Zimmerpflanzen: 6 überraschende Superkräfte

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Kraft der Pflanzen Diese 6 Superkräfte besitzen Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen machen sich nicht nur gut als Raumverschönerung, sie besitzen auch eine Reihe an Eigenschaften, die gesund und glücklich machen können

Eine Wohnung so ganz ohne Grünzeug wirkt irgendwie tot und leer, egal was für tolle Möbel drinstehen. Zimmerpflanzen sind so etwas wie das Vorzeige-Accessoire eines modernen Haushalts. Sie sind ein Must-have.

Ob in stylischen Blumentöpfen auf der Fensterbank, als Pflanzenampel im Fenster oder als Deko die Wand herunterrankend – der "Urban-Jungle-Look" ist ein absoluter Interior-Trend. Dabei können Floras Lieblinge mehr als bloß Räume verschönern oder besonders #instagrammable sein. Wir verraten dir, was sie sonst noch drauf haben.

Wohnzimmer mit Grünpflanzen
Zimmerpflanzen sind mehr als nur instagrammable
© Spacejoy / unsplash.com

Warum sind Zimmerpflanzen wichtig?

Hübsch aussehen tun sie, keine Frage! Aber Pflanzen besitzen nachweislich auch positive Wirkungen für Körper, Seele und Geist. Sie verbessern zum Beispiel das Raumklima, da sie Schadstoffe abbauen und die Luft reinigen. Außerdem erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit und können Staubpartikel binden.

Je mehr Pflanzen du dir ins Haus holst, desto besser – insbesondere weil laut der US-Umweltbehörde die immer schlechtere Luft in Wohnungen zu den 5 gefährlichsten Bedrohungen für die Gesundheit zählt. Die Auswirkungen des sogenannten Sick-Building-Syndroms äußern sich etwa durch Müdigkeit, Kopfschmerzen und auch Hauterkrankungen.

Gut, dass die Pflanzenpower dagegenhalten kann. In einem von der University of Technology in Sydney veröffentlichten Dokument zu mehreren Studien, wird bestätigt, dass Pflanzen allerlei Schadstoffe städtischer Luftverschmutzung (inklusive der, die die von fossilen Brennstoffen kommen) stark reduzieren und somit die Luftqualität deutlich verbessern können.

Grundsätzlich gilt übrigens: Grünpflanzen mit viel Blattmasse sind super Raumbefeuchter und Staubbinder. Aber auch die zarte Grünlilie ist mit ihren feinen Blättern beispielsweise verblüffend leistungsfähig: Die Enzyme in ihren Blättern können bis zu 95 Prozent der Giftstoffe aus der Luft filtern und zerlegen. Sie ist damit also so etwas wie die Superheldin unter den Indoor-Pflanzen. Wir verraten dir hier, welche 6 Superkräfte noch in Zimmerpflanzen stecken – und wie du einige davon auch für dich nutzen kannst.

6 Gründe, warum Zimmer-Pflanzen gut tun

Pflanzen können in geschlossenen Räumen also die Luftqualität verbessern, doch inwiefern wirken sie sich denn nun positiv auf dein Wohlbefinden aus? Welche anderen Fähigkeiten haben sie, die überraschen? Wir haben hier mal die 6 wichtigsten Eigenheiten deiner grünen Freunde für dich gesammelt. Einige sind echt crazy! Pflanzen sind nämlich ...

1. Heilungs-Helfer

Neben der direkten Wirkung auf deine Gesundheit, die durch die verbesserte Luftqualität entsteht, können Pflanzen auch allein durch ihre Ästhetik helfen – und zwar Kranken beim Genesen. Der amerikanische Forscher Roger Ulrich hat in einer Studie herausgefunden, dass die Anwesenheit von Pflanzen oder allein der Blick in die Natur den Heilungsprozess nach einer Operation fördern kann.

Ulrich hat dafür die Erholungsphase von Patienten im Krankenhaus verglichen: Die eine Gruppe blickte aus ihrem Zimmerfenster auf eine Backsteinmauer, wohingegen die Patienten aus der anderen Gruppe ins Grüne schauen konnten.

Das Ergebnis? Die Gruppe mit Blick in die Natur hatte eine kürzere Aufenthaltsdauer, fühlte sich weniger unwohl und nahm geringere Mengen an Schmerzmitteln. Weitere Studien haben ergeben, dass allein Abbildungen der Natur – also Fotos oder Gemälde – das Stresslevel senken und die Genesung beschleunigen.

2. Happy-Macher

Und auch glücklich machen die grünen Freunde! Zahlreiche Studien belegen, dass Pflanzen einen entspannenden Effekt auf Menschen haben und eine schnellere Erholung vom Alltagsstress bewirken können.

Dies liegt unter anderem daran, dass durch Pflanzen der Sauerstoffgehalt im Raum steigt, was wiederum zu einem besseren Gemütszustand führt. Außerdem hat die Farbe Grün eine besänftigende Wirkung, sie harmonisiert und fördert die Ruhe. Ein weiterer Grund, die Pflanzen nicht austrocknen und braun werden zu lassen.

Frau mit Monstera-Blatt
Pflanzen können sogar klimabedingte Beschwerden wie Kopfschmerzen vermindern.
© Pavel Danilyuk / pexels.com

3. Produktivitäts-Steigerer

Eine Studie aus dem "Journal of Experimental Psychology" hat belegt, dass Büros mit vielen Pflanzen die Mitarbeiter*innen spürbar glücklicher und produktiver machen. Marlon Nieuwenhuis von der School of Psychology der Cardiff University bestätigt, dass eine Pflanze pro Quadratmeter die Lebensqualität und Produktivität der Angestellten sogar um 15 Prozent steigert.

Warum das so ist? Dies liegt daran, dass Pflanzen klimabedingte Gesundheitsbeschwerden wie Kopfschmerzen oder Hautreizungen vermindern und gleichzeitig den Blutdruck senken. Dadurch können sich die Mitarbeitenden besser auf ihre Arbeit konzentrieren und sind folglich produktiver.

4. Sound-Profis

Pflanzen machen doch keine Geräusche, oder? Nein (zumindest keine für den Menschen hörbaren) – sie fungieren aber dennoch als richtige Sound-Profis und zwar, indem sie Geräusche dämpfen beziehungsweise reduzieren. Du kennst es sicherlich von viel befahrenen Straßen: die werden gerne mit großen Bäumen oder Hecken gesäumt, um einen Lärmschutzwall für Anwohner*innen zu bilden.

Doch auch in geschlossenen Räumen funktioniert das, was unter anderem Forschungen des Fraunhofer Instituts für Bauphysik für den urbanen Bau herausgefunden haben: Die unglatten und verwinkelten Oberflächen von Pflanzen hindern Schall daran, hart reflektiert zu werden. Dadurch werden die Geräusche sanfter und die Raum-Akustik angenehmer. Vor allem in Büros kann dies für bessere Konzentration und mehr Produktivität sorgen.

5. Kommunikations-Talente

Vielleicht nicht unbedingt hilfreich für dich, aber hilfreich für deine vielen Pflanzen, die du sicherlich bald besitzen wirst: Pflanzen können sich untereinander austauschen und sogar Sympathien oder Antipathien ausdrücken. Auslöser für diese Kommunikation ist meist die Arterhaltung. Es gibt Pflanzen, die sich gegenseitig fördern, und andere, die sich beeinträchtigen.

Wer mit wem? Rosen und Lavendel unterstützen sich beispielsweise gegenseitig in ihrem Wachstum, und die Kapuzinerkresse schützt den Kirschbaum vor Blattläusen. Ökolog*innen und Chemiker*innen der Seattle University haben außerdem herausgefunden, dass Bäume, die von Insekten geschädigt werden, chemische Signalstoffe in die Luft senden, um andere Bäume vor dem Befall zu warnen.

Frau sitzt in grünem Wohnzimmer
Zimmerpflanzen fördern die Konzentration sowie die Produktivität
© Feey / unsplash.com

6. Berührungs-Junkies

Theo Lange, Biologe der Technischen Universität Braunschweig, ist überzeugter Pflanzenstreichler. Bitte was? Der Wissenschaftler hat in seiner Forschungsarbeit herausgefunden, dass Pflanzen auf Berührungen reagieren.

Seine Erkenntnis: Durch das regelmäßige Anfassen und Streicheln bleiben die Pflanzen zwar kleiner und blühen teilweise später, werden dadurch aber auch widerstandsfähiger gegen Pilze, Bakterien und Viren – und leben somit länger als selten berührte Pflänzchen.

Aber nicht nur deine Pflanze hat etwas vom Kraulen, sondern auch du! Wächst und gedeiht deine Pflanze nämlich stetig aufgrund deiner Pflege und Zuneigung, beschert dies auf lange Sicht Erfolgserlebnisse und stärkt deine Selbstwirksamkeit. Eine Win-Win-Situation also.

Na, bist du überrascht, wie viele geheime Talente in Zimmerpflanzen schlummern? Nun hast du 6 weitere gute Gründe, noch mehr Grün in deine Wohnung einziehen zu lassen. Plants are friends!

Text: Sofia Mönter Jamie

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