Blasenentzündung Diese Hausmittel helfen dir, wenn die Blase entzündet ist

Blasenentzündung, nein danke!
Die besten Hauswaffen gegen eine Blasenentzündung: Tee und Wärme. © gpointstudio / Shutterstock.com

Besonders in der kalten Jahreszeit quält sie uns: die Blasenentzündung. So wirst du sie schnell wieder los, auch ohne Antibiotika

Sie ist eine dieser ganz, ganz fiesen Unterleibsgemeinheiten, die das Leben für dich parat hat. Nicht nur, dass du bei einer Blasenentzündung ständig aufs Klo musst, es schmerzt und brennt auch noch beim Wasserlassen, dazu treten außerdem gern Krämpfe auf. Die Aussicht, Antibiotika schlucken zu müssen, baut auch nicht gerade auf.

Aber Kopf hoch! Es gibt wirksame Mittel dagegen, du musst sie nur konsequent anwenden. Mitunter kannst du eine Zystitis, so der medizinische Fachausdruck, auch mit Hausmitteln behandeln. Wir saqen dir, was wirkt.

Welche Ursachen haben Blasenentzündungen bei Frauen?

Frauen sind aufgrund der Nähe von Harnröhre und After sowie wegen ihrer kurzen Harnröhre prädestiniert, sich Krankheitserreger in ebendiese einzufangen, allen voran das Darmbakterium Escherichia coli, aber auch Streptokokken, Proteus mirabilis, und in seltenen Fällen Pilze wie Candida albicans, Viren und Parasiten. Diese Keime gelangen dann von der Harnröhre in die Blase. Dort führen sie zu Reizungen und Entzündungen der Blasenwand.

Mit den richtigen Hausmitteln ist der Blasenentzündung meist gut beizukommen.
Mit den richtigen Hausmitteln ist der Blasenentzündung meist gut beizukommen. © Africa Studio / Shutterstock.com

Du dachtest, die Blasenentzündung hätte mit Kälte zu tun? Ist auch nicht ganz falsch. Wenn du dir beim Spazierengehen nasse, kalte Füße holst, länger auf kaltem Boden sitzt oder deinen nassen Badeanzug nicht gegen einen trockenen austauschst, erhöht sich das Risiko. Auch eine geschwächte Immunabwehr und Sex begünstigen eine Blasenentzündung. Schätzungen zufolge hat jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens eine Harnwegsinfektion – manche auch mehrere.

Welche Hausmittel helfen gegen eine Blasenentzündung?

Es gibt verschiedene Mittel und Wege, der Blasenentzündung ohne Medikamente beizukommen:

  • Warmhalten: Wenn du nur eine leichte Blasenentzündung hast bzw. gleich bei den ersten Symptomen handelst, kannst du sie mit etwas Glück bald wieder los sein. Was du tun musst: Unbedingt warmhalten! Also: die altbewährte Wärmeflasche reaktivieren und beim Autofahren Sitzheizung aktivieren!
  • Trinken: trinken, trinken und nochmal trinken – mindestens 3 bis 4 Liter am Tag.
  • Kräutertee: Sehr effektiv sind auch Blasentees aus der Apotheke. Sie enthalten Birkenblätter und Schachtelhalmkraut sowie Bärentraubenblätter. Diese wirken harntreibenden, regen die Nierendurchblutung an und binden durch ihren Mineralsalzgehalt Wasser. Verwende möglichst offenen Tee oder spezielle Blasentees, denn Filterbeutel enthalten mitunter zu geringe Wirkstoffmengen.
  • Obstsäfte: Fruchtsäfte, außer solche aus Zitrusfrüchten, säuern den Urin bakterienfeindlich an.
  • Goldrute: Am besten machst du zusätzlich eine Durchspülungstherapie mit Goldrutenkraut. Das Heilkraut hemmt die Entzündung der Harnwege. Präparate mit Goldrute gibt es als Tropfen, Tabletten und Brausetabletten in der Apotheke.


Wann sollte man mit einem Harnwegsinfekt zum Arzt?

Wenn die Beschwerden trotz Hausmittel schlimmer werden oder nach 3 Tagen nicht weg sind, solltest du zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen. Die überprüfen deinen Urin auf entzündungstypische, weiße Blutkörperchen (Leukozyten), auf Nitrat, das aus dem Stoffwechsel der Bakterien stammt, und auf Blut.

Auch ein wichtiges Hausmittel: Das gute, alte Ausruhen
Auch ein wichtiges Hausmittel: Das gute, alte Ausruhen. Sehr wirksam! © Africa Studio / Shutterstock.com

Wenn viele Bakterien im Urin sind, riecht der Urin übrigens unangenehm nach Ammoniak. Ein Arztbesuch ist auch dann nötig, wenn Risikofaktoren bestehen. Dazu gehören eine Schwangerschaft ebenso wie Diabetes, wiederkehrende Harnwegsinfekte, ein Harnstau, Blasenfunktionsstörungen und ein Urin-Rückfluss aus der Blase in den Harnleiter.

Wann braucht man Antibiotika gegen Blasenentzündungen?

Sind deine Beschwerden von vornherein sehr stark, solltest gleich für einen Urincheck in eine Praxis gehen. Fällt der Befund (mehr als 50 weiße Blutkörperchen und Nitrat) entsprechend aus, wird er vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. Das Medikament bitte mit etwa 2 Stunden Abstand zum Verzehr von Milchprodukten, Milchkaffee, Orangen- und Grapefruitsaft am besten mit Wasser einnehmen. Und schlucke das Antibiotikum konsequent, einmal um Komplikationen wie Nierenbecken- und Nierenentzündungen zu verhindern, aber auch um Resistenzen der Bakterien zu vermeiden.

Möglicherweise wirst du zur Urologin überweisen. Je nachdem, welcher Verdacht besteht (Harnsteine, die einen Harnstau verursachen, Blasenfunktionsstörung etc.), wird ein Ultraschall von Blase und Nieren gemacht, Restharn bestimmt, Harnleitertrakt geröntgt und eine Blasenspiegelung gemacht.

Wenn du in den letzten 12 Monaten bereits 3 Harnwegsinfektionen hattest, werden Ärztin oder Arzt eine dauerhafte Antibiotikatherapie anregen oder zumindest dazu raten, vorbeugend nach dem Sex eine Tablette einzunehmen, um ein bitteres Nachspiel zu vermeiden. Wer es lieber alternativ versuchen möchte, sollte eine Impfung mit abgetöteten E. coli-Bakterien (Urovaxom) probieren.

Beugen Cranberrys einer Blasenentzündungen vor?

Es steht nicht fest, aber einige schwören darauf. Mehreren Studien zufolge wirken Cranberrys, das sind großfruchtige Moosbeeren, entzündungshemmend und sollen Erreger aus Bla­se und Harnwegen herausschwemmen können. Die Beeren der in Nordamerika beheimaten Pflanze enthalten Gerbstoffe, so­genannte Tannine, die verhindern sollen, dass sich Escherichia coli-Bakterien an die Schleimhaut­oberfläche in den ableitenden Harnwe­gen anheften.

Sowohl zur Behandlung wie auch zur Vorbeugung wird Frauen, die häufig unter Harnwegsinfekten leiden, deshalb empfohlen, regelmäßig Cranberrysaft zu trinken oder die getrockneten Beeren zu essen. Allerdings gibt es auch Studien, die der vorbeugenden Wirkung widersprechen. Wir können nur raten, es einmal auszuprobieren. Cranberrysaft ist allerdings ziemlich sauer. Falls du nicht zu den Hartgesottenen gehörst, gibt es ihn auch, angenehm gesüßt, in Pulverform.

Wer zu Blasenentzündungen neigt, sollte bei Beschwerden viel Wasser und Tee trinken, Cranberrys knabbern und sich frische Obstsäfte zubereiten. All das wirkt auch vorbeugend. Endlich mal Medizin, die auch gut schmeckt!

02.10.2019| Gerlinde Felix / Christine Naefeke © womenshealth.de
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