Diese 9 Ursachen können Blutungen nach dem Sex haben BublikHaus / Shutterstock.com

Blutung nach dem Sex 9 Gründe, warum du nach dem Geschlechtsverkehr blutest

Du blutest nach dem Sex, obwohl die Periode lange zurückliegt? Dann solltest du diese möglichen Ursachen kennen. Nicht alle sind harmlos

Blutflecken auf dem Laken nach dem Sex sind nicht nur ärgerlich, weil sie schwer raus zu waschen sind, sie verursachen auch ein ungutes Gefühl, jedenfalls wenn du nicht gerade deine Periode hast.

War der Sex womöglich zu wild – oder steckt sogar ein medizinisches Problem dahinter? Um die Ursache für diese so genannten Kontaktblutungen herauszufinden, solltest du diese 9 Gründe in Erwägung ziehen.

Was bedeuten Blutungen nach dem Sex?

"Einen ersten Hinweis gibt die Farbe und die Menge des Blutes", erklärt die Gynäkologin Dr. Anne Henderson, "Hellrotes Blut, das gleich nach dem Geschlechtsverkehr auftaucht, deutet auf ein Problem im Gebärmutterhals hin. In der Regel fließt nicht all zu viel Blut und die Blutung stoppt auch spätestens nach ein paar Stunden." Anders ist es, wenn die Blutung 12 bis 24 Stunden lang anhält und das Blut eine bräunliche Farbe hat. Henderson: "In diesem Fall handelt es eher um Blut aus der Gebärmutter."

Die Signale deines Unterleibs solltest du stets wachsam beobachten, schließlich handelt es sich um deine Fortpflanzungsorgane. Ernsthafte Krankheiten machen sich dort oft kaum oder erst spät mit Schmerzen bemerkbar. Wenn du häufig Blutung beim oder nach dem Geschlechtsverkehr hast, solltest du das ernst nehmen und deine Gynäkologin informieren.

Welche Ursachen können Kontaktblutungen haben?

Es sind viele Gründe möglich, die meisten, aber nicht alle, sind harmlos. Das sind die 9 häufigsten Ursachen, die hinter dem so genannten After-Sex-Spotting stecken können:

1. Du hast eine bisher unentdeckte sexuell übertragbare Krankheit (STI)

Entschuldige, dass wir dich mit dieser Nachricht gleich zu Anfang überfallen. Aber Blutungen nach dem Sex gehören zu den Schlüsselsymptomen von Geschlechtskrankheiten, wie Clamydien oder Gonorrhö zum Beispiel.

Die dadurch ausgelösten Entzündungen im Gebärmutterhals, der auch als Zervix bezeichneten schmalen Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter, lassen die Blutgefäße anschwellen. Wenn daran "gerieben" wird, können die Bläschen leicht platzen. Und sich als blutige Flecken, meist neben Jucken und Brennreiz, auf deinem Laken bemerkbar machen. Mach in diesem Fall sofort eine Termin bei deiner Gynäkologin aus. Ach ja: Das sollte jede Frau über Geschlechtskrankheiten wissen.

2. Du hast Polypen im Gebärmutterhals

Die gute Nachricht ist, dass Polypen zwar lästig sind, weil sie die Angewohnheit haben zu bluten, aber in der Regel nicht krebserregend sind und leicht entfernt werden können. "Polypen kann man mit einer kleinen ambulanten Operation entfernen", sagt Dr. Henderson, "Blutungen aus dem Zervixbereich sind meistens gutartig."

3. Du wirst nicht feucht

Dies ist eine ganz logische Gleichung: Trockenheit plus Reibung gleich Blutung und verfärbte Laken. Es gibt mehrere Ursachen für eine trockene Vagina: Es könnten ein erstes Anzeichen der Menopause sein, aber auch, dass du nicht wirklich erregt bist.

Wenn du beim Geschlechtsverkehr Schmerzen hast, aber nicht darauf verzichten willst, solltest du dir unbedingt ein gutes Gleitmittel zulegen, dann verschwinden meist auch die Blutungen nach dem Sex.

4. Du hast eine Unterleibsentzündung

Nicht nur Geschlechtskrankheiten können Blutungen beim Sex auslösen, auch Infektionen wie eine Beckenentzündung können die Ursache sein. Ausgelöst werden diese meist durch Bakterien, die über die Vagina und den Gebärmutterhals in die Fortpflanzungsorgane gelangen. Das passiert vor allem dann öfter, wenn es im Gebärmutterhals zuvor mal Verletzungen gegeben hat, zum Beispiel durch eine Geburt, Fehlgeburt oder einen Schwangerschaftsabbruch.

Unterleibsentzündungen können gut mit Hilfe von Antibiotika kuriert werden. Auf die leichte Schulter solltest du sie dennoch nicht nehmen: Unbehandelt könnten sie deine Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Diese Tipps solltest du kennen, um deine Vagina gesund zu halten.

5. Du bist schwanger

Blutungen in der Schwangerschaft machen schnell unruhig, das ist verständlich. Aber wie nach einer Untersuchung beim Frauenarzt kann es auch nach dem Geschlechtsverkehr zu leichten Kontaktblutungen kommen, die in der Regel harmlos sind.

Durch die mechanische Reizung beim Sex in der Schwangerschaft können kleine Gefäße im Muttermund, der während einer Schwangerschaft besonders gut durchblutet ist, reißen und kleinere Blutungen auslösen. Wenn die Blutung jedoch länger anhält, mit Schmerzen verbunden ist oder du die Ursache nicht zuordnen kannst, solltest du vorsichthalber immer deine Ärztin kontaktieren.

6. Du hast Endometriose

Bei einer Endometriose handelt es sich um eine zwar gutartige, aber sehr schmerzhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, dem so genannten Endometrium. Sie siedelt sich außerhalb der Gebärmutter an, meist im Bauchraum, aber manchmal auch im Gebärmutterhals oder in der Vagina, wo sie beim oder nach dem Geschlechtsverkehr Blutungen auslösen können.

"Typische Endometriose-Symptome sind Schmerzen im Beckenbereich, vor allem während der Periode und beim Geschlechtsverkehr", beschreibt Dr. Henderson. Das solltest du in jedem Falle ärztlich checken lassen. Was bei Endometriose hilft, liest du hier.

7. Du hast eine Zwischenblutung

Selbst wenn du die Pille nimmst, kann es immer wieder zu harmlosen Zwischenblutungen kommen. Und die können zufällig nach dem Sex stattfinden oder wurden durch ihn vorzeitig ausgelöst. Meist ist das Blut dann hell und die Blutung nur kurz – in der Regel kein Grund zur Beunruhigung.

8. Du hast gerade ein Baby bekommen

Nach all den Strapazen, die dein Unterleib bei der Geburt eines Babys durchgemacht hat, ist es kein Wunder, wenn du in den Wochen danach beim Sex mal leicht blutest. Auch der Hormonwechsel kann für Kontaktblutungen verantwortlich sein. Mach dir keine Sorgen!

9. Du hast Gebärmutterhalskrebs

Das ist zum Glück im seltensten Fall die Ursache für Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, aber du solltest wachsam sein und auf weitere Anzeichen achten wie übel riechenden Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen oder starke Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus.

Diese Symptome treten meist erst im fortgeschritteneren Stadium eines Gebärmutterhalskrebses auf, im Anfangsstadium macht er sich kaum bemerkbar. Deshalb ist es so wichtig, dass du regelmäßig die Früherkennungsuntersuchungen bei deiner Gynäkologin wahrnimmst. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Es gibt harmlose und weniger harmlose Ursachen für Kontaktblutungen. Treten sie häufiger auf, solltest du deine Gynäkologin darüber informieren. Am besten ist es, du kannst ihr zusätzliche Informationen wie die Blutmenge und -farbe nennen.

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