Nachhaltige Sportmode Fair sporteln mit nachhaltiger Sportbekleidung

Mit nachhaltiger Sportmode im Einklang mit sich und der Natur
Sie fragen sich: Was ist nachhaltige Sportbekleidung und wo finde nachhaltige Sportmode? Hier gibt es die Antworten © fizkes / Shutterstock.com

Wieso es gerade bei Sportbekleidung wist ist, auf Nachhaltigkeit zu achten und wo Sie ecofriendly Leggins und Co finden

Die Anforderungen an moderne Sportkleidung sind hoch: sie soll nicht nur gut sitzen und aussehen, sondern auch atmungsaktiv, schweißabsorbierend, schnell trocknend, ultra-leicht, extra-dehnbar und noch vieles mehr sein. Alles auf einmal, versteht sich.

Ein Plus an Funktionen bedeutet aber meist auch ein Plus an Chemie. Denn schnöde Baumwolle kann solch hohen Ansprüchen nicht gerecht werden. Die Sportmodeindustriere entwickelt deshalb mit Hochdruck immer neue Kunstfasern. Die bringen neben funktionellen Vorteilen leider auch so einige Nachteile für unsere Umwelt mit sich. Deshalb ist Umdenken gefragt!

Wieso ist es wichtig nachhaltige Bekleidung zu kaufen?

Kunstfasern basieren im Regelfall auf Erdöl, einem bekanntlich endlichen Stoff. Laut Greenpeace belastet Erdöl die Umwelt von der Suche, über die Förderung, Verarbeitung und den Transport bis hin zum Verbrauch. So werden für den Bau von Förder- und Transportanlagen oftmals (Ur-)Wälder gerodet und unberührte Küstenregionen in Industrieanlagen verwandelt. Das geht gar nicht, ist aber leider längst nicht alles.

Auch die Entsorgung von erdölbasierenden Kunststofffasern ist kritisch zu betrachten. Denn sie sind nicht biologisch abbaubar, verrotten also nicht und sammeln sich zum Beispiel in den Meeren an. Stichwort: Mikroplastik. Darüber hinaus sind in Kunststofffasern nicht selten Schadstoffe enthalten, die nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit schaden können.

4 Wege, Sportmode nachhaltig(er) zu konsumieren

All das heißt natürlich nicht, dass Sie am besten nackt Sport machen müssen. Es genügt schon, Sportkleidung ein wenig bewusster zu konsumieren. Wie genau das geht und welche nachhaltigen und fairen Sportmarken es gibt, verraten wir hier.

1. Ein guter Anfang: Weniger Kleidung mit weniger Funktionen

Der Nachteil an nachhaltig produzierter Kleidung ist oft ein entsprechend hoher Preis. Statt jetzt über Ihre Verhältnisse zu leben, können Sie auch schlicht weniger kaufen. Klingt blöd, aber so sparen Sie nicht nur, sondern schonen auch die Umwelt. Ja, weniger shoppen ist schwer. Das zeigt auch die Statistik. Rund 750.000 Tonnen Klamotten schmeißen wir alleine in Deutschland jährlich weg. Eben weil so viele Frauen und Männer sich ständig dazu verführen lassen, Nachschub zu kaufen.

Besser würde die Statistik aussehen, würden wir uns vor jedem Kauf fragen, ob wir dieses Teil wirklich brauchen. Ja ja, Spaßverderber... Aber da gibt es eine ganz einfache Rechnung für Sportkleidung: Brauche ich wirklich 4 Funktionsshirts, wenn ich nur 2x in der Woche trainiere? Natürlich nicht! Auch ganz wichtig: Sparen Sie an Funktionen, wenn Sie diese nicht unbedingt brauchen. Wer zum Beispiel immer im Gym trainiert und nur dann und wann draußen joggen geht, braucht keine Laufjacke mit einer Wassersäule von 3.000. Laut Din-Norm gehen ohnehin schon 1300 mm als wasserdicht durch.

2. Besser: Kaufen Sie nur Recycling-Kleidung

Noch nachhaltiger ist es, nicht nur wenig, sondern auch recyceltes zu kaufen. Denn für die Herstellung von Recycling-Kleidung wird nur etwa die Hälfte an Energie verbraucht, als benötigt werden würde, um aus Rohöl eine Faser herzustellen. Immer mehr Sportmodemarken wie zum Beispiel auch Adidas produzieren deshalb Textilien oder Schuhe, die komplett oder zum Großteil aus Recycling-Fasern bestehen. Toll!

Der Leitgedanke der gemeinsamen Öko-Kollektion von Adidas und den Ozean-Schützern von Parley: Müll muss nicht für immer Müll bleiben. Schuhe und Kleidungsstücke aus der Parley-Serie werden hergestellt aus Kunststoffabfällen, die an Stränden und in Küstenregionen gesammelt werden, bevor sie überhaupt ins Meer gelangen können.

Auch Sportequipment gibt es in Recycling-Variante, zum Beispiel die Yogamatten von hejhej-mats. Übrigens: Recycelte Sportkleidung erkennen Sie meist schon auf den ersten Blick an Werbehinweisen wie "Ich war mal eine Flasche". Wer genau wissen will, wie viel Recycling im neuen Shirt oder Schuh steckt, guckt aufs Etikett. Hier muss es nämlich angegeben werden. Auch eine Lösung, aber vielleicht gerade bei Sportswear nicht jedermanns Geschmack: Second Hand kaufen – mehr Recycling geht nicht!

3. Noch besser: Bio Sportbekleidung aus nachwachsenden Rohstoffe

Wer Kleidung aus nachwachsenden Rohstoffen trägt, hinterlässt einen viel kleineren CO2 Fußabdruck, als mit Fast-Fashion-Ware aus Plastik. Immer mehr Labels setzen deshalb bei der Produktion auf nachwachsende Rohstoffe. So zum Beispiel Mandala Yogawear und Bleed.

Für die Produktion verwenden die Hersteller gern ungewöhnliche Materialien wie Kork, Hanf und Eukalyptus. Klingt schräg, fühlt sich aber super an, ist schadstoffarm, umwelt- und hautverträglich. Auch klassische Naturfasern wie Merinowolle kommen immer häufiger zum Einsatz. Die nachhaltigen Sportmarke Kaipara Merino Sportswear fertigt, wie der Name bereits vermuten lässt, komplett aus Merinowolle – fair produziert und made in Germany. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

4. Zu guter Letzt: Kaufen Sie faire Sportbekleidung

Kleidung mit gutem Gewissen zu kaufen, ist so eine Sache. Das gilt auch für Sportmode: Denn um billige Wegwerfmode zu produzieren, werden allzu oft Arbeitskräfte in Billiglohnländern ausgebeutet. Einfach nur ein hoher Preis ist natürlich keine Garantie dafür, dass ein Teil fair produziert wurde. Achten Sie deshalb besser auf das Fairtrade-Siegel. Es verrät Ihnen, dass bei der Herstellung grundlegende soziale und auch ökologische Bedingungen herrschen.

Wer umweltbewusste Sportbekleidung kaufen will, muss keine Abstriche machen! In Aussehen und sogar in Funktion kann die Naturmode locker mit herkömmlichen Sporttextilien mithalten. Klar, ein Shirt aus Bio-Baumwolle oder Recycling-Kunstfasern ist oft deutlich teurer. Aber wenn Sie Ihr Kaufverhalten hinterfragen, stellen Sie sicher schnell fest, dass Sie vielleicht nur 2 und nicht 4 Shirts brauchen.

08.11.2017| © womenshealth.de
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