Deine Haare stehen wild in alle Richtungen ab – als hättest du gerade in die Steckdose gefasst? Supernervig! Wir zeigen dir, warum dieser Struwwelpeter-Look entsteht und wie du ihn schnell wieder in den Griff bekommst.
Das Ganze nennt sich "fliegende" oder "elektrische" Haare – ein Beauty-Problem, das fast jede Frau kennt. Bevor wir dir verraten, wie du sie bändigst, klären wir erst mal, woher das überhaupt kommt.
Was ist der Grund für elektrische Haare?
Die fliegenden Haare sind das Ergebnis simpler Physik. Wenn du einen Pullover oder ein Top über den Kopf ziehst oder eine Mütze auf- und wieder absetzt, entsteht Reibung. Durch diese Reibung sammeln sich positiv geladene Teilchen, sogenannte Ionen, im Haar an.
Tja, und Plus und Plus stoßen sich ab, das hast du schon in der Schule gelernt. Das Gleiche passiert jetzt auch mit deinen Haaren, weil sie alle dieselbe Ladung haben. Und wenn Haare einander abstoßen, entsteht das bekannte Gestruwwel. Sogar wissenschaftliche Studien befassen sich mit dem Phänomen. Übrigens: Falls du dir nicht sicher bist, wie du deine Mähne am besten mit einer Kopfbedeckung kombinierst, findest du hier 11 Hairstyles für die Mützensaison.
Warum entstehen fliegende Haare vor allem im Winter?
Sowohl die kalte Außenluft als auch die Heizungsluft drinnen sind trockener als im Sommer. Das Problem: Diese feuchtigkeitsarme Luft leitet elektrische Ladung schlechter ab. Somit sammelt sich die Elektrizität verstärkt in den Haaren an.
Neigen bestimmte Haartypen eher dazu, sich statisch aufzuladen?
"Generell kann elektrisches Haar bei allen Haartypen vorkommen. Feine Haare heben durch ihr geringes Eigengewicht aber besonders leicht ab. Und auch trockene Haare können elektrische Ladung schlecht abgeben", erklärt Andreas Wild, Haarexperte von John Frieda.
Übrigens, im Umkehrschluss gilt auch: Fettige oder nasse Haare können sich nicht elektrisch aufladen. Denn Wasser und Öl erhöhen die elektrische Leitfähigkeit. Aber kipp dir nicht gleich ein Glas Wasser über den Kopf (oder Öl). Wir haben bessere Tipps parat!
Wie gehen elektrische Haare weg?
Klar, sich einfach gar nicht mehr die Haare zu waschen oder bei kühlen Temperaturen mit klatschnasser Mähne vor die Tür zu gehen, ist beides auch keine Lösung. Elektrische Haare zu verhindern oder sie wieder loszuwerden, geht zum Glück auch anders. Hier sind unsere besten Tricks gegen den Auflade-Wahnsinn.
9 Tipps gegen elektrische Haare
1. Hair-Halt
Anti-Frizz-Haarspray auf die Hände oder eine Bürste sprühen und damit kurz durch die Haare fahren – bändigt Fliegehaare, ohne sie zu verkleben. Wir lieben das Haarspray Miss Malleable von Evo.

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2. Handcreme
"Kein Haarspray zur Hand? Dann geht auch ein Mini-Klecks Handcreme! Alles, was die Haare beschwert, ist hilfreich!", weiß der Haarprofi. Wir empfehlen dazu diese Creme von Nursem.
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3. Ionen-Föhn
Investiere in einen hochwertigen Ionen-Föhn! Er reichert die Haare mit negativ geladenen Teilchen an, neutralisiert also den Elektronenhaushalt in den Strähnen. "Ein guter Föhn wird nicht so heiß, trocknet die Haare also weniger aus und wirkt so auch langfristig elektrischen Haaren durch Feuchtigkeitsmangel entgegen", so Wild. Profi-Tipp: Auf diesen Haartrockner von Silk'n schwören Hairstylisten auf der ganzen Welt.

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4. Spülung oder Haarkur
Bei der Pflege gilt jetzt: Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und abermals Feuchtigkeit. "Heißt konkret: Immer eine Spülung – zum Beispiel diese von Kerasilk – benutzen und wenn möglich 2x die Woche eine Haarkur", so Wild. Kauf-Tipp der Redaktion: diese Haarmaske von Ouai. Warum? Pflegt intensiv, aber beschwert null.
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5. Die richtige Kleidung
Keine Polyester-Kleidung oder Schuhe mit Plastiksohle tragen! Beides trägt dazu bei, dass sich die Haare noch schneller aufladen.
6. Feuchte Luft
Auch ein Luftbefeuchter im Zimmer hilft, elektrischen Haaren vorzubeugen.

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7. Trocknertuch
Mit einem Trocknertuch über die Haare fahren oder es direkt über die Bürstenborsten drücken und so dauerhaft befestigen. Was die Wäsche vor dem elektrostatischen Aufladen bewahrt, bändigt auch die Mähne.
8. Seidenschal
"Trägst du einen Seidenschal, laden sich die Haare nicht elektrisch auf", weiß Wild. Die einfache Begründung: Seide hat eine besonders gute Leitfähigkeit.
9. Andreas Wilds Backstage-Trick
"Generell vor dem Anprobieren eines Pullis ein Seidentuch über die Haare legen – so machen wir es auch bei den Fashion-Shows, um die Looks nicht durchs Ankleiden zu zerstören."
FAQ: Alles rund um elektrische Haare
Ganz vermeiden lässt sich statische Aufladung kaum, besonders im Winter. Mit ausreichend Feuchtigkeitspflege, Ionen-Föhn und dem richtigen Material bei Kleidung und Mützen kannst du sie aber stark reduzieren.
Ja! Ein Tropfen Kokosöl oder Arganöl in den Handflächen verteilt und sanft über die Längen gestrichen, bändigt fliegende Strähnen sofort – ganz ohne zu fetten. Auch eine leicht angefeuchtete Bürste wirkt Wunder.
Oft liegt es an trockener Raumluft oder synthetischer Kleidung. Auch zu heißes Föhnen oder Waschen entzieht Feuchtigkeit. Achte auf lauwarmes Wasser, pflegende Produkte und verwende regelmäßig eine Haarkur – so bleibt die Haarstruktur geschmeidig und leitfähiger.





