Kosmetik selber machen: 3 tolle DIY-Rezepte

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DIY Naturkosmetik © Rodnae Productions / pexels.com

DIY Naturkosmetik So machst du Naturkosmetik ganz leicht selbst

Kosmetische Anwendungen aus der Natur sind nicht nur ein schöner Trend, sie laden vor allem zum Selbstmachen ein. So easy geht's

Strahlend schöne Haut, einen natürlichen Teint und glänzende Haare, wer will das nicht? Damit diese Beauty Standards erfüllt werden können, greift die Kosmetikindustrie zu vielen Mitteln. Das Problem: die meisten davon sind synthetisch und schaden unserem Körper mehr, als dass sie ihm guttun.

Ausreichend Pflege für Haar und Haut ist jedoch wichtig und sollte nicht hintenangestellt werden, nur weil ein Blick auf die Zutatenliste unzählige Fragezeichen aufwirft. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, stecken wir ihn lieber in nachhaltige und natürliche Anwendungen, die uns gewiss zum Strahlen bringen!

Was ist Naturkosmetik?

Kräuter Frau
Naturkosmetik bedient sich nur an natürlichen Zutaten. Und das ist gut für Körper und Umwelt!
© Daria Shevtsoca / pexels.com

Silikone, Tenside, Weichmacher, Sulfate und Co. Diese Zutaten findet man in Naturkosmetik sicher nicht. Denn hinter diesen Begriffen verbirgt sich viel Synthetik, die weder gut für einen selbst noch für die Umwelt ist. Naturkosmetik achtet auf einen bewussten Umgang mit der Natur und bedient sich deshalb nur an Inhaltsstoffen „natürlicher“ Herkunft. Also pflanzlicher oder mineralischer Stoffe.

Woran erkenne ich Naturkosmetik?

Um den Überblick im Dschungel der Inhaltsstoffe nicht zu verlieren, helfen Zertifikate und Siegel bei der Orientierung. Aber Obacht! Nicht überall, wo Natur draufsteht, ist auch nur Natur drin. Viele Firmen werben mittlerweile mit natürlichen Inhaltsstoffen, nutzen darüber hinaus aber viele chemische Substanzen, die der Auffassung von Naturkosmetik widersprechen. Am besten also zweimal lesen und mit der Liste der Verbraucherzentrale abgleichen.

Warum sollte ich Naturkosmetik verwenden?

Natürliche Inhaltsstoffe garantieren eine individuell abgestimmte Pflege und die Kontrolle über verwendete Rohstoffe. So wird die Umwelt entlastet, Haut und Haare werden geschont und die Gesundheit wird nicht unnötig gefährdet. Selbst gemachte Naturkosmetik hat also massig Vorteile und bringt äußerlich und innerlich zum Strahlen. Umso mehr gilt das natürlich, wenn dafür nur wenige Zutaten gebraucht werden und die Herstellung ganz und gar in den eigenen Händen liegt.

So wie bei diesen Rezepten für den perfekten Teint. Und wenn man die Zutaten dann noch bereits im Hause hast, ist die neue Naturkosmetik sogar gratis.

Basic Scrub: Sanftes Peeling selbst machen

Günstig, schnell angerührt, und die Zutaten hast man fast immer schon zu Hause: Wer einmal ein Peeling genutzt hat, möchte dieses nie mehr missen.

Ein-­ oder zweimal pro Woche kann dieser Scrub sogar das Duschgel ersetzen: Er reinigt, fördert die Durchblutung und schrubbt raue Haut einfach weg. Danach fühlt man sich sauber und frisch wie nie! Weiterer Pluspunkt: Durch das Öl auf der feuchten Haut spart man sich das Eincremen nach der Dusche.

Der Basic Scrub ist ein sanftes Peeling für die Haut
Der Basic Scrub ist ein sanftes Peeling für die Haut
© Jochen Arndt

Zutaten für ca. 250 g

200 g (10 EL) feines Meersalz 30 ml und (2 EL) Bio-Sonnenblumenöl

Zubereitung

1. Salz und Öl in einer kleinen Schüssel miteinander verrühren. Der Scrub sollte die Konsistenz von nassem Sand haben und sich kompakt anfühlen. Das Salz darf nicht im Öl schwimmen!

2. In einen Tiegel mit Schraubverschluss umfüllen.

Anwendung & Haltbarkeit

Unter der Dusche 2 bis 3 Esslöffel Scrub aus dem Tiegel entnehmen, und die nasse Haut damit abreiben. Das Salz abwaschen, danach die Haut nur sanft trocken tupfen, damit das Öl auf dem Körper bleibt und gut einziehen kann.

Den Scrub nur auf dem Körper und nicht im Gesicht anwenden. Verletzte Hautbereiche bitte aussparen, das Salz würde brennen. Der Scrub ist mindestens 3 Monate haltbar.

Varianten

Ein Scrub eignet sich prima zum Experimentieren. Für eine mildere Variante einfach das Salz durch Rohrzucker ersetzen. Wer ein gröberes Peeling bevorzugt (zum Beispiel für die Füße), kann dem Scrub ei­nen Esslöffel grobes Meersalz (zum Beispiel von "Home on Earth", Avocadostore um 9 Euro) oder Himalajasalz hin­zufügen. Letzteres sorgt für eine hübsche rosa Farbe. Wer eine reichhaltigere Pflege wünscht, ersetzt die Hälfte des Öls durch geschmolzene Sheabutter (zum Beispiel von "Finigrana", Avocadostore um 19 Euro).

Mit ätherischen Ölen erhält der Scrub überdies einen wunderbaren Duft. Auf 100 Gramm Scrub können 20 Tropfen ätherische Öle der eigenen Wahl gegeben werden. Jedoch sollten reizende ätherische Öle wie Teebaum, Zimt, Eukalyptus oder Zitrone nur sehr sparsam verwendet werden. Ein paar wenige Tropfen genügen. Falls der Scrub brennt, sollte man die Menge an ätherischen Ölen reduzieren, oder mildere Varianten wie Lavendel, Geranium oder Mandarine rot wählen.

Auch hinzugefügte frisch gehackte Kräuter oder Zitruszesten funktionieren super. Die Kombi­nation aus je einem Teelöffel Rosmarin und geriebener Bio-Zitronenschale sieht wunderschön aus und duftet herrlich. Bei Verwendung frischer Zutaten sollte der Scrub innerhalb einer Woche aufgebraucht werden.

Kräuter-Eis:  DIY-Frische-Kick am Morgen

Geschwollene Augen und fahler Teint sind mit diesem Kräuter­-Eis im Nu passé! Kälte kurbelt die Durchblutung an, dämpft Entzündungen und hilft, Pickel zu vermeiden. Das Eis strafft das Hautbild, die Poren ziehen sich zusammen, der Teint strahlt.

Das Schönste daran: Die Kräuter kann man auf der Fensterbank ziehen oder wild sammeln. Aber: Wer zu Rötungen oder geplatzten Äderchen neigt, sollte die Kältekur besser unterlassen.

Das Kräutereis liefert deiner Haut einen Frische-Kick
Das Kräutereis liefert deiner Haut einen Frische-Kick
© Jochen Arndt

Zutaten für 15–20 Würfel

5 g (2 EL) frische oder getrocknete Kräuter (je nach gewünschter Wirkung)

Zubereitung

1. Kräuter in eine kleine Schüssel geben und mit 200 ml heißem Wasser aufgießen.

2. Die Schüssel mit einem kleinen Teller bedecken und den Sud 5 bis 7 Minuten ziehen lassen.

3. Anschließend das Wasser durch ein kleines Sieb in Eiswür­fel­förmchen umfüllen und über Nacht in das Tief­kühlfach geben. Die restlichen Kräuter wegwerfen oder einzelne Blätter zur Deko in die Förmchen geben.

Anwendung & Haltbarkeit

Einen Kräutereiswürfel aus der Form nehmen und in ein kleines Tuch einschlagen, beispielsweise in ein Mull­tuch oder ein Stofftaschentuch. Das Tuch sorgt dafür, dass die Kälte etwas abgefangen wird.

Damit sanft über das Gesicht, den Hals und das Dekolleté streichen. Falls die Augen geschwollen sind, legt man den Beutel sanft auf die Unter-­ und Oberlider, aber bitte nicht direkt auf das Auge. Außerdem sollte das Eis nicht zu lange auf einer Stelle ruhen, damit es nicht zu Erfrierungen kommt. Die Anwendung sollte sich immer ange­nehm anfühlen und nie brennen oder gar wehtun.

Varianten

Folgende Kräuter und Blüten bieten sich zur Zuberei­tung an: – Kamille: eine der ältesten und potentesten Heil­pflanzen; beruhigt und hemmt Entzündungen. – Salbei: punktet gerade auch durch seine verjüngen­den und infektionshemmenden Wirkstoffe. – Brennnessel: wirkt nicht nur zuverlässig entzündungshemmend, sondern auch straffend. – Rosmarin: kurbelt die Durchblutung an und wirkt obendrein antibakteriell.

Kräuter zum Selbstaufziehen gibt es bei Avocadostore. So zum Beispiel wohltuender Rosmarin oder erfrischende Minze von "EcoCube" (um 8 Euro). So ist wirklich alles selbstgemacht!

Tipp für den ganzen Körper

Das Kräuter-Eis ist perfekt für den ganzen Körper, insbesondere für die Beine! Die Kälte sorgt für eine bessere Durchblutung und somit für deutlich straffere Haut.

Selbst gemachter Black Oil Cleanser beruhigt die Haut

Unreine Haut lässt sich mit Öl reinigen? Ja! Denn das Prinzip „Gleiches mit Gleichem bekämpfen“ funktioniert besser als austrocknende Gele oder Seifen und macht die Haut porentief rein.

Leichte, entzündungshemmende Öle binden Talg und Schmutz auf der Haut und können dann mit warmem Wasser und einem Tuch abgenommen werden. Auf austrocknende Inhaltsstoffe reagiert die Haut dagegen mit stärkerer Talgproduktion, um sich zu schützen.

Der Black Oil Cleanser sagt unreiner Haut den Kampf an
Der Black Oil Cleanser sagt unreiner Haut den Kampf an
© Jochen Arndt

Zutaten für ca. 50 ml

50 ml Traubenkernöl, 1 Messerspitze Aktivkohle, Ätherische Öle: 5 Tropfen ätherische Öle, z. B. Lavendel, Muskatel­lersalbei, Zypresse oder Teebaum (nach Belieben nur ein Öl oder als Mischung verwenden)

Zubereitung

1. Das Traubenkernöl über einen kleinen Trichter in eine sterilisierte Flasche gießen.

2. Die Aktivkohle über den Trichter einrieseln lassen.

3. Das ätherische Öl/die ätherischen Öle auf einen kleinen Löffel träufeln und zur Mischung geben. Bitte nicht mehr als die angegebene Menge verwenden, da sonst Hautreizungen auftreten können.

4. Die Flasche fest verschließen und schütteln, bis sich die Aktivkohle gleichmäßig verteilt hat.

Anwendung & Haltbarkeit

Etwa einen Teelöffel Öl in die Handfläche geben und auf der ungereinigten, trockenen Gesichtshaut einmassieren, Hals und Dekolleté ebenfalls einreiben. Anschließend einen Waschlappen oder ein leichtes Tuch mit sehr warmem Wasser tränken, auswringen und auf das Gesicht legen; das öffnet die Poren. Das Öl dann mit dem Lappen abnehmen und die­sen im Anschluss gut mit Seife auswaschen.

Bei sehr entzündlicher Haut täglich einen frischen Waschlappen verwenden und den vorherigen bei 60 °C in der Waschmaschine waschen. Wie lange der Reiniger angewendet werden kann, richtet sich nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum des Öls. Grundsätzlich gilt aber die Empfehlung, den Clean­ser innerhalb von 6 Monaten aufzubrauchen.

Variante

Traubenkernöl kann auch durch ein anderes leichtes, entzündungshemmendes Öl austauschen. Oliven-, Sonnenblumen- oder Distelöl bieten sich an. Perfekt zum Einschlafen eignen sich ätherische Öle, wie Kamille und Mandarine. Zum Ausprobieren gibt es von "Nature of Things" ein Set (Avocadostore, um 60 Euro). So muss sich nicht gleich entschieden werden!

"Easy Glow" von Anita Blechloch
"Easy Glow" von Anita Blechloch
© Easy Glow

Auf den Geschmack gekommen? Super! Noch mehr DIY-Glow-Ideen und die passenden Rezepte dazu findest du im Buch "Easy Glow", von Anita Blechloch. Und jetzt viel Spaß beim Selbstmachen!

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