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Eine Impfung gegen Coronaviren hat die Firma Biontech entwickelt Studio Romantic / Shutterstock.com

Das bedeutet eine Corona-Impfung für dich

Corona-Impfung Die Fakten zu den Impfstoffen gegen Covid-19

Gesund durch die Corona-Krise Jetzt starten die Corona-Impfungen. Was du über den Ablauf und den Impfstoff wissen musst, und ob du mit der Impfung wieder dein soziales Leben aufnehmen kannst, erfährst du hier

Seit dem 27. Dezember 2020 wird nun auch in Deutschlad gegen das Coronavirus geimpft. Doch mit der Hoffnung, dass der Beginn der Impfungen das Ende der Pandemie einleitet, wachsen auch die Fragen.

Viele möchten wissen, wie sicher der in Deutschland jetzt zugelassenen Impfstoffn von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sind, wann man selbst geimpft werden kann, ob sich auch Schwangere impfen lassen sollten – und ob man danach mit anderen Geimpften endlich wieder Party machen darf. Wir haben die Antworten.

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Warum haben manche Bedenken gegen die Impfung?

Normalerweise dauert es Jahre, bis ein Impfstoff entwickelt und zugelassen wird. Mit der Arbeit an Impfstoffen gegen Covid-19 begannen Forscher jedoch erst im Februar 2020 – und bereits am 21.12.2020 wurde der Corona-Impfstoff des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen, der des US-Unternehmens Moderna folgte am 6.1.2021, der britisch-schwedische Impfstoff von AstraZeneca am 20.1.021. Alles Entwicklungen in Rekordzeit.

Einige Deutsche fürchten, dass so schnell entwickelte und zugelassene Impfstoffe größere Risiken und starke Nebenwirkungen bedeuten und womöglich Krankheiten bis hin zu Genmutationen auslösen könnten.

Sind die Bedenken berechtigt?

Nein. Dazu stellt die Bundesregierung auf ihrer Website klar, dass bei den Corona-Impfstoffen die gleichen hohen Qualitätsstandards gelten wie bei anderen Impfstoffentwicklungen.

Im Gegensatz zu den Briten, die eine Impfung gegen Corona per Eilzulassung bereits Mitte Dezember genehmigt haben, muss in Europa eine Zulassung durch die Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA (European Medicines Agency) erfolgen und keine der drei für eine Impfstoff-Zulassung notwendigen Prüfphasen darf übersprungen werden. Nur da Großbritannien nicht mehr zur EU gehört, konnte dort ein Sonderweg beschritten werden.

Wie sicher ist ein so schnell entwickelter Corona-Impfstoff?

Dass es bei Corona-Impfstoffen so schnell zu Zulassungen gekommen ist, liegt daran, dass noch nie so viel Geld in eine Impfstoffentwicklung investiert wurde, man bereits auf einiges Know-How zurückgreifen konnte und die Studien ohne Zeitverzögerungen zum Teil parallel und im großen Stil durchgeführt wurden, erklärt Prof. Dr. Marylyn Addo, Leiterin der Infektologie am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland die Prozesse der Prüfung und Bewertung von Impfstoffen überwacht, bestätigt in einer Stellungnahme, dass nur Impfstoffe eine Zulassung erhalten, deren Nutzen eindeutig die Risiken überwiegen. Zudem werde jeder Impfstoff auch nach der Zulassung weiter streng kontrolliert und bewertet, um seltene Nebenwirkungen zu erfassen. So sind bei den Impfungen in England bei zwei hochgradigen Allergikern starke Nebenwirkungen beobachtet worden, deshalb wird Menschen mit starken Allergien erst einmal von einer Impfung abgeraten.

Welche Prüfphasen müssen Impfstoffe durchlaufen?

Im ersten Schritt werden Impfstoffe an Tieren erprobt, anschließend wird er an freiwilligen Probanden in 3 Phasen getestet:

  • Phase I: Dabei wird der Impfstoff an maximal 100 gesunden Menschen auf seine Dosis, Verträglichkeit und Immunabwehrreaktion erprobt.
  • Phase II: Dosis, Verträglichkeit und Immunabwehrreaktion werden an einer größeren Anzahl von Freiwilligen getestet.
  • Phase III: Jetzt erproben mehrere Tausend bis mehrere Zehntausend Menschen den Impfstoff. Im Alltag soll sich zeigen, ob der Impfstoff wirklich vor einer Infektion schützt, sprich: eine Immunreaktion ausbildet, sicher ist und welche seltenen Nebenwirkungen möglich sind.

Im Falle der Impfstoff-Entwicklungen gegen Coronaviren wurden die klinischen Ergebnisse jeder Phase von Anfang an gleich an die EMA in Amsterdam übermittelt und dort sofort bearbeitet. Normalerweise müssen dafür erst alle für einen Zulassungsantrag notwendigen Daten vorhanden sein. "Rolling-Review" wird dieses parallele Verfahren genannt. Es hat viel Zeit gespart und dazu beigetragen, dass eine schnellstmögliche Zulassung erfolgen konnte.

Welche Nebenwirkungen können bei der Corona-Impfung auftreten?

Bei keiner Impfung kann man Nebenwirkungen ausschließen, so die Informationen der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI). Zu erwarten sind leichte Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle – wie bei anderen Impfungen auch. Seltener sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Aber auch darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen: Solche Symptome zeigen an, dass sich dein Körper mit dem Impfstoff aktiv auseinandersetzt und einen wirksamen Schutz gegen den Erreger aufbaut, so Medizinerin Addo.

Wer in Deutschland zu den ersten gehört, der sich mit den offiziell zugelassenen Impfstoffen impfen lässt, die Erste / der Erste ist er nicht. Über 70.000 Probanden haben an den klinischen Vergleichsstudien der beiden Impfstoffkandidaten von Biontech und Moderna bereits teilgenommen.

Sprecher des Mainzer Unternehmens Biontech meldeten, dass etwa 3,8 Prozent ihrer Probanden über Müdigkeit und 2 Prozent über kurzzeitige Kopfschmerzen berichteten. Bei den ersten Impfungen in England zeigten nur zwei starke Allergiker verstärkte Symptome auf den Impfstoff.
Laut dem US-Impfstoffhersteller Moderna klagten die Probanden des Moderna-Impfstoffs über Abgeschlagenheit (9,7 Prozent), Muskelschmerzen (8,9 Prozent), Gelenkschmerzen (5,2 Prozent) und Kopfweh (4,5 Prozent). Und auch bei dem Impfstoff von AstraZeneca sind nur leichte Nebenwirkungen bekannt.

Aber natürlich gilt wie bei jeder Impfung und jedem medizinischen Eingriff auch hier: Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Ein Restrisiko bleibt immer, als eine/einer unter Millionen Geimpften eine schwere Nebenwirkung zu entwickeln. Das sind die möglichen gefährlichen Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung.

Sind Langzeit-Impfschäden zu befürchten?

Das ist logischerweise nicht zu 100 Prozent absehbar. Verunsicherung bereitet vielen Menschen, dass beide Impfstoffe auf mRNA-Basis arbeiten, denn das Verfahren gilt als noch recht neu.

Aber so ganz neu sind diese Impfstoffe auch nicht. Seit 2013 wird mit diesem Impfstoff-Typ experimentiert und er bereits an Menschen getestet, zum Beispiel im Kampf gegen Grippe, das Zika-Fieber oder Tollwut.

Wie funktioniert ein mRNA-Impfstoff?

mRNA steht für "messenger Ribonukleinsäuren". RNA ist, vereinfacht gesagt, ein Molekül, das in den Zellen genetische Informationen in Proteine umsetzt. Es gibt verschiedene RNA-Typen. Die spezielle mRNA, also messenger-RNA, übersetzt: Boten-RNA, fungiert in deinem Körper als Informationsüberträger.

Bei der Impfung mit einem künstlich hergestellten mRNA-Molekül wird der Bauplan für die Oberflächenproteine von SARS CoV2 in abgeschwächter Form in den Muskel und damit in Körperzellen eingeschleust. Dort wird der Bauplan des Coronavirus "gelesen". Auf diese Weise wird der Körper mit dem neuen Protein in einer abgeschwächten Version vertraut gemacht. Da unser Immunsystem es jedoch als fremd erkennt, entwickelt es eine Immunantwort in Form von Antikörpern und T-Zellen, die für das immunologische Gedächtnis zuständig sind. Kommen wir mit dem echten Erregen künftig in Kontakt, kann unsere Körper schnell Abwehrzellen bilden und uns so von einer Erkrankung bewahren.

Wie funktioniert der Vector-Impfstoff?

Bei dem Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca handelt es sich dagegen um einen Vektor-Impfstoff. Das sind Impfstoffe, die mit Hilfe eines Trägervirus funktionieren. Der Impfstoff besteht also aus einem harmlosen Virus, in diesem Fall einem für Menschen harmlosen Erkältungsvirus von Schimpansen.

Dort hinein wird ein kleiner Teil des Erbguts (DNA), der Bauplan für die Eiweiße auf der Oberfläche des Coronavirus, eingebaut und so in den Körper transportiert. Die Körperzellen nehmen die Vektoren auf, lösen eine Reihe von Prozessen aus und stellen für eine kurze Zeit Spike-Proteine des Coronavirus her, die sich an der Oberfläche des Coronavirus befinden. Wichtig: Das sind keine Coronaviren. Das Immunsystem wird so angeregt, Antikörper und T-Zellen gegen das Corona-Protein zu bilden. Kommen geimpfte Personen zu einem späteren Zeitpunkt mit Coronaviren in Kontakt, sind diese dem Immunsystem bereits bekannt. Die trainierten Abwehrkräfte können sie schnell erkennen und zügig gezielt bekämpfen.

Eine Schwachstelle bei dem Impfstoff von AstraZeneca ist, dass es nicht ausreichend an Menschen über 55 Jahren getestet wurde. Dennoch hat die EMA ihn für alle über 18-jährigen zugelassen. Wie bei anderen drei Impfstoffen sind 2 Impfungen notwendig. Das Risiko, nach den Impfungen doch noch an Covid-19 zu erkranken, sank nach Studienlage um 60 Prozent.

Birgt der Impfstoff Gesundheits-Gefahren für mich?

Die meisten, die dem Impfstoff skeptisch gegenüber stehen, fürchten, künstliche mRNA könne das Erbgut verändern. Dem widerspricht PEI-Präsident Klaus Cichutek: Es gebe eine klare Datenlage zu RNA-Impfstoffen, nach der diese das Erbgut von Menschen nicht verändern könnten. Das sei schon deshalb nicht möglich, da die bei der Impfung applizierten Bestandteile des Coronavirus aufgrund der unterschiedlichen chemischen Strukturen von RNA und dem Erbgut (DNA) eine Integration unmöglich mache.

Da die mRNA-Moleküle instabil sind und schnell abgebaut werden, wird zudem die Wahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt, dass fehlgeleitete Moleküle anderswo im Körper Schaden anrichten könnten. Die kurze Haltbarkeit der mRNA-Moleküle ist übrigens auch der Grund, warum die Impfung mit dem Biontech-Impfstoff nach etwa 21 Tagen wiederholt werden muss.

Muss ich mich impfen lassen?

Nein, es wird keine allgemeine Impfpflicht geben, das haben sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Gesundheitsminister Jens Spahn immer wieder versichert. Es gibt aber gute Gründe, sich impfen zu lassen, hier zur Erinnerung: Diese Symptome löst das Coronavirus aus.

Werden auch Schwangere geimpft?

Nein, laut STIKO sollen Schwangere und auch Kinder unter 16 Jahren nicht geimpft werden, dafür sei die Datenlage noch nicht ausreichend. Geimpften Frauen im gebärfähigen Alter wird zudem empfohlen, 2 Monate nach der erfolgten Impfung nicht schwanger zu werden.

Wann und wo werde ich gegen Covid-19 geimpft?

Du bist jung und gesund und arbeitest nicht in einem medizinischen Beruf? Dann wirst du dich gedulden müssen. "Die Zulassung eines Impfstoffs heißt noch nicht, dass dieser sofort für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird", schreibt die Bundesregierung auf ihrer Homepage, "Er muss noch in ausreichender Menge produziert und verteilt werden. Daher muss anfangs priorisiert werden, welche Gruppen sich zuerst impfen lassen können."

Die Bundesregierung hat eine Priorisierungsliste erarbeitet, die festlegt, welche Menschen zuerst geimpft werden. Ganz oben stehen Menschen ab 80 Jahren, Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, Pflegepersonal mit hohem Ansteckungsrisiko, Personal in medizinischen Einrichtungen mit Risikopatienten sowie Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege zuerst geimpft. Die detaillierten Priorisierungen findest du hier.

Die Impfung selbst wird in Impfzentren stattfinden, die zur Zeit deutschlandweit eingerichtet werden. Genauere Informationen für dein Bundesland findest du hier. Zudem wird es mobile Impfteams für zum Beispiel stationäre Einrichtungen geben.

Wie kann ich mich oder Ü80-Angehörige zur Impfung anmelden?

Dabei herrscht noch einige Unklarheit und auch Uneinheitlichkeit von Bundesland zu Bundesland. Wenn du dich oder Angehörige, die in der Prioritätliste ganz oben stehen, anmelden möchtest, kannst du das unter der Telefonnummer 116117 oder unter www.impfterminservice.de tun, allerdings steht der Service noch nicht für alle Bundesländer zur Verfügung und auch bei der Hotline musst du dich auf lange Wartezeiten einrichten.

Muss ich die Corona-Impfung selbst bezahlen?

Nein, die Kosten für die Coronaimpfung trägt der Bund, die Kosten für den Betrieb der Impfzentren übernehmen die Länder gemeinsam mit den Krankenkassen.

Werde ich nach der Corona-Impfung wieder Party machen können?

Das ist leider Illusion. Bis zu den nächsten Partys, wie sie vor Corona stattfanden, wird es wohl mindestens Herbst 2021 werden. Denn es soll keine 2-Klassengesellschaft geben: Die Geimpften mit einem Freifahrtschein für Massenveranstaltungen und die Nichtgeimpften nicht.

Erst wenn gesichert von einer allgemeinen Herdenimmunität ausgegangen werden kann, sollen einschränkende Maßnahmen wie z.B. auch die Maskenpflicht für alle gelockert werden. Das ist nicht nur eine Frage des Gesundheitsschutzes, sondern auch der Solidarität.

Beendet die Impfstoff-Zulassung die Corona-Pandemie?

Sicher ist das nicht, und ganz sicher nicht so bald. Erst einmal muss genügend Impfstoff produziert werden – das wird bis mindestes Ende 2021, wahrscheinlich sogar länger dauern. Es wird also noch viel Zeit vergehen, bis genügend Menschen geimpft sind, so dass eine so genannte Herdenimmunität entsteht.

Dafür müssten mindestens 67 Prozent der Bevölkerung mit einem 100 Prozent wirksamen Impfschutz geimpft worden sein. Die aktuellen Impfstoff-Kandidaten beziffern ihre erwartbare Impf-Erfolgsbilanz mit etwa 95 Prozent. Und dann müssen sich überhaupt genug Menschen impfen lassen: Die Bereitschaft dazu liegt in Deutschland um die 50 Prozent.

Zudem ist die Lagerung der Impfstoffe nicht einfach. So müssen die Impfstoffe sehr kühl gelagert werden, einige bei bis zu minus 80 Grad. Das stellt die Logistik und auch die Impfzentren vor große Herausforderungen. Auch ist noch nicht klar, wie lange die Immunität anhält, und ob Geimpfte noch Coronaviren verbreiten können, auch wenn sie selber nicht erkranken.

Ob der Impfstoff auch gegen die neuesten Mutationen des Coronavirus' wirkt, wird zwar bisher angenommen, muss sich aber erst noch in der Realtiät beweise.

Die Impfstoffe gegen das Coronavirus sind nicht gefährlicher als andere Impfungen. Aber auch wenn der Impfbeginn ein vielversprechender Schritt in Richtung Normalität ist, werden die Schutzvorkehrungen noch eine Weile bleiben. Also gilt weiterhin: Halte Abstand, trage Maske, bleib gesund!

(Dieser Artikel wurde am 31.01.2021 akutalisiert.)

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