten, die in erster Linie mit dem Rauchen verknüpft sind (Lungenkrebs oder Luft- und Speißeröhrenkrebs) sinkt um die Hälfte.
  • nach 15 Jahren
    In der Regel hat sich der allgemeine Gesundheitszustand eines Ex-Rauchers nach 15 Jahren ohne Nikotin auf dem Niveau eines Nichtrauchers eingependelt. Die Devise lautet hier: Je früher, desto besser. "Wer noch vor dem 35. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört, hat gute Chancen, die gleiche Lebenserwartung zu haben wie jemand, der nie geraucht hat", so Dr. Krüll.

Nicht alles ist reversibel
...

Bei all den guten Nachrichten – unser Körper stößt in Sachen Regeneration auch an seine Grenzen. Einige Dinge werden durch das Rauchen unwiderbringlich geschädigt; dazu gehört zweifelsohne die Hautalterung. "Ein 40-jähriger Raucher hat in der Regel die Haut eines 50-Jährigen", weiß Dr. Krüll. Unser Körper ist non-stop damit beschäftigt sich zu regenerieren. Bestes Beispiel: Die Neubildung unserer Haut nach einem fiesen Sonnenbrand. "Diese Regenerations- und Reparationsmechanismen werden durch bestimmte Eiweißsubstanzen gesteuert", so der Fachmann. Durch das Rauchen entstehen sogenannte Sauerstoffradikale im Körper. Diese verhindern die Regeneration und fügen unseren Zellen zusätzlichen Schaden zu. Heißt genauer: "Wer mit dem Rauchen aufhört, darf keine Hautverjüngung erwarten", so Krüll, "Man kann sich den Verzicht auf Nikotin aber wie einen Fallschirm vorstellen, durch den man wesentlich langsamer fällt, als man es sonst getan hätte."
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