Vielleicht hast du noch nie von Gym-Anxiety gehört, gespürt hast du sie aber vermutlich schon. Etwa, wenn du dich im Studio mit anderen vergleichst und die trainierten Körper neben dir dein Selbstbewusstsein dämpfen. Statt motiviert zu starten, verschränkst du die Arme, versteckst dich im XXL-Shirt und bleibst im schlimmsten Fall zu Hause. Ein Teufelskreis. Wie du ihn durchbrichst und selbstbewusst trainierst, erklären wir dir im Folgenden.
Ursachen für Gym-Angst bei Frauen
Gym-Angst, oft auch Gym-Anxiety genannt, ist kein Randphänomen. Viele Frauen kennen dieses mulmige Gefühl, sobald sie das Fitness-Studio betreten. Du vergleichst dich. Du beobachtest andere. Und plötzlich fühlt sich dein eigener Körper falsch an. Nicht leistungsfähig genug. Nicht sportlich genug. Diese Form von Unsicherheit entsteht selten aus dem Nichts. Sie wird genährt durch soziale Medien, durch Bodyshaming im Fitnessclub und durch das Gefühl, ständig bewertet zu werden.
Was hinter Gym-Anxiety steckt
Gym-Anxiety beschreibt die Angst, beim Training beobachtet, bewertet oder belächelt zu werden. Häufig spielen diese Punkte eine Rolle:
- Angst vor Bewertung: Die Sorge, andere könnten deinen Körper, dein Können oder dein Gewicht beurteilen.
- Einschüchterung durch die Umgebung: Unbekannte Geräte, neue Übungen oder volle Trainingsflächen wirken schnell überfordernd.
- Kulturelle Bilder von Fitness: Fitness-Studios werden oft mit Leistung, Konkurrenz und "perfekten" Körpern beworben. Das schafft Hürden, vor allem für Einsteigerinnen oder nach längeren Pausen.
- Bodyshaming im Fitness-Club: Abwertende Blicke, Kommentare oder das Gefühl, nicht dazuzugehören. Oft kommt der kritischste Blick von dir selbst. Der innere Kritiker ist lauter als jede reale Stimme.
Ab an die Geräte! Keine Angst vorm Krafttraining
Mehrere Studien, wie die der Penn State University, zeigen, dass besonders viele Frauen beim Krafttraining unter Ängsten leiden. Sie meiden den Freihantel- oder Gerätebereich im Fitnessstudio, da er als leistungsbetont und männlich dominiert gilt. Unbekannte Übungen, fehlende Erfahrung und das Gefühl, nicht dazuzugehören, sowie die Sorge vor ungefragten Ratschlägen durch männliche Studio-Besucher verstärken die Unsicherheit. Dabei sollten gerade ältere Frauen Krafttraining praktizieren. Laut Prof. Dr. Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln kann Krafttraining in den Wechseljahren besonders empowernd wirken und nicht nur Muskeln, sondern auch das Selbstbewusstsein stärken.
Tipp: Wenn du nicht gerne mit Mini-Hanteln neben Muskelpaketen trainierst, wähle ein Frauen-Fitness-Studio wie MRS.SPORTY.

Der Freihantelbereich verunsichert dich und du fühlst dich dort nicht wohl? Such dir zu Beginn Zeiten, in denen das Gym etwas leerer ist, oder ein Gym mit extra Space für Frauen – zumindest, bis du etwas Selbstbewusstsein getankt hast.
Yoga ohne Angst im Gym
Ein- und ausatmen, das Bein Richtung Himmel strecken, dabei lächeln und hoffen, dass das T-Shirt nicht nach oben rutscht – und schon steht die durchtrainierte Yoga-Lehrerin neben dir und drückt deinen Rücken tiefer in den herabschauenden Hund. Und das soll entspannend sein? Spätestens jetzt wünschst du dir, zu Hause geblieben zu sein. Schade wär’s. Um nicht wegen Gym-Anxiety aufzugeben, atme erst einmal tief durch. Du bist nicht allein, fast allen ging oder geht es so. Und ob Kobra oder Krieger – die wichtigsten Asanas, also Grundübungen, kannst du online lernen, bevor du dich ins Studio wagst.
Besonders hilfreich: Die wichtigsten Yoga-Tipps für Einsteigerinnen
Selbstbewusst trainieren – Schritt für Schritt
Von Yoga bis zum Krafttraining – Gym-Angst ist keine persönliche Schwäche. Sie kann eine nachvollziehbare Reaktion auf äußere Reize, Erwartungen und gesellschaftliche Bilder sein. Die gute Nachricht: Du kannst lernen, selbstbewusst zu trainieren. Der klinische Sportpsychologe Craig W. Cypher, Psy.D., CMPC® vom University of Rochester Medical Center betont, dass gezielte Strategien helfen, Gym-Anxiety Schritt für Schritt abzubauen.
Die 6 besten Strategien gegen Gym-Anxiety
1. Setze klare, realistische Ziele
Dein Fokus liegt auf deinem Training, nicht auf anderen. Erinnere dich, warum du trainierst: Gesundheit, Energie und Wohlbefinden.
2. Trainingspläne und Coaching
Plane dein Workout vorab und lass dich an Geräten durch das Fachpersonal vor Ort einweisen. Sicherheit reduziert Stress. Wer fragt, der führt. Anfängerinnen bekommen gerne Hilfestellungen.
3. Wähle Kleidung, in der du dich wohlfühlst
Funktional schlägt modisch. Du musst keine hautengen Trainings-Leggins oder bauchfreie Tanktops anziehen, wähle komfortable Trainings-Outfits.
4. Trainiere zu ruhigen Zeiten und mit Gleichgesinnten
Außerhalb der Hochzeiten im Fitness-Studio findest du häufig Trainierende, denen es ähnlich geht, wie dir. Wenn nicht, frage eine Freundin oder Bekannte, ob sie mit dir ins Studio kommt.
5. Suche dein Fitness-Studio mit Bedacht aus
Wenn du unter Gym-Anxiety leidest oder die Gefahr besteht, dass du Ängste beim Training entwickeln könntest, solltest du reine Mucki-Buden meiden. Wähle stattdessen ein Studio mit einem ganzheitlichen Ansatz aus.
6. Konzentriere dich auf dich selbst
Das Geheimnis, Fitnessstudio-Angst zu überwinden, liegt darin, zu erkennen, dass im Gym fast alle mit sich selbst beschäftigt sind. Die meisten Frauen achten stärker darauf, wie sie selbst wirken, als dein Training zu beurteilen. Wenn du das verinnerlichst, kannst du deine Gym-Anxiety schnell reduzieren.
Die häufigsten Fragen zur Angst von Frauen im Fitness-Studio
Gym-Anxiety bei Frauen ist real. Sie entsteht durch psychologische Faktoren, Bodyshaming im Fitness-Club und leistungsorientierte Studio-Atmosphären. Die Angst ist keine persönliche Schwäche, sondern nachvollziehbar. Besonders Frauen fühlen sich oft beobachtet oder bewertet. Vor allem zu Beginn oder nach längeren Pausen wirkt das Fitness-Studio schnell einschüchternd.
In Kursen wie Yoga oder Pilates werden Korrekturen oft öffentlich gegeben. Was fachlich sinnvoll ist, fühlt sich für viele Frauen schnell wie Bloßstellung an. Vor allem dann, wenn das eigene Körperbild ohnehin kritisch ist.
Ja. Selbstbewusst trainieren ist kein Talent, sondern ein Prozess. Wer den Fokus auf das eigene Training legt, realistische Ziele setzt und sich Zeit gibt, kann Gym-Anxiety Schritt für Schritt abbauen. Unterstützung durch Trainer und Trainerinnen oder ruhige Trainingszeiten helfen zusätzlich.





