Angelique Kerber im Interview: Abschied, mentale Stärke & Erfolg

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Angelique Kerber
Eine Legende verlässt den Platz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.07.2026
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Angelique Kerber x Bad Homburg Open
Foto: LIV PLOTZ / Bad Homburg Open

Mit ihrem emotionalen Abschiedsspiel hat Angelique Kerber das letzte Kapitel einer außergewöhnlichen Karriere geschlossen. Die dreifache Grand-Slam-Siegerin, ehemalige Weltranglistenerste und Wimbledon-Championesse von 2018 prägte über zwei Jahrzehnte hinweg den internationalen Tennissport.

Unterstützt wurde das Abschiedsspiel von Range Rover. Im Interview im Range Rover SV Black blickt Angelique Kerber auf die besonderen Momente ihres Abschieds zurück. Sie spricht über mentale Stärke, den Umgang mit Rückschlägen und verrät, warum Mut, Konsequenz und der Glaube an die eigenen Träume die wichtigsten Erfolgsfaktoren ihrer Laufbahn waren.

Was heißt Führung für dich in einem Sport, in dem du allein auf dem Platz stehst?

"Ich stehe zwar allein auf dem Platz, aber im Hintergrund bin ich nicht allein. Es gibt so viele Momente in meiner Karriere, die ich nie erlebt hätte, wenn mein Team nicht dagewesen wäre. So ist das auch bei Range Rover: Man sieht das Fahrzeug und ist direkt begeistert und genießt den Comfort. Aber da gibt es so viele Leute im Background, die die Fahrzeuge entwickelt haben und tagtäglich dafür sorgen, dass wir genau das in dem Fahrzeug finden können, das wir lieben."

Wie "führst" du dich selbst, wenn es im Match eng wird und der Kopf laut wird?

"Der Kopf wird immer wieder laut – nicht nur auf dem Tennisplatz (lacht). Und da ist für mich das Wichtigste, die Emotionen zu kontrollieren. Wenn die anfangen, Achterbahn zu fahren, kommt man da schwer wieder raus und tut vielleicht Dinge, von denen man weiß, dass man sie nicht tun sollte. Dann hilft es, einen Anker für sich selbst finden. Das können kleine Dinge sein. Zum Beispiel sich bewusst 10 Minuten am Tag Zeit für sich selbst zu nehmen und zu reflektieren."

Angelique, wenn du an dein Abschiedsspiel denkst: Welches Gefühl ist gerade am stärksten?

"Es sind so viele Emotionen gleichzeitig. Als erstes die Dankbarkeit für die Wertschätzung, die ich bei meinem Abschiedsspiel bekommen habe. Es war mir so wichtig, mit meinen Fans diesen Moment zu erleben und den letzten Schritt mit ihnen gemeinsam zu gehen. 21 Jahre Karriere waren ein ständiges Auf und Ab und die Fans waren immer dabei, egal ob es gut oder schlecht lief. Ich konnte mich immer drauf verlassen, dass sie da waren. Deshalb war das Abschiedsspiel auch noch mal ein Dank an meine Fans. Aber auch an meine Familie, mein Team und meine Freunde. Ich hätte es mir nicht schöner erträumen können."

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Welche Entscheidung oder Haltung war für deine Karriere am meisten "leader-like" – also mutig und konsequent?

"Mutig und konsequent zu sein ist schon die Antwort. Das war in meiner Karriere der Schlüssel zum Erfolg. Man muss den Willen haben und bereit sein, alles auf eine Karte zu setzen. Und nie den Glauben daran zu verlieren, dass man es schaffen kann. Ich kann nur raten, an seinen Träumen festzuhalten. Wenn man etwas liebt, dann glaubt man daran. Wenn man zu 100 Prozent dahintersteht, kann man es auch schaffen, seine Träume zu verwirklichen. Ich habe schon als kleines Mädchen davon geträumt Wimbledon zu gewinnen. Es dauerte zwar 20 Jahre, bis ich es 2018 endlich geschafft hatte. Aber ich habe es geschafft."

Women’s Health steht für Stärke im Alltag: Was bedeutet "stark sein" für dich?

"Für mich bedeutet es, dass man Selbstvertrauen hat, dass man Verantwortung übernimmt und sich stark fühlt. Im Leben gibt es immer Hochs und Tiefs."

Gab es eine Phase, die besonders schwer war und die dich im Nachhinein stärker gemacht hat?

"Niederlagen waren natürlich nie einfach. Aber sie haben mich zu der gemacht, die ich heute bin. Ich glaube, echte Champions erkennt man daran, wie sie mit Niederlagen umgehen. Man darf sich danach nicht verkriechen, sondern muss mit erhobenem Haupt wieder aufstehen und allen zeigen: Ich glaube weiter an mich. Auch wenn es mal nicht so gut läuft."