Nachhaltigkeit im Alltag Ökologisch bewusster - so einfach geht es

Meiden Sie Fleisch und essen Sie besser mal einen Salat
Salat tut´s auch: Werde Teilzeitvegetarier und schone damit die Umwelt © Ariwasabi / Shutterstock.com

Nachhaltigkeit im Alltag ist kein Hexenwerk. Oft reichen nur kleine Änderungen für große Effekte. So machst du dein Leben grüner

1. Entwickele ein neues Jeans-Bewusstsein
Die schlechte Nachricht: Die Herstellung Ihrer Lieblingsröhre ist ökologisch bedenklich. Es werden Unmengen an Wasser, Tonnen an Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln benutzt, chemisches Entlaubungsmittel zur Ernte, umweltschädliche Farbstoffe und Fixierer. Die gute Nachricht: "Jeans aus organischer Baumwolle gibt es heute auch von hippen Labels", sagt Mechthild Schilmöller, Geschäftsführerin der Hamburger Boutique Maygreen für Fair Organic Fashion.
Wähle Marken wie: Kuyichi, Howies, Nudies, Sey, Hess Natur, das Kölner Modelabel Lanius oder das Münchener Label Room to Roam. Auch bekannte Hersteller haben bio-zertifizierte Linien im Programm, wie Katherine Hamnett, Levis, G-Star, teilweise sogar die Ketten C&A und H&M. Achte auf Bio-Baumwoll-Qualitätszeichen wie GOTS oder Demeter.

2. Meide Bisphenol A – und entsorge Kassenzettel richtig

Möchtest du den Bon an der Kasse? Bitte nicht, denn die unscheinbaren Zettelchen sind nicht nur ein Gesundheits- sondern auch ein Entsorgungsproblem? Das Thermopapier enthält meist Bisphenol A, eine Chemikalie, die gefährlich in den menschlichen Hormonhaushalt eingreift und über die Entsorgung per Altpapier ins Klärwasser gelangt, und dort Gewässer und Böden belastet. Deshalb rät Dr. Andreas Gies vom Umweltbundesamt in Dessau: Kassenzettel, aber auch Automatenbelege, Lotteriezettel, Kontoauszüge und Faxpapiere aus Thermopapier gehören nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll." Und dort landen die Zettel hoffentlich in der Müllverbrennung.

3. Werde (Teilzeit-)Vegetarier

  • Laut der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) hat sich die weltweite Fleischproduktion seit 1961 mehr als vervierfacht (von 70 Mio auf 300 Mio Tonnen).
  • Ein Hamburger mit Pommes und Salat braucht für den Anbau seiner Rohstoffe etwa 3,61 Quadratmeter an Fläche, Spaghetti mit Tomatensauce gerade mal 0,46 Quadratmeter.
  • Ein Erwachsener in Deutschland isst im Durchschnitt 166 Gramm Fleisch pro Tag - die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt etwa die Hälfte dieser Menge, nämlich 86 g pro Tag.

Genug Argumente? Dann probiere, bewusst fleischfreie Tage einzubauen. Es ist gesünder für dich – und den Rest der Welt.

4. Wasche wasser- (und wäsche-) schonend

Ganz einfach, indem du genau darauf achtest, das Waschmittel passend zur Wäschemenge und Wasserhärte zu dosieren. Daniel Bethäuser Produktmanager beim Waschmaschinenhersteller Bosch sagt: "Wer zu viel Waschmittel verwendet, erzielt kein besseres Waschergebnis, sondern belastet Haushaltsbudget und Umwelt. Denn bei modernen Waschmaschinen, die den Überschuss an Waschmittel erkennen und durch zusätzliche Spülgänge ausgleichen, dauert das Waschen mit zu viel Waschmittel länger und verbraucht mehr Wasser und Energie". Und insgesamt gelangt einfach nur mehr Waschmittel als nötig in die Umwelt.

5. Iss ökologisch korrekten Fisch
Welchen Flossenfreund kann man nun mit gutem Gewissen genießen? Laut WWF Hering aus dem Nordöstlichen Atlantik, Kabeljau und Dorsch aus der Ostsee und Karpfen. Dann noch Lachs aus dem Ostpazifik, Nordatlantische Makrele, Tilapia aus Honduras, Indonesien, Europa und den USA... Das ist Ihnen zu kompliziert? Dann achte an der Fischtheke auf das Label des MSC (Marine Stewardship Council) der Mindeststandards einhält. Greife bei Zuchtfischen zu Bio-Labels wie Bioland oder Naturland. Oder schaue beim WWF unterfischratgeber2010.de oder, noch strenger, bei Greenpeace unter
greenpeace.de.

6. Wenn Öko-Strom, dann bitte richtigen
Zertifizierter Öko-Strom ist gut. Aber es geht noch viel besser – denn leider ist nicht jeder grüne Strom eine echte Investition in die Zukunft unserer Erde. Der Grund: Für das Öko-Label genügt es auch, wenn die Energie aus einem Jahrzehnte alten Laufwasserkraftwerk stammt. Wertvoller Ökostrom sollte jedoch dazu beitragen, dass der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien am gesamten Strom-Mix wächst. Mehr Informationen über bio-aktivere ökologische Anbieter: www.naturvolt.de
7. Kaufe bei grünen Adressen

Du würdest ja gerne, aber weißt nicht, wo in deiner Stadt es ökologisch korrekte Supermärkte, Restaurants, Boutiquen, sogar Fahrradhändler und dergleichen gibt? Dann schaue auf www.utopia.de, einer Datenbank für nachhaltige Shopping-Adressen – gefördert von der deutschen Bundesstiftung Umwelt.


8. Wirf Stromfresser raus!
Dass Geräte im Standby-Modus Strom fressen, weiß jeder. Was tun? Ausstellen, raus aus dem Haus oder einen Kippschalter dazwischen legen. Doch weißt du auch, dass man weitere Energiejunkies im Haushalt mit einem Strommessgerät identifizieren kann? Das kann man entweder bei der Verbraucherzentrale leihen oder sich eines kaufen, ab 20 Euro. Der Strommesser sollte auf 0,5 Watt genau messen. Dann weißt du schnell, was dein Kühlschrank pro Tag oder die Waschmaschine pro Waschgang aus dem Netz saugt und kannst vergleichen.

Erkennen Sie Stromfresser und ersetzen Sie diese gegebenenfalls
Wirf Stromfresser raus und ersetze alte Elektrogeräte © Shutterstock

9. Koche energieeffizient
Auf jeden Topf seinen Deckel. Und der sollte perfekt passen, denn was in der Liebe stimmt, ist auch für den Stromverbrauch wichtig. Sonst verbraucht man die doppelte bis dreifache Menge an Energie.

  • Koche Gemüse und Kartoffeln nicht im Wasserbad, sondern bedecke nur den Topfboden mit Wasser, dann gart das Gemüse im Dampf. Das spart Strom und ist gesünder, weil mehr Vitamine bleiben.
  • Elektroherde heizen lange nach. Nutze als Chef des Herdes die Wärme, die Ihre Kochplatte auch nach dem Abschalten liefert. Weitere Tipps: www.Stromeffizienz.de

10. Wer darf mit zu Ihnen nach Hause? Nur ein schlaues ökologisches Gerät
Und woher weiß man bei Neuanschaffungen nun, welches das ist? Schau auf ecotopten.de nach. Die Website des Öko-Institutes aus Freiburg führt Produktlisten zu allen möglichen Sparten mit Geräte-, Hersteller und Verbrauchertipps, von Waschmaschinen über Autos, Bio-Supermärkte, Geldanlagen, Flachbildschirme und mehr.    

11. Das kommt nicht mehr in die Tüte
65 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche im Jahr – die meisten nur ein einziges Mal. Ja, sie sind praktisch, aber noch schlauer sind Mehrwegtaschen, wenn man Ressourcen schonen möchte. Benutze jede Tüte also so oft wie möglich, indem du immer eine in der Handtasche oder im Auto bunkerst. Noch besser: Mache es dir zur Gewohnheit, eine faltbare Tasche an Bord zu haben (z. B. www.envirosax.de). Dann bist du für spontane Einkäufe gewappnet.

Fazit: Jeden Punkt, den du für dich auf dieser Liste abhaken kannst, hilft der Umwelt und letztlich dir. Und ehrlich gesagt: das Leben wird dadurch nicht einen Deut weniger schön!

23.06.2019| Christiane Kolb © womenshealth.de
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