5 Rituale, um dich mit dir selbst zu verbinden

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Frau steht in Sonne © Alena Shekhovtcova /pexels.com

Rituale 5 Rituale, um dich mit dir selbst zu verbinden

Spür mal: Bist du noch ganz bei dir? Wenn nicht, kommst du mit diesen Mini-Ritualen wieder bei dir selbst an

Kennst du dieses Gefühl, dich im Alltags-Wirrwarr selbst zu verlieren? Zwischen Job-Meetings, Verabredungen, Erledigungen und Co. passiert es schnell, dass du an alles mögliche denkst – nur nicht an dich selbst.

Klar, solche Phasen haben alle mal, und natürlich ist das auch nicht immer schlimm. Aber irgendwann merkst du, dass du dich eigentlich ständig verstellst und anpasst und dabei vieles tust, das dir eigentlich nicht entspricht. Dann wird es höchste Zeit, wieder zu dir zurück zu finden – mit der Kraft von Ritualen.

Freundesgruppe Dinner
Ob Geburtstage, wöchentliche Telefonate mit den Eltern oder das Zähneputzen – Rituale bilden eine Konstante im Alltag
© Cottonbro / pexels.com

Was sind Rituale?

Rituale sind Handlungsabläufe, die nach festen Regeln stattfinden und wiederholt werden. Es gibt kleine Rituale, wie zum Beispiel ein fester Händedruck zur Begrüßung und auch große, die gemeinsam mit anderen zelebriert werden, wie etwa Feiertage oder Hochzeiten. Egal welchen Umfang die einzelnen Rituale haben – sie geben dem Leben Struktur.

Warum sind Rituale so wichtig?

Vor allem in hektischen Zeiten ist Struktur wichtig. Rituale funktionieren als feste Konstante und können so Orientierung liefern, wenn es drunter und drüber geht. Sie sind wichtig für deine Beziehungen zu anderen, aber auch für deine Beziehung zu dir selbst. Ob ein wöchentlicher Anruf bei deinen Eltern oder eine morgendliche Meditation, Rituale bringen dich dazu innezuhalten und Momente bewusst wahrzunehmen. Und genau das ist wichtig, um dein Leben achtsam und liebevoll zu gestalten.

Sicherlich gibt es in deinem Leben bereits einige Rituale, denen du täglich, wöchentlich, monatlich oder auch jährlich nachgehst – den meisten davon vielleicht unbewusst. Wir haben uns auf die Suche nach neuen, ganz bewussten Ritualen gemacht, die du leicht in deinen Alltag einbauen kannst.

Diese Rituale lassen sich gut in den Alltag integrieren

Damit du die Kraft der Rituale in Zukunft bewusst dafür nutzen kannst, im stressigen Alltag tief in dich hinein zu spüren und dich immer wieder mit deinem tiefen Wesenskern zu verbinden, haben wir einen Tag mit der Budokon-Mixed-Movement-Athletin Melayne Shayne verbracht und von ihr 5 Rituale für Körper, Geist und Seele gelernt, die wir dir nun weitergeben möchten.

1. Starte den Tag in Stille

Nie war die Möglichkeit, ständig zu kommunizieren, größer als heute. Dabei tut es auch mal ganz gut, eine Weile den Mund zu halten und den eigenen Gedanken zu lauschen. In spirituellen Kreisen – ob im Kloster oder unter Yogis – wird oft die sogenannte “noble silence” oder auch “Mauna” praktiziert.

Nimm dir Zeit, um deine innere Mitte wiederzufinden
© Cliff Booth / pexels.com

Von Tagesanbruch bis nach der Meditation wird geschwiegen. Das Gute daran: Wenn du äußerlich still wirst, erhöht sich der Fokus auf deine Wahrnehmung und du kommst ins Spüren. So hast du morgens erstmal ein bisschen Zeit (und Ruhe), um zu erforschen wie es dir heute eigentlich geht und welche Gedanken dich beschäftigen, bevor du von der Informationsflut der Welt begegnest. Der Ablenkungseffekt geht somit gleich null.

Zusätzlicher Benefit: Tägliches Meditieren in Stille lässt das Gehirn wachsen – wirklich wahr! Studien haben belegt, dass sich dabei neue Zellen im Hippocampus bilden.

2. Ersetze den Coffee-To-Go durch eine morgendliche (Tee-)Zeremonie

Beim Weckerklingeln springst du aus dem Bett unter die Dusche, ziehst dich schnell an und bist schon aus dem Haus. Unterwegs holst du noch schnell irgendwo einen Kaffee – klingt nach einem ganz normalen Morgen? Dann brauchst du Chado.

Chado, der Weg des Tees, ist eine Alltagsmeditationspraxis aus dem Zen-Buddhismus. Dabei wird Tee nach ganz bestimmten Regeln zubereitet und genossen. In einer morgendlichen Matcha-Zeremonie hat uns Melayne erklärt, wie sie ihren Matcha zubereitet (der übrigens Studien zufolge extrem gesund ist):

Matcha anrühren
Eine morgendliche Matcha-Zermonie hilft dabei, zu entschleunigen
© Charlotte May / pexels.com
  1. Zuerst bringst du etwa 100 ml Wasser zum Kochen und lässt es für 2-4 Minuten abkühlen.
  2. Gib einen Esslöffel Matcha-Pulver und 2 Esslöffel heißes Wasser in deine Schale. „Achte darauf, dass du hochwertigen, ‚ceremonial grade‘ Matcha verwendest. Dieser ist weniger bitter und schmeckt einfach am besten“, erklärt Melayne.
  3. Verrühre Pulver und Wasser nun mit einem Bambusbesen mit kreisenden Bewegungen zu einer cremigen Paste.
  4. Erst dann fügst du das restliche Wasser hinzu und schäumst den Matcha mit schnellen w-förmigen Bewegungen auf.
  5. Als letztes gibst du rund 250 ml einer warmen Milchsorte deiner Wahl hinzu. Melayne empfiehlt Hafermilch oder eine selbst hergestellte Nussmilch aus einer Handvoll Cashews, einer Handvoll Paranüsse, 2 Datteln und 2 Esslöffeln Hanfsamen, die sie über Nacht in Wasser einweicht und morgens frisch im Mixer herstellt.

Ein weiterer Vorteil von Matcha gegenüber Kaffee ist, dass das Koffein aus Tee an Polyphenole gebunden ist und erst im Darm freigesetzt wird. Dadurch tritt die wachmachende, konzentrationsfördernde Wirkung von Matcha im Vergleich zu Kaffee später ein und hält länger an.

3. Tausche Sport gegen Bewegung

„Und dann muss ich schnell noch zum Sport“ – hast du dich auch schon mal bei diesem Satz erwischt? Dabei ist die Joggingrunde im Park, die Yogastunde oder das Workout in deinem Lieblingsstudio doch Teil deiner Selfcare-Routine – oder etwa nicht?! Wenn wir unachtsam sind und durchs Leben eilen, wird auch die Trainingseinheit schnell zu einem weiteren Punkt auf der To-do-Liste, statt zu der sehnlich erwünschten Auszeit.

Melayne Shayne teilt ihre Tipps für innere Ausgeglichenheit
Melayne Shayne teilt ihre Tipps für innere Ausgeglichenheit
© Adidas x Zalando

Für Melayne ist „Sport“ ein leeres Wort. „Bewegung ist der passendere Begriff. Denn es geht darum, sich und seinen Körper bewusst zu spüren und so in jeder Bewegung seine Essenz durchscheinen zu lassen.“ In einer Gesellschaft in der alles auf Leistung und Ziele ausgerichtet ist, betrachten wir den Körper oft rein funktional, ohne jede Beziehung zu unserer Körperlichkeit und die feine Verbindung zwischen Körper und Geist.

“Ich betrachte Bewegung eher wie ein Experiment, bei dem ich die internen Prozesse ganz feinfühlig beobachte: Wie fühle ich mich heute? Bin ich heute eine Kriegerin und stehe voll in meiner Kraft? Oder brauchen Körper und Geist heute eher sanftere Bewegungen?” Erst nach diesem Check-in mit sich selbst entscheidet die Mixed-Movement-Athletin, ob sie heute Brazilian Jiu-Jitsu, Yoga, Animal Locomotion, Calistentics oder vielleicht Pole Dance übt.

"Wenn die Bewegung aus mir heraus entsteht, wenn es mich bewegt – dann wird Bewegung zu einer Kunstform und echtem Ausdruck.” Statt dir einen strengen Plan aufzuerlegen, was es beim „Sport“ alles zu erreichen gilt, spüre mal wirklich in deinen Körper hinein, welche Bewegungen dieser gerade braucht.

4. Schöpfe Kraft aus der Gemeinschaft

“Eine meiner wichtigsten Intentionen ist es, einen Sinn für Gemeinschaft unter Frauen vorzuleben – den Warrior Women Tribe.” Während sich Männer oft schnell untereinander verbrüdern, herrschen zwischen Frauen häufig Konkurrenzgedanken vor – ein erlerntes Muster unserer Leistungsgesellschaft, in der wir ständig miteinander verglichen werden und uns beweisen müssen.

Diesen Kreislauf können wir selbst durchbrechen, indem wir uns bei aufkommenden Gefühlen von Neid, Missgunst und kritischem Bewerten selbst hinterfragen und stattdessen bewusst entscheiden uns einander zu öffnen, die kleinen und großen Erfolge anderer Frauen zu feiern, ohne gleichzeitig unseren eigenen Wert in Frage zu stellen. “Statt für die Eifersucht entscheide ich mich jedes mal bewusst für Liebe.” So entsteht eine weibliche Gemeinschaft, geprägt von Achtsamkeit und gegenseitiger Unterstützung. We are in this together!

Freundinnen lachen gemeinsam
Eine gute Freundin kann dir dabei helfen, neue Kraft zu schöpfen
© Elle Hughes / pexels.com

5. Lass los, was du nicht mehr brauchst

Wenn du mit diesen Ritualen mehr Achtsamkeit in dein Leben bringst und deinen eigenen Gedanken in stillen Momenten genau zuhörst, kann es vorkommen, dass du dabei auf Gedanken stößt, die dir nicht gefallen oder dich hindern. Diese regelmäßig zu reflektieren, ist ein schönes Ritual um Muster und Prägungen zu erkennen – und durch diese bewusste Wahrnehmung irgendwann vielleicht aufzulösen.

“Frag dich selbst mal: Was möchte ich loslassen?”, sagt Melayne. Vielleicht willst du es sogar aufschreiben und das Papier symbolisch verbrennen. „Der Blick in eine Kerze oder ein loderndes Lagerfeuer hat auch etwas sehr Beruhigendes.“

Rituale können eine große Stütze dabei sein, dass du dich in Zukunft nicht so schnell verlierst. Und selbst wenn du dir einmal abhanden kommen solltest, helfen dir Rituale, immer wieder bei dir anzukommen.

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