Millionen von Menschen weltweit probieren jedes Jahr den veganen Januar aus, und besonders viele Frauen bleiben dabei. Das geht natürlich auch in jedem anderen Monat – und es lohnt sich!
Von besserer Herzgesundheit bis zu optimalem Gewichtsmanagement – die Vorteile sprechen für sich. Einige Nährstoffe erfordern jedoch besondere Aufmerksamkeit. Erfahre hier, was vegane Ernährung so attraktiv macht und wie du den Einstieg schaffst.
Vegane Ernährung 2026: Diese Trends prägen das Jahr
Der Veganismus etabliert sich 2026 endgültig in der breiten Gesellschaft. Veganuary, der vegane Januar, verzeichnete 2025 weltweit über 25 Millionen Teilnehmer und hat so bewiesen, dass pflanzenbasierte Ernährung kein kurzfristiger Hype mehr ist. Es ist ein dauerhafter Lifestyle-Shift, der besonders für aktive Frauen äußerst interessant ist. Die großen Ernährungstrends für die Zukunft warten schon auf dich.
Flexitarismus ist die neue Normalität
Dogmatismus in der Ernährung ist out. Laut einer Studie des Good Food Institute Europe bezeichnen sich 39 Prozent der Befragten aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich als Flexitarier. Sie reduzieren ihren Konsum tierischer Produkte bewusst, ohne komplett darauf zu verzichten. 51 Prozent planen sogar, ihre Ernährung künftig noch pflanzlicher zu gestalten. Der Fokus liegt auf mehr pflanzlichen Alternativen im Alltag, mit Genuss und ohne Zwang.
Premium Convenience – gesundes Fast Food
Vegane Fertigprodukte hatten lange Zeit den Ruf, ungesund oder minderwertig zu sein. 2026 ändert sich das radikal. Hochwertige und nährstoffreiche vegane Produkte werden in nachhaltiger Verpackung angeboten und eröffnen so eine ganz neue Klasse an Convenience-Produkten im Supermarktregal. Von proteinreichen Bowls bis zu durchdachten Meal-Prep-Lösungen – schnell zubereitete vegane Ernährung wird alltagstauglich für berufstätige Frauen.
Fibermaxxing – randvoll mit Ballaststoffen
Ballaststoffe sind das neue Protein. Der Trend Fibermaxxing fokussiert sich auf eine bewusst hohe Aufnahme von Ballaststoffen durch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Das stärkt die Darmgesundheit, hält lange satt und unterstützt das Gewichtsmanagement – ideal für sportliche Frauen, die Wert auf eine funktionale Ernährung legen.
Gesundheitliche Vorteile veganer Ernährung für Frauen
Eine gut geplante vegane Ernährung bringt zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich, das belegen aktuelle Studien eindeutig. Besonders für Frauen, die Wert auf Fitness und Wohlbefinden legen, lohnt sich der Blick auf die Fakten.
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Eine bahnbrechende Studie der Stanford University aus 2023 untersuchte 22 eineiige Zwillingspaare über 8 Wochen. Bei denjenigen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die sich rein pflanzlich ernährten, verbesserte sich die kardiovaskuläre Gesundheit deutlich: Der Insulinspiegel sank, die Cholesterinwerte (LDL-Cholesterin) optimierten sich und das Körpergewicht reduzierte sich um durchschnittlich 2 kg.
Professor Christopher Gardner vom Stanford Prevention Research Center fasst zusammen: "Jeder, der sich für eine vegane Ernährungsweise entscheidet, kann seine langfristige Gesundheit bereits innerhalb von zwei Monaten verbessern."
Gewichtsmanagement und Stoffwechsel
Studien haben nachgewiesen, dass vegan lebende Personen im Durchschnitt einen niedrigeren Body Mass Index haben als vegetarisch oder omnivor lebende Menschen. Laut Meta-Analysen haben sie zudem ein signifikant geringeres Risiko für Diabetes Typ 2. Auch bei der Prävention von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck schneidet vegane Ernährung gut ab.
Die genannten Vorteile gelten allerdings nur bei einer ausgewogenen, vollwertigen und veganen Ernährung. Wer sich hauptsächlich von Fertigprodukten, zuckerhaltigen Snacks oder Fast Food ernährt, profitiert nicht von diesen positiven Effekten. Die Qualität der Lebensmittel ist entscheidend.
Kritische Nährstoffe: Worauf du achten solltest
Tierische Produkte liefern bestimmte Nährstoffe quasi automatisch. Bei veganer Ernährung musst du bewusster planen, um einem Nährstoffmangel vorzubeugen. Mit dem richtigen Wissen ist eine optimale Versorgung aber kein Problem.
- Protein: Dass vegan lebende Menschen zu wenig Protein zu sich nehmen, ist eine Legende. Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Quinoa, Nüsse und Samen liefern reichlich pflanzliches Protein, das zudem noch besser verdaulich ist, als seine tierischen Äquivalente. Wichtig ist es, verschiedene Proteinquellen über den Tag verteilt zu kombinieren, damit du alle essentiellen Aminosäuren abdecken kannst. Als Faustregel gilt: Nimm 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht täglich auf, bei aktiven Frauen können es auch bis zu 2,0 g sein. Diese 5 Warnsignale zeigen: Du solltest mehr Protein essen.
- Eisen: Pflanzliches Eisen wird vom Körper schlechter aufgenommen als tierisches. Aber Eisenmangel musst du trotzdem nicht bekommen. Kombiniere eisenreiche Lebensmittel wie Linsen, Kichererbsen, Haferflocken oder Spinat mit Vitamin C aus Paprika, Orangen oder Zitronensaft. Das steigert die Aufnahme erheblich. Vermeide Kaffee oder schwarzen Tee direkt zu den Mahlzeiten, denn sie hemmen die Eisenaufnahme. Gerade bei Frauen im gebärfähigen Alter kann der Eisenbedarf erhöht sein.
- Vitamin B12: Bei diesem Vitamin führt kein Weg an einer Supplementierung vorbei. Vitamin B12 kommt natürlich fast ausschließlich in tierischen Produkten vor. Angereicherte Lebensmittel wie pflanzliche Milchalternativen oder Frühstückscerealien reichen oft nicht aus, weswegen eine Supplementierung mit maximal 25 µg täglich empfehlenswert ist.
- Kalzium: Grünkohl, Brokkoli, Sesam, Mandeln und angereicherte pflanzliche Milchalternativen sind gute Kalziumquellen. Achte darauf, mindestens 1000 mg täglich davon zu bekommen.
- Omega-3-Fettsäuren: Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und Algenöl liefern die wichtige Alpha-Linolensäure (ALA). Algenöl ist zudem eine direkte Quelle für EPA und DHA – die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, die sonst vor allem in Fisch vorkommen.
- Vitamin D: In den Wintermonaten haben die meisten Menschen einen Vitamin-D-Mangel, unabhängig von der Ernährungsform. Eine Supplementierung mit etwa 800 IE täglich ist sinnvoll, besonders in der dunklen Jahreszeit.

Ja, Ernährung muss keine Wissenschaft sein – besonders bei rein pflanzlicher Diät kannst du aber darauf achten, die richtigen Makro- und Mikronährstoffe aufzunehmen. Dafür bietet sich, zumindest anfangs, ein App-Tracking an.
Knochengesundheit im Fokus
Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahr 2021 untersuchte 72 Personen und fand heraus, dass Veganer im Durchschnitt niedrigere Ultraschallwerte am Fersenbein aufwiesen. Das ist ein Hinweis auf geringere Knochengesundheit. Die Forscher identifizierten 12 Biomarker, die eine wichtige Rolle spielen, darunter die Vitamine A und B6, die Aminosäuren Lysin und Leucin, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Jod, Kalzium und Magnesium.
Empfehlung: Achte besonders auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Nährstoffen durch gezielte Lebensmittelauswahl und gegebenenfalls Supplements.
Supplements für vegane Ernährung
Nicht jedes Supplement ist bei veganer Ernährung zwingend nötig – aber einige sind unverzichtbar, andere können abhängig von deiner Lebensweise sinnvoll sein.
- Unverzichtbar – Vitamin B12: Ohne Supplementierung ist eine ausreichende Versorgung bei rein pflanzlicher Ernährung nicht möglich. Wähle ein hochwertiges Präparat mit Methylcobalamin oder Cyanocobalamin.
- Oft sinnvoll – Vitamin D, Omega-3 (Algenöl), Eisen: Besonders in den Wintermonaten und bei erhöhtem Bedarf, etwa während der Menstruation, in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit, können diese Supplements helfen, Defizite zu vermeiden.
- Praktisch – Multivitamin-Präparate für Veganer: Sie decken die wichtigsten kritischen Nährstoffe ab und erleichtern den Alltag. Achte auf Produkte, die speziell für vegane Ernährung konzipiert sind und neben B12 auch Eisen, Zink, Jod, Selen und Vitamin D enthalten.
- Für sportlich Aktive – Protein-Pulver: Wenn du viel trainierst und deinen Proteinbedarf über die normale Ernährung nicht deckst, können vegane Proteinpulver aus Erbsen, Reis, Hanf oder Soja eine praktische Ergänzung sein. Achte auf eine gute Aminosäurenbilanz und verzichte auf unnötige Zusatzstoffe.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Eine vollwertige Mahlzeit aus frischen und vollwertigen Zutaten bringt deinem Körper weit mehr Vorteile als einzelne Komponenten in konzentrierter Form.
3 köstliche vegane Rezepte für aktive Frauen
Alltagstauglich, proteinreich und lecker – mit diesen drei Rezepten schaffst auch du den Einstieg in eine vorwiegend oder ausschließlich vegane Lebensweise. Frische und gehaltvolle Zutaten bringen dich energiegeladen durch den Tag.
1. Protein-Power-Bowl
Diese Bowl ist dein perfektes Post-Workout-Meal: Proteinreiche Quinoa und Kichererbsen ergänzen sich hervorragend mit cremiger Avocado und knackigem Gemüse. Das Tahini-Dressing liefert zusätzlich gesunde Fette und macht die Bowl zu einem echten Sattmacher mit einem Hauch von Exotik, der dich stundenlang mit Energie versorgt.
Zutaten für 1 Portion:
- 80 g Quinoa
- 150 g Kichererbsen (aus der Dose)
- 1 Handvoll Spinat
- 1/2 Avocado
- 100 g Rotkohl, fein geschnitten
- 2 EL Tahini
- 1 EL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
Zubereitung:
- Quinoa nach Packungsanweisung kochen
- Kichererbsen abtropfen lassen, mit etwas Öl, Salz und Kreuzkümmel in der Pfanne kurz anbraten
- Spinat, Rotkohl und Avocado in eine Schüssel geben, Quinoa und Kichererbsen dazugeben.
- Tahini mit Zitronensaft, etwas Wasser, Salz und Pfeffer verrühren und über die Bowl geben
Nährstoffe (circa):
- 520 Kalorien
- 18 g Protein
- gesunde Fette
- Ballaststoffe

Ein Vorteil dieser Protein-Bowl: Du kannst mit der Grundlage von Quinoa und Kichererbsen eine ganze Menge Gemüse kombinieren – so wird es nie langweilig.
2. Linsen-Curry
Würzig, cremig und in 20 Minuten fertig. Dieses rote Linsen-Curry wärmt von innen und liefert eine ordentliche Portion pflanzliches Protein und Eisen. Perfekt für alle, die es nach dem Training schnell und nährstoffreich brauchen und dabei nicht auf Geschmack verzichten möchten.
Zutaten für 2 Portionen:
- 200 g rote Linsen
- 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
- 1 Zwiebel, gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
- 2 TL Currypulver
- 1 TL Kurkuma
- 150 g Spinat
- Salz, Pfeffer
Zubereitung:
- Zwiebel und Knoblauch in etwas Öl anbraten
- Currypulver und Kurkuma kurz mitrösten
- Linsen, Tomaten und Kokosmilch hinzufügen, 15 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind
- Spinat unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken
- Dazu passen Vollkornreis oder Naan-Brot
Nährstoffe pro Portion (circa):
- 450 Kalorien
- 16 g Protein
- reich an Eisen und Ballaststoffen
3. Energy-Balls mit Superfoods
Leckerer Energie-Boost für unterwegs: Diese Energy-Balls vereinen natürliche Süße aus Datteln mit proteinreichen Mandeln und Omega-3-reichen Chiasamen. Kein Backen, kein Zucker – nur pure Energie in Kugelform.
Zutaten für etwa 12 Stück:
- 100 g Datteln, entsteint
- 50 g Mandeln
- 30 g Haferflocken
- 2 EL Chiasamen
- 1 EL Kakao
- 1 EL Mandelmus
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
- Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer klebrigen Masse verarbeiten
- Mit den Händen kleine Kugeln formen
- Im Kühlschrank mindestens 30 Minuten fest werden lassen
- Halten sich in einer Box im Kühlschrank bis zu einer Woche
Nährstoffe pro Ball (circa):
- 80 Kalorien
- 2 g Protein
- Gesunde Fette und Omega-3
FAQ: Die häufigsten Fragen zu pflanzlicher Ernährung
Absolut. Eine Mischung aus Linsen, Bohnen, Sojaprodukten, Nüssen und Vollkorngetreide deckt deinen Bedarf zuverlässig. Achte darauf, unterschiedliche Eiweißquellen zu essen. So stellst du sicher, dass dein Körper alle wichtigen Aminosäuren bekommt. Als aktive Frau brauchst du täglich 1,2 bis 2,0 g Protein je Kilogramm Körpergewicht.
B12 ist in pflanzlicher Kost praktisch nicht vorhanden. Je nach Lebenssituation macht es außerdem Sinn, Vitamin D, Algenöl für Omega-3 oder Eisen zu ergänzen. Lass am besten regelmäßig deine Blutwerte checken, um sicherzustellen, dass du keinen Mangel entwickelst.
Nicht automatisch. Iss eisenhaltige Lebensmittel zusammen mit Vitamin-C-Quellen. Zitronensaft über Linsen oder Paprika zum Hummus sind wirksame Hacks. Lass zwischen eisenreichen Mahlzeiten und Kaffee oder Tee mindestens eine Stunde Pause, sonst blockierst du die Aufnahme.
Studien zeigen, dass eine gut geplante vegane Ernährung Vorteile für Herz-Kreislauf-Gesundheit, Gewichtsmanagement und Diabetes-Prävention bietet. Entscheidend ist die Qualität. Vollwertige pflanzliche Lebensmittel sind die Basis, nicht Fertigprodukte oder Fast Food.
Beginne flexitarisch: Ersetze nach und nach tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen. Probiere neue Rezepte aus, experimentiere mit Hülsenfrüchten und Pflanzendrinks. Informiere dich über kritische Nährstoffe und starte mit einer B12-Supplementierung. Der Veganuary im Januar ist ein idealer Einstieg mit viel Community-Support.
Veganer weisen durchschnittlich niedrigere Knochengesundheitswerte auf. Mit gezielter Aufnahme von Kalzium, Vitamin D, den Aminosäuren Lysin und Leucin sowie Magnesium kannst du gegensteuern. Achte auf grünes Gemüse, angereicherte Pflanzenmilch und nimm gegebenenfalls Supplements.





