Mücken lieben Schweißgeruch, Repellents dagegen mögen sie nicht Maridav / Shutterstock.com

Mückenstich: Hilfe gegen lästiges Jucken

Mückenstich Moskito-Alarm: Das hilft gegen juckende Mückenstiche

Jaaa, Sommer! Neiiin, Mücken! Die Biester verderben die beste Sommer-Laune. Was gegen quälendes Jucken hilft, und wie du gar nicht erst gestochen wirst

Es ist ja nicht so, dass sie einen nicht vorwarnen: Mücken nähern sich sirrend, bevor sie zustechen. Dennoch haben sie eine hohe Trefferquote. Ihre juckenden Stiche nerven oft noch Tage lang.

Wie du Mückenstichen vorbeugen kannst und was gegen Mückenstiche hilft, erklärt Dr. Gerhard Dobler, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.

Warum stechen Mücken?

Mücken stechen nicht, weil sie aggressiv sind, sondern um ihre Art zu erhalten: "Mücken, und zwar ausschließlich Mückenweibchen, stechen Menschen beziehungsweise Wirbeltiere, um Blut zu saugen. Dieses Blut wird für die Entwicklung der Eier im Körper des Weibchens benötigt", erklärt Dr. Dobler. Männliche Mücken dagegen ernähren sich ausschließlich von Blütennektar.

Übrigens haben Mücken keinen Stachel, sondern einen Saug-Rüssel. Dessen gezackte Oberfläche schneidet unsere Haut mit winzigen Schnitten auf. Direkt nach dem Aufritzen spritzt die Mücke ihren Speichel in die Schnittstelle, die unter anderem eine Betäubung auslöst, sodass wir oft erst mit Verzögerung feststellen, dass wir gestochen wurden.

Warum jucken Mückenstiche?

"Im Speichel von Mücken sind Substanzen enthalten, die die Blutgerinnung hemmen, damit das Blut flüssig bleibt und nicht die feinen Stichapparate der Mücken verklebt", sagt Dr. Dobler, "Diese Substanzen lösen, insbesondere bei mehrmaligen Kontakten, eine allergische Reaktion mit Histamin-Ausschüttung aus, die dann zur Rötung und zum Jucken führt. "Bei manchen Menschen kann sich nach der Rötung eine späte allergische Reaktion anschließen, so dass das Jucken mehrere Tage anhalten kann.

Warum darf man Mückenstiche nicht kratzen?

"Mechanische Irritationen setzen weiteres Histamin frei und führen zu verlängertem Juckreiz und einer Ausbreitung der lokalen Beschwerden", so Dr. Dobler. Also, ganz wichtig, nicht kratzen, auch wenn der Stich noch so fies juckt!

Warum werden mache Menschen häufiger gestochen als andere?

Viele Sportler*innen sagen, sie würden während und nach dem Training häufiger von Mücken attackiert als im Ruhezustand. Das ist durchaus möglich: Denn Mücken 'fliegen' auf Schweiß, hohe Körpertermperturen und den CO2-Ausstoß des Atems. Alle 3 Faktoren sind beim Sporttreiben erhöht. Übrigens: Auch im Ruhezustand haben Übergewichtige und Schwangere meist eine höhere Körpertemperatur, letztere zudem auch eine höheren CO2-Konzentration im Atem.

Die meisten im Verdacht stehenden Gründe kannst du nicht beeinflussen, z.B. die Zusammensetzung deines Schweißes: Je nachdem wieviel Milch- und Harnsäure und Ammonika er genetisch bedingt enthält, desto attraktiver bist du für die fliegenden Blutsauger.

In einer japanische Studie konnte zudem nachgewiesen werden, dass die Blutgruppe eine Rolle spielt: So wurden Menschen mit der Blutgruppe 0 mit Abstand am häufigsten gestochen (84 Prozent), gefolgt von Blutgruppe A (46,5 Prozent). Eine niederländische Studie ergab, dass auch die Bakterienzusammensetzung auf der Haut für Mücken relevant ist: Je mehr unterschiedliche Bakterien deine Haut besiedeln, umso unattraktiver ist sie für Mücken.

Was hilft nach einem Mückenstich gegen den Juckreiz?

"Nach einem Mückenstich sollte die Stelle lokal gekühlt werden, zum Beispiel mit Franzbranntwein, einem Cool Pack oder mit kaltem Wasser", sagt Dr. Dobler, "Bei heftigeren Reaktionen oder länger anhaltendem Juckreiz kann die Stelle mit einem Antihistaminikum behandelt werden." Kühlende Gele, die Antihistaminika enthalten, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Wer häufig gestochen wird, sollte zum Beispiel Soventol oder Fenistil im Kühlschrank vorrätig haben.

"Ein anderer Behandlungsansatz ist die Anwendung von Hitze, wodurch die allergisierenden Substanzen des Mückenspeichels in der Haut und gegebenenfalls auch das Histamin inaktiviert werden", sagt Dr. Dobler. Manche halten sich einen heißen Löffel über die gestochene Stelle (Achtung, Verbrennungsgefahr!) oder haben besser einen Stichheiler, denn generell gelten die Stifte als der beste Schutz vor lästigem Juckreiz nach einem Mückenbiss.

Wie wirken Stichheiler?

Man unterscheidet 3 Arten von Stichheilern, die in ihrer Funktionsweise verschieden sind:

  • Thermische Stichheiler (z.B. der Bestseller bite away) machen die Eiweißmoleküle mit Hilfe von Hitze unschädlich, indem sie sie sehr schnell auf Temperaturen zwischen 42 bis 52 Grad erhitzen.
  • Elektrische Stichheiler (z.B. das Modell NCM T177 Eco-Clic) setzen die Eiweißmoleküle mit elektrischen Impulsen außer Gefecht.
  • Mechanische Stichheiler (z.B. Aspivenin) erzeugen einen Unterdruck, um die Proteine aus der Haut herauszusaugen.

Tipp: Kleiner und cooler als die herkömmlichen meist klobigen, stiftförmigen Stichheiler ist der Stichheiler heat it, der über einen USB-C-Anschluss mit dem Handy verbunden wird und innerhalb von Sekunden auf die erforderliche Gradzahl erhitzt, ohne den Akku allzu sehr zu belasten: 500 Anwendungen pro Handyladung sollen möglich sein.

Warum hilft Hitze gegen Mückenstiche?

Es gibt zwei Theorien, warum die lokale Anwendung von Hitze den Juckreiz nach Mückenstichen lindert. Dr. Dobler: "Eine Theorie besagt, dass die Hitze die allergisierenden Substanzen in der Haut inaktiviert und somit rasch die Histamin-Ausschüttung beendet wird."

Die zweite Theorie sieht das Histamin als Angriffspunkt für die Hitze. "Hier wird das Histamin durch die Hitze so geschädigt, dass es seine Wirksamkeit in der Haut verliert und die allergische Reaktion zum Ende kommt."

Wirken Stichheiler besser als Gels gegen Insektenstiche?

Das kommt darauf an. Kleine Kinder und Frauen mit sehr empfindlicher Haut fahren eventuell mit einem Antihistamin-Gel wie Fenistil besser, müssen aber die darin enthaltene Chemie in Kauf nehmen. Der Vorteil vieler Heil-Gels ist zudem, dass sie zusätzlich einen kühlenden Effekt haben.

So punktgenau wie Stichheiler sind sie jedoch nicht, und meist auch nicht so schnell. Wichtig: Wer Kinder im Haushalt hat, sollte auf jeden Fall einen Stichheiler wählen, bei dem unterschiedliche, also auch niedrigere Temperatur-Intensitäten wählbar sind, wie z.B. bei dem Stift von Beurer.

Wie vermeidet man einen Mückenstich?

Mücken werden wie gesagt Schweißgeruch, Körpertemperatur und besonders gut durchblutete Körperstellen angelockt. Duschen hilft deswegen effektiv vor dem Schalfengehen oder dem Abendessen auf dem Balkon. Ein Ventilator kann zusätzlich den für Mücken wahrnehmbaren Körpergeruch mindern.

"Man sollte lange, möglichst geschlossene Kleidung tragen und die nicht bedeckten Hautpartien mit einem sogenannten Repellent, einem Stoff, der Stechmücken abwehrt, behandeln", rät Dr. Dobler.

Viele Repellents wie Anti-Brumm oder Autan enthalten chemische Verbindungen wie Icaridin oder Deet, die auf Mücken abschreckend wirken. Ihre Mücken abweisende Wirkung hält etwa 8 Stunden lang an, kann aber – in sehr seltenen Fällen - auch Nebenwirkungen wie Hautreizungen haben und sogar Einfluss auf das Nervensystem haben. Schwangere und stillende Frauen sowie Kleinkinder sollten deshalb kein chemisches Mücken-Repellent verwenden.

So wendest du Repellents richtig an:

  • Warte nicht, bis du das typische Mücken-Sirren hörst, sondern sprüh dich frühzeitig und flächendeckend ein.
  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder wenn du stark schwitzt, hält die Mücken-abweisende Wirkung weniger lang an. Häufiges Nachsprühen ist dann notwendig.
  • Mücken stechen auch durch sehr dünne Stoffe. Wenn du also nur einen Hauch von Bluse trägst, solltest du dich auch darunter mit einem Repellent einsprühen.
  • Wenn du Sonnen- und Mückenschutz kombinieren musst, trag das Repellent zuletzt auf. Generell kann der Sonnenschutz die Wirkung des Repellents leicht mindern.
  • Wichtig ist, die Mittel nicht auf offene Hautstellen, in der Nähe der Schleimhäute oder Sonnenbrände aufzutragen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.

Können Mückenstiche gefährlich für die Gesundheit sein?

Mückenstiche sind erst einmal harmlos, auch wenn sie natürlich sehr unangenehm und lästig sind. Dr. Dobler: "Es kann allerdings durch die enthaltenen Inhaltsstoffe im Mückenspeichel zu allergischen Reaktionen kommen, die meist lokal begrenzt sind, aber dann eine heftigere lokal juckende und gerötete Reaktion in der Haut hervorrufen."

"In bestimmten Regionen der Welt tragen Mücken viele Krankheitserreger, unter anderem den Erreger der Malaria, des Gelbfiebers, des Dengue-Fiebers oder des Zika-Fiebers", sagt Dr. Dobler, "Diese werden mit dem Mückenstich übertragen und können dann eben zu schweren und lebensbedrohlichen Krankheitsbildern führen." Hierzulande gefährden Mückenstiche jedoch in der Regel nicht ernsthaft die Gesundheit.

Was tun, wenn sich der Mückenstich entzündet?

"Bei einer Entzündung der Stelle des Mückenstichs sind Bakterien in die Stichwunde gelangt", sagt Dr. Dobler, "Dann sollte ein*e Dermatolog*in aufgesucht werden. Je nach dem Ausmaß der Entzündung muss dann gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden."

Lass dir die Outdoor-Saison nicht von leidigen Mücken verderben. Rüste dich für Aktivitäten in der Natur und laue Sommerabende im Freien mit der richtigen Kleidung und Repellents aus, und halte Antihistamin-Gels oder einen Hitzestift parat – dann wird aus keiner Mücke ein Elefant.

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