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Ballett So tanzt du dich beim Ballett schlank und fit

Du siehst es auf den ersten Blick: Ballett-Tänzerinnen sind mega-stark, anmutig und durchtrainiert! So wirst auch du fit wie eine Ballerina

Es ist der Kindheitstraum vieler Frauen: Einmal als Ballerina im Nussknacker tanzen. In einem weißen Tutu, dem Ballettrock aus feinem Tüllstoff. Viele wissen aber auch: Es ist Schwerstarbeit, so anmutig zu tanzen, dazu gehört ein perfekt trainierter Körper. Den wünschst du dir obendrein? Okay.

Die gute Nachricht: Der Traum muss kein Traum bleiben, sondern kann auch noch mit 20, 30 oder 40 Realität werden. Die eher schlechte Nachricht: Ballett ist harte Arbeit und ein intensives Workout. Grund genug, sich das Tanzworkout mal genauer anzuschauen.

Was ist Ballett?

Von Ballett haben die wohl die meisten schon einmal etwas gehört. Egal ob als klassische Vorführung in großen Sälen oder aus Kindheitstagen als Sportunterricht. Das Wort „Ballett“ kommt aus dem Italienischen. „Balletto“ bedeutet übersetzt schlichtweg Tanz.

Unter Ballett verstehen wir heute meist einen Bühnentanz, der von klassischer Musik begleitet vor einem Publikum vorgetragen wird. Ballett grenzt sich auf Grund seiner strengen Positionen, Haltungen und Figuren ganz deutlich von zeitgenössischen Tänzen ab.

Ballett
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Beim Ballett wird ungefähr jeder Muskel im Körper beansprucht.

Welche Muskeln werden beim Ballett beansprucht?

Beim Ballett wird so ungefähr jeder Muskel deines Körpers beansprucht. Denn der klassische Tanz steht für Eleganz und Leichtigkeit – aber alles, was leicht aussieht, ist zu 100 Prozent Körperbeherrschung und absolute Kontrolle aller Körperteile. Sprich: Hier ist Muskelarbeit gefragt! Von den Fußspitzen bis zu den Fingerspitzen wird alles gestreckt, gedehnt, gekräftigt und mobil gemacht. Vor allem die Waden, Oberschenkel, Po- und die Bauchmuskeln werden so richtig fit gemacht.

Was wird beim Ballett noch trainiert?

Zusätzlich zur Muskulatur wird aber auch die Ausdauer gefordert, denn die schnell wechselnden Haltungen bringen deinen Kreislauf ganz schön in Schwung und dich oft echt aus der Puste. Ein weiteres Plus: Beim Ballettunterricht wird zudem die Koordination geschult, denn Finger, Hände, Arme, Beine, Füße – alles muss einzeln angesteuert und in Position gebracht werden.

Auch der Kopf wird angestrengt: Wer Ballett lernen will, muss sich die einzelnen Positionen und Haltungen merken, sich eine Choreographie einprägen und dabei auch noch ganz entspannt schauen. Gar nicht so leicht! Wer etwas geübter ist, wird aber schnell merken, dass Ballett nicht nur dem Körper gut tut, sondern auch der Seele. Denn beim Tanzen vergisst du schnell die Zeit und alles um dich herum.

Wie viele Kalorien verbrennt man beim Ballett?

Ballett ist ein echtes Kraftworkout, bei dem du ganz schön ins Schwitzen kommen kannst. Dank der Muskelmasse die aufgebaut wird, verbrennt der Körper nach einiger Zeit mehr und mehr Kalorien. Bei einer 90-minütigen Ballettstunde verbrennst du somit gut und gerne mal 500 Kalorien. Und hast dabei noch Spaß, lernst dich grazil und elegant zu bewegen – besser geht es eigentlich nicht.

Ist Ballett gesund für den Körper?

Wer Ballett Schritt für Schritt lernt und seinem Körper genügend Zeit gibt, sich anzupassen, für den ist Ballett ein gutes, gesundes Workout. Wie so oft gilt auch hier: Auf den Körper hören, deine Grenzen akzeptieren und vor allem mit Spaß an die Sache gehen.

Oft hört man von mageren, hungernden Ballerinas, die sich jeden Tag in Ballettschulen mit blutenden Zehen und Konkurrenzkampf quälen. Das mag in der professionellen Ballettszene gelegentlich der Fall sein, hat aber im Hobbybereich nichts zu suchen. Es sollte immer die Leidenschaft und Freude am Tanz im Vordergrund stehen.

Fußposition beim Ballett
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Keine Sorge: Nur auf Spitze tanzen machen allein die Profis.

Welche Positionen gibt es im Ballett?

Genau die Positionen sind es eben, die Ballett so unverkennbar und untypisch machen. Wir erklären dir die 6 Fußpositionen des Balletts:

  1. Position: Bei der sogenannten ersten Position stehen die Füße in einer Linie nebeneinander und die Fersen berühren sich. Die Beine sind demnach geschlossen.
  2. Position: Die zweite Position ähnelt der ersten, die Füße stehen ebenfalls in einer Linie, die Fersen zeigen zueinander, berühren sich aber nicht. Die Beine sind hüftbreit geöffnet.
  3. Position: In der dritten Position stehen die Füße voreinander, die Ferse des vorderen Fußes berührt das Längsgewölbe des hinteren Fußes. Das Längsgewölbe ist der Teil des Innenfußes, der ungefähr in der Mitte ist und sich leicht nach innen wölbt.
  4. Position: Die vierte Position ist im Prinzip gleich wie die dritte, mit dem Unterschied, dass die Ferse des vorderen Fußes nicht das Längsgewölbe des hinteren Fußes beführt, sondern ungefähr eine Fußlänge zwischen beiden liegt.
  5. Position: In der fünften Position stehen die beiden Füße voreinander. Die Ferse des hinteren Fußes berührt den Kleinzehballen des vorderen Fußes.
  6. Position: Die sechste und letzte Position ist die einfachste Position: Die Füße stehen parallel nebeneinander, die Zehen zeigen nach vorne. Die Füße berühren sich, das heißt die Beine sind geschlossen.

Ballett Glossar: Das sind die wichtigsten Begriffe

Neben den Fußpositionen gibt es natürlich noch weitere wichtige Begriffe, die du vielleicht schon vor deiner ersten Ballettstunde kennen solltest. Wir haben die wichtigsten Ballett-Buzzwords für dich zusammengetragen:

  • Barre: Barre heißt übersetzt schlichtweg „Stange“ und bezeichnet den Teil des Ballettunterrichts, der an der Stange durchgeführt wird. Die Stange dient den Schülerinnen dabei als Gleichgewichtshilfe.
  • Changement: Als Changement bezeichnet man Schritte oder auch Sprünge, die mit einer Änderung der Fußposition ausgeführt werden.
  • Chassé: Ein Chassé hast du bestimmt schon mal gesehen: Es ist eine seitliche Gehbewegung, die leicht gesprungen wird. Er wird im Volksmund auch Seitgalopp genannt.
  • Demi-Plié: Beim Demi-Plié sind die Füße in einer der Fußpositionen, es wird eine halbe Kniebeuge durchgeführt, die Fersen dürfen dabei nicht vom Boden abheben.
  • Pas de deux: Pas de deux ist der französische Begriff für ein getanztes Duett.
  • Pirouette: Eine Pirouette ist eine Drehung auf einem Bein.
  • Plié: Beim Plié sind die Füße, wie auch beim Demi-Plié, in einer der Fußpositionen, es wird eine ganze Kniebeuge durchgeführt, die Fersen dürfen dabei nicht vom Boden abheben.
  • Relevé: Sagt die Lehrerin oder der Lehrer "Relevé!" an, bedeutet das, dass die Tänzerinnen auf die Fußspitzen gehen sollen. Wörtlich übersetzt heißt es „erheben“.
  • Temps: Als Temps bezeichnet man die Zählzeiten.
  • Tendu: Wenn tendu gefordert wird, wird ein Bein nach vorne, zur Seite oder nach hinten ausgestreckt.
  • Tutu: Das Tutu ist der Ballettrock aus Tüll.

Wann sollte man mit Ballett anfangen?

Hier gilt es mit einem Gerücht aufzuräumen. Ballett lernen ist nicht nur als Kind möglich. Das gilt vielleicht dann, wenn es um den Weg zur professionellen Ballerina geht. Aber auf Hobby-Niveau ist alles möglich.

Egal ob du als Kind oder Jugendliche schon mal getanzt hast oder Tanzstunden für dich totales Neuland sind: Ballett wird heute in vielen Studios für Anfänger aller Altersklassen angeboten.

Wie kann ich Ballett lernen?

Am besten suchst du dir ein Studio, das seine Kurse konkret an Neulinge richtet. Dort wird in entspannter, ungezwungener Atmosphäre Schritt für Schritt das Tanzen gelernt. Wichtig: Hier steht der Spaß im Vordergrund. Zum Sport, und das ist Ballett nun mal, solltest du ja schließlich gerne gehen.

Ballettkurse gibt es in Tanzstudios, Fitnessstudios oder manchmal auch an der Volkshochschule. Dort lernt man von ausgebildeten Trainern die verschiedenen Fußhaltungen, Positionen und Sprünge. Meist wird auch eine Choreographie einstudiert.

Kann ich Ballett auch zuhause machen?

Wenn du Ballett zuhause üben magst, solltest du auf jeden Fall ausreichend Platz in deiner Wohnung haben. Idealerweise sollten die Positionen und Haltungen nämlich in einem großen Raum vor einem Spiegel geübt werden. Eine Ballettstange ist außerdem hilfreich.

Falls dir die ersten Ballettstunden so gut gefallen, dass du auch zu Hause nicht genug bekommst, kannst du dir einen fahrbaren Spiegel (zum Aufklappen) und eine mobile Ballettstange kaufen und die Abfolgen üben.

Welches Zubehör braucht man für Ballett?

Wenn du dich für einen Ballettkurs angemeldet hast, solltest du darauf achten, dass du enge Kleidung trägst. Diese unterstützt dein Körpergefühl und hilft dem Lehrer schneller fehlerhafte Stellungen zu erkennen.

In den meisten Fällen trägst du beim Ballett keine Sportschuhe, sondern spezielle Ballettschuhe, die an Turnschläppchen erinnern. Sie erleichtern eine grazile Fußhaltung. Professionelle Ballettschuhe sind außerdem an der Fußspitze flach, sodass die Tänzer leichter auf den Spitzen tanzen können. Das ist aber für Anfänger absolut kein Muss.

Zu deiner Ballettstunde solltest du außerdem ein kleines Handtuch und ausreichend Wasser zum Trinken mitbringen. Falls etwas anderes zusätzlich gefordert wird, wird das Tanzstudio dich sicher vor dem ersten Kurs darüber informieren.

Ballett: Muss es immer klassische Musik sein?

In der Regel wird Ballett immer zu klassischer Musik getanzt. Moderne Ballett-Workouts wie zum Beispiel Barre sind etwas freier und zeitgenössischer und werden meist zu moderner Popmusik getanzt.

Einmal Ballerina sein: Das sind die besten Ballettschulen

Fast in jeder größeren Stadt gibt es ein Ballett- oder Tanzstudio, in dem du deine ersten Balletterfahrungen machen kannst. Wir haben eine Liste mit Adressen für dich zusammengestellt, bei denen du Ballett lernen kannst:

  • Hamburg: OnStage, Studio TanzKunst
  • Berlin: Atelier de la danse, Ballettschule Silvia Hadrich
  • München: Ballettschule Esther, Münchner Ballettschule
  • Dresden: Sempermobilis, Ballettstudio Espiral
  • Freiburg: Ballettschule Krain, Ballett Freiburg

Ballett ist ein schöner Sport, der dich mit viel Spaß ganz ohne übersteigerten Ehrgeiz rundum fit macht. Lust bekommen? Dann probiere es doch einfach aus! Mit unseren Infos bist du als Neueinsteigerin schon sehr gut gerüstet!

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