Jackfrucht als Fleischersatz Diese exotische Frucht macht Tofu, Seitan & Co. jetzt Konkurrenz

Jackfrucht als Fleischersatz im Test
Tschüß Tofu, Seitan & Co.: Die Jackfrucht ist der neue Star am Fleischersatz-Himmel © Azami Adiputera / Shutterstock.com

Eine Frucht, die nach Fleisch schmeckt? Ja, das gibt's: Der hippe Fleischersatz aus der Jackfrucht wird immer beliebter. Und so schmeckt sie:

In ihrer Heimat landet die exotische Jackfrucht gern mal als leckeres Dessert auf dem Teller. Bei uns zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite, nämlich als herzhafter Fleischersatz. Fleischalternativen, wie Tofu, Seitan, Lupine oder Quorn, gibt es mittlerweile viele – braucht die Veggie-Welt wirklich noch mehr Fake-Fleisch? Wir verraten, was Sie über die Jackfrucht wissen müssen.

Fleischersatz Jackfrucht: Was ist das?

Die Jackfrucht stammt aus Südostasien, genauer gesagt aus dem Süden Indiens. Dort wachsen die bis zu 15 Kilogramm schweren Früchte an riesigen Bäumen. Reif geerntet ist das süße Fruchtfleisch dort ein beliebtes Dessert oder wird geröstet und anschließend zu krossen Chips verarbeitet.

Dass sich die rohe Frucht auch als Fleischersatzprodukt eignet, ist hingegen eine neue Entdeckung und gilt unter Veganern und Vegetariern noch als echter Geheimtipp. Dafür wird sie unreif geerntet und in Salzlake eingelegt.

So schmeckt die vegane Fleischalternative

Die unreif geerntete Jackfrucht ist im rohen Zustand völlig ungenießbar. Erst gebraten oder geschmort werden die Fasern weich, so dass sich die faserige, fleischähnliche Konsistenz entwickelt. Deshalb kann sie wunderbar als Ersatz für Hühnchen, Rind oder Schwein verwendet werden.

So sieht die Jackfrucht ursprünglich aus
Jackfrucht in ihrer ursprünglichen Form © Brent Hofacker / Shutterstock.com

Zusammen mit ein paar Gewürzen qualifiziert die Jackfrucht sich damit als prima Ersatz für Gulasch oder Pulled Pork. Scharf angebraten bekommt sie sogar eine Kruste, wie sie jedes gute Steak haben muss. Geschmacklich hat die Frucht aus Indien jedoch nicht allzu viel zu bieten: Um aus dem faden, unreifen Obst eine leckere fleischlose Mahlzeit zu zaubern, muss sie deshalb erst mariniert und kräftig werden – ähnlich wie Tofu.

Wie gesund ist die Jackfrucht?

Ein Blick auf die Nährwerte der Jackfrucht verrät, dass die Konsistenz das Einzige ist, in dem sich Jackfrucht und Fleisch ähneln. Als pflanzliche Proteinquelle kommt sie mit nur rund 1 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm nämlich NICHT in Frage. Dafür ist sie extrem fettarm und liefert nur 70 Kilokalorien pro 100 Gramm. Außerdem ist die junge Frucht reich an Ballaststoffen, die Ihre Verdauung unterstützen.

Auch die restlichen Nährwerte können sich sehen lassen: Dank des enthaltenen Calciums, Magnesiums und Kaliums, versorgt sie Ihren Körper gleich mit drei wichtigen Mineralstoffen. Außerdem ist sie soja- und glutenfrei und damit auch für Allergiker bestens geeignet.

Wo kann man den veganen Fleischersatz kaufen?

Bis vor kurzem gehörte die Jackfrucht noch zu einer Rarität im Lebensmittel-Regal. Doch mittlerweile gibt es einige Anbieter, die das Potential der Veggie-Fleischalternative entdeckt haben. So findet man sie vor allem in Asialäden und gut sortierten Bio-Läden – in Natur zum Selberwürzen oder schon fertig mariniert.

Bei Jacky F., Govinda & Co. können Sie sich die Jackfrucht alternativ bequem nach Hause bestellen.

Jackfrucht-Anbieter gibt es mittlerweile einige
Jackfrucht können Sie bequem im Internet bestellen © PR

Wie bereitet man die Jackfrucht richtig zu?

Mit Hilfe von Gewürzen kann das neutral schmeckende Fruchtfleisch der Jackfrucht geradezu alle Fleischsorten ersetzen. Für Jackfrucht á la Pulled Pork werden die Jackfrucht-Stücke zunächst angebraten und dann auseinander gezupft. Wer eine Veggie-Bolognese machen will, kann direkt zu den kleineren Jackfrucht-Schnetzeln greifen. Das Wichtigste ist bei der Zubereitung ist, dass die Jackfrucht wirklich nicht mehr roh ist. Erst dann werden die Fasern weich und nehmen die typisch fleischige Konsistenz an.

Rezept-Ideen mit Jackfrucht

Inspiration für Rezepte findet man mittlerweile eine ganze Menge. Und es kommen immer neue Ideen hinzu. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Burger, Sandwiches, Tacos, Sommerrollen, Wraps oder Bowls. Die Liste wird immer länger. Nicht nur geschmacklich kommen die Rezept-Ideen mit Jackfrucht der Variante mit Fleisch nah. Auch optisch sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich.

1. Jackfrucht-Burger á la Pulled Pork

2. Pasta-Sauce mit Jackfrucht

3. Tacos mit Jackfrucht-Fleischersatz

Fazit: Vegan top, Energiebilanz flop

Geschmacklich ist die Jackfrucht vielseitig einsetzbar und im Gegensatz zu Tofu oder Seitan kommt sie der Konsistenz von Fleisch doch erstaunlich nahe. Wer jedoch aus ökologischen Gründen seinen Fleischkonsum reduzieren möchte, fährt mit der Alternative leider auch nicht gut.

Da die Jackfrucht nur in den Tropen wächst, in Dosen verpackt oder vakuumiert wird und dann auch um die halbe Welt transportiert werden muss, hinterlässt sie einen ähnlich großen CO2-Fußabdruck wie Fleisch. Umso wichtiger ist es, beim Kauf darauf zu achten, dass es sich wenigstens um ökologisch fair angebaute Pflanzen handelt. Wer nur aus ethischen Gründen fleischlose Alternativen sucht, hat mit der Jackfrucht einen guten Ersatz gefunden. Ein Blick auf Herkunft, Anbau- und Transportbedingungen schadet jedoch auch hier nicht.

27.03.2018| © womenshealth.de
Franziska Orthey Freie Autorin Food & Fitness
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