Symptome und Behandlung von Eierstockzysten Dragana Grodic / Shutterstock.com

Zyste am Eierstock: Das solltest du wissen!

Zyste am Eierstock Wann eine Eierstockzyste gefährlich für dich ist

Der Befund Eierstockzyste klingt meist schlimmer als er ist. Wir klären dich über Symptome, Ursachen und Behandlung auf

Es ist eigentlich ein reiner Kontrolltermin. "Alles soweit in Ordnung", sagt deine Gynäkologin. "Aber wegen der Zyste am Eierstock sollten wir noch einen Termin ausmachen". Wie bitte? Was redet die da? Zy... was?

Spätestens da setzt bei den meisten Frauen Verunsicherung ein: Viele haben von dieser Diagnose noch nichts gehört, andere schon und sind besorgt. Alle fragen sich: Was sind Eierstockzysten, auch Ovarialzysten genannt? Und vor allem: Wie gefährlich sind sie? Keine Panik, Puls runteratmen, wir klären dich auf!

Was genau ist eine Zyste am Eierstock?

Eine Eierstockzyste ist eine wenige Zentimeter große, flüssigkeitsgefüllte Blase am Eierstock einer geschlechtsreifen Frau. Besonders nach der Menopause kommt sie Studien zufolge recht häufig vor. Und wenn du dir jetzt erstmal Sorgen gemacht hast, darfst du dich weitgehend entspannen: In 98 Prozent der Fälle ist sie harmlos.

Allerdings haben Frauen über 40 ein höheres Risiko als jüngere Frauen, dass das Zystengewebe bösartig ist bzw. wird. Bösartige Zysten müssen operativ entfernt werden. Meistens findet die Gynäkologin sie zufällig, denn sie verursachen keine Beschwerden, solange sie klein sind.

Woran bemerke ich eine Eierstockzyste?

Wenn sie noch klein sind, verursachen Zyste am Eierstock meist noch keine Symptome. Erst wenn sie größer werden und auf die Nachbarorgane drücken, können Unterleibs- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Verstopfung auftreten.

Die Eierstockzysten können auch Schmerzen beim Sex oder während der Regelblutung verursachen. Geh also regelmäßig in deine Gynäkologie-Praxis, um eine Zyste frühzeitig dingfest zu machen.

Wie kommt es zur Diagnose Zyste am Eierstock?

Die Entdeckung erfolgt wie gesagt meist bei einer regulären Untersuchung. Dein Gynäkologe oder deine Gynäkologin können eine größere Zyste bereits ertasten. In Ausnahmefällen können Eistockzysten bis zu 30 Zentimeter groß werden, dann wölbt sich bereits der Bauch.

Mittels Ultraschall kann dann der Zystentyp bestimmt werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Bauchspiegelung notwendig. Dann bekommst du eine Beratung, wie es weitergeht, denn das hängt von der Art der Zyste ab.

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Gebärmutter mit einem gesunden Eierstock rechts und einem Eierstock mit Zyste links.

4 Eierstockzysten im Überblick

Bevor die weiteren Maßnahmen bestimmt werden, muss der Zysten-Typ feststehen. Zur Beruhigung: Eine Studie zeigt, dass oft keine OP nötig ist, sondern es genügt, die Zyste regelmäßig zu beobachten und gegebenenfalls medikamentös zu behandeln.

Diese 4 Zysten-Varianten können entstehen, wenn der weibliche Zyklus mal nicht reibungslos verläuft:

1. Follikelzysten bestehen aus nicht zerplatzten Follikeln

Am häufigsten tritt die Follikelzyste auf. Diese Zyste entsteht aus einem Follikel, also dem Gewebe, in dem die Eizelle in der ersten Zyklushälfte heranreift. Normalerweise platzt dieser bei einer Größe von 15 bis 25 Millimetern und setzt die reife Eizelle in den Eileiter frei.

Bleibt aber der Follikel bestehen und sammelt sich darin zusätzlich noch Flüssigkeit an, ist die an sich harmlose Follikelzyste fertig. Sie verschwindet in der Regel nach 1 oder 2 Zyklen von allein. Wenn nicht, kann eine Therapie mit dem Hormon Progesteron helfen.

2. Gelbkörperzysten entstehen durch Einblutungen

Eine zweite Zystenart entsteht aus dem Gelbkörper (Corpus luteum). Er bildet sich nach dem Eisprung aus dem Follikelrest, um im ersten Schwangerschaftsdrittel Hormone zu produzieren.

Erfolgt keine Befruchtung des Eis, bildet sich der Gelbkörper zurück. Es kommt aber vor, dass er sich stattdessen durch Einblutung vergrößert und eine Gelbkörperzyste bildet.

3. Luteinzysten bilden sich bei Wucherungen an der Gebärmutterschleimhaut

Die dritte und eher seltene Zystenvariante ist die so genannte Luteinzyste. Sie entsteht, wenn dein Körper aufgrund einer Erkrankung außerhalb einer Schwangerschaft zu hohe Mengen eines bestimmten Schwangerschaftshormons bildet.

Sollten die Zysten am Eierstock nicht von alleine verschwinden, hilft auch hier eine Hormontherapie. Wenn du an Endometriose, also einer gutartigen Wucherung der Gebärmutterschleimhaut leidest, kann es passieren, dass sich infolgedessen eine Zyste bildet.

4. Schokoladenzysten sind Folgen einer Endometriose

Bei machen Frauen gelangt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, z.B. in den Eileiter. Ärzte sprechen dann von Endometriose (mehr dazu erfährst du hier). Normalerweise wird das Gewebe mit der Monatsblutung abgebaut. In manchen Fällen aber kann das Gewebe nicht richtig abfließen, dann entstehen so genannte Schokoladenzysten.

Ihren Namen verdanken sie ihrer, durch die enthaltenen Blutabbauprodukte gebildeten, dunkelroten Farbe. Sie müssen bei entsprechender Größe operativ entfernt werden. Um zu verhindern, dass sich erneut eine Schokoladenzyste bildet, wird der Arzt dir in den meisten Fällen zu einer Hormontherapie raten.

Welche Ursachen haben Zysten am Eierstock?

Die gute Nachricht zuerst: 98 Prozent aller Eierstockzysten sind gutartig. Ihre Ursachen sind in der Regel:

  • Zu viele männliche Hormone: In Deutschland produzieren rund 1 Million Frauen überdurchschnittlich viele männliche Hormone (Androgene). Diese Androgene stellen den weiblichen Zyklus ziemlich auf den Kopf und stören die normale Reifung des Follikels.
  • Das Polyzystisches-Ovarien-Syndrom: Im Fachjargon heißt es kurz PCOS. Dabei platzen die Follikel nicht, es gibt keine reifen Eier und es kann keine Befruchtung stattfinden. Eine Therapie ist da möglich, z. B. Studien zufolge durch den Einsatz der Antibabypille, oder durch niedrig dosierte Kortison-Präparate.

Wann können Zysten gefährlich werden?

Aber was ist mit den restlichen, gefährlichen 2 Prozent? Das erklären wir die hier anhand der konkret möglichen Fälle:

  • Gefährlich können Zysten infolge angeborener Fehlbildungen entstehen. Das sind relativ große Keimzelltumore, die sich – bedingt durch eine Fehlentwicklung während der Zeit als Embryo – in einem Hohlraum des Eierstocks entwickeln. Sie bestehen aus vollkommen verschiedenen Gewebearten, z.B. aus Muskeln, Knorpel, kleinen Knochen, Haaren oder teils aus völlig ausgebildeten Zähnen. Glücklicherweise entarten die merkwürdigen Gebilde nur in 1 bis 2 Prozent der Fälle. Dann müssen sie unbedingt operativ entfernt werden.
  • Aber auch gutartige Eierstockzysten können gefährlich werden. Zwar sind 98 Prozent der Eierstockzysten gutartig. Doch bei einer von 10 Frauen kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen: Die Zyste kann platzen, was mitunter gefährliche Blutungen ins Bauchinnere verursacht. Die flüssigkeitsgefüllte Zyste kann sich um die eigene Achse drehen (Stieldrehung) und stranguliert dabei die zuführenden Blutgefäße des Eierstocks bis hin zum Abriss der Gefäße.

In diesen Fällen ist eine Notfalloperation erforderlich. Wenn du also kolikartige Schmerzen bekommst, ab ins Krankenhaus. Treten Dauerblutungen der Gebärmutter auf, hilft zumeist eine Hormontherapie.

Kann ich trotz Zyste am Eierstock schwanger werden?

Deine Fruchtbarkeit wird in der Regel von einer gelegentlichen Zyste am Eierstock nicht beeinträchtigt. Auch eine operative Entfernung hat Studien zufolge keinen Einfluss auf die Fertilität. Eine Schwangerschaft wird nur eingeschränkt, wenn du unter polyzystischen Ovarien oder Endometriose leidest – beides ist wie gesagt sehr selten.

Wenn du jedoch lange schon unter unerfülltem Kinderwunsch leidest, ist es sinnvoll, sich in der Gynäkologie-Praxis speziell auf Zysten am Eierstock untersuchen zu lassen. Auch wenn du dich zu einer künstlichen Befruchtung entschieden hast, ist ein Vorab-Check ratsam, da die dafür verabreichten Hormone die Zystenbildung unterstützen können.

Die Diagnose "Zyste am Eierstock" bleibt meist ohne Konsequenzen. Oft verschwinden sie nach ein paar Zyklen von selbst oder können durch kleine medizinische Interventionen aufgelöst werden. Wenn du jedoch über 40 Jahre alt bist oder du unter nicht zyklusbedingten Schmerzen im Unterleib leidest, solltest du gynäkologischen Rat einholen.

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