Stichheiler helfen schnell gegen die Folgen eines Instektenstichs 9nong / Shutterstock.com

Stichheiler im Vergleich Schnelle Hilfe gegen juckende Insektenstiche

Wir erklären, worin sich thermische, elektrische und mechanische Stichheiler unterscheiden, um die Folgen von Insektenstichen zu stoppen

Eben noch hast du mit deiner Freundin engagiert über Blühstreifen und naturbelassene Brachflächen zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Insekten diskutiert, da wirst du fies von einer Mücke gestochen.

Gar nicht so leicht, angesichts des einsetzenden Juckens an die wichtige Rolle dieser Biester in einem funktionierenden Ökosystem zu denken. Glück haben diejenigen, die jetzt schnell einen Stichheiler zu Hand haben. Welche unterschiedlichen Modelle es gibt und wie sie funktionieren, erklären wir hier.

In diesem Artikel:

Wie funktionieren Stichheiler?

Um das zu verstehen, muss man erst kurz erklären, was bei Insektenstichen, zum Beispiel bei einem Mückenstich, passiert: Da weibliche Mücken für die Entwicklung des Nachwuchses in ihren Körpern Blut von Menschen bzw. Wirbeltieren brauchen, ritzen sie mit ihrem Saugrüssel deine Haut mit winzigen Schnitten auf. Direkt nach dem Aufritzen spritzt die Mücke Speichel in die Schnittstelle.

Dieser Speichel enthält Substanzen, die die Einstichstelle betäuben und deine Blutgerinnung hemmen, so dass das Blut flüssig bleibt und der feine Stichapparat der Mücke nicht verklebt. So weit, so gut für die Mücke. Aber nicht für dich.

Denn Eiweiß-Bestandteile des Insektenspeichels lösen bei dir eine allergische Reaktion mit Histamin-Ausschüttung aus, die zu Rötungen, Schwellungen und heftigem Juckreiz führt. Bei Wespen, Bienen und Hornissen enthält der Speichel sogar bereits Histamin. Stichheiler stoppen die dadurch ausgelösten Symptome, indem sie entweder die für die allergische Reaktion verantwortlichen Proteine zerstören oder heraussaugen.

Bei einem Mückenstich sondert die Mücke Proteine ab, die allergische Reaktionen auslösen
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Bei einem Mückenstich sondert die Mücke Proteine ab, die allergische Reaktionen auslösen

Welche Arten von Stichheilern gibt es?

Man unterscheidet 3 Arten von Stichheilern, die in ihrer Funktionsweise verschieden sind:

  • Thermische Stichheiler machen die Eiweißmoleküle mit Hilfe von Hitze unschädlich, indem sie sie sehr schnell auf Temperaturen zwischen 42 bis 52 Grad erhitzen.
  • Elektrische Stichheiler setzen die Eiweißmoleküle mit elektrischen Impulsen außer Gefecht.
  • Mechanische Stichheiler erzeugen einen Unterdruck, um die Proteine aus der Haut herauszusaugen.

Wie funktionieren thermische Stichheiler?

Die kleine Metallplatte an thermischen Stichheilern erhitzt sich per Knopfdruck sehr schnell auf die gewählte Temperatur und zerstört mit der Energie der Hitze die allergieauslösenden Proteine in der betroffenen Einstichstelle. Du kennst den Prozess vom Eier-Kochen, bei dem die Hitze das Eiweiß gerinnen lässt.

Allerdings ist das nicht ganz schmerzfrei: Die metallische Oberfläche der thermischen Stichhalter muss auf mindestens 45 Grad erhitzt und kurz (zwischen 3 bis 6 Sekunden) auf die betroffene Hautstelle gehalten werden, um dort die Histamin-Ausschüttung stoppen und dadurch den Juckreiz sekundenschnell reduzieren zu können. Den meisten tut das kurz etwas weh, aber dafür verschwinden Jucken und Schwellung zügig.

Der Stichheiler Bite Away wirkt mittels Hitze gegen die Folgen eines Insektenstiches
BiteAway
Thermische Stichhalter bekämpfen die allergische Reaktion auf einen Insektenstich mit Hitze

Thermische Stichhalter werden meist mit Batterie betrieben, z.B. der bei Stiftung Warentest mit sehr gut bewertete Stift bite away Cobra von Riemser Pharma, bei dem man zwischen 2 unterschiedlichen Intensitäten wählen kann. Die meisten Stichheiler wirken nicht nur gegen Mückenstiche, sondern helfen auch bei Stichen von Wespen, Bremsen, Hornissen und anderen Insekten, die allergische Reaktionen hervorrufen können.

Tipp: Kleiner und cooler als die herkömmlichen meist klobigen, stiftförmigen Stichheiler ist der brandneue Stichheiler heat it, der über einen USB-C-Anschluss mit dem Handy verbunden wird und innerhalb von Sekunden auf die erforderliche Gradzahl erhitzt, ohne den Akku allzu sehr zu belasten: 500 Anwendungen pro Handyladung sollen möglich sein.

Mittels eines QR-Codes auf der Verpackung lässt sich eine App herunterladen, mit der die Intensität gezielt regulieren werden kann, je nach dem, ob Kinder oder Erwachsene behandelt werden sollen oder ob eine „empfindliche Hautstelle“ betroffen ist. Auch eine Variante für iPhones soll in Kürze verfüg bar sein.

Stichheiler heat it funktioniert im Kombination mit dem Handy
www.heatit.de
Der thermische Stichheiler heat it zieht seine Energie aus dem Handy

Wie funktionieren elektrische Stichheiler?

Elektrische Stichheiler kommen ohne Batterie aus. Sie erzeugen Strom mittels eines Piezo-Zünders, den du von einem elektrischen Feuerzeug her kennst. Meist sind bis zu 8 elektrische Impulse bzw. Klicks hintereinander nötig, um die Histamin-Ausschüttung nach einem Insektenstich zu stoppen und die Symptome zu lindern.

Auch diese Art der Behandlung ist nicht völlig schmerzfrei, aber ebenfalls effektiv. Gut getestete elektrische Stichheiler sind zum Beispiel der NCM T177 Eco-Clic oder der Tropicare Plus Click Away.

Wie funktionieren mechanische Stichheiler?

Die mechanischen Varianten kommen ohne Strom oder Batterie aus. Mittels einer Pumpe erzeugen sie stattdessen einen Unterdruck, ein Sog entsteht und das Gift wird aus der Wunde herausgesogen. Auch bei Giften von Fischstacheln, einigen Schlangenarten und Pflanzen sollen mechanische Stiftheiler helfen. Gut bewertet ist zum Beispiel das handliche Modell Aspivenin.

Tipp: In Ländern mit sehr aggressiven Stech-Insekten haben sich mechanische Stichheiler als besonders nützlich erwiesen, da sie das Gift aus der Wunde tatsächlich entfernen bzw. heraussaugen.

Bei einem Mückenstich bloß nicht kratzen, sondern einen Stichheiler darauf halten
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Bei einem Mückenstich bloß nicht kratzen, sondern einen Stichheiler darauf halten

Wirken Stichheiler besser als Gels gegen Insektenstiche?

Das kommt darauf an. Kleine Kinder und Frauen mit sehr empfindlicher Haut fahren eventuell mit einem Antihistamin-Gel wie Fenistil besser, müssen aber die darin enthaltene Chemie in Kauf nehmen. Der Vorteil vieler Heil-Gels ist zudem, dass sie zusätzlich einen kühlenden Effekt haben.

So punktgenau wie Stichheiler sind sie jedoch nicht, und meist auch nicht so schnell. Wichtig: Wer Kinder im Haushalt hat, sollte auf jeden Fall einen Stichheiler wählen, bei dem unterschiedliche, also auch niedrigere Temperatur-Intensitäten wählbar sind.

Wichtig: Nach dem Anbrechen einer Gel-Tube sollte sie nur noch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer viel im Freien unterwegs ist, hat deshalb wohl besser einen Stichhalter dabei. Einige sind recht klobig und für einen Bellybag zu groß, für einen kleinen Rucksack aber sind alle gängigen Modelle völlig ok. Best choice: Der Stichheiler Heat it, der an den Schlüsselbund passt, und mit dem Handy verbunden wird, das die meisten ja sowieso immer dabei haben.

Egal für welches Stichheiler-Modell du dich entscheidest, wichtig ist vor allem, dass du ihn schnell auf den Stich hältst und auch anschließend nicht daran herumkratzt – dann wird das lästige Jucken ausgebremst.

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