Booster-Impfungen gegen den Corona-Virus-Subtyp Omikron BA.1 und BA.5 stehen ab Herbst 2022 in Deutschland zur Verfügung

Omikron-Booster-Impfung: Das musst du wissen

Omikron-Booster Die neuen Corona-Impfstoffe sind da! Und nun?

Ob eine Impfung mit den auf Omikron optimierten Boostern gegen die Corona-Subtypen BA.1 und BA.5 für dich sinnvoll ist, erfährst du hier

Wildtyp, Alpha, Delta, BA.5: Das Corona-Virus hat sich im Laufe der Pandemie immer wieder verändert, entsprechend müssen die Impfstoffe gegen die Covid-19 auslösenden Viren angepasst werden.

Drei neue Impfstoffe, die auf die derzeit vorherrschenden Omikron-Varianten optimiert wurden, sind gerade von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen worden. Die wichtigsten Fakten über die neuen Vakzine findest du hier.

Welche neuen, auf Omikron optimierte Impfstoff-Booster gegen Corona-Viren gibt es?

Die am 1. September 2022 von der EMA zugelassenen Impfstoff-Booster von BioNTech-Pfizer und Moderna sind beides mRNA-Impfstoffe, die auf den Corona-Subtyp BA.1 optimiert wurden. Allerdings werden in Deutschland zurzeit etwa 95 Prozent aller Infektionen von der BA.5-Variante ausgelöst.

Auf die aktuellen Subtypen BA.4 in Kombination mit BA.5 angepassten Impfstoffe gibt es bereits. In Amerika sind sie schon länger zugelassen, in Europa wurde am 12. September ein auf Omikron angepasster Booster der Unternehmen Biontech/Pfizer von der Europäischen Kommission zugelassen und für Menschen ab zwölf Jahren als Auffrischung empfohlen.

Sollte man den Impfstoff gegen Subtyp BA.4 /BA.5 denen gegen BA.1 vorziehen?

Nicht unbedingt. Eine große, neue Studie aus Portugal kam zu dem Ergebnis, dass der auf BA.1-optimierte Impfstoff erstaunlich gut auch gegen BA.5 wirkt.

Hintergrund: Portugal wurde Anfang 2022 von einer heftigen BA.1- und BA.2-Welle erfasst. 98 Prozent der Studienteilnehmer waren bereits grundimmunisiert, als sie einen Impfdurchbruch mit BA.1 bzw. BA.2 erlitten. Als 3 Monate später sich die B.5-Variante durchsetzte, gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die vorhergegangene Infektion mit BA.1/BA.2 nicht vor einer erneuten Corona-Infektion schützen würde. Doch die Auswertung der Studie ergab, dass eine Infektion mit BA.1 bzw. BA.2 eine Schutzwirkung von 75,3 Prozent hatte.

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) macht in ihrem Beschluss vom 20.9.2022 keine Unterscheidung zwischen ihrer Empfehlung des BA.1- und der neueren BA.4/BA.5-Impfstoffe, wies jedoch auf eine noch dünne Datenlage zu den neueren BA.4/BA.5-Impfstoffen hin.

Ist ein Omikron-Booster für dreifach gegen Corona-Viren Geimpfte sinnvoll?

Ja, denn wie gesagt verändert sich das Corona-Virus ständig und die bisherigen Impfstoffe wurden gegen den Wildtyp des Coronavirus, mit dem die Pandemie 2019 begann, entwickelt.

Diese ersten Impfstoffe haben für eine gute Grundimmunisierung gegen das Corona-Virus gesorgt und schützen dich immer noch recht gut vor schweren Krankheits-Verläufen und Long Covid, auch wenn du dich mit einer der neueren Varianten BA.1, BA.4 oder BA.5 infiziert hast.

Gegen eine Ansteckung mit diesen neuen Varianten schützen sie jedoch nicht mehr sehr gut, weil dein Immunsystem noch nicht mit den neuen Strukturen des Virus vertraut ist und es so länger braucht, um zu reagieren, wodurch das Virus mehr Zeit hat, sich in deinem Körper zu auszubreiten. Auch liegen bei vielen Menschen die 3. Impfung, der s.g. Wildtyp-Booster, bereits eine lange Zeit zurück, so dass eine Immunantwort bei Kontakt mit dem Corona-Virus meist nicht mehr so stark ausfällt.

Das legt auch die portugiesische Studie nahe: Probanden, die sich mit BA.5 infizierten, hatten durch eine vorherige Infektion mit der

  • Delta-Variante eine Schutzwirkung von 61, 3 Prozent
  • Alpha-Variante von 54,8 Prozent
  • ersten, ursprünglichen Wildtyp-Variante von 51,6 Prozent.

Eine große Studie aus den USA zeigte zudem, dass Menschen nach einer (3.) Booster-Impfung oder einer zweifachen Impfung plus Infektion seltener Kontaktpersonen ansteckten als Immunisierte ohne Auffrischung durch Booster oder Infektion. Auch das spricht dafür, dass angepasste Vakzine eine Ansteckungs-Gefahr vermindern und zudem zur Eindämmung des Virus beitragen.

Ist ein Booster überhaupt nötig, die meisten Covid-19-Verläufe gelten doch als mild?

Selbst wenn, solltest du die Risiken einer Infektion nach wie vor nicht unterschätzen. Das belegt eindrucksvoll eine ganz neue, große US-Studie, die 2-Jahres-Daten von rund 1,25 Millionen Infizierten auswertete.

Danach bleibt das Risiko, psychiatrisch oder neurologisch zu erkranken, nach einer Covid-19-Infektion 2 Jahre lang erhöht. In der Studie wird darauf hingewiesen, dass Omikron dabei genauso gefährlich sei wie seine Vorläufer. Eine Impfung bietet einen größtmöglichen Schutz sowohl gegen eine Ansteckung als auch der Entwicklung einer schweren Infektion.

Was enthalten die neuen Omikron-Booster?

Die beiden neu zugelassenen, mRNA basierten Impfstoffe von BioNTech-Pfizer und Moderna enthalten neue und alte Bestandteile, sind also bivalent: Denn zur einen Hälfte enthalten sie Informationen für das Spike-Protein des Wildtyps, zur anderen für die neue Omikron-Subvariante BA.1. Das soll den Booster gegen weitere Mutationen breiter aufstellen.

Zur Erinnerung: Das Spike-Protein ist die Andockstelle für das Corona-Virus. Durch eine Impfung lernt unser Immunsystem, im Falle einer Infektion das Spike-Protein schnell zu erkennen und zügig Antikörper zu bilden bzw. bereits gebildete zu aktivieren. Mit den neuen Omikron-Boostern frischst du deinen Immunschutz gegen den Corona-Urtyp auf und bereitest dein Immunsystem auf die Omikron-Subvarianten vor. Mehr zu den Impfstoffen gegen Corona erfährst du hier

Da die neuen Impfstoffe jedoch eine geringere Menge an mRNA enthalten, sind die neuen Impf-Dosen nur als Booster geeignet für Menschen, die mindestens die zwei Grundimmunisierungen gegen Corona erhalten haben, nicht für Ungeimpfte.

Wer bekommt den Omikron-Booster?

14 Millionen Impf-Dosen beider Präparate hat das Gesundheitsministerium geordert und sollen von Arztpraxen bestellt werden können. Noch empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Omikron-Booster-Impfung hauptsächlich für

  • über 60-jährige
  • Risikogruppen wie Menschen mit unterdrücktem Immunsystem
  • Pfegeheimbewohner
  • Tätige in medizinischen und Pflege-Einrichtungen.

Voraussetzung ist, dass sie bereits drei "immunologische Ereignisse" hatten, also 2 Grundimmunisierungen plus Booster oder plus Infektion. Auch sollte die letzte Impfung gegen Corona-Viren bzw. eine Corona-Infektion 6 Monate zurückliegen, so empfehlen es Experten und die STIKO. Allerdings können Impfungen nach ärztlichem Ermessen auch außerhalb der Stiko-Empfehlungen durchgeführt werden. Der Zeitraum zwischen den Auffrischungsimpfungen sollte aber mindestens 3 Monate betragen.

Für Personen, die bereits 4 immunologische Ereignisse hatte, z.B. Grundimmunisierung plus Auffrischung plus Infektion oder einen 4. Booster mit dem Wildtyp, gibt es momentan keine Empfehlungen. Für ältere Menschen oder Risikopatient*innen kann aber auch eine fünfte Dosis empfehlenswert sein. Diese Entscheidung sollte man zusammen mit der/dem behandelnden Ärzt*in treffen.

Auch bei vielen unter 60-jährigen 3-fach-Geimpften liegt die Auffrischungsimpfung mittlerweile mehr als ein halbes Jahr zurück. Wann auch sie offiziell berechtigt sein werden, sich den Omikron-Booster zu holen, ist noch unklar.

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, und damit auch nicht die gesundheitlichen Risiken, selbst wenn in diesem Sommer wieder eine scheinbare Normalität herrschte. Bleibe Herbst und Winter 2022 achtsam, um dich nicht zu infizieren und auch das Virus nicht weiter zu verbreiten. Halte dich über die neuen Impfmöglichkeiten informiert, um dich und andere zu schützen.

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