Schlechte Angewohnheit Pfeifen Sie ruhig mal auf die Regeln!

Perfektionismus macht auf Dauer krank. Schlechte Angewohnheiten dagegen tun manchmal richtig gut. Diese 10 Unarten sollten Sie sich ab und zu erlauben

Was gibt es nicht alles für Regeln, geschriebene wie ungeschriebene, an die Sie sich halten sollen. Und wissen Sie was? In vielen Fällen sorgen diese Gebote nur für Stress und schlechte Gefühle. Darum sagen wir Ihnen: Pfeifen Sie drauf. Besonders diese 9 Regelbrüche legen wir Ihnen dringend ans Herz.

Kauen Sie öfter Kaugummi!

Auch wenn es nicht besonders elegant aussieht: Die Kauerei hat gleich mehrere positive Aspekte für die Gesundheit. So schützt zuckerfreies Kaugummi zum Beispiel Ihre Zähne. Denn säurehaltige Lebensmittel wie Obst oder Säfte greifen den Zahnschmelz an. Folge: Das Karies-Risiko steigt. 20-minütiges Kaugummikauen nach den Mahlzeiten kann das verhindern, weil durch die erhöhte Speichelkonzentration die schädigende Säure neutralisiert wird.

Eine englische Studie an der University Northumbria in Newcastle fand zudem heraus, dass fleißiges Kauen die Leistung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses um 35 Prozent verbessert. Studienteilnehmer, die Kaugummi kauten, konnten sich deutlich besser Zahlen und Bilder merken als ihre nicht kauenden Konkurrenten. Zuckerfreies Kaugummi macht außerdem schlank. Mehrere Untersuchungen zeigen, dass Kaugummi-Fans weniger Kalorien zu sich nehmen. Scheinbar regt das Kauen Nerven in den Kiefermuskeln an, die dann an das Gehirn funken: "Du hast doch schon genug gekaut und bist also satt!"

Flippen Sie ruhig mal aus!

Sauer? Genervt? Dann zeigen Sie es! Rumbrüllen, gegen den Schrank hauen – alles ist erlaubt. Hauptsache, raus mit den negativen Gefühlen! US-Wissenschaftler der Carnegie Mellon University in Pittsburgh haben herausgefunden, dass Wut die Ausschüttung von Cortisol senkt. Das Hormon gilt als Herzfeind und Dickmacher. Ist der Cortisol-Spiegel niedrig, sind wir ruhiger und souveräner, können sogar das Für und Wider in kniffligen Situationen besser abwägen.

Rasten Sie ruhig mal ein bisschen aus, das befreit! © EDW / Shutterstock.com

Die Psychologin Julie Norem vom Wellesley College im amerikanischen Cambridge weiß, warum Frauen so ungern ausflippen. "Die Gründe liegen in unserer Erziehung. Frauen wird eher vermittelt, dass Gefühle wie Ärger und Wut negativ und unerwünscht sind. Daher wissen wir oft nicht mit ihnen umzugehen und unterdrücken sie. Zum Wohle unserer Gesundheit sollten wir sie aber rauslassen", sagt die Buchautorin ("Die positive Kraft negativen Denkens", Scherz, um 7 Euro).

Pflegen Sie Ihren Schuhtick!

Wie sieht es unter Ihrem Schreibtisch aus? Hoffentlich wie im Schuhgeschäft: mit diversen High Heels, Sneakers, Dianetten und Ballerinas. Denn an langen Arbeitstagen mit unendlich vielen Gängen über die Büroflure brauchen Ihre Füße Abwechslung. "Bei hohen Absätzen wird der Vorfuß oft stark belastet. 80 Prozent des Gesamtgewichts drücken auf die empfindlichen Mittelfußköpfchen, das Gewölbe des Fußes verändert sich schmerzhaft", warnt die Orthopädin Dr. Carina Ferrari aus Schwalmtal. Häufiger die Schuhe zu wechseln tut auch Muskeln und Bändern gut: Sie ermüden weniger schnell. Also: Schuh the Shuffle!

Geben Sie nicht jedem die Hand!

Erkältungsviren kleben bevorzugt – haaatschi! – genau: an den Händen. Doch auch auf Türklinken, Telefonen und Tastaturen lauern die mikroskopisch kleinen Tröpfchen. Und zwar erstaunlich lange: US-Forscher der University of Virginia in Charlottesville stellten bei einem Test in Hotelzimmern fest, dass Krankheitskeime auch nach 18 Stunden noch aktiv und infektiös waren.Gelangen die Viren über Ihre Hände an die Schleimhäute in Nase oder Mund, sind Sie fällig. Deswegen sollten Sie am besten niemandem die Hand geben – auch Notlügen sind in dem Fall erlaubt: "Ich brüte gerade etwas aus und will Sie nicht anstecken." Oder waschen Sie nach jedem Schüttler gründlich Ihre Hände.Tipp, wenn Sie viel unterwegs sind: ein paar feuchte Reinigungstücher in die Handtasche packen.

Legen Sie öfter mal die Füße auf den Tisch!

In dieser Haltung entlasten Sie nämlich Ihre Bandscheiben und verhindern Nacken- und Rückenschmerzen. "Wer viele Stunden am Computer arbeitet, der leidet oft unter Verspannungen", sagt Sportwissenschaftler Marco Beutler aus Michelstadt im Odenwald. "Bedingt durch eine falsche Körperhaltung kommt es zu einer deutlichen Spannungserhöhung der Muskulatur, die zu Schmerzen führt."

Im Büro Füße auf dem Tisch? Beste Idee! Ihr Rücken freut sich. © Stockfour / Shutterstock.com

Beutler rät, den Büroalltag auch sonst durch kleine Tricks bewegter zu machen: "Stehen Sie auf, wenn das Telefon klingelt, statt einfach nur den Hörer abzunehmen. Stellen Sie nicht alles in Griffweite, das schränkt den Bewegungsraum zusätzlich ein." Nicht nur wegen des Feinstaubs sind Drucker und Faxgeräte also in einem anderen Büroraum besser aufgehoben.

Ziehen Sie ruhig mal die Nase hoch!

Okay, vielleicht nicht im Meeting mit dem Vorstand. Fakt ist: So schützen Sie Ihre Nebenhöhlen. Kräftiges Ausschnauben erhöht den Innendruck in der Nase 10-mal stärker als Niesen, ergab eine Studie der University of Virginia in Charlottesville. Mögliche Auswirkung: Der infektiöse Schleim wird in die Nebenhöhlen gedrückt und kann dort schmerzhafte Entzündungen (zum Beispiel eine Sinusitis) auslösen. Deswegen raten viele HNO-Ärzte, das Sekret sanft hochzuziehen.Wer das jedoch auf keinen Fall will, der sollte immer nur ein Nasenloch einzeln ausschnäuzen und das andere während dieser Zeit zuhalten, um möglichst geringen Druck in der Nase zu erzeugen.

Duschen Sie weniger!

Erstens kürzer: Denn schon 4 Minuten unter einem heißen Wasserstrahl genügen, um den empfindlichen Schutzfilm der Haut zu schädigen. Seife, parfümierte Kosmetikprodukte und lange Schaumbäder sind eine weitere Belastung für Ihr größtes Organ. Zweitens seltener: Hautärzte empfehlen tatsächlich, nur 2- bis 3-mal pro Woche zu duschen. Vor allem Frauen mit sehr trockener Haut können durch die tägliche Brause sogar Ekzeme bekommen. Nehmen Sie hautfreundliche Waschlotion und verwenden Sie rückfettendes Öl. Nach dem Duschen den Körper nicht kräftig abrubbeln, sondern nur sanft trocken tupfen.

Mal so richtig mit der Freundin ablästern? Gute Idee! Das reinigt die Seele! © Drazen Zigic / Shutterstock.com

Lästern Sie mal richtig ab!

Keine Frage: Sehr nett ist Lästern nicht. Aber Studien belegen, dass Tratschen Spannungen abbaut und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Historiker vermuten, dass der Klatsch als weibliche Methode zum Aggressionsabbau entstand, während die Männer sich bei Zoff direkt auf die Mütze hauten. Von daher: Tun Sie es ruhig ab und zu, allerdings nur mit guten Freunden. Und lassen Sie sich auf keinen Fall erwischen!

Machen Sie nie Ihr Bett!

Damit senken Sie aktiv Ihr Asthma-Risiko, denn in einem nur aufgeschlagenen Bett gibt es statistisch gesehen weniger Allergien auslösende Milben als in einem ordentlich gemachten. Der Grund: Die in der Matratze steckende Feuchtigkeit und Wärme aus der Nacht kann besser entweichen, wenn keine Decke darauf liegt. Sonst wird das Bett zur perfekten Brutstätte für ungebetene Schlafgäste.

Ungemachtes Bett? Super! Denn das hassen Milben, was gut ist für Ihre Atemwege. © shurkin_son / Shutterstock.com

"Ziehen Sie die Matratze tagsüber zum Lüften einfach schräg vom Bettgestell. Klopfen Sie sie im Sommer zusätzlich draußen kräftig aus und lassen Sie sie in der Sonne stehen", empfiehlt Dr. Frank Bartram, Vorsitzender des Bundesverbands der Umweltmediziner in Berlin.

Putzen Sie seltener!

Umweltmediziner Bartram rät Putzteufeln zur Gelassenheit: "Übertriebene Hygiene in der Wohnung hat oft die gegenteilige Wirkung. Vor allem Raumdüfte sind eine Belastung für Atemwege und Nervensystem." Denn die chemisch hergestellten Aromen können Ihre Entgiftungssysteme schädigen: Leber, Lymphe und Haut sind mit dem Abtransport überlastet, und Umwelterkrankungen können auftreten.

Keinen Bock auf Putzen? Prima! Weniger nützt da eh mehr. © VGstockstudio / Shutterstock.com

Der Umweltmediziner rät auch, mit Desinfektionsmitteln sparsam umzugehen: "Die sind in Privathaushalten nur bei schweren ansteckenden Erkrankungen notwendig." Greifen Sie bei Reinigungsmitteln generell besser zur flüssigen Variante statt zu Sprays mit Treibgasen.Und wechseln Sie einmal pro Woche die Schwämme und Küchentücher.

Natürlich sollten Sie nicht alle Regeln brechen, die es gibt (vor allem im Straßenverkehr keine). Aber bei manchen ungeschriebenen Gesetzen bietet es sich an, mal in die Opposition zu gehen. Also: Pfeifen Sie manchmal auf die Regeln!

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08.04.2019| Stephanie Schwierig © womenshealth.de
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