Zwiebellook Cool ohne frieren: So stylen Sie den Lagen-Look

So funktioniert der Zwiebellook
Draußen frieren und drinnen schwitzen? Kann im Zwiebellook nicht passieren. © EVG Photos / Pexels.com

Viel hilft viel? Nicht unbedingt! Wer clever schichtet, muss nur wenige, dünne Teile übereinander ziehen, um nicht zu frieren. So funktioniert der Zwiebellook

Was Mutti schon immer gesagt hat, stimmt: Der Pulli kann noch so dick sein, ein Unterhemd schützt am besten vor klirrender Kälte. Das richtige Einkleiden bei winterlichen Temperaturen einerseits und geheizten Räumen andererseits ist nicht immer einfach. Die Lösung: Der Mehr-Lagen-Style. Warum das so ist und wie Sie den Zwiebellook praktisch und stilvoll kombinieren, lesen Sie hier.

Welche Vorteile hat der Zwiebellook?

Warum wärmen zwei dünne Schichten mehr als eine dicke? Simple Physik: Zwischen den Lagen zirkuliert Luft, die als Wärmeisolator dient. Hätten Sie's gewusst?

Der Name Zwiebellook kommt daher, dass das Layering-Prinzip an die vielen Schichten einer Zwiebel erinnert. Bekannt wurde das Zwiebelschalenprinzip durch Outdoor-Sportarten. Es ist aber nicht nur beim Skifahren nützlich, sondern auch immer dann, wenn wir häufig vom Kalten ins Warme und wieder zurück wechseln. Denn die einzelnen Schichten lassen sich, wenn Sie richtig kombiniert haben, schnell an- und wieder ausziehen.

Wie funktioniert der Zwiebellook richtig?

Einfach alles übereinander ziehen was der Schrank hergibt? Ganz so leicht ist es leider nicht. Denn beim gelungenen Zwiebellook kommt es nicht auf die Quantität, sondern den richtigen Mix der Kleidung an. Zwei dünne Schichten können mitunter sogar besser wärmen, als viele dicke Pullover übereinander. Die lassen nämlich nicht genug Platz für die Luftzirkulation und den Feuchtigkeitstransport. Der Schweiß wird kalt, Sie fangen an zu frieren, und eine fiese Erkältung droht. So kombinieren Sie viele Klamotten auf einmal sinnvoll:

1. Thermounterwäsche bildet die perfekte Basis für den Zwiebellook

Was so wahnsinnig unsexy klingt, ist die wichtigste Schicht beim Lagenlook: Die Thermounterwäsche. Schließlich haben Unterhemden und lange Skiunterhosen direkten Körperkontakt. Polyester, Polyamid oder Merinowolle sind die besten Materialien. Diese Fasern saugen Schweiß auf und transportieren ihn vom Körper weg, sodass Sie nicht auskühlen.

Baumwolle ist hingegen eher ungeeignet. Sie saugt zwar auch Feuchtigkeit auf, speichert sie dann aber, statt sie wegzuleiten – dadurch kühlen Sie nur noch schneller aus. Wenn schon Liebestöter, dann aber wenigstens eng und knackig im Tragekomfort? Lieber nicht. Zwischen Thermowäsche und Haut sollte immer etwas Platz zur Luftzirkulation sein – nur so funktioniert der Abtransport der Feuchtigkeit optimal.

2. Mehrere dünne Lagen isolieren am besten

Über das Thermoshirt sollten Sie lieber eine Bluse oder ein Long-Sleeve und erst darüber einen Cardigan anziehen, als direkt zwei dicke Wollpullis übereinander. Diese würden nicht genügend Platz für die wichtige Luftzirkulation und den Feuchtigkeitstransport lassen. Unangenehme Schweißausbrüche wären dann programmiert. Und wer schwitzt, friert schneller.

Noch ein Vorteil: Wenn Sie viele dünne Schichten übereinander tragen, können Sie sich schnell überflüssiger Lagen entledigen, ohne sich gleich fast komplett auszuziehen und wieder zu frösteln.

3. Oben drauf kommt die Schutzschicht

Das kann zum Beispiel eine atmungsaktive Windjacke sein, die Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen lässt, aber Wind, Regen und Schnee abhält. Wenn's richtig eisig wird, funktionieren auch ein dicker Wollmantel oder eine Daunenjacke.

Wer allerdings schon viel drunter hat, kann darin schnell ins Schwitzen kommen. Deshalb sind diese Kombis eher etwas für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Wie sieht der Zwiebelook stylisch statt praktisch aus?

Damit der Zwiebellook nicht nur kuschelig warm hält, sondern auch trendig rüberkommt, gilt es diese Styling-Tipps zum Layering zu beachten:

  1. Unterschiedliche Längen kombinieren. Das lockert den Look auf, wodurch das Outfit nicht so schnell überladen wirkt.
  2. Nicht nur Oversize-Schnitte wählen. Große Pullis und Mäntel sind angesagt und praktisch, weil viel drunter passt. Aber: Mindestens ein Teil in Ihrem Outfit sollte figurbetont sein, sonst staucht das Outfit und wirkt schnell unvorteilhaft. Ob Sie lieber die Beine mit einer Skinny Jeans oder den Oberkörper mit einem engen Long-Sleeve betonen, ist Geschmackssache.
  3. Mixen Sie Materialien und Muster. Zum Beispiel eine Seidenbluse mit einem groben Cardigan oder eine sexy Lederhose mit einem kuschligen XL-Pullover. Solche Stilbrüche machen den Look originell und stylisch.
  4. Sommersachen auf Winter stylen. Es ist doch viel zu schade, das Lieblingssommerkleid in die Winterpause zu schicken. In Kombi mit einer Thermostrumpfhose und einem kuscheligen Winterkleid wird daraus ein cooler Zwiebel-Look. Ihr Kleid hat nur hauchdünne Spaghettiträger? Macht nichts. Ziehen Sie einen Rolli drunter. Diese Kombi ist gerade ohnehin schwer angesagt!
  5. Übertreiben Sie es nicht. Ja, wild drauf los zu kombinieren, macht Spaß. Aber schon mit drei bis vier Lagen sind Sie in der Regel für alle Wetterlagen gewappnet: Thermohemd, Bluse, Cardigan und Jacke. Die oberen zwei Schichten legen Sie drinnen ab. Sie wollen schließlich nicht Ihren halben Kleiderschrank an einem Tag ausführen, oder?
  6. Stimmen Sie die Farben aufeinander ab. Viele Lagen, viele Farben? Besser nicht. Das wirkt schnell zu wild. Schöner ist es, zwei bis drei Farben miteinander zu mixen. Eine schlichte Kombi mit großer Wirkung ist und bleibt Schwarz/Weiß. Auch gut: Bei einer Farbe bleiben. Ein kompletter Look ganz in Grau ist nie verkehrt.
  7. Nicht zu viele Accessoires wählen. Damit das Outfit nicht überladen wirkt, sollten Sie sich nicht mit überflüssig viel Schmuck und Co. behängen. Beschränken Sie sich lieber auf ein Teil, das Ihr Outfit optisch aufwertet – zum Beispiel eine edle Tasche.

Der Zwiebel-Look hat nur Vorteile: Er hält mollig warm, sieht unschlagbar stylisch aus, und wenn es warm wird, können Sie sich schnell schälen. Das Beste dabei: Ihre liebsten Sommerteile können Sie clever kombiniert auch noch im Winter tragen. Also, viel Spaß beim Schichten!

05.11.2018| © womenshealth.de
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