Eierstockzyste Zyste am Eierstock – Symptome und Behandlung

16.11.2016 , Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de

Der Befund Eierstockzyste klingt meist schlimmer als er ist. Wir klären Sie über Symptome und Behandlung der meist gutartigen Zyste am Eierstock auf

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Zyste am Eierstock: Symptome und Behandlung von Eierstockzysten
Zysten am Eierstock sind nicht notwendigerweise gefährlich, sollten aber von einem Arzt regelmäßig kontrlliert werden © Chayathorn Lertpanyaroj / Shutterstock.com
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"Alles soweit in Ordnung", sagt Ihr Gynäkologe. "Aber wegen der Zyste am Eierstock kommen Sie nach dem nächsten Zyklus noch einmal zur Kontrolle". Was? Spätestens ab jetzt setzt bei den meisten Frauen Verunsicherung ein: Was sind Eierstockzysten und vor allem: Wie gefährlich sind sie?

Was genau ist eine Zyste am Eierstock?

Sie dürfen sich weitgehend entspannen. Eine Eierstockzyste ist eine wenige Zentimeter große, flüssigkeitsgefüllte Blase am Eierstock einer geschlechtsreifen Frau. In 98 Prozent der Fälle ist sie harmlos. Allerdings haben Frauen über 40 ein höheres Risiko als jüngere Frauen, dass das Zystengewebe bösartig ist bzw. wird. Bösartige Zysten am Eierstock müssen operativ entfernt werden. Meistens findet der Gynäkologe die Zysten zufällig, weil sie keine Beschwerden machen solange sie klein sind. Erst wenn sie größer sind und auf die Nachbarorgane drücken, können Unterleibs- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Verstopfung auftreten. Die Zysten können auch Schmerzen beim Sex oder während der Regelblutung verursachen. Gehen Sie also regelmäßig zum Gynäkologen, um Zysten am Eierstock frühzeitig dingfest zu machen.

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4 Eierstockzysten im Überblick

Diese 4 Zystenvarianten können entstehen, wenn der weibliche Zyklus mal nicht reibungslos verläuft:

1. Follikelzyste
Am häufigsten tritt die Follikelzyste auf. Diese Zyste entsteht aus einem Follikel, in dem die Eizelle in der ersten Zyklushälfte heranreift. Normalerweise platzt der Follikel bei einer Größe von 15 bis 25 Millimetern und setzt die reife Eizelle in den Eileiter frei. Bleibt der Follikel bestehen und sammelt sich zusätzlich noch Flüssigkeit an, ist die an sich harmlose Follikelzyste fertig. Sie verschwindet in der Regel nach 1 oder 2 Zyklen von allein. Wenn nicht, kann eine Therapie mit dem Hormon Progesteron helfen.

2. Gelbkörperzyste
Eine zweite Zystenart entsteht aus dem Gelbkörper (Corpus luteum). Er bildet sich nach dem Eisprung aus dem Follikelrest, um im ersten Schwangerschaftsdrittel Hormone zu produzieren. Erfolgt keine Befruchtung des Eis, bildet sich der Gelbkörper zurück. Es kommt aber vor, dass er sich stattdessen durch Einblutung vergrößert und eine Gelbkörperzyste bildet.

3. Luteinzyste
Die dritte und eher seltene Zystenvariante ist die so genannte Luteinzyste. Sie entsteht, wenn Ihr Körper aufgrund einer Erkrankung außerhalb einer Schwangerschaft zu hohe Mengen eines bestimmten Schwangerschaftshormons bildet. Sollten die Zysten am Eierstock nicht von alleine verschwinden, hilft auch hier wie bei der Gelbkörperzyste eine Hormontherapie. Wenn Sie an Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) leiden, kann es Ihnen passieren, dass sich infolgedessen eine Zyste am Eierstock bildet.

4. Schokoladenzysten
Schokoladenzysten heißen diese jeden Monat blutenden Gebilde, die ihren Namen der Farbe der enthaltenen Blutabbauprodukte verdanken. Sie müssen bei entsprechender Größe operativ entfernt werden. Um zu verhindern, dass sich erneut eine Schokoladenzyste bildet, wird der Arzt Ihnen in den meisten Fällen zu einer Hormontherapie raten.

Die gängigsten Verhütungsmethoden im Vergleich

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Symptome und Behandlung von Eierstockzysten

98 Prozent aller Eierstockzysten sind gutartig

© Chayathorn Lertpanyaroj / Shutterstock.com

Wann ist eine Zyste am Eierstock gefährlich?

Die gute Nachricht zuerst: 98 Prozent aller Eierstockzysten sind gutartig. Aber was ist mit den restlichen 2 Prozent?

Zu viele männliche Hormone
In Deutschland produzieren rund 1 Million Frauen überdurchschnittlich männliche Hormone (Androgene). Diese Androgene stellen den weiblichen Zyklus ziemlich auf den Kopf und stören die normale Reifung des Follikels. Das begünstigt die Bildung gleich mehrerer Zysten. Polyzystisches-Ovarien-Syndrom, kurz PCOS, heißt das im Fachjargon. Dabei platzen die Follikel nicht, es gibt keine reifen Eier und es kann keine Befruchtung stattfinden. Eine Therapie ist da möglich, z.B. mit einer Antibabypille oder niedrig dosierten Kortison-Präparaten.

Alles über Symptome und Behandlung von PCOS

Makaber aussehende Zysten infolge angeborener Fehlbildung
Zysten infolge angeborener Fehlbildungen stellen eine zweite Gruppe dar. Das sind relativ große Keimzelltumore, die sich – bedingt durch eine Fehlentwicklung während der Zeit als Embryo – in einem Hohlraum des Eierstocks entwickeln. Sie bestehen aus vollkommen verschiedenen Gewebearten und damit aus Muskeln, Knorpel, kleinen Knochen, Haaren und teils aus völlig ausgebildeten Zähnen. Glücklicherweise entarten die merkwürdigen Gebilde nur in 1 bis 2 Prozent der Fälle. Dann müssen sie unbedingt operativ entfernt werden.

Vorsicht bei Komplikationen

Zwar sind 98 Prozent der Eierstockzysten gutartig. Doch bei einer von zehn Frauen kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen: Die Zyste kann platzen, was mitunter gefährliche Blutungen ins Bauchinnere verursacht, die flüssigkeitsgefüllte Zyste kann sich um die eigene Achse (Stieldrehung) drehen und stranguliert dabei die zuführenden Blutgefäße des Eierstocks bis hin zum Abriss der Gefäße. Beide Male ist eine Notfalloperation erforderlich. Wenn Sie also kolikartige Schmerzen bekommen, ab ins Krankenhaus. Treten Dauerblutungen der Gebärmutter auf, hilft zumeist eine Hormontherapie.

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