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02.03.2012
, Autor:Gerlinde Felix
© WomensHealth.de
Die monatliche Regel ist schon lästig genug, wenn sie dann aber noch mit Krämpfen und Unwohlsein einhergeht, ist das die Höchststrafe – sagen Sie deshalb den Schmerzen den Kampf an
Zweifellos: Endometriose ist eine der unangenehmen Erscheinungen des Frauseins. Etwa 2 Millionen Frauen in Deutschland werden das ohne Zögern bestätigen. Es handelt sich um eine zwar gutartige, aber schmerzhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Zur Ursache gibt es bislang nur Theorien.
Wo sich die Gewebeinseln bzw. Endometrioseherde ansiedeln, machen sie nur Ärger: Bevorzugt befinden sie sich am Bauchfell im kleinen Becken, auf den Haltebändern der Gebärmutter, auf den Eierstöcken und in einer Vertiefung hinter der Gebärmutter. In diesen Außenposten reagieren sie wie die Schleimhautzellen in der Gebärmutter auf die Hormonschwankungen des Zyklus'. Die Herde werden auf- und abgebaut und bluten zyklisch. Dummerweise kann dieses Blut aber nicht nach außen abfließen, weshalb sich die Endometrioseherde noch weiter vergrößern.
Manchmal bilden sich sogar blutgefüllte Zysten, "Schokozysten" genannt; Dann kommt es zu Entzündungsreaktionen. Außerdem tritt – wie man seit wenigen Jahren weiß – in der Umgebung der Endometrioseherde ein Wachstumsfaktor in größeren Mengen auf. Er sorgt dafür, dass Nervenfasern in die Herde einsprießen – kein Wunder also, dass das Ganze so schmerzhaft ist! Die Entzündungen führen in im Unterleib auch zu Verklebungen und Verwachsungen mit der Umgebung (z.B. auf den elastischen Haltebändern der Gebärmutter). Folge: zyklusunabhängige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Übrigens, wenn der Stuhlgang oder das Wasserlassen für Sie schmerzhaft sind, kann auch das eine Endometriosefolge sein. Das gilt ebenso für Blut im Urin, wenn es zyklusabhängig auftritt.
Falls die Gynäkologin beim Tasten und Ultraschall trotzdem keine Herde findet, ist es gut möglich, dass sie sich dort angesiedelt haben, wo sie der Ultraschall nicht sehen und die Hand nicht tasten kann. Nur eine Bauchspiegelung bringt Gewissheit, ob und wie stark Sie Endometriose haben. Ist die Diagnose gestellt, fragt man sich natürlich "und jetzt?" Sicher ist, dass sich eine Endometriose, wenn sie nicht behandelt wird, weiter ausbreitet.
Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Auswahl:
Sie können mit Medikamenten – Schmerz- und krampflösenden Mitteln – symptomatisch behandeln. Gegen die Regelschmerzen helfen hormonelle Verhütungsmittel mit wenig Östrogen und viel Gelbkörperhormon, welches das Wachstum der Schleimhautzellen bremst. Sie können aber auch noch schärfere Geschütze auffahren. Es gibt Medikamente, welche die Östrogenproduktion entweder direkt in den Eierstöcken oder indirekt über die Hirnanhangsdrüse blockieren. Geeignet sind Gelbkörperhormone (Gestagene) und GnRH-Agonisten (Gonadotropin-Releasing Hormon-Agonisten).
Das sollten Sie hierzu wissen:
Falls Sie Ihre Herde lieber entfernen lassen möchten, sollten Sie sie bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) entweder ausschälen oder mit einem Laser verdampfen lassen. Das erhöht übrigens die Fruchtbarkeit. Ratsam ist, dass der Arzt auch gleich Verwachsungen löst.
Übrigens: Falls Sie gerade schwanger sind, werden Sie feststellen, dass dies eine hervorragende "Medizin" gegen Endometriose ist.
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