Elektrische Haare Was kann ich gegen fliegende Haare tun?

Die besten Tipps gegen elektrische Haare
Elektrische Haare entstehen durch Reibung – vor allem dann, wenn die Luft trocken ist. Lesen Sie hier, wie Sie den Struwwelpeter-Look wieder loswerden. © Look Studio / Shutterstock.com

Jeder kennt das: Man streift den Lieblingspulli über und die Haare schalten in den Flugmodus. Warum das meist im Winter passiert und was jetzt hilft.

Was ist der Grund für elektrische Haare?

Fliegende Haare sind das Ergebnis simpler Physik. Wenn wir einen Strickpullover über den Kopf ziehen oder eine Mütze auf- und wieder absetzen entsteht Reibung. Durch diese Reibung sammeln sich positiv geladene Teilchen, sogenannte Ionen, im Haar an. Plus und Plus stößt sich ab, das haben wir schon in der Schule gelernt. Das Gleiche passiert jetzt auch mit den Haaren, weil sie alle dieselbe Ladung haben.

Warum entstehen fliegende Haare vor allem im Winter?

Sowohl die kalte Luft draußen, als auch die Heizungsluft drinnen ist trockener als im Sommer. Das Problem: feuchtigkeitsarme Luft leitet elektrische Ladung schlechter ab. Somit sammelt sich die Elektrizität in den Haaren stärker an.

Neigen bestimmte Haartypen besonders dazu, sich statisch aufzuladen?

„Generell kann elektrisches Haar bei allen Haartypen vorkommen. Feine Haare heben durch ihr geringes Eigengewicht aber besonders leicht ab. Und auch trockene Haare können elektrische Ladung schlecht abgeben“, erklärt Andreas Wild, Haarexperte von John Frieda. Übrigens, im Umkehrschluss gilt auch: Fettige oder nasse Haare können sich nicht elektrisch aufladen. Denn Wasser und Öl erhöhen die elektrische Leitfähigkeit.

Klar, sich einfach nicht mehr die Haare zu waschen oder mit nasser Mähne vor die Tür zu gehen, ist auch keine Lösung. Elektrische Haare zu verhindern oder sie wieder loszuwerden geht zum Glück auch anders.

9 Tipps gegen elektrische Haare

  1. Ionen-Föhn: Investieren Sie in einen hochwertigen Ionen-Föhn! Er reichert die Haare mit negativ geladenen Teilchen an, neutralisiert also den Elektronen-Haushalt in den Strähnen. „Ein guter Föhn wird nicht so heiß, trocknet die Haare also weniger aus und wirkt so auch langfristig elektrischen Haaren durch Feuchtigkeitsmangel entgegen“, so Wild.
  2. Hair-Hack: Haarspray auf die Hände oder eine Bürste sprühen und damit durch die Haare fahren – bändigt Fliegehaare, ohne sie zu verkleben.
  3. Handcreme: „Kein Haarspray zur Hand? Dann geht auch ein Mini-Klecks Handcreme! Alles, was die Haare beschwert, ist hilfreich!“, weiß der Haarprofi.
  4. Spülung oder Haarkur: Bei der Pflege gilt jetzt: Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und nochmal Feuchtigkeit. „Heißt konkret: Immer eine Spülung benutzen und wenn möglich 2x die Woche eine Haarkur“, so Wild.
  5. Die richtige Kleidung: Keine Polyester-Kleidung oder Schuhe mit Plastik-Sohle tragen! Beides trägt dazu bei, dass sich die Haare noch schneller aufladen.
  6. Feuchte Luft: Ein Luftbefeuchter im Zimmer hilft, elektrischen Haaren vorzubeugen.
  7. Trocknertuch: Mit einem Trocknertuch über die Haare fahren oder es direkt über die Bürsten-Borsten drücken und so dauerhaft befestigen. Was die Wäsche vorm elektrostatischen Aufladen bewahrt, bändigt auch die Mähne.
  8. Seidenschal: „Trägt man einen Seidenschal, laden sich die Haare nicht elektrisch auf“, weiß Wild. Die einfache Begründung: Seide hat eine besonders gute Leitfähigkeit.
  9. Andreas Wilds Backstage-Trick: „Generell vorm Anprobieren eines Pullis ein Seidentuch über die Haare legen – so machen wir es auch bei den Fashion Shows, um die Looks nicht durchs Ankleiden zu zerstören."

Das Wetter lässt sich nicht ändern, aber für drinnen werden wir uns jetzt ganz schnell einen Luftbefeuchter anschaffen. Wenn die Haare trotzdem nochmal abheben, wissen wir jetzt wenigstens wie sie schnell wieder den Abflug machen. Und der Seidenschal steht schon jetzt ganz oben auf unserem Weihnachts-Wunschzettel.

03.11.2017| © womenshealth.de
Philipp Wehsack Mode & Beauty
Verwandte Themen
Sponsored Section
Aktuelles Heft
Personal_Trainer App