Frau auf einem Laufband vor ihrem Schreibtisch Shutterstock

Green Homegym: So geht umweltfreundliches Training

Green Homegym 14 Tipps, wie dein Training klimafreundlich wird

Zuhause trainieren und danach nicht ewig duschen ist gut fürs Klima. Noch besser: Umweltfreundliches Equipment im Homegym. Diese Tipps schonen die Umwelt und deinen Geldbeutel

Sport ist meist gut für die Umwelt – ausgenommen Großveranstaltungen, Motorsport, und reiseintensive Materialschlachten. Freizeitsportler*innen leben tendenziell im Einklang mit ihrem Körper und ihrer Umwelt, leben gesünder und verzichten laut Statista eher auf Fast Food. Sie sind oft schlanker als Sportmuffel und passen lange in ihre Klamotten, kommen öfter radelnd oder zu Fuß ans Ziel. In einigen Gyms wird auf Laufbändern sogar Strom erzeugt.

Womöglich machst du sowieso am liebsten zu Hause Sport – ganz ohne die Umwelt zu verpesten? Stark! Aber ist dir je der Gedanke gekommen, dass du sogar dein Home Gym noch nachhaltiger gestalten kannst? Wir zeigen dir, wie!

Was ist nötig, um das Home Gym umweltfreundicher zu machen?

Keine Sorge, wir übertreiben es nicht: Du musst dafür nicht extra umrüsten oder auf irgendetwas, das dich motiviert, verzichten. Ein grünes Home Gym lässt sich ziemlich unkompliziert umsetzen. Damit schützt du nicht nur das Klima, sondern auch deinen Geldbeutel und sparst Platz zu Hause.

Schließlich steht laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) bereits in jedem vierten Haushalt spätestens seit der Corona-Pandemie mindestens ein Kardio-Fitnessgerät plus Hanteln und Co. Mit der dunklen Jahreszeit steigt auch der Trend zum Zweit- oder Drittgerät. Wir zeigen dir, worauf es hier auch im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte ankommt.

Du möchtest komplett auf Trainings-Tools verzichten und dich nur mit dem eigenen Körpergewicht in Form bringen? Hier kommt der passende Trainingsplan:

5 Tipps zur Anschaffung

Ein langer Winter steht ins Haus oder du hast keine Zeit oder Lust mehr aufs Gym? Das solltest du vor dem Kauf von Fitness-Equipment für daheim beachten:

1

Nicht blind im Internet drauf los bestellen​

Klar ist es praktisch, das neue Hantelset direkt nach Hause zu bestellen, damit du dich nicht schon vor dem Workout damit abmühen musst. Aber tu das nur, wenn du auch ganz sicher bist, dass es genau dieses sein soll! Denn spätestens beim (unter Umständen mehrfachen) Zurücksenden und Neu-Bestellen wird die sonst ganz gute Klimabilanz des Online-Bestellens negativ. Wenn du etwas zuerst ausprobieren willst oder musst, unterstütze lieber den stationären Sporthandel, dort sicherst du womöglich nicht nur Arbeitsplätze, sondern profitierst auch von der Beratung und kannst das Equipment vorab testen, was Extra-Wege spart. Optimal: Dabei mit Öffis anreisen. Es soll ein Bike-Ergometer sein? Okay, bei so sperrigen Tools ist liefern lassen dann die einzig praktikable Lösung sein.

2

Verpackungen richtig entsorgen

Plastik und Styropor gehören in die Gelbe Tonne, Pappe in den Papier-Container. Ansonsten check die Verpackungen und sieh extra Meilen oder das mühsame Kleinmachen als Warm-up für dein Workout! Vielleicht ist sogar der Weg zum Wertstoffhof nötig. Zieh es durch, für ein sauberes Training!

3

Qualität vor Preis​

Die meisten Geräte zeigen bei häufiger Nutzung irgendwann Verschleiß. Informiere dich vor dem Kauf, welche Anbieter Einzelteile zum Nachrüsten im Sortmient haben, so dass du nicht das ganze Gerät erneuer musst. Teilweise kannst du sogar eine Garantieverlängerung abschließen. Achte auf Verarbeitung und Material: Metall ist zwar schwerer, aber pflegeleichter und langlebiger als Plastik. Gute Qualität hat ihren Preis, aber eine clevere Investition ist eine gute Sache für dich und die Umwelt.

4

Auf modulare Systeme setzen​

Im Hinblick auf die Progression ist es sinnvoll, Belastungen oder Gewichte regelmäßig zu steigern. Aber dafür musst du dir trotzdem nicht fünf verschiedene Hantelsets nach Hause holen: Es gibt modulare Systeme (z. B. von Bowflex), bei denen sich das Gewicht von Lang- oder Kurzhantel sowie der Kettlebell per Knopfdruck verstellen lässt. Die kosten zwar etwas mehr als die einzelnen Scheiben, aber dafür sparst du eine Menge Platz und Zeit und hast lange etwas von deinem Fitnessgerät. So kannst du dich steigern und selbst nach einer Sportpause wieder klein anfangen.

5

Nachhaltige Materiealien bei Matten oder​ Kleidung​

Wer viel schwitzt, braucht regelmäßiger mal frische Sportklamotten oder eine neue Matte. Firmen wie Adidas, Nike, Reebok und Co. achten vermehrt auf eine nachhaltige Produktion. Daneben gibt es aber immer mehr kleine nachhaltige Labels, wie Oceans Apart, die etwa Meeresplastik verarbeiten. Umschauen und vergleichen lohnt sich!

5 Ideen für die richtige Pflege

Die richtige Pflege ist neben einer guten Qualität das A und O für eine lange Lebensdauer deiner Tools. Hier kommen günstige Reinigungstipps ohne Chemie für deine Matte und Co.:

1

Auf Plastik verzichten​

Verzichte der Umwelt und deiner Gesundheit zuliebe so gut es geht auf Plastik und die schädlichen Weichmacher darin. Wie wäre es statt einer PVC-Matte mit einer aus Naturkautschuk? Außerdem gibt's inzwischen stylische Holz-Trainingstools aus zertifizierter Forstwirtschaft, oder du bleibst einfach beim guten alten Eisen (was die Tools angeht).

2

Bodenschutz nutzen​

Logisch: Wo geschwitzt wird, da fallen Tropfen – und im Eifer des Gefechts auch mal Gewichte. Mit Bodenschutzmatten reduzierst du fiese Kratzer auf dem Untergrund und die Abnutzungserscheinungen deines Equipments. Leg einfach eine Fitnessmatte unter deine Geräte oder investiere in praktische Bodenschutz-Puzzleteile. Alles, was länger hält, schont die Umwelt.

3

Equipment nach Gebrauch reinigen

Igitt, alter Schweiß greift die Materialien an und klebt. Deswegen brauchst du aber zuhause kein Desinfektionsmittel! Es geht auch ohne Chemie: Für eine lange Lebensdauer Matten und Tools nach jedem Training einfach mit einem frischen (!) Tuch und etwas Essig plus Wasser (1:1) oder mit einem milden Allzweckreiniger abwischen und trocknen lassen. Mit heißem Wasser, einem Tropfen Spülmittel und einer Flaschenbürste rückst du Bakterien, Keimen und Pilzen in der Trinkflasche richtig zu Leibe.

4

Mattenspray easy​ selber machen​

Du möchtest, dass deine Matte nicht nur hygienisch sauber ist, sondern vielleicht auch beruhigend oder vitalisierend duftet? Dafür musst du kein teures Mattenspray kaufen oder deiner Matte mit Chemie zu Leibe rücken. Alles, was du brauchst, sind:

• eine passende Refill-Glas-Sprühflasche

• 250 ml destilliertes bzw. abgekochtes Wasser

• 1 Esslöffel Apfelessig

• 15 Tropfen eines desinfizierenden, ätherischen Öls (z. B. Teebaumöl)

• 15 Tropfen eines Duftöls nach Wahl: für ruhiges Yoga eignet sich Bio-Lavendel-Öl, für Power-Workouts Citrus-Früchte

Alles vermischen und damit die Matte besprühen, reinigen und gut abtrocknen, bevor du sie zusammenrollst!

5

Klamotten & Schuhe​ richtig lüften​

Funktionskleidung transportiert den Schweiß nach außen und riecht dadurch nach dem Sport mitunter. Deswegen niemals länger als nötig in der Sporttasche lassen, sondern fix unter der Dusche mit Schampoo ausspülen oder zum Trocknen und Lüften aufhängen. Und dann ab in die Wäsche (ohne Weichspüler!) oder zum nächsten Workout nochmal anziehen, wenn du wenig geschwitzt hast. Tasche und Schuhe (Sohlen herausrausnehmen!) immer lüften und regelmäßig mit milder Seife per Hand waschen. So bleibt alles frisch und strahlend.

Homegym-Ausstattung: Matte, Bänder und Kettlebell ordentlich angeordnet im Regal
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Egal wie umfassend deine Homegym-Ausstattung aussieht: Auf Materialien und Pflege kommt es an.

4 Entsorgungs-Tricks

Wohin mit den ausgedienten Leichtgewichten oder dem defekten Heimtrainer? So geht's richtig:

1

Verkaufen, tauschen, spenden

Dein Indoor-Bike wäre nicht das erste, das als Kleider-Butler endet. Nutze dennoch wieder den Kleiderschrank: Mit Sicherheit freut sich jemand anderes über deinen Heim-Trainer. Tauschbörsen gibt es genügend. Und vielleicht verdienst du sogar noch ein paar Euro damit, die du dann in ein Personal Training investieren kannst, bei dem mal wieder ein paar neue Fitnessübungen nur mit dem eigenen Körpergewicht lernst! Auch mal eine Maßnahme: leichtere Gewichte gegen schwerere eintauschen.

2

Reparieren, was geht

Reparieren ist meist besser als neu kaufen. Nur weil du defekte Tools nicht fixen kannst, heißt das nicht, dass es niemand kann. Erkundige dich beim Händler, in einer Werkstatt oder im Fachgeschäft: Oft ist für kleines Geld doch noch was zu retten. Die Quittungen für Garantiefälle immer gut aufbewahren. Manchmal lohnt sich auch eine Versicherung bzw. Garantieverlängerung oder aber ein Geräte-Leasing, wie es etwa Peloton für seine  Indoor-Cycles und Laufbänder anbietet.

3

Wertstoff statt Hausmüll

Ausrangierte Kardio-Geräte, Bänke, Eisen usw. gehören nicht an die Straße (Achtung: hier droht sogar ein saftiges Bußgeld), sondern auf den Wertstoffhof! Auto mieten oder Termin zur Abholung (kostenpflichtig) ausmachen und richtig entsorgen, bitte. Alles andere wäre ziemlich unsportlich, oder?

4

An der Motivation schrauben

Vielleicht sind es auch gar nicht das Ruderergometer oder die Kettlebell, die nachgelassen haben, sondern lediglich dein Fitness-Enthusiasmus! Gib dir und den Tools doch nochmal eine 2. Chance. Mit einer Freundin macht's gleich doppelt Spaß.

Fazit: Grüner geht immer

Sportfans tun schon einiges für ihren Körper und ganz nebenbei auch für das Klima, und dennoch: Niemand ist perfekt. Wir können unser Handeln immer mal wieder kritisch und vielleicht auch schmunzelnd hinterfragen: Muss ich jetzt echt mit dem Auto ins Gym, dort mit dem Fahrstuhl in den 3. Stock, um dort angekommen auf den Stepper oder Stairmaster zu steigen? Springe ich vielleicht lieber mal in den See statt in den Pool? Muss ich wirklich jeden Trend mitmachen und jedes heiße, neue Fitnesstool haben?

Wir können auch ohne Gym-Mitgliedschaft zu Hause sportlich die Umwelt schonen: Etwa, indem wir Fitnessgeräte nicht aus einer Neujahrslaune günstig aus China bestellen und dann als Wegwerfartikel behandeln, sondern sinnvoll auswählen und pflegen. Manchmal ist weniger mehr und Kreativität Trumpf: Entdecke die Fitnessmöglichkeiten eines Spielplatzes wieder oder trainiere im Wald mit Baumstämmen und Co. Trotzdem solltest du nicht am falschen Ende sparen: Laufschuhe beispielsweise müssen regelmäßig erneuert werden, um die Gelenke zu schonen. Aber probiere vielleicht mal ein Paar aus nachhaltiger Produktion und aus dem Fachgeschäft nebenan. Bei aller Umweltliebe sollte auch der Spaß am Sport nicht zu kurz kommen.

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