Pilling Wenn der Lieblingspulli Knötchen bildet

Das hilft gegen Pilling
Pilling-Alarm? Mit dem richtigen Know-how bekämpfen Sie die kleinen Knötchen © Dean Drobot / Shutterstock.com

Gerade unsere kuscheligen Winterpullis neigen dazu, kleine Knötchen zu bilden. Warum das so ist und was gegen Pilling hilft, lesen Sie hier:

Er ist so hübsch! So gutaussehend! Und ein kleines bisschen sexy… Kein Wunder, dass Sie sich auf den ersten Blick in ihn verliebt haben. Von wem hier die Rede ist? Na, von Ihrem Lieblingspulli! Doch was tun, wenn der Stoff kleine Knötchen bildet? Keine Angst, mit unseren Tipps ist das Kuschel-Textil schon bald wieder wie neu.

Was ist eigentlich Pilling?

Achtung, Pilling-Alarm!
Miezel, Möppchen, Mutsel? Keine Katzennamen, sondern Bezeichnungen für Pilling-Knötchen! © Robert Kamalov / Shutterstock.com

"Miezel", "Möppchen", "Mutsel" – das sind keine süßen Katzennamen, sondern regionale Begriffe für die Knötchenbildung von Textilien, die man auch Pilling nennt. ‘Pill‘ bezeichnet im Englischen nämlich gelöste Fasern, die sich zu Knötchen und Fusseln zusammenknäueln.

Wodurch entsteht Pilling?

Kennen Sie das, wenn das Flusensieb im Trockner wie ein flaumiges Meerschweinchen aussieht? Es ist ganz normal, dass sich durch die mechanische Belastung in Waschmaschine und Trockner lose Fasern aus Ihren Kleidungsstücken lösen. Auch beim Tragen passiert dieser Vorgang, sodass sich die gelösten Fusseln an der Oberfläche sammeln und zu kleinen Knötchen formen können. Wollmaterialien können sogar verfilzen. Besonders betroffen sind Stellen, die häufig Reibung ausgesetzt sind, zum Beispiel unter den Armen oder am Rücken, wo der Pullover an die Stuhllehne scheuert.

Welche Materialien sind von Pilling betroffen?

Generell können alle Materialien von den kleinen Fusselkugeln betroffen sein, ob synthetisch, natürlich oder Mischgewebe. Jutta Knezovic vom Kaschmirlabel FTC erklärt, warum Naturmaterialien wie Kaschmir häufig betroffen sind: "Bei natürlichen Produkten sind die Fasern im Garn nicht immer gleich lang. Bei Kaschmir kommt dazu, dass die Faser nicht sehr elastisch ist und recht schnell reißt." Weil Pilling durch mechanische Belastung und Reibung entsteht, sind gerade unsere Lieblingsteile, die wir oft tragen und waschen, die Leidtragenden. Pilling kommt zwar bei den verschiedensten Materialien vor, kann aber auch etwas über die Qualität verraten. Hochwertige Kaschmirstücke pillen beispielsweise weniger, weil sie aus langen Haaren bestehen, die besser im Gewebe sitzen. Minderwertige Kaschmirartikel bestehen aus kürzeren Fasern, die sich schnell lösen und Fusseln bilden. Daher lohnt es sich, bei Kaschmir und Co. in beste Qualität zu investieren.

Was hilft gegen Pilling?

Das Wichtigste vorab: Versuchen Sie niemals, die kleinen Pilling-Kugeln einzeln abzuzupfen! Ja, wir wissen, dass es verlockend ist, in der Bahn oder an langweiligen Bürotagen den Kampf gegen die Kügelchen aufzunehmen, aber: Durch das mechanische Herauszupfen der Fusselbälle lösen sich weitere Fasern und es entsteht ein Teufelskreis.

Es gibt einige Hilfsmittel, um gegen das Pilling-Problem vorzugehen

Fusselrasierer: Schonend und effektiv
Ein Fusselrasierer beseitigt die kleinen Knötchen schonend und effektiv © Yevhen Prozhyrko / Shutterstock.com

  • Fussel-Rasierer: Zwar wird oft empfohlen, mit einem einfachen Nassrasierer über Ihre Textilien zu fahren, doch damit könnten Sie im schlimmsten Fall Löcher verursachen. Greifen Sie lieber zu speziellen Fusselrasierern, die Pilling schnell und schonend beseitigen.
  • Fussel-Kamm: "Pillingkämme helfen dabei, lose, verknotete Fasern schonend zu lösen und zu entfernen", erklärt Kaschmir-Expertin Jutta Knezovic. Funktioniert bei Naturmaterialien natürlich besser als bei glatter Synthetik.
  • Fusselrolle und -bürste: Diese Hilfsmittel sind praktisch, um lose Fädchen zu entfernen. Keine Fusselrolle zur Hand? Klebeband tut es im Notfall auch, solange Sie vorsichtig sind.
  • Sweater Stone: Funktioniert wie ein Bimsstein für raue Fußsohlen. Einfach mit dem Stein über die betroffenen Stellen streichen und die Knoten vorsichtig abreiben.

Kann man Pilling vorbeugen?

Vorsorge ist besser als Nachsorge! Man kann Pilling vorbeugen und das sogar ganz leicht und ohne viel Aufwand. Da Pilling durch lose Fasern entsteht, die sich zusammenknäueln und damit die nervigen Knötchen bilden, lohnt es sich, das Kleidungsstück direkt nach dem Kauf zu behandeln. Einfach einige Male mit einer Fusselbürste oder -rolle über den Stoff fahren, um die losen Fädchen zu entfernen. Diese "Streicheleinheit" können Sie immer mal wieder anwenden – Ihre Kleidungsstücke danken es Ihnen.

Auch fürs richtige Waschen gibt es einige Tipps:

Richtiges Waschen bei Pilling
Richtiges Waschen kann Pilling vorbeugen © Iryna Gyrych / Shutterstock.com

  1. Waschen Sie sensible Stücke immer im Schon- oder Feinwaschgang bei 30 Grad und wenig Schleuderumdrehungen und achten Sie darauf, dass die Maschine nicht zu voll ist. So wird Reibung vermieden.
  2. Drehen Sie die Kleidungsstücke auf links, um die Oberfläche zu schonen.
  3. Waschpulver reibt an den Stoffen, bevor es sich auflöst. Benutzen Sie also lieber flüssiges Waschmittel.
  4. Kleidung aus empfindlichen Materialien nicht in den Trockner packen, da die hohen Temperaturen und das Schleudern zu schädigend sind. Lieber liegend an der Luft trocknen lassen.

Auch wenn wir uns selbst ab und an auf die Finger klopfen müssen, um die kleinen Knötchen nicht einfach mit den Fingern auszuzupfen: Finger weg! Mit vorbeugenden Maßnahmen und SOS-Helfern in Form von Fusselrasierern und Co. sollte Pilling von nun der Vergangenheit angehören.

29.11.2017| Juliane Funke © womenshealth.de
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