Der Romanian Deadlift zählt zu den effektivsten Übungen für die hintere Kette, also alles, was Beine und Po stark und definiert macht.
Summary
- Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene bis Profis
- MET-Wert: 6
- Hauptregion: Beine
- Equipment: Langhantel, Kurzhanteln oder Kettlebell
Was ist Romanian Deadlift und warum ist Rumänisches Kreuzheben so effektiv?
Der Romanian Deadlift (kurz: RDL) ist eine der effektivsten Übungen für straffe Beine, einen runden Po und eine stabile Körpermitte. Anders als beim klassischen Kreuzheben liegt der Fokus nicht auf maximalem Gewicht, sondern auf einer kontrollierten, sauberen Bewegung mit starker Dehnung im hinteren Oberschenkel. Genau das macht ihn für viele Trainierende so spannend: Er formt nicht nur, er stärkt auch.
Diese Muskeln werden beim Romanian Deadlift beansprucht
Beim Romanian Deadlift arbeiten nicht nur eine, sondern gleich mehrere große Muskelgruppen zusammen – und genau das macht ihn zu einer echten Figurwunder-Übung:
- Gluteus maximus (Großer Gesäßmuskel) – der Star der Übung! Hier entsteht der runde, feste Po.
- Hamstrings (Hintere Oberschenkelmuskulatur) – sorgen für lange, definierte Beine und Power in der Hü
- Erector spinae (Rückenstrecker) – hält die Wirbelsäule stabil, schützt vor Rü
- Core-Muskulatur (Bauch und tiefe Rumpfmuskeln) – für eine schmale Taille und mehr Stabilität.
Diese Kombination aus Po, Bein- und Core-Training macht den RDL zu einer echten Ganzkörper-Übung und zu einem der effektivsten Moves für Frauen.
MET-Wert und Kalorienverbrauch
Der Romanian Deadlift ist ein intensives Krafttraining mit großem Nachbrenneffekt. Der MET-Wert liegt bei 6, was bedeutet: Je nach Gewicht, Ausführung und Trainingsintensität kannst du bei 60–70 Kilogramm Körpergewicht mit etwa 60–70 kcal pro 10 Minuten rechnen.
Funktionale Alltagsvorteile
Warum lohnt sich der Romanian Deadlift auch abseits vom Fitnessstudio? Ganz einfach: Er ist eine der effektivsten Übungen, um Kraft, Stabilität und Beweglichkeit in einem zu verbessern – und das spürst du in vielen Alltagssituationen.
- Rückenschmerzen vorbeugen: Durch die Stärkung des unteren Rückens und der hinteren Kette reduzierst du das Risiko von Verspannungen oder Schmerzen beim Sitzen, Heben und Tragen.
- Leichteres Heben im Alltag: Ob Wasserkisten, Einkaufstüten oder Kinder – die Hüftstreckung trainiert genau die Bewegung, die du bei all diesen Tätigkeiten brauchst.
- Verbesserte Körperhaltung: RDLs kräftigen nicht nur Beine und Po, sondern auch den Core. Das sorgt für eine aufrechte, selbstbewusste Haltung.
- Mehr Mobilität: Durch die kontrollierte Dehnung der Hamstrings wird die hintere Oberschenkelmuskulatur flexibler, das schützt vor Verletzungen.
- Leistungsboost für andere Übungen: Ein starker Po und starke Hamstrings bringen dir Vorteile bei Kniebeugen, Sprüngen oder Sprints.
Nachteile von Romanian Deadlift
Der RDL kann bei falscher Hüftbeuge schnell zu Rückenschmerzen führen. Viele Frauen runden den Rücken oder gehen zu tief, obwohl die Beweglichkeit fehlt. Wird das Gewicht mit den Armen statt über die Hüfte geführt, überlastet das die Lendenwirbelsäule. Auch zu weit vorne geführte Hanteln führen zu einem ungünstigen Hebel, der die Technik instabil macht.
Die richtige Ausführung
Der RDL ist technisch anspruchsvoll, aber unglaublich effektiv, wenn du ihn richtig machst. Ziel ist es, die Hüfte nach hinten zu schieben, nicht den Oberkörper nach vorne zu beugen. So bleiben die Belastung und der Fokus auf Po und hinterer Oberschenkel und nicht im unteren Rücken.
Step by Step Anleitung
1. Ausgangsposition
- Stelle dich hüftbreit hin, die Füße stehen parallel zueinander.
- Halte eine Langhantel, Kurzhanteln oder eine Kettlebell vor den Oberschenkeln.
- Die Knie sind leicht gebeugt, nicht komplett gestreckt.
- Rücken gerade, Brust stolz, Core angespannt. Halte den Kopf in neutraler Verlängerung der Wirbelsäule (der Blick wandert beim Beugen mit nach unten).
2. Die Abwärtsbewegung
- Schiebe die Hüfte nach hinten, als müsstest du eine Autotür mit dem Po schließen.
- Die Hantel gleitet eng am Körper entlang bis etwa zum Schienbein.
- Wichtig: Die Knie bleiben leicht gebeugt, die Bewegung kommt aus der Hüfte.
3. Die Aufwärtsbewegung
- Drücke die Füße fest in den Boden und führe die Hüfte wieder nach vorne, bis du in aufrechter Position bist.
- Spanne Po und Core bewusst an, ohne ins Hohlkreuz zu fallen.
Gefühlstest: Wenn du die Hamstrings und den Po in der Dehnung brennen spürst, alles richtig gemacht. Wenn du es im unteren Rücken merkst, stimmt die Technik nicht!
Dos und Don’ts
Die häufigsten Fehler und deren Lösung
Der Romanian Deadlift sieht simpel aus: Hüfte nach hinten, Hantel senken, wieder hoch. Aber gerade die scheinbar kleinen Details entscheiden, ob die Übung sicher und effizient wird. Häufige Fehler lassen die Hamstrings und Glutes außen vor und belasten stattdessen den unteren Rücken, die Knie oder die Schultern. Ein typisches Problem ist der runde Rücken: Viele kippen im unteren Rücken nach vorne, weil sie die Hüftbewegung nicht sauber trennen oder das Gewicht zu schwer wählen. Das führt zu unangenehmem Druck auf die Bandscheiben statt zu Muskelarbeit in der hinteren Kette.
Die gute Nachricht: die meisten Fehler lassen sich sehr konkret korrigieren, mit Technik-Checks, einfachen Cueings und progressivem Training. In der folgenden Tabelle findest du Probleme, typische Ursachen, Sofortmaßnahmen und nachhaltige Lösungen.
Checkliste für Anfängerinnen
Die RDL ist extrem effektiv, aber auch technisch anspruchsvoll. Damit du sicher und erfolgreich startest:
- Starte mit leichtem Gewicht: Perfekte Technik ist wichtiger als schwere Hanteln.
- Kontrolliere deine Haltung: Nutze einen Spiegel oder filme dich.
- Langsam bewegen: Keine schnellen, ruckartigen Bewegungen.
- Spüre die Dehnung: Wenn du die Hamstrings nicht spürst, stimmt die Technik nicht.
- Schmerz? Sofort stoppen: Zieh keine Wiederholung durch, die sich falsch anfühlt.
Varianten des Romanian Deadlift
Der Klassiker ist mit der Langhantel, aber es gibt viele Variationen, die für Frauen interessant sind, je nach Ziel und Equipment.
- Langhantel-RDL: Die Standardversion für maximales Gewicht und Muskelaufbau.
- Kurzhantel-RDL: Mehr Bewegungsfreiheit und besser für zu Hause geeignet.
- Kettlebell-RDL: Ideal für dynamische Workouts oder Supersä
- Einbeiniger RDL (Single-Leg): Perfekt für Balance, Core-Stabilität und zur Korrektur von Dysbalancen.
- RDL mit Widerstandsbändern: Schonend für die Gelenke und optimal für Anfängerinnen oder Home-Workouts.
Übungen für zu Hause
Keine Langhantel? Kein Problem! So kannst du RDLs zu Hause trainieren:
- Bodyweight-HipHinge: Ohne Gewicht, um die Technik zu üben.
- RDL mit Wasserflaschen: Zwei volle Flaschen ersetzen Kurzhanteln.
- RDL mit Rucksack: Einfach einen Rucksack mit Büchern füllen und an beiden Händen halten.
- Einbeinige Variante: Besonders effektiv für Core und Po, auch ohne viel Gewicht.
Wichtig: Schmerzen, die "steil" oder ausstrahlend sind (z. B. ins Bein), sind Warnsignale. Sofort stoppen und gegebenenfalls fachärztlich abklären lassen.
Progressionsweg mit Tipps
Ein durchdachter Progressionsplan bringt dich sicher von der Technik-Eingewöhnung bis zu kraftvollen, schweren Sätzen, ohne Rückschläge. Hier ist ein praktikabler, stufenweiser Plan, den du 6–12 Wochen pro Level adaptieren kannst (je nach Lernfortschritt).
Level 0 – Vorbereitung und Mobilität (1–2 Wochen)
Bevor du schwer hebst, investiere Zeit in Mobilität und Gefühl. Tägliche 5–10 Minuten Hip Hinge-Drills, leichte Hamstring-Dehnungen (statisches und dynamisches Dehnen), Foam-rolling der Oberschenkelrückseite. Trainiere Dead Bugs und Pallof-Press für Core-Spannung. Ziel: sauberes Hüft-Scharnier mit neutraler Wirbelsäule.
Level 1 – Technikaufbau mit Körpergewicht/Dowel (2–4 Wochen)
Übe Hip Hinge ohne Last: Dowel/Stick Drill (Stab an Rücken: Kopf/Brust/Steiß), Bodyweight Hip-Hinge, Glute Bridges. 3×10–15 Wiederholungen, Fokus auf Gefühl der Glute-Aktivierung. Nimm 1–2 Technik-Workouts pro Woche.
Level 2 – Leichte Last und Tempo (2–4 Wochen)
Starte mit leichten Kurzhanteln oder einer leeren Langhantel (PVC/Leichtgewicht). 3×8–12 RDL mit kontrolliertem Tempo (3 Sekunden Absenken, 1 Sekunden Anspannen). Fokus: die Hantel nahe am Körper, bewusstes Po-Anspannen oben. Ergänze 1–2 Hamstring-Isolation Drills (z. B. Nordic Progressions, Swiss Ball Hamstring Curls).
Level 3 – Aufbau Kraft und Volumen (4–8 Wochen)
Steigere langsam Gewicht (2,5–5 kg pro Schritt) und reduziere Wiederholungen für mehr Kraft (3–5 Sätze x 6–10). Baue einbeinige RDLs als Assistenz (2–3×8–10 pro Seite) ein, um Dysbalancen zu korrigieren. Arbeite an Griffstärke (Farmer Walks) oder nutze den Obergriff bei hohem Gewicht.
Level 4 – Spezifische Variation und Intensität (4–6 Wochen)
Integriere Tempo-Variationen (z. B. 4 Sekunden absenken), Pausen-RDLs (halten 1–2 Sekunden im End-Stretch) und superset mit Hip Thrusts für intensives Glute-Training. 2× RDL-Einheiten pro Woche: eine schwer/kraft, eine leichter/technisch.
Level 5 – Leistung und Transfer (Fortlaufend)
Ziel: Explosivkraft und Alltagsleistung. Kombiniere RDLs mit Kettlebell Swings, Box Jumps oder schweren Deadlifts (klassisch). Erhöhe einzelne Max-Sätze vorsichtig (z. B. 3–5 RM) – nur wenn Technik 100 Prozent sauber ist.
FAQ: Fragen und Antworten zum Kreuzheben
Nein. Klassische Deadlifts starten vom Boden und beanspruchen zusätzlich Quadrizeps und Rückenstrecker in der Startposition. RDLs beginnen aus dem Stand und haben einen kleineren Bewegungsumfang, bleiben aber konstant unter Spannung. Fokus: hintere Kette (Hamstrings, Glutes, unterer Rücken), perfekt für einen geformten Po und starke Beine.
Eingeschränkt ja, sofern du mit leichtem Gewicht beginnst und die Technik absolut priorisierst. Viele starten mit Kurzhanteln oder sogar nur einem leichten Besenstiel. Ziel ist es, den Hip Hinge zu verstehen, bevor Gewicht dazu kommt.
Optimal: 1-2 Mal pro Woche, entweder im Unterkörper-Workout oder als Zusatzübung in einem Ganzkörperplan. Achte auf genügend Erholung, besonders für die Hamstrings.
Das hängt von deiner Erfahrung ab. Für Einsteigerinnen: Eine Leichtgewicht-Stange, also z. B. 10–20 kg insgesamt. Profis können das 1–1,5-fache des Körpergewichts heben, wenn Technik und Core-Stabilität passen.
Ein leichtes Gefühl im unteren Rücken kann normal sein, aber der Hauptfokus sollte auf Hamstrings und Glutes liegen. Wenn du den Rücken stark spürst: Gewicht reduzieren, mehr Core-Spannung aufbauen und den Hip Hinge bewusst üben.
Absolut. Sie stärken die gesamte hintere Kette, inklusive Rückenstrecker und Glutes. Das verbessert die Körperhaltung und beugt Rückenschmerzen vor, weil du lernst, deine Wirbelsäule stabil zu halten.
Ja! Du kannst Kurzhanteln, Kettlebells, Widerstandsbänder oder sogar Wasserflaschen nutzen. Alternativ: einbeinige Romanian Deadlifts nur mit Körpergewicht, ideal für Balance und Stabilität.





