Press-On-Nägel: Risiken, Kleber und Tipps für gesunde Nägel

Nagelgesundheit bei künstlichen Nägeln
Press-On-Nails im Check: So riskant sind sie für deine Nägel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.09.2026
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Press-On-Nägel im Check
Foto: GettyImages/Maryna Terletska

Irgendwann kommt auch für die größten Nailart-Fans der Moment, in dem der Zeitaufwand einer Maniküre zu aufwändig erscheint. Press-on-Nägel sind eine attraktive Alternative. Sie lassen sich schnell zu Hause anbringen, wirken wie professionell gemachte Nägel und können erstaunlich lange halten.

Dafür gibt es unzählige Marken, Designs und Formen. Viele Sets können sogar mehrfach verwendet werden und sind dadurch deutlich günstiger als eine professionelle Maniküre. Hier erfährst du alles, was du darüber wissen musst.

Können Press-on-Nils den Nägeln schaden?

Auf den ersten Blick nicht: Nach Einschätzung von Expert:innen gelten Press-ons im Allgemeinen als vergleichsweise schonend für die Nägel – insbesondere im Vergleich zu Gel-, Dip-Powder- oder Acrylmaniküren, die die Nägel stärker beanspruchen können.

"Ein großer Vorteil ist, dass Press-ons in der Regel weder aggressives Feilen noch Nagellackentferner zum Ablösen erfordern", erklärt Dr. Dana Stern, Fachärztin für Dermatologie und klinische Assistenzprofessorin am Mount Sinai Medical Center in New York. "Aus gesundheitlicher Sicht sind sie wahrscheinlich mit einer normalen Lackmaniküre vergleichbar." Mögliche Probleme können sich aber im Laufe der Anwendung ergeben.

Schnell-Check: Unsere ExpertinnenDr. Chris Adigun ist Fachärztin für Dermatologie (board-zertifiziert) sowie Präsidentin und medizinische Leiterin des Dermatology & Laser Center of Chapel Hill.
Dr. Dana Stern ist Fachärztin für Dermatologie (board-zertifiziert) und Assistenzprofessorin für Dermatologie am Mount Sinai Medical Center in New York City.
Gina Edwards ist prominente Nageldesignerin (Celebrity Manicurist) und Markenbotschafterin für Kiss Nails und Impress Nails.

Das Anbringen von Klebenägeln kann die Haut reizen

Zum Befestigen wird häufig Nagelkleber verwendet. Gelangt dieser versehentlich auf die Nagelhaut, kann er Reizungen oder allergische Reaktionen auslösen. "Diese Klebstoffe enthalten sogenannte unpolymerisierte Monomere. Dabei handelt es sich um sehr starke Acrylat-Allergene", erklärt Dr. Chris Adigun. "Manche Menschen entwickeln darauf sehr heftige allergische Reaktionen.", sagt Dr. Chris Adigun.

Eine negative Reaktion kann unmittelbar nach dem Auftragen auftreten und zu einer sogenannten irritativen Kontaktdermatitis führen. Dabei wird die äußere Schutzschicht der Haut durch einen reizenden Stoff geschädigt und es können Beschwerden wie Brennen, Schmerzen, Entzündungen und Rötungen auftreten. In Ausnahmefällen kann es auch zu Blasenbildung und einer Ablösung des Nagels vom Nagelbett kommen, so Dr. Stern.

Auch Kleber-Allergien sind möglich

Eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe von Nagelkleber kann sich auch erst mit der Zeit entwickeln und zu einer sogenannten allergischen Kontaktdermatitis führen. Dabei löst ein Stoff, gegen den der Körper empfindlich geworden ist, als Reaktion des Immunsystems einen juckenden Hautausschlag aus, erklärt Dr. Chris Adigun. Diese verzögerte Reaktion ist laut Forschung häufig das Ergebnis eines langfristigen, wiederholten Kontakts mit Nagelkleber. Der Kleber ist jedoch nicht die einzige mögliche Allergenquelle: Auch die Gel-Nageltips selbst können Acrylate enthalten und dieselbe allergische Reaktion auslösen.

Obwohl eine solche Allergie grundsätzlich bei jedem Menschen auftreten kann, entwickelt sie sich wahrscheinlicher bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Nagelstudios, die täglich mit diesen Chemikalien in Kontakt kommen, als bei Personen, die sich nur gelegentlich selbst die Nägel machen. Trotzdem sollte man das Allergierisiko im Hinterkopf behalten, denn dieselben Acrylate, die in Nagelklebern enthalten sind, werden laut Dr. Adigun auch häufig in der Medizin verwendet. Sie kommen unter anderem in Materialien zur Zahnrekonstruktion, in Knochenzement, in chirurgischen Klebstoffen und sogar in Glukosemessgeräten vor.

Wer bereits eine Acrylat-Allergie entwickelt hat, sollte seinen Arzt oder Zahnarzt vor einem Eingriff informieren, bei dem diese Inhaltsstoffe möglicherweise verwendet werden. Denn bei Personen, die bereits sensibilisiert sind, kann ein erneuter Kontakt mit Acrylaten dazu führen, dass die allergische Reaktion noch stärker ausfällt.

Press-ons sicher anbringen: Schritt für Schritt

Das richtige Anbringen deiner Press-on-Nägel kann sie sicherer machen, indem es das Risiko von Nagelschäden oder der Entwicklung einer Allergie gegen den Klebstoff verringert. Als Erstes solltest du sicherstellen, dass deine Nageloberfläche sauber und frei von Rückständen ist, betont Gina Edwards.

Schritt 1: Nägel reinigen und komplett trocknen

Entferne Rückstände und Ölfilm. Edwards empfiehlt, die Nägel vor dem Anbringen mit einem Alkoholtupfer zu reinigen und zu trocknen. Dadurch kann der Kleber besser haften.

Schritt 2: Nagelhaut vorsichtig zurückschieben

Schiebe die Nagelhaut sanft zurück, damit möglichst wenig Kleber auf die Haut kommt und du mehr "Nagelfläche" zum Kleben hast. Schneide nur, wenn du sehr sicher bist – zu tiefes Schneiden kann Entzündungen begünstigen.

Schritt 3: Optional eine Schutzschicht auftragen

Eine Schicht Unterlack/Base Coat, Nagellack oder Nagelhärter kann als Puffer dienen. Eine solche Schicht kann den Nagel schützen, falls ein Press-on versehentlich abgerissen wird, weil dann weniger wahrscheinlich oberflächliche Nagelzellen beschädigt werden.

Schritt 4: Kleber wirklich sparsam dosieren

Nutze lieber zu wenig als zu viel – zu viel Kleber läuft auf die Nagelhaut. Edwards empfiehlt etwa "ein Fünftel eines Klebetropfens", ungefähr in Sesamkorngröße, auf Naturnagel oder Press-on.

Schritt 5: Kleber je nach Nagelbett platzieren

Wenn du längere Nagelbetten hast, kannst du den Kleber direkt auf den Naturnagel geben. Bei kürzeren Nagelbetten kann es laut Edwards sinnvoller sein, den Kleber auf die Unterseite des Press-ons zu geben – so läuft er weniger Richtung Nagelhaut.

Schritt 6: Die risikoärmere Alternative kennen – Klebepads (Tabs)

Wenn du Kleber meiden willst, sind Klebepads oft die sicherere Option. Dr. Stern sagt, Tabs halten zwar nicht so lange wie Kleber, bergen aber nicht dasselbe Risiko für allergische Reaktionen und Hautreizungen. Tabs sind besonders praktisch, wenn du Press-ons nur für ein Wochenende oder ein Event tragen willst.

So entfernst du Press-ons sicher

Um die Gesundheit deiner Nägel zu erhalten, ist die Art und Weise, wie du deine Press-on-Nägel entfernst, genauso wichtig wie das richtige Anbringen. Reiße sie niemals einfach ab – andernfalls kann es passieren, dass du den Naturnagel unbeabsichtigt vom Nagelbett abhebst. "Das nennt man Onycholyse", erklärt Dr. Stern.

1. Einen Press-on vorsichtig anheben – ohne Gewalt

Nutze ein Nagelhautstäbchen oder ein Maniküre-Tool, um den Rand minimal zu lösen.

2. Kleber-Entferner in den Zwischenraum geben

Dr. Adigun empfiehlt einen speziellen Nagelkleber-Entferner, der die molekularen Verbindungen des Klebstoffs löst; solche Produkte enthalten oft Aceton oder ölbasierte Lösungsmittel. Das Ziel ist, dass sich der Press-on "von selbst" löst – nicht, dass du ziehst.

3. Zeit geben und wiederholen

Lass das Produkt einwirken. Edwards rät: Wenn sich der Nagel nicht leicht lösen lässt, wiederhole den Vorgang, bis er sich problemlos ablösen lässt.

4. Danach sanft pflegen

Wenn die Nägel trocken oder fleckig wirken, ist das oft ein Signal für Pflege statt für die nächste Maniküre. Beleg: Dr. Stern nennt Keratingranulationen als mögliche Folge von zu aggressivem Entfernen – dabei entstehen weiße Flecken durch starke Austrocknung der Nagelplatte.

Must-have-Produkte für eine Press-On-Maniküre

Damit dir das Anbringen und Entfernen von Press-on-Nägeln möglichst einfach gelingt, kommen hier einige Produktempfehlungen:

Die besten Klebepads

Hier bestellen: BTArtbox Adhesive Tabs für Press-on-Nägel

Klebepads sind die beste Wahl, wenn es um das Anbringen von Press-on-Nägeln geht, da sie deine Haut keinen potenziell reizenden Chemikalien aussetzen. Das Set enthält 20 Blätter mit insgesamt 15 verschiedenen Größen, sodass sie für die meisten Finger passen.

Der beste Pflegebalsam

Hier bestellen: BIO-H-TIN Regenerierende Nagelcreme

Eine feuchtigkeitsspendende Salbe, die trockene, empfindliche und geschädigte Haut beruhigt, schützt und heilt. Du kannst sie täglich auf deine Nagelhaut auftragen, um die Gesundheit deiner Nägel zwischen und während Maniküren zu unterstützen.

Der beste Nagelkleber-Entferner:

Hier bestellen: KISS Glue Off Instant False Nail Remover

Nach der Verwendung von Nagelkleber ist es wichtig, ihn mit einer Lösung zu entfernen, die speziell dafür entwickelt wurde, den Klebstoff aufzulösen. Dieses Produkt kommt in Gelform und wirkt innerhalb weniger Minuten: Ein Einweichen ist nicht erforderlich. Das Gel löst die Verbindung zwischen Kleber und Nagel, während die spitze Schaberkante dabei hilft, die künstlichen Nägel vorsichtig abzulösen.

Vorbeugende Pflege kann die Nagelgesundheit schützen

Auch die beste Maniküre wirkt strapazierend. Um deine Nagelgesundheit langfristig zu erhalten, solltest du deinen Nägeln regelmäßig eine Erholungspause geben und sie richtig pflegen: Deine Nägel profitieren vor allem von Feuchtigkeitspflege. Die natürlichen Öle deiner Nägel wirken zwar wie eine Schutzschicht, können jedoch durch heiße Duschen, Kontakt zu Reinigungsmitteln, häufige Maniküren und die tägliche Belastung nach und nach verloren gehen.

Deshalb ist es wichtig, die Nägel mit Nagelhautölen zu pflegen, die Vitamin E und Jojobaöl enthalten, ergänzt Edwards. Diese pflanzlichen Öle haften besonders gut, können in den Nagel eindringen und sorgen so für eine intensive Feuchtigkeitsversorgung. Außerdem solltest du bei der Verwendung aggressiver Reinigungsmittel Handschuhe tragen und darauf verzichten, die Nägel als Werkzeuge zu benutzen.

So schön gepflegte Nägel rund um die Uhr auch sind, Dr. Adigun empfiehlt, lieber vorsichtig zu sein und zwischen verschiedenen Sets eine ein- bis zweimonatige Pause einzulegen, damit sich die Nägel erholen können. Falls du keine Schäden an deinen Nägeln feststellst, könntest du die Häufigkeit der Anwendung laut Dr. Stern ganz nach deinem eigenen Ermessen etwas steigern.

Fazit