Eisenmangel Ist Eisenmangel ein Frauenproblem?

Ist Eisenmangel ein Frauenproblem?
Ein Bluttest, bei dem der Ferritinwert bestimmt wird, gibt Aufschluss darüber, ob ein Eisenmangel vorliegt © Shutterstock

Warum haben eigentlich so viele Frauen einen Eisenmangel?

Maren H., Berlin

Rund 40 Prozent aller jungen Frauen haben zu wenig Eisen im Blut. Die Folgen: Sie fühlen sich häufig schlapp, müde und unkonzentriert. Wieso das so ist und wie man dagegen angehen kann, erklärt Dr. Peter Nielsen, Leiter der Eisenstoffwechselambulanz der Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

Wie kommt es zum Eisenmangel?
Die häufigste Ursache ist ganz natürlich: Über die Nahrung nimmt der Körper nur wenig Eisen auf – eine Schutzfunktion des Körpers, um Organe vor zu viel Eisen zu schützen. Von rund 15 bis 20 Milligramm Eisen, die sich im Durchschnitt in Ihrem täglichen Essen befinden, nimmt der Körper maximal 2 Milligramm auf. Der tägliche Bedarf einer Frau liegt mit 2 bis 3 Milligramm leicht darüber.

Und was passiert, wenn der Bedarf auf Dauer nicht gedeckt wird?
Sie werden müde, fühlen sich schwach und unkonzentriert. Blasse Haut und eingerissene Mundwinkel kommen auch vor. Ein unentdeckter schwerer Eisenmangel kann auch zu einer Blutarmut führen.

Und wie lässt er sich zuverlässig nachweisen?
Durch einen Bluttest. Am sogenannten Ferritinwert sieht der Arzt, ob Ihr Körper genug Eisen gespeichert hat. Ein starker Mangel ist an der Höhe des Hämoglobin­werts ersichtlich: Ohne Eisen werden keine roten Blutkörperchen gebildet. Frauen verlieren auch während der Menstruation Eisen. Unter mens-test.de können Sie anhand der Zahl der genutzten Tampons prüfen, ob der Verlust kritisch ist.

Gehören also besonders Frauen zur Risikogruppe?

Ja, aber auch Kinder und Vegetarier. Aus Gemüse kann der Körper schlechter Eisen aufnehmen als aus Fleisch, die „Bioverfügbarkeit“ von Fleisch ist deutlich höher.

Was bedeutet das für Vegetarier?
Sie können ihren Eisenbedarf nur schlecht aus rein pflanzlicher Kost decken und sollten regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle gehen und nach Absprache Eisen ergänzen.

Blutarmut?
Müde, schlapp und blass um die Nase? Dahinter könnte eine Blutarmut - auch Anämie genannt - stecken. Wir erklären, wie Blutarmut entsteht und was Sie dagegen tun können.

23.02.2014| © womenshealth.de
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