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Hanföl: So gesund ist das Trend-Öl wirklich

Wie gesund ist Hanföl? Was kann das Trend-Öl aus Hanf, und was ist der Unterschied zu CBD-Öl?

Hanföl hat sich als eines der gesündesten Speiseöle einen Namen gemacht. Doch was ist wirklich dran? Und wie wirkt es?

Neben Oliven- und Leinsamenöl findet man in den Supermarktregalen seit einiger Zeit auch Hanfsamenöl – umgangssprachlich Hanföl genannt. Doch nicht nur dort bereichert es das Repertoire an gesunden Ölen. Wo man auch hinhört: Das besondere Öl wird gehypt, gelobt und manchmal sogar als kleines Wundermittel bezeichnet. Doch was ist wirklich dran? Und was ist der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl?

Gemeinsam mit unseren Experten klären wir alle wichtigen Fragen rund um Hanföl und geben dir außerdem wertvolle Tipps, wie du es verwenden kannst.

Tipp: Hanföl zum Kochen gibt es beim avocadostore (12,99 €) oder bei amazon.de.

Welche Eigenschaften hat Hanföl?

Hanföl ist ein hochwertiges, aus Hanfsamen kaltgepresstes Pflanzenöl mit leicht nussigem Geschmack und grünlicher Farbe. Wie die meisten Pflanzenfette besteht es zum größten Teil aus Fettsäuren (etwa 75 Prozent). Die gesunde Zusammensetzung und der Nutzen von Hanfsamenöl ist längst in Studien dokumentiert.

Herausragend gesund ist Hanföl aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis 3:1. In fast allen anderen Pflanzenölen überwiegt der Omega-6-Anteil. "Wie alle Öle mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte auch Hanföl nicht stark erhitzt werden, damit Vitamine und wichtige Inhaltsstoffe nicht zerstört werden", rät Miriam Szygula vom Nahrungsmittelhersteller Alnatura.

Kann man von Hanföl "high" werden?

Die Antwort ist ein klares Nein. "Zur Herstellung von Hanföl als Lebensmittel werden ausschließlich Hanfsamen verwendet, die von Natur aus kein THC enthalten", erklärt Szgula, "Die Hanfpflanze ist eine alte Kulturpflanze. Für die Lebensmittelproduktion werden heute Hanfsorten angebaut, die nur einen geringen Gehalt von unter 0,2 Prozent THC aufweisen."

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Wie gesund ist Hanföl?

Auch wenn Hanföl extrem gesund ist, sollte dir bewusst sein, dass du Krankheiten nicht ausschließlich mit etwas Hanföl lindern kannst. Entscheidend ist das Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis im Körper, das durch die gesamte Nahrungsaufnahme beeinflusst wird. Doch genau in diesem Punkt glänzt Hanföl. Damit ergattert es sich zurecht den Titel als eines der gesündesten Speiseöle.

Vor allem die essenziellen Omega-3 Fettsäuren lindern Entzündungsprozesse, sind Teil der Zellmembran und unterstützen damit die Gehirnfunktion, werden zur Hormonproduktion benötigt, regulieren die Blutfettwerte und das Cholesterin, weshalb Hanföl Studien zufolge auch vor Herzerkrankungen schützt. Die Omega-3 Fettsäuren sind außerdem an der Bildung der körpereigenen Abwehrzellen beteiligt und wirken auf den Stoffwechsel.

Einige dieser positiven Eigenschaften gehen vor allem auf die enthaltene Gamma-Linolensäure zurück. Sie hat eine besonders entzündungshemmende Wirkung, beeinflusst Nerven, Gehirn und Blutdruck. Ein wahres Allround-Talent. Neben dem Omega-3-Überschuss kommt Hanföl der geringe Anteil an Omega-6-Fettsäuren zugute, die Entzündungen sogar fördern können.

Für was ist Hanföl gut?

Dank der vielen wertvollen Inhaltsstoffe unterstützt Hanföl den ganzen Organismus. Auch wenn es oft als Wunder- oder Allheilmittel gehypt wird, ist es schlussendlich „nur“ ein Speiseöl mit besonders vielversprechenden Nährstoffen und kein Arzneimittel mit medizinisch nachgewiesenen Wirkungen. Nichtsdestotrotz sorgen auch die richtigen Nährstoffe für ein größeres Wohlbefinden, eine bessere Gesundheit und einen starken Körper. Das gilt beim Hanföl besonders für die enthaltenen Fettsäuren, die den Organismus gleich in vielerlei Hinsichten positiv unterstützen.

Hanföl für die Haut

Man könnte fast behaupten Hanföl sei ein kleines Beauty-Elixier. Denn bei Ekzemen, Unreinheiten Schuppenflechte oder Neurodermitis kann es wahre Wunder wirken. Die gesunden Fettsäuren wirken entzündungshemmend und legen sich wie ein Schutzfilm auf die Haut, sodass Hanföl trockene Haut schnell wieder geschmeidig machen kann. Das gilt übrigens sowohl in der äußeren Anwendung, als auch bei regelmäßigem Verzehr.

Hanföl gegen Entzündungen

Die entzündungshemmende Wirkung gilt nicht nur für die Haut. Auch chronisch entzündliche Erkrankungen können durch das richtige Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, wie sie in Hanfsamen enthalten sind, gelindert werden. Deshalb kann Hanföl auch bei Arthrose, Rheuma, chronischen Darmerkrankungen und anderen Entzündungsprozessen im Körper empfehlenswert sein.

Hanföl zur Anregung des Stoffwechsels

Dass Fett nicht (in jedem Fall) fett macht, ist schon lange bekannt. Aber dass es sogar den Stoffwechsel anregen kann? Ja, richtig gelesen. Die wertvollen Fettsäuren im Hanföl können den Energieumsatz der Mitochondrien erhöhen und verpassen deinem Stoffwechsel einen ordentlichen Boost. Außerdem wirken sie auf die Fettzellen im Körper, sorgen dafür, dass sie weniger einspeichern und die vorhandenen Speicher effektiv abgebaut werden. Auch super für den Stoffwechsel: Dieses Blitz-Workout.

Hanföl für ein ausgeglichenes Hormonsystem

Hormonschwankungen, Regelschmerzen oder PMS sind weit verbreitete Beschwerden, mit denen sich viele Frauen regelmäßig herumschlagen. Pillen und andere Präparate zu schlucken ist nicht unbedingt die befriedigendste Lösung. Wie gut, dass es Hanföl gibt. Es kann als natürliches Mittel in die tägliche Ernährung eingebaut werden und wirkt dabei nicht nur aufs Hormonsystem, sondern auch gegen alle anderen Beschwerden, die damit zusammenhängen.

Hanföl zur Stärkung des Immunsystems und der allgemeinen Gesundheit

Omega-3-Fettsäuren sind echte Allroundtalente und mischen gleich an einigen Stellen im Körper mit. Sie schützen vor Herzerkrankungen, wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und stärken das Immunsystem. All diese Wirkungen werden durch das richtige Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren verstärkt. Und da Hanföl genau damit punktet, ist schnell klar, warum viele schon lange darauf schwören.

Mehr dazu, wie du dir gesunde Abwehrkräfte anfutterst, hier in unserem Spezial-Ernährungsplan:

Wozu kann ich Hanföl verwenden? Wie wird es angewendet?

Als klassisches Speiseöl kann Hanföl vielfältig in der Küche zum Einsatz kommen und so ganz leicht in die tägliche Ernährung integriert werden. Damit alle Nährstoffe erhalten bleiben sollte es jedoch nur kalt verwendet und keinesfalls erhitzt werden. Durch seinen nusseigen Geschmack passt es wunderbar zu Salaten und eignet sich auch zum Verfeinern von Gemüse und vielen anderen Gerichten.

Bei Hauptproblemen kann Hanföl auch äußerlich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Es zieht schnell ein und hinterlässt so keinen fettigen Film auf der Haut. Seine positiven Eigenschaften hat sich übrigens auch die Kosmetik schon lange zu Nutzen gemacht. Mittlerweile gibt es eine Menge Produkte, die Hanföl enthalten oder auf Basis des feuchtigkeitsspendenden Öls hergestellt werden.

Wo kann ich Hanföl kaufen?

Hanföl gibt es im Supermarkt, Bioladen, Reformhaus und natürlich auch im Internet von einer Vielzahl an Anbietern zu kaufen. Es lohnt sich jedoch genauer hinzuschauen. Denn statt Hanföl als Speiseöl findet man nicht selten CBD-Öl, das fälschlicherweise als „Hanföl“ betitelt wird – doch dazu später mehr.

Um ein gutes Produkt zu erkennen, gibt es beim Kauf außerdem einige Hinweise, auf die man achten sollte:

  1. Kaltgepresst: Willst du sicher gehen, dass das Hanföl besonders viele Nährstoffe enthält, solltest du unbedingt zu kaltgepresstem Hanföl greifen. Dieser schonende Herstellungsprozess erhält besonders viele der Nährstoffe. Kommt hingegen Hitze zum Einsatz können diese verloren gehen.
  2. Die Farbe: Auch die Farbe ist ein hilfreicher Indikator. Dunkleres Hanföl weist auf eine Warmpressung hin, während kaltgepresstes eher gelb-grün ist. Außerdem gilt: Je dunkler die Farbe, umso intensiver der nussige Geschmack.
  3. Bio-Qualität: Um Rückstände von chemischen Mitteln zu vermeiden, solltest du Hanföl unbedingt in Bio-Qualität kaufen. Das erkennst du meist an einem Bio-Siegel.

Was ist der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl?

Du dachtest Hanföl und CBD-Öl seien das gleiche? Ja, damit bist du nicht allein. Kein Wunder, denn die beiden Öle werden oft in einem Atemzug genannt, da sie beide aus der Hanfpflanze hergestellt werden. Trotzdem handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Produkte, die sich sowohl in der Herstellung, der Anwendung als auch in den enthaltenden Stoffen unterscheiden. Aber der Reihe nach.

Hanföl wird wie oben beschrieben aus den Samen der Hanfpflanze hergestellt und ist vor allem dank der enthaltenen Fettsäuren eine so große Bereicherung für die Gesundheit. Für CBD-Öl werden hingegen die grünen Teile der Hanfpflanze verwendet. Der vielleicht größte Unterschied ist das enthaltene Cannabinoid, genauer gesagt Cannabidiol, abgekürzt CBD. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die auf das menschliche Nervensystem wirkt.

Macht CBD-Öl im Gegensatz zu Hanföl high?

Bevor du jetzt denkst, CBD-Öl würde im Gegensatz zu Hanföl berauschend wirken, gibt es auch hier nichts zu befürchten. Zwar enthält das Cannabidiol auch TCH – also die Substanz, die eine berauschende Wirkung hat – jedoch liegt der Gehalt bei unter 0,2 Prozent und ist damit völlig unbedenklich. Auch die WHO stuft die Wirkung von Cannabidiol als sicher ein.

Übrigens, das CBD-Öl benötigt ein Trägeröl, wofür oft Hanföl verwendet wird, was ein Grund mehr ist, warum die beiden so oft als ein und dasselbe verstanden werden. Während Hanföl als Speiseöl einfach beim Kochen eingesetzt werden kann, soll das CBD-Öl als Nahrungsergänzungsmittel tropfenweise eingenommen werden. Nutzen und Wirkung sind hier allerdings umstritten.

Hanföl sollte nicht mit CBD-Öl verwechselt werden. Es glänzt durch extrem gute Nährstoffe und kann so zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist es doch sowieso am besten den Körper durch die richtigen Lebensmittel von innen zu stärken. Hanföl gehört definitiv dazu.

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