Juckende Kopfhaut Kopf juckt? 7 Tipps mit denen du Juckreiz loswirst

Was hinter einer juckender Kopfhaut steckt und was dagegen hilft.
Nie wieder juckende Kopfhaut: Das hilft wirklich gegen lästigen Juckreiz © unsplash.com/ Ayo Ogunseinde

Juckende Kopfhaut kann dich irre machen. Hier verraten Experten, welche Ursachen dahinterstecken und was wirklich hilft

Wie das kribbelt! Deine Kopfhaut juckt, du kratzt und es wird nur noch schlimmer? Zum Verrücktwerden. Kleiner Trost: Es ist ein Problem, das viele betrifft. Fast 75 Prozent der Weltbevölkerung leidet an juckender Kopfhaut.

Das Gejucke hat mitunter fiesen Folgen: Rötungen, Schuppen und sogar aufgekratzte blutige Stellen sind keine Seltenheit. Ist deine Kopfhaut sensibel, gereizt, gerötet oder schuppt? Verzage nicht! Mit diesen Tipps wird es bald besser!

Warum juckt die Kopfhaut?

Juckreiz ist ein Symptom, das sich kaum ignorieren lässt. Von früh bis spät ist da dieses irritierende Gefühl und der unbändige Drang, sich zu kratzen. Die Ursachen hierfür können unter anderem Veranlagung, Stress oder die falsche Haarpflege oder Ernährung sein. Aber auch Hormonschwankungen, die trockene Heizungsluft im Winter oder aber die übermäßige UV-Strahlung im Sommer können alles Auslöser für Juckreiz sein. Wir haben die 4 häufigsten Ursachen einmal zusammengefasst:

1. Falsche Haarpflege kann Juckreiz auslösen

Allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte können schuld sein. Wechsle daher schon bei geringem Juckreiz auf jeden Fall deine Pflege. "Auch Überpflegen – sprich zu viele Haarpflegeprodukte, zu häufiges heißes Haarewaschen und Föhnen – kann die Kopfhaut auf Dauer reizen. Dass du zu viel des Guten für deine Haare tust, erkennst du neben Juckreiz vor allem an einer trockenen, geröteten Kopfhaut“, betont unsere Expertin, Heilpraktikerin Claudia Dippel.

2. Hormonschwankungen führen zu Kopfjucken

Ein unausgeglichenes Hormonsystem kann zu sehr trockener, empfindlicher Kopfhaut und so auch zu Juckreiz führen. "Gründe hierfür können zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein starker Estriolmangel sein. Estriol ist ein Hormon, das unter anderem wichtig für die Befeuchtung der (Kopf-)Haut ist.“, so Claudia Dippel.

3. Stressbedingter Juckreiz wird immer häufiger

Unter Stress und Strom zu stehen, das ist in der heutigen Zeit eher gängig, als unüblich. Das Problem: "Stress führt zu einer Übersäuerung der Kopfhaut und einem einhergehenden Mineralienmangel", betont unsere Expertin.

Kleiner Tipp: Eine Haarmineralanalyse gibt Aufschluss.

4. Pilzinfektionen oder Ekzeme lösen starken Juckreiz aus

"Ein Pilz auf der Kopfhaut führt meist zu extremem Juckreiz. Bist du betroffen, kann die Kopfhaut zusätzlich rote und schuppige Flecken aufzeigen", so Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus aus Hamburg. Zusätzlich können die Lymphknoten im Nacken und Halsbereich vergrößert sein

Häufig kann auch ein Ekzem die Ursache für ein starkes Kopfhautjucken sein. Heilpraktikerin Dippel erklärt hierzu, dass Betroffene in diesem Falle meist Rötungen und Schuppen an der Kopfhaut haben. Gleichzeitig treten häufig auch rote und schuppige Hautstellen im Gesicht auf.

Übrigens: Vor allem wenn du Kinder hast, könnte der Juckreiz auch schlicht und ergreifend von Läusen kommen. Diese bilden kleine Nissen. Die sorgen für den Juckreiz – und sind beim genauen inspizieren der Kopfhaut gut auffindbar. Bist du betroffen, helfen spezielle Shampoos aus der Apotheke.

Was tun gegen juckende Kopfhaut?

Bevor du handelst, solltest du abklären, warum deine Kopfhaut juckt. Bei anhaltenden Beschwerden ist es auf jeden Fall wichtig, dass du einen Arzt aufsuchst und nicht selbst zu lange an dir herumdokterst. "Auf keinen Fall kratzen, sonst wird die Kopfhaut noch mehr irritiert! Außerdem schädigt das Kratzen auf Dauer die Haarstruktur", so Dr. Steinkraus. Je nach Ursache können aber unterschiedliche Hausmittel, Kosmetika oder schulmedizinische Behandlungen von großer Hilfe sein. Diese 7 Tipps können helfen, Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern:

Tipp 1: Eine mildere Pflege wirkt oft Wunder

Sollte der Grund für das Kopfhautjucken eine allergische Reaktion auf deine alltäglichen Haarpflegprodukte sein, dann wäre es gut, wenn du diese durch mildere Pflege ersetzt. Heilpraktikerin Dippel empfiehlt Bioshampoos mit Teebaumöl oder Schwarzkümmelöl. Ein großer Beauty-Trend sind gerade feste Haarseifen, die ebenfalls besonders mild zur Kopfhaut sind.

Grundsätzlich solltest du deine Haare nicht jeden Tag waschen. Auch nicht bei jeder Wäsche Shampoo benutzen – egal, wie mild es ist. "Eine Shampoo-Diät, bei der man die Haare so oft wie möglich nur mit warmem Wasser wäscht, schont die Kopfhaut optimal", weiß Dr. Susanne Steinkraus.

Tipp 2: Apfelessigwasser reguliert die Kopfhaut

"Da wo die Haut trocken, gereizt, gerötet und juckend ist, da ist sie auch übersäuert", sagt Claudia Dippel. Eine Spülung mit Apfelessigwasser, auch als "saure Rinse" bekannt, sorgt dafür, dass deine Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht kommt.

Für eine Spülung mit Apfelessig vermischt du zwei Esslöffel Bio-Apfelessig mit einem Liter Wasser. Diese Mixtur trägst du dann nach dem Waschen mit Shampoo auf dein Haar auf. Wichtig: Eine Apfelessig-Spülung muss nicht ausgewaschen werden.

Tipp 3: Fermentiertes Reiswasser verbessert den pH-Wert

Juckt die Kopfhaut, so deutet alles daraufhin, dass etwas mit ihrem pH-Wert nicht stimmt. Doch wie bringst du diesen wieder in Ordnung? "Eine etwas aufwendigere, aber dafür sehr effektive Methode für einen ausbalancierten pH-Wert auf der Kopfhaut ist fermentiertes Reiswasser", so Dippel.

Hierfür verwendest du am besten einen Bio-Basmatireis. Diesen dann mit der doppelten Menge Wasser vermischen und 24-48 Stunden stehen lassen. Die Haarkur am besten 15-30 Minuten einwirken lassen und dann mit lauwarmem Wasser ausspülen.

Tipp 4: Eine Haarspülung mit Ackerschachtelhalmtee beruhigt

"Eine Haarspülung mit Ackerschachtelhalmtee versorgt deine Kopfhaut mit Mineralien und kühlt diese bei Juckreiz auch gleichzeitig angenehm runter", so Dippel. Hierfür vermengst du 1 Esslöffel Ackerschachtelhalmtee und 0,5 Liter kaltes Wasser und lässt den Mix dann 4 Stunden lang stehen. Danach gießt du die Hälfte der Flüssigkeit ab und füllst die abgegossene Menge mit heißem Wasser wieder auf. Fertig ist die Haarspülung.

Den Ackerschachtelhalmtee gibt es übrigens hier

Tipp 5: Besprühe deine Kopfhaut mit Lavendelwasser

Bei akutem Juckreiz ist Lavendelwasser sehr hilfreich. Dieses kannst du direkt auf die Kopfhaut aufsprühen und musst es nicht ausspülen. Netter Nebeneffekt: Die Haare duften den ganzen Tag schön frisch.

Lavendelwasser von Primavera kannst du hier kaufen

Kleiner Tipp: Bewahre das Fläschchen für einen angenehmen Cooling-Effekt im Kühlschrank auf.

Tipp 6: Wildschweinborsten verbessern die Durchblutung

Wenn du immer mal wieder, sprich phasenweise, mit Juckreiz zu kämpfen hast, dann kannst du präventiv in juckreizfreien Zeiten mit einer Bürste aus Wildschweinborsten deine Haare intensiv morgens und abends durchbürsten.

"Hierdurch wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt, sodass eine zu trockene oder zu fettige Kopfhaut sich regulieren kann. Dadurch verringert sich das Juckreizrisiko massiv", betont Heilpraktikerin Claudia Dippel.

Hier kannst du eine solche Bürste bestellen

Tipp 7: Eine gesunde Ernährung ist die Grundlage

"Manchmal kann die Ernährung durchaus Einfluss auf die Befindlichkeit der Kopfhaut haben", weiß Dr. Susanne Steinkraus und erklärt: "Zum Beispiel können vegane und vegetarische Kost zu einem Defizit an Eisen und Zink, die der Körper für die Haarbildung benötigt führen. Auch nach radikalen Schlankheitskuren können spröde Haare und trockene Kopfhaut zeigen, dass dem Körper etwas fehlt." Konsultiere also am besten eine Ärztin oder einen Arzt, wenn die Beschwerden trotz oben genannter Tipps nicht nachlassen.

Grundsätzlich gilt bei Kopfhautjucken: Nicht viel hilft viel, sondern weniger ist mehr. Eine irritierte Kopfhaut braucht Zeit, um sich wieder zu beruhigen und zur regenerieren. Beobachte genau, womit dein Kopf täglich in Kontakt kommt und achte auch auf die Ernährung. Nicht selten liegt die Ursache für juckende Kopfhaut im Inneren.

13.11.2019| Alexa Heyn © womenshealth.de
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