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Genial getarnt: So surft man sicher und anonym auf Pornoseiten Paulik / Shutterstock.com

Anonym surfen So hinterlässt du beim Online-Surfen keine Spuren im Netz

Du schaust dir ab und zu im Internet auch Inhalte an, von denen lieber niemand wissen soll, etwa Sex- und Pornoseiten? Hier liest du, wie du sicher und anonym im Netz surfst

Vor allem Männer tun es, aber auch immer mehr Frauen: Pornos im Netz anschauen. Je nach Befragung und Quellen ist ein Viertel bis ein Drittel des Porno-Publikums weiblich. Ist ja auch nichts Schlimmes, aber manchmal halt doch ein bisschen peinlich. Deshalb wollen die meisten dabei am liebsten völlig anonym bleiben, niemanden gehen die persönlichen sexuellen Vorlieben etwas an.

Doch wenn du dich nicht aktiv darum bemühst, bleibst du gläsern und könntest jederzeit ertappt und enttarnt werden. Die Portale beobachten jeden Klick ihrer Besucher auf ihren Seiten über Daten-Tracking-Tools wie Social-Media Buttons oder Werbebanner. Da geht es nicht nur um den Schutz vor Entblößung deiner Kinks.

Welche Daten gebe ich im Netz preis?

Eine US-Studien mit dem Namen "Tracking sex" (2019) kommt zu folgendem Fazit: 93 Prozent der über 22.000 untersuchten Sex-Portale geben Nutzerdaten an Drittanbieter weiter (im Schnitt gibt es auf jeder Seite 7 Daten-Tracking-Tools, die deine Daten etwa an Google und Facebook weitergeben).

Und: Die Daten enthüllen in fast der Hälfte der Fälle die sexuellen Vorlieben der Nutzer. Die Autoren der Studien warnen, dass diese Daten das nächste Geschäftsfeld für Hacker werden könnte, um Nutzer zu erpressen. So erhöhst du die Sicherheit, damit dir das nicht passiert.

Was verrät mein Browser über meine Internet-Aktivitäten?

Vor allem dein Browser verrät durch diverse Tracking-Funktionen, die standardmäßig aktiviert sind, auf welchen Seiten du zuletzt warst, welche Dateien heruntergeladen wurden und nach welchen Begriffen du gesucht hast. Die gesammelten Daten können mit wenigen Klicks angezeigt werden oder tauchen künftig als Vorschläge im Browser auf – für alle, die deinen Computer nutzen.

Darüber hinaus werden die Informationen zum Teil auch an die besuchten Websites zur Auswertung weitergegeben. Ein Graus für alle, die sich regelmäßig auf einschlägigen Seiten vergnügen. Doch es gibt Mittel und Wege, deine Spuren zu verwischen:

Wie surfe ich anonym im Inkognito-Modus des Browsers?

Es ist der einfachste Weg, um die Verfolgung der eigenen Aktivitäten durch den Browser kurzzeitig abzuschalten. Nach der Aktivierung werden besuchte Seiten, Cookies, Suchanfragen und temporäre Dateien für die Dauer der Sitzung nicht mehr auf deinem Rechner gespeichert.

Der Inkognito-Modus heißt in jedem Browser anders. Mit Chrome aktivierst du ihn am einfachsten über das Tastenkürzel Strg-Umschalt-N. In Firefox startet der "private Modus" mit Strg-Umschalt-P. Wer Microsoft Edge nutzt, öffnet ein "InPrivate"-Fenster mit Strg-Shift-P; bei Safari per Command+Shift+N.

Du kannst dich also ungeniert auf Sex-Seiten tummeln, ohne dass dies von anderen Nutzern deines Computers, wie etwa deinem Partner oder deinen Freunden, später unangenehm nachvollzogen werden kann. Das Problem: Der Inkognito-Modus verhindert nicht, dass deine Webaktivitäten von deinem Arbeitgeber (falls du im Büro surfst oder über einen Laptop des Unternehmens), deinem Internetanbieter oder den besuchten Webseiten erfasst werden. Kurzum: der Rest der Welt kann weiterhin herausfinden, auf welchen Seiten du dich herumgetrieben hast.

Wie nutze ich die Anti-Tracking Funktion des Browsers?

Um das oben genannte Tracking von Drittanbietern so gut wie möglich zu unterbinden, solltest du die Anti-Tracking Funktion deines Browsers aktivieren. Bei den meisten Browsern ist die über die Menüschaltfläche Einstellungen und dann unter dem Pfad Privatsphäre/ Sicherheitseinstellungen/ Datenschutz zu finden. Aktiviere dort die Funktion Nicht-Verfolgen ("Do-Not-Track").

Aber selbst diese Funktion garantiert keine Anonymität im Netz, da die Übernahme der Funktion freiwillig ist. Ja, du hast richtig gehört: die Betreiber der besuchten Webseiten entscheiden selbst, ob sie deine Präferenz für mehr Datenschutz akzeptieren oder eben nicht, es gibt keine verpflichtenden gesetzlichen Vorgaben.

Was also tun? Installiere Browser-Extensions wie etwa Privacy Badger, Ghostery oder Disconnect. Sie sind deutlich effektiver, um deine Spuren zu vertuschen. Für welchen du dich entscheidest ist letztlich egal, die Stiftung Warentest hat einige getestet (2017) und kam zu dem Resultat: irgendeiner ist besser als gar keiner. Der damalige Testsieger ublock Origin blockierte 77 Prozent aller Online-Tracker.

Wie kann ich meine IP-Adresse per VPN-Verbindung verschleiern?

Wenn du das Verwischen deiner Surf-Spuren auch auf die Welt außerhalb deines Endgerätes ausweiten willst, ist ein sogenanntes Virtual Private Network (kurz VPN) die beste Wahl, denn es schützt deine Privatsphäre beim Surfen und Downloaden, indem es deine IP-Adresse sowie deinen Ort verschleiert und dadurch Webseitenaufrufe nicht mehr zu dir zurückverfolgt werden können. Eine VPN-Verbindung macht also quasi da weiter, wo der Inkognito- und Anti-Tracking Modus deines Browsers schlapp macht.

Ein Großteil der VPN-Dienste wie etwa Hide My Ass, Avira Phantom VPN oder Cyberghost sind gratis oder bieten zumindest eine kostenlose Testphase an. Allerdings dann mit stark reduzierter Bandbreite, Werbung oder einem Datenvolumen-Limit. Wer ohne Einschränkungen eine VPN-Verbindung für mehr Anonymität nutzen will, muss zahlen – meist zwischen 5 bis 20 Euro pro Monat, je nach Abo-Länge und Anbieter. Aber der Einsatz lohnt sich.

Tipp: Nutze einen VPN-Dienst, der keine Daten- oder Kommunikationsprotokolle speichert.

Komplett anonym surfen ist aufwändig, aber machbar. Der Inkognito-Modus deines Browsers verhindert, dass andere Nutzer deines Computers deinem Faible für Porno-Seiten auf die Schliche kommen. Browser-Extensions bieten mehr Schutz. Wenn du jedoch im Internet so anonym wie möglich bleiben willst, ist die Nutzung einer VPN-Verbindung die beste Lösung.

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