Ohrpiercings stechen: Das musst du vorher wissen Kimia Zarifi / Unsplash.com

Ohrpiercing Curated Ear: So funktioniert der Piercing-Trend im Ohr

Ohrpiercings sind gerade super angesagt. Stichwort: Curated Ear! Wir sagen, was das ist und erklären dir alles Wichtige über Ohrpiercings

Beim neuesten Trend "Curated Ears" werden Ohren durch Piercings zu kleinen Kunstwerken. Es braucht allerdings schon ein bisschen Mut, um sich gleich mehrere Piercings in die Ohrmuschel stechen zu lassen. Umso besser ist dafür das Gefühl, wenn man sich erst einmal getraut hat!

Wir haben ausführlich mit der angesagten Schmuck-Designerin Maria Black und ihrem Piercer Melin Emilsen aus dem neueröffneten Maria-Black-Store in München über Ohr-Piercings gesprochen. Egal, ob du dich erst einmal langsam an das Thema herantasten möchtest oder dir am liebsten 10 Piercings auf einmal stechen lassen willst – hier erfährst du alles, was du über Ear-Piercings wissen musst!

1. Welche Stellen am Ohr können gepierct werden?

Das kommt ganz darauf an: "Jedes Ohr ist unterschiedlich. Piercings sollten immer individuell an die eigene Anatomie des Ohres angepasst werden", sagt Maria Black. Der Piercer Melin ergänzt: "Es gibt Piercings, die in die weichen Ohrläppchen gesetzt werden. Andere kommen in den härteren knorpeligen Part, der den Rest des Ohres ausmacht. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt".

Das "Forward Helix", also ein Piercing vorne am oberen Teil des Ohres ist im Moment besonders im Trend. Mutige lassen sich ein Industrial oder Orbital stechen – hierbei wird durch zwei Stellen am Ohr gestochen. "Ein zweites oder drittes Ohrloch kommt wohl niemals aus der Mode und ist ein tolles Piercing für einen langsamen Einstieg."

2. So findest du das richtige Piercing

Bevor es zum Stechen geht, muss natürlich erst einmal das perfekte Piercing gefunden werden. So ein Piercing ist schließlich dauerhaft und will wohl überlegt ausgesucht werden.

"Wir haben extra ein kleines Tool entwickelt, mit dem das potenzielle Piercing angehalten werden kann. So kann man direkt sehen, ob das Piercing zu einem passt", erzählt die Designerin. "Am besten ist es, Fotos von Looks mitzubringen, die einem gefallen. Die individuelle Anatomie des Ohres muss natürlich immer mit berücksichtigt werden. Zu Hause kann man mit kleinen Perlen und Wimpernkleber den Look schon einmal vorsichtig testen", so Melin.

3. Wie kriegt man den perfekten Curated-Ear-Look?

Voller Vorfreude scrollst du nun schon bei Insta durch all die schönen Curated Ear-Bilder? Sie sind aber auch wirklich zu schön! Bei der großen Auswahl fällt die Zusammenstellung für das eigene Ohr gar nicht so leicht. Maria weiß, wie der perfekte Look gelingt:

"Am wichtigsten ist die richtige Platzierung und Harmonie zwischen den unterschiedlichen Piercings. Natürlich sollte der Look zum eigenen Stil passen. Ein erfahrener Piercer wird dich ausführlich beraten und die Piercings mit dir planen. Wichtig ist auch, vorausschauend zu planen und zukünftige Piercing-Stellen mit zu berücksichtigen."

4. Was eignet sich als Erstschmuck?

Damit sich das Piercing nicht entzündet, muss der Erstschmuck einige Kriterien erfüllen. Aber die Zeiten von langweiligen medizinischen Steckern oder kitschigen bunten Perlen sind zum Glück längst vorbei. "Als Material eignet sich Gold – 14 Karat oder höher, medizinisches Titan, Platin, Niobium oder teilweise auch Glas. Wichtig ist, dass kein Nickel (Allergie-Gefahr!) enthalten ist. Am besten ist ein Stecker ohne oder mit einem innenliegenden Gewinde", erklärt Piercer Melin. Auf ein tolles Design musst du also nicht verzichten.

5. Wie wird ein Piercing gestochen?

Wenn du dich erst einmal für das richtige Piercing entschieden hast, bleibt nur noch die Überwindung vor dem Pieks. Maria und Melin können dich beruhigen: "Klar merkt man etwas – es geht aber so schnell, dass der Schmerz gleich wieder vergessen ist."

"Mir fallen spontan 5 Beauty-Behandlungen ein, die schmerzhafter sind als Piercings stechen!", scherzt Maria. "Gut vorbereiten kannst du dich, indem du ausgeruht zum Termin kommst und vorher etwas gegessen hast. Schmerzmittel sind nicht notwendig", empfiehlt Melin. Übrigens: Du kannst dir sogar bis zu 4 Piercings auf einmal stechen lassen!

6. Wie pflege ich ein frisches Piercing?

Besonders in der ersten Zeit nach dem Stechen ist die Pflege des neuen Piercings wichtig, um Infektionen zu vermeiden und den Heilungsprozess zu beschleunigen. "Die Ohrläppchen brauchen durchschnittlich 3 Monate um komplett abzuheilen. Alle anderen Stellen brauchen mindestens 6 Monate. Die Heilungsdauer hängt immer von der eigenen Gesundheit, Lifestyle und Pflege ab", so Melin.

Maria erklärt, wie die richtige Pflege aussieht: "Die Pflege eines frischen Piercings läuft wie die Behandlung jeder frischen Wunde: Immer gut sauber und trocken halten! Für die Reinigung gibt es spezielle Mittel mit nach Hause. Außerdem sollte man in der ersten Zeit nicht auf der frisch gepiercten Seite schlafen. Und ganz wichtig: NICHT ANFASSEN!"

Achtung: Falls sich das Piercing doch einmal entzünden sollte oder so gar nicht heilen will, geh zu einem erfahrenen Piercer und lass dich beraten.

7. Wie finde ich ein gutes Piercingstudio?

Wer kennt dieses Gefühl nicht: Ob beim Frisör, im Kosmetikstudio oder beim Nail-Artist – manchmal passt es einfach nicht. Er oder sie versteht nicht, was du willst. Irgendwie könnten die Schälchen sauberer aussehen und soll das jetzt eigentlich so brennen? Die Auswahl eines richtigen Profis ist so wichtig! Vor allem, wenn es um die Gesundheit und dauerhafte Veränderungen geht. Doch woran erkennst du nun ein gutes Piercingstudio?

Hier kommen Melins Tipps:

  1. Dir sollte zunächst natürlich der Piercing-Stil und der Schmuck des Studios gefallen
  2. Der Piercer oder die Piercerin sollte dich ausführlich beraten können und sich Zeit für dich nehmen.
  3. Es sollte auf deine Vorstellungen und Wünsche eingegangen werden.
  4. Achte unbedingt auf die Sauberkeit! Lass dir am besten zeigen oder erklären, wie das Besteck steril gemacht wird.
  5. Das Studio sollte einen professionellen Eindruck machen und du solltest dich dort sicher aufgehoben fühlen.

Maria ergänzt: "Am besten vorher im Internet recherchieren. Du solltest dich in dem Piercingstudio wohlfühlen und dem Piercer vertrauen können."

Übrigens: Vor Kurzem hat Maria Black einen Shop im Oberpollinger in München eröffnet. Dort kann man nicht nur ihren schönen Schmuck kaufen, sondern sich auch direkt piercen lassen. Definitiv einen City-Trip wert!

Sich ein Piercing stechen zu lassen, ist natürlich kein Klacks. Nun weißt du aber worauf du achten musst und wie der perfekte Look gelingt. So steht deinem persönlichen kleinen Kunstwerk nichts mehr im Weg. Jetzt musst du dich nur noch trauen!

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