Intimrasur Was Sie beim Rasieren der Schamhaare beachten sollten

Von eingewachsenen Haaren bis Geschlechtskrankheiten: Das sind die 5 häufigsten Rasur-Gefahren. © PhBodrova / Shutterstock.com

Rasieren im Intimbereich ist nicht so Ihr Ding? Verständlich, danach können sich fiese Infektionen entwickeln. Mit diesen Tipps läuft bei der Rasur alles glatt

Die einfachste Methode, sich beim Rasieren der Intimzone keine lästigen Pickel und Rötungen zuzuziehen, ist es natürlich, sich einfach nicht den Intimbereich zu rasieren. Niemand muss sich diesem Schönheitsideal der haarlos glatten Intimzone beugen. Allerdings gefällt es vielen Frauen auch nicht, den "Busch" wild wachsen zu lassen, und das glatte Gefühl direkt nach der Rasur mögen einige sehr gern. Wenn es ein glattes Gefühl ist.

Denn unangenehmerweise kann die Rasur – gerade im Intimbereich – auch ziemlich nervige Folgen mit sich bringen. Stichwort: Eingewachsene Haare und Rasurbrand. Sogar Geschlechtskrankheiten können durch die Intimrasur begünstigt werden. Sie wollen dennoch nicht darauf verzichten? Was Sie tun können, um Rasur-Infektionen zu vermeiden, erfahren Sie hier.

1. Was kann ich gegen eingewachsene Haare tun?

Alle haben sie, niemand will sie: Eingewachsene Haare können ziemlich nerven. Was passiert da? Die Haare wachsen nicht einfach durch die Haut, sondern bleiben darunter stecken. Der Grund: Abgestorbene Hautschüppchen verstopfen den Haarkanal, wodurch der Weg durch die Haut für das Haar versperrt bleibt und das Haar keine andere Möglichkeit hat, als sich unter der Haut zu kringeln. "Dies kann beim Rasieren durch das abgeschnittene Haar noch leichter passieren, da das gekürzte Haar scharfkantiger nachwächst", schildert Monika Matei, Haarentfernungsexpertin bei Senzera, dem Marktführer im Bereich professioneller Haarentfernung mit Waxing und Sugaring.

Blöderweise scheinen die dunklen Härchen durch die dünne Hautoberfläche, sodass selbst die gründlichste Intimrasur unvollständig aussieht. Ärgerlich!

Eingewachsene Haare, begleitet von Entzündungen, sind die häufigste Folge der Intimrasur. © Tkachenko Olha / Shutterstock.com

Wie können Sie eingewachsenen Haaren vorbeugen?

Geben Sie eingewachsenen Haaren gar nicht erst eine Chance und greifen Sie zum Peeling. "Das trägt sanft abgestorbene Hautschüppchen ab, so können die Haare leichter aus der Haut wachsen", sagt Expertin Matei.

Kringelt sich dennoch ein Haar unter der Haut, lassen Sie lieber die Finger davon. Unnötiges Herumdrücken oder gar -pieksen mit spitzen oder scharfen Gegenständen verletzt die Haut und kann zu noch schlimmeren Entzündungen und unschönen Narben führen. Das will wirklich niemand! Besser: Wenden Sie sich an den Arzt Ihres Vertrauens, besonders dann, wenn sich die Stelle entzündet, schmerzt, anschwillt oder sich ein roter Rand um das Haar bildet.

Tipp: Ein guter Rasierer mit scharfen Klingen reduziert das Risiko eingewachsener Haare, zum Beispiel der Gillette Venus Embrace Sensitive auf amazon.de

2. Wie behandle ich Rasierpickel?

"Eingewachsene Haare alleine sind nicht dramatisch. Gelangen jedoch zusätzlich zum Haar Bakterien in die Haut, können sich schnell Eiterpickelchen entwickeln", sagt Dr. med. Susanne Steinkraus, Hautärztin in Hamburg. "Auch Furunkel oder gar große Entzündungen mehrerer Haarwurzeln und Abszesse sind möglich. Spätestens jetzt sollte der Weg zum Arzt führen." Unbehandelt kann eine so genannte Wundrose entstehen.

Der Begriff Wundrose hört sich vielleicht erstmal blumig an, doch damit ist nicht zu spaßen. Denn es handelt sich um einen nicht ungefährlichen Prozess: Der Körper versucht hierbei, die Bakterien durch Entzündungen abzutöten. Das beginnt mit einer Überwärmung, Schwellung und Rötung der Haut. Unbehandelt kann eine Wundrose zu ernsthaften Infektionen, wie einer Nieren-, Herzinnenwand- und Hirnhautentzündung führen.

Was hilft bei lästigen Entzündungen?

Hat sich die Haut bereits entzündet, hilft nur der Gang zum Arzt. Sie können Entzündungen jedoch vorbeugen, indem Sie den eingewachsenen Haaren durch stetiges Peelen den Garaus machen.

Ein Peeling können Sie ganz einfach selber machen. Zum Beispiel mit Zucker und Olivenöl. © Milenie / Shutterstock.com

3. Erhöht die Intimrasur das Risiko für Geschlechtskrankheiten?

Möglich. Jede noch so kleine Verletzung dient als Türöffner für Krankheitserreger. Da die Intimrasur häufig minimale Schnittwunden mit sich zieht, wundert es nicht, dass auch die Gefahr steigt, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken. Eine Studie der University of California hat 2016 gezeigt, dass das Risiko für Chlamydien, Tripper, HIV, Herpes, Syphilis und Genital- oder Dellwarzen bei Menschen höher ist, die häufig Ihre Schamhaare entfernen. Zusätzlich steigt auch das Risiko, an Humanen Papillomviren (HPV) zu erkranken. Eine Ansteckung mit diesen Viren verursacht neben Warzen auch Gebärmutterhalskrebs. Dieser kann auch Jahre nach einer Infektion entstehen.

Können Sie Geschlechtskrankheiten vorbeugen?

Klar, mit Kondomen. Die Übertragung von Geschlechtskrankheiten lässt sich nur dadurch sicher verhindern. Durch eine vorsichtige, sichere und saubere Rasur können Sie das Risiko jedoch zusätzlich verringern. Passen Sie auf, dass keine Schnittwunden entstehen, durch die Krankheitserreger eindringen können. Am besten Sie straffen die Haut bei jedem Zug, damit die sensible Haut nicht zwischen die Klingen gelangt. Eine After-Shave-Lotion hilft, die Poren wieder zu verschließen. Dann ist auch nichts gegen die Intimrasur einzuwenden.

Die Intimrasur kann die Gefahr einer Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten erhöhen. © TORWAISTUDIO / Shutterstock.com

4. Kann ich mich durch die Intimrasur mit Impetigo infizieren?

Nein, aber sie können die Infektion dadurch verschlimmern. Impetigo ist eine juckende und teilweise schmerzhafte Infektion der Haut. Typisch bei dieser Infektion sind nässende Bläschen und gelbe bis honigfarbene Krusten, die auf der Haut entstehen. Die durch Streptokokken ausgelöste oberflächliche Hautinfektion ist hoch ansteckend.

Durch die Intimrasur bzw. währenddessen verteilen sich die Krankheitserreger noch leichter, und die Infektion breitet sich unkontrolliert über Ihre Haut aus. Das passiert übrigens auch beim Kratzen. Behalten Sie also Ihre Finger bei sich. Um niemanden anzustecken lautet die Devise: Schnell in die Artpraxis. Dort werden Ihnen Antibiotika verschreiben, wodurch die Infektion in der Regel ohne Komplikationen und Narben abheilt.

Was können Sie bei Impetigo tun?

Zum Arzt gehen, wie gesagt. Neben allem, was Arzt oder Ärztin Ihnen verschreibt, gilt vor allem: Legen Sie den Rasierer weg und zeigen Sie Mut zum Busch! Ebenfalls erstmal tabu: Enger Hautkontakt zu anderen Menschen.

5. Welche Gefahr entsteht durch rostige Rasierklingen?

Dadurch erhöhen Sie Ihr Risiko, sich mit Tetanus zu infizieren. Da denken Sie eher an einen rostigen Nagel im Fuß? Das ist vielleicht der häufigere Infektionsweg, aber letztlich können sie sich Tetanus praktisch überall einfangen, wo rostiges Metall an eine offene Wunde kommt. Bereits winzig kleine, kaum sichtbare Wunden reichen für eine Ansteckung aus.

Eine typische Ursache für die zu Muskelkrämpfen und Lähmungen führende Infektion ist eine Wundinfektion, bei der Bakterien in den Körper gelangen. Eine unsaubere oder rostige Rasierklinge kann dazu führen, dass Sporen in die Haut gelangen und Sie sich mit Tetanus infizieren. Und dann wird's gefährlich.

Wie können Sie Tetanus vorbeugen?

Achten Sie auf saubere Klingen! Wechseln Sie sie aus, allerspätestens wenn die Klinge unsauber oder rostig erscheint. Spülen Sie den Rasierer nach jeder Benutzung mit heißem Wasser ab und desinfizieren Sie ihn. Das Wichtigste: Frischen Sie Ihre Tetanus-Impfung alle 10 Jahre auf.

Ein wenig Vorsicht bei der Rasur sorgt dafür, dass Sie sich danach viel wohler fühlen. © Lana Abie / Unsplash.com

So geht’s richtig: Anleitung für die perfekte Intimrasur

Damit Sie die oben genannten Probleme gar nicht erst bekommen, haben wir für Sie 6 Tipps zusammengestellt, mit denen Sie dem Einwachsen der Haare und lästigen Infektionen vorbeugen können.

  1. Erst trimmen, dann rasieren: Bevor Sie den Rasierer schwingen, kürzen Sie lange Haare mit einem E-Trimmer. Das verhindert, dass der Rasierer verstopft und dadurch stumpf wird. Ein stumpfer Rasierer verführt dazu, fester aufzudrücken, wodurch Sie sich schneller schneiden.
  2. Greifen Sie zu Rasiergel oder -schaum: Die Produkte sorgen dafür, dass die dicken und drahtigen Haare im Intimbereich aufquellen und weich werden. Das ermöglicht eine leichtere Rasur, bei der Sie mit den Klingen sanfter über die Haut gleiten und sich so weniger schneiden. Also: Erst eine Weile einwirken lassen!
  3. Wechseln Sie regelmäßig die Rasierklingen: "Spätestens, wenn Sie ein Ziepen oder Reißen spüren, wird es höchste Zeit, die Klinge zu wechseln. Denn stumpfe Klingen reizen die Haut durch zusätzliche Reibung. Zudem müssen Sie mit einer stumpfen Klinge häufiger über die gleiche Stelle rasieren um alle Haare zu erwischen. Das alles sorgt für unnötige Hautreizungen", erklärt Dr. Kristina Vanoosthuyze, wissenschaftliche Expertin bei Gillette.
  4. Niemals gegen den Strich: Das haben Sie garantiert schon einmal gehört: Rasieren gegen den Strich reizt die Haut und führt zu Pickelchen und Rötungen. Rasieren Sie daher immer in Wuchsrichtung.
  5. Straffen Sie die Haut: "Beim Rasieren sollten Sie Ihre Haut bei jedem einzelnen Zug ein wenig straffen. So verhindern Sie, dass die Haut zwischen die Klingen gerät, was zu schmerzhaften Schnitten führt. Gleiten Sie dann mit sanften Zügen über die Haut", rät Dr. Vanoosthuyze.
  6. Kaltes Wasser und Aftershave-Lotion: Das Abspülen der rasierten Stellen mit kaltem Wasser führt dazu, dass sich die Gefäße schließen, sich die Haut beruhigt und weniger Pickelchen und Rötungen entstehen. Tragen Sie danach eine sanfte Aftershave-Lotion auf. Optimal sind solche mit Fruchtsäuren oder einem Antiseptikum.

Die Intimrasur sollten Sie nicht ratzfatz erledigen, sondern mit Vorsicht und Bedacht. Dabei können kleine Wunden und eingewachsene Haare entstehen, wodurch Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben, in den Körper einzudringen. Wenn Sie bei der nächsten Rasur unsere 6 Tipps befolgen, läuft auch gesundheitlich alles glatt.

18.02.2019| Jana Schaarschmidt © womenshealth.de
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