Durchfall kann viele Ursachen haben SorapopUdomsri / shutterstock.com

So wirst du Durchfall schnell wieder los

Magen-Darm-Probleme Diese Hausmittel helfen wirklich bei Durchfall

Wovon bekommt man Durchfall und was hilft wirklich dagegen? Wir haben die Antworten

Es ist ätzend, nicht mehr vom Klo herunterzukommen. Minuten fühlen sich wie Stunden an und du wünschst dir nichts sehnlicher, als dass der "Scheiß" endlich aufhört. Aber was tun?

Niemand spricht wirklich gerne über Durchfall und jeder sitzt es für sich aus. Nur, was hilft wirklich? Und wann ist der Gang in die Arztpraxis sinnvoll und wichtig? Wir haben Dr. Petra Jessen, Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie und Proktologie aus Kiel, dazu befragt.

Was ist Durchfall?

Von Durchfall (medizinisch Diarrhö) spricht man per Definition dann, wenn du innerhalb eines Tages mehr als 3 Mal flüssigen Stuhlgang hast, und das an mehreren Tagen hintereinander.

Weitere Hinweise: Viele haben in Kombination mit Durchfall auch Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe und fühlen sich ausgelaugt und energielos.

Wovon bekommt man Durchfall?

Durchfall ist an sich keine eigene Krankheit, die diagnostiziert wird. Dr. Jessen erklärt: "Durchfall ist ein Symptom, hinter dem sich ganz viele Erkrankungen verstecken können."

Das sind die häufigsten Ursachen

Infektionen: Viren und Bakterien können Durchfall auslösen. Rotaviren und Noroviren – das sind bestimmte Virenklassen – sind hochsteckend und oft der Auslöser für den Klassiker, wenn es mal wieder heißt: "Es geht gerade was rum."

Bakterielle Auslöser sind beispielsweise Salmonellen, etwa durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, z.B. bei der Verarbeitung von rohem Hühnchenfleisch. Die Erreger vermehren sich leicht auf ungekühlten Lebensmitteln oder über Schneidebretter, die durch schlechte Hygiene nicht gut genug gesäubert werden.

Essen: Es muss nicht unbedingt Erreger-besetztes Essen sein, damit die Verdauung verrückt spielt. Auch für den Magen anstrengendes bzw. schwer verdauliches Essen kann zur Überlastung und zu Durchfallreaktionen führen. Viele Menschen sind anfällig für Durchfall, wenn sie sehr fettiges Essen zu sich nehmen.

Außerdem: Fremdes bzw. ungewohntes Essen kann zu Durchfall führen. Du bist in Asien unterwegs und willst den Punkt "panierte Grille essen" von deiner Bucket-List streichen, dann Go for it, aber es kann sein, dass dein Bauch erstmal überlegen muss, wie er damit klarkommt.

Unverträglichkeiten: Wenn du nach dem Essen mit Durchfall zu kämpfen hast, kann auch eine Unverträglichkeit auf bestimmte Lebensmittel dahinterstehen. Viele Menschen bekommen Durchfall, wenn sie Milch oder Fruchtzucker zu sich nehmen.

Wenn dir auffällt, dass du immer nach dem Verzehr von bestimmtem Lebensmittel besonders häufig aufs Klo musst, ist es empfehlenswert, dies beim Arzt zu erwähnen und dich speziell auf Allergien und Fruktose- oder Laktose-Intoleranz testen zu lassen.

Stress: Manchmal bekommst du vor lauter Aufregung keinen Bissen runter. Und wenn du dir dann doch etwas reinzwängst, rennst du kurz vor der Prüfung oder dem wichtigen Termin nochmal schnell aufs Klo. Die Psyche hat ganz schön viel Macht und kann auch die Kontrolle über deinen Magen-Darm-Trakt übernehmen. Studien haben gezeigt, dass Stress häufig zum Reizdarmsyndrom führt, bei dem es auch zu Durchfall kommen kann.

Tipp: Wenn Du mehr über den Magen-Darm-Trakt erfahren möchtest, dann ist vielleicht das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders etwas für dich.

Ist Durchfall ansteckend?

Ob Durchfall ansteckend ist oder nicht, hängt von der Ursache ab. Wenn du dir den Magen verdorben hast, allergisch reagierst oder zu viel Stress hast und dir deswegen der Bauch übel mitspielt, dann ist das nicht ansteckend.

Wenn aber eine Bakterien- oder Vireninfektion der Auslöser ist, dann kannst du andere anstecken. Die Erreger sind durch Schmierinfektionen übertragbar. Sie bleiben an Türklinken und Treppengeländern haften und finden so ihren Weg zu dem Nächsten, der die Gegenstände berührt. Hygiene ist hier sehr wichtig. Es empfiehlt sich auch, dass der/die Betroffene ein separates WC im Haus benutzt, sofern das möglich ist.

Es ist nicht immer klar zu sagen, woher der Durchfall kommt. Deswegen sei bitte immer vorsichtig und halte entsprechende Maßnahmen ein. Arbeite lieber einen Tag von zuhause, bevor ein paar Tage später weitere Kolleginnen ausfallen.

Was sagt die Stuhlkonsistenz aus?

Schon mal vorweg: Was den Stuhlgang angeht, gibt es kein Normal. Was unten raus kommt, sieht bei jedem Menschen etwas anders aus. Auch wie viel du über Tag trinkst und wie ballaststoffreich deine Ernährung ist, bestimmen Form und Konsistenz. Daher sind Veränderungen des Stuhlgangs durchaus möglich und nicht direkt besorgniserregend. Welche Farbe der Stuhlgang hat, ist nicht unbedingt aussagekräftig, doch die Konsistenz liefert unter Umständen Hinweise auf die Ursache.

"Wenn der Stuhlgang eher fettig ist, kann das auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hindeuten. Bei schleimiger Konsistenz eher auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung", erklärt die Fachärztin, "Solche Veränderung treten aber nicht einfach nur mit dem Symptom Durchfall auf, sondern sind dauerhaft zu beobachten, auch bei geregelter Ausscheidung."

Wie werde ich Durchfall los?

Im Normalfall bessert sich der Gesundheitszustand nach einigen Tagen bis zu einer Woche wieder. Wenn raus ist, was raus soll, muss sich der Bauch noch erholen. Meistens fühlst du dich noch ein oder zwei Tage schlapp, dann ist alles überstanden und du fühlst dich wieder fit. Um den Weg zur schnellen Genesung zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Viel trinken!

Der Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden, ansonsten trocknet der Körper aus. Hierfür eignen sich besonders Elektrolytlösungen, die viele Mineralstoffe enthalten, die der Körper bei Durchfall besonders braucht. Mit diesen 6 Tipps schaffst du es täglich mehr zu trinken.

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2. Heilerde

Heilerde fungiert als eine Art Klebstoff. Die unguten Stoffe im Darm bleiben an der Heilerde haften und werden mit dieser ausgeschieden. Auf diese Weise hilft die Heilerde, die Unruhestifter aus dem Darm loszuwerden. Die Wirksamkeit der Aluminium-Silikat-haltigen Heilerde ist in Studien belegt.

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3. Probiotika-Kuren

Es gibt wissenschaftliche Studien, die den Nutzen von Probiotika-Kuren untersuchen. Unsere Expertin empfiehlt, solche Kuren nach einer überstandenen Durchfallinfektion anzuwenden, um die Darmflora wieder aufzubauen.

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4. Medikamente

Freiverkäufliche Medikamente gegen Durchfall sind Loperamid und Imodium. "Diese verlangsamen die Beweglichkeit des Darms, das hilft bei akutem Durchfall, weniger häufig abzuführen. Man muss jedoch bedenken, dass dann eventuelle Erreger länger im Darm bleiben und nicht so schnell ausgeschieden werden", sagt Dr. Jessen. Sie rät auf solche Medikamente dann zurückzugreifen, wenn du dem Durchfall geschuldet nur noch schlaflose Nächte hast oder eine Infektion ausgeschlossen ist.

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Was soll ich essen, wenn ich Durchfall habe?

Essen bei Durchfall ist so eine Sache, da das meiste einfach nicht im Körper bleiben will. Hier gilt es auf die eigene Intuition zu vertrauen. Lass auf jeden Fall das weg, bei dem dir nur durch den Gedanken daran schon schlecht wird. Doch irgendwas solltest du auf jeden Fall zu dir nehmen, denn dein Körper braucht Nährstoffe, um auch hier dem Verlust entgegenzuwirken.

Unsere Expertin empfiehlt geriebenen Apfel und geschlagene Banane. "Diese Obstsorten haben viel Pektin, das ist ein Ballaststoff, der im Darm viel Wasser binden kann", erklärt sie. Nicht umsonst spricht man auch von "stopfenden Lebensmitteln." Die Wirksamkeit von Pektin ist in Studien belegt. Außerdem enthalten Bananen viel Kalium, sodass dadurch dem Körper auch direkt wieder Elektrolyte zugeführt werden. Cola und Salzstangen gelten genau aus diesen Gründen – nämlich Kalorien und Salz aufzunehmen – als altbewährte Hausmittel, aber ihre Wirkung ist längst nicht so gut.

Wie beuge ich Durchfall künftig vor?

Wenn du zu Durchfällen neigst, solltest du dir notieren, was du gegessen hast, bevor du Durchfall bekamst. So kommst du Unverträglichkeit und Lebensmitteln, mit denen dein Magen-Darm-Trakt Probleme hat, schnell auf die Spur. Um Ansteckungen mit Durchfall-auslösenden Viren und Bakterien zu vermeiden, gilt generell:

  • Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Obst und Gemüse gründlich waschen, um Infektionsherde zu beseitigen
  • Gute Hygiene: regelmäßig Händewaschen und desinfizieren

Wann wird Durchfall gefährlich?

Wer Durchfall hat, fühlt sich oft ausgelaugt und schlapp. Da der Körper heftig arbeitet und eventuell mit einer Infektion konfrontiert ist, kann es auch zu leichtem Fieber kommen oder dazu, dass du frierst. Solche Symptome sind oft normale Begleiterscheinungen bei Durchfall.

Dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die es gilt zu achten. "Austrocknung ist die größte Komplikation", sagt Dr. Jessen, "Durch den Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit, was zu Kopfschmerzen und Schwindel führen kann. Viel Trinken ist enorm wichtig, um dem entgegenzuwirken." Bei Übelkeit und starken Kreislaufproblemen ist Vorsicht geboten. In manchen Fällen ist es dann empfehlenswert, dass der Arzt oder die Ärztin eine Infusion legt, um dem Körper schnell Flüssigkeit und Elektrolyte zu geben.

Wann ist der Gang in die Arztpraxis notwendig?

Ärztliche Hilfe bei Durchfall ist nicht nur bei starken Kreislaufproblemen empfehlenswert, sondern auch dann, wenn es einfach nicht besser wird. Wenn der Durchfall länger als eine Woche bestehen bleibt, sollte ärztliche Hilfe hinzugezogen werden. "In der Arztpraxis gibt es verschiedene Möglichkeiten der Ursache auf den Grund zu gehen. Stuhluntersuchungen, Ultraschall und die Bestimmung von Entzündungsmarkern können Aufschluss darüber geben, was los ist, und anhand dessen wird das weitere Vorgehen entschieden", sagt unsere Expertin.

Auch Veränderungen, wie die komplette Entfärbung des Stuhlganges, sollten medizinisch untersucht werden. Dr. Jessen: "Blut im Stuhl ist ein Alarmzeichen und gehört immer abgeklärt." Solche Auffälligkeiten können ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein, wie zum Beispiel Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder aber auch Darmkrebs, und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Was ist bei Durchfall in der Schwangerschaft zu beachten?

"Es gelten die gleichen Aussagen wie für alle - mit ein bisschen mehr Sorgfalt", sagt Dr. Jessen. Auf jeden Fall ist auch hier viel Trinken die Priorität Nummer eins! Flüssigkeitsmangel führt im Extremfall zu Nierenversagen und dies gilt es natürlich immer, aber besonders mit einem Baby im Bauch, zu verhindern. "Bei Schwangeren gibt man eher schneller eine Infusion, um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten", sagt die Fachärztin.

Schwangerschaft ist per se kein Auslöser für Durchfall. Aber bei fortschreitender Schwangerschaft, vor allem ab dem dritten Trimester, kann es dazu kommen, dass durch die Größe des Babys und der Gebärmutter so auf den Darm gedrückt wird, dass es schneller zu Durchfall kommt.

Was bedeutet Durchfall für die Verhütung?

Für alle nicht Schwangeren und vor allem für die, die zurzeit nicht planen schwanger zu werden, ist wichtig zu wissen, dass die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille bei Durchfall nicht mehr gewährleistet ist. Durch das schnelle Ausscheiden gelangt der Wirkstoff nicht ins Blut und kann nicht wirken.

Wenn du zuvor Durchfall hattest, dann sprich mit deinem Partner darüber, und nehmt zur Verhütung lieber noch ein Kondom dazu. "Diese Vorsichtsmaßnahme gilt es auch bis zur nächsten Monatsblutung beizubehalten", sagt unsere Expertin. Erst wenn der Zyklus wieder von vorne startet, ist der Schutz wieder ausreichend gewährleistet.

Wann darf ich nach einer Durchfallerkrankung wieder Sport treiben?

Zunächst mal musst du dich dazu voll imstande fühlen. "Wichtig ist, dass der Kreislauf okay ist", sagt Dr. Jessen, "Man sollte in den Körper reinhören und schauen, wie man sich fühlt. Wenn man sofort bei kleinen Belastungen einen schnellen Herzschlag bekommt oder direkt stark anfängt zu schwitzen, ist pausieren sinnvoll."

Außerdem rät sie, die eigene Leistungsfähigkeit nach der Erkrankung lieber erst mal bei einem schnellen Spaziergang zu testen, bevor du wieder ins volle Training einsteigst.

Durchfall ist unangenehm und auch für die meisten ein unbeliebtes Thema. Dabei betrifft es jeden. Zum Glück verschwindet es meistens so schnell wie es kommt. Halte Dich an die Tipps und gönn dir und deinem Darm die nötige Auszeit, um anschließend wieder richtig fit zu werden.

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