Bei einer Hausstaubmilbenallergie reagiert man nicht auf den Staub, sondern dem Kot der Milben, die darin leben Prostock-studio / Shutterstock.com

Hausstauballergie: Kennzeichen und was hilft

Hausstaubmilbenallergie Daran erkennst du eine Hausstauballergie

Wachst du morgens regelmäßig mit geröteten Augen oder einer Schnupfnase auf? Dies können Anzeichen einer Hausstauballergie sein. Woran du sie erkennst und wie du sie loswirst

Sie sind nur zirka 0,1 Millimeter groß, doch befinden sie sich in millionenfacher Anzahl in unseren Betten: Hausstaubmilben. Die kleinen Spinnentierchen ernähren sich von Hautschuppen und wohnen in Polstern, Teppichen und überall, wo es feucht und warm ist, am liebsten in den Matratzen von Betten.

Auch wenn die kleinen Mitbewohner keine Krankheiten übertragen, können sie vor allem die Nachtruhe und den Morgen vieler Menschen zur Qual machen. Denn sie lösen auf einem pikanten Umweg nervige Allergien aus.

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Viele Betroffene glauben fälschlicherweise, dass sie gegen Hausstaub allergisch sind. Dabei löst dieser an sich keine allergische Reaktion aus. Bei einer Hausstaubmilbenallergie handelt es sich stattdessen um eine Überempfindlichkeit des Körpers gegenüber den Eiweißstoffen im Kot der Milben, die im Hausstaub leben. Empfindliche Menschen reagieren bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem Hausstaub allergisch, weshalb diese Allergie auch als Hausstaubmilbenallergie bezeichnet wird.

"Auch wenn eine Hausstaubmilbenallergie oft schon im Kindesalter auftritt, kann sich eine solche Allergie über das gesamte Lebensalter manifestieren", erklärt Prof. Dr. med. Thomas Fuchs, Vizepräsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Heute haben, nach Schätzungen von Experten, ungefähr sechs Millionen Deutsche mit einer Hausstaubmilbenallergie zu kämpfen. Nur von der Pollenallergie Heuschnupfen sind noch mehr Menschen betroffen.

Was sind typische Symptome einer Hausstauballergie?

Im Vergleich zu einer Pollenallergie sind die Symptome bei einer Hausstaubmilbenallergie zwar meist weniger stark. Dafür kennen sie keine Jahreszeiten und treten das ganze Jahr über und verstärkt in Herbst- und Wintermonaten auf. Zu den Symptomen gehören unter anderem

  • eine verschnupfte Nase und starke Niesattacken
  • juckende, geschwollene oder tränende Augen
  • erschwertes Atmen
  • Kreislaufprobleme
  • ein verschleimter, hartnäckiger Husten

In selteneren Fällen treten auch auch Hautausschläge, Juckreiz oder eine Rötung der Haut auf. Da Allergiker dem allergieauslösenden Stoff im Schlaf am stärksten ausgesetzt sind, machen sich die Symptome vor allem am Morgen oder schon in der Nacht bemerkbar.

Kann eine Hausstauballergie gefährlich werden?

Bei einigen Allergikern bildet sich die Allergie mit der Zeit zurück. Dafür müssen aber über viele Monate hinweg der Auslöser, also in dem Fall die Milben, verringert werden. Die besten Tipps dazu erfährst du am Ende des Artikels.

Da all die genannten Symptome sich auch bei anderen Allergien zeigen können und beispielsweise Fließschnupfen als Anzeichen einer Erkältung fehlgedeutet werden kann, wird eine Hausstaubmilbenallergie oft zu spät oder erst gar nicht festgestellt. Dies kann schwere Auswirkungen haben, denn unbehandelt können Folgeerkrankungen auftreten. etwa eine Asthma-Erkrankung.

Weitere mögliche Folgeerscheinungen: die Verstärkung einer Neurodermitis und einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, so Dr. Michaela Schmidt-Lauber vom Dermatologikum Hamburg. Also, unterschätze die Allergie nicht und setze nicht darauf, dass sie sich von allein bessert.

Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert?

Falls du den Verdacht hast, dass du unter einer Hausstauballergie leidest, solltest du dich unbedingt an einen auf Allergien spezialisierten Arzt wenden. Dafür eignen sich vor allem HNO-Ärzte, Hautärzte oder Lungenfachärzte, die eine Weiterbildung in Allergologie haben.

Für eine Diagnose macht sich der Facharzt zunächst ein Bild von den Symptomen und Beschwerden. Somit bekommt er erste Hinweise auf eine eventuelle Allergie und kann abklären, ob nicht andere Ursachen für einen allergischen Schnupfen in Frage kommen.

Anhand verschiedener, spezieller Allergietests kann der Allergologe anschließend herausfinden, ob du tatsächlich auf bestimmte Stoffe allergisch reagierst. "Für eine sehr gute Diagnostik sollte man ein großes Spektrum an Blutuntersuchungen, Haut- und Provokationstests durchführen", rät Allergologe Fuchs.

Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie behandelt?

Bei besonders starken Symptomen helfen Arzneimittel, wie moderne Kortison-Präparate in Form von Nasensprays, Cremes oder Augentropfen. Sie unterdrücken dabei die allergische Reaktion des Körpers auf das verursachende Allergen. Allerdings können diese Medikamente Nebenwirkungen verursachen und nicht die Allergie beseitigen, sondern nur die akuten Symptome bekämpfen.

An der Ursache der Beschwerden setzt eine spezifischen Immuntherapie an. Das Ziel der sogenannten Desensibilisierung ist es, den Körper unempfindlicher gegenüber den allergieauslösenden Stoffen zu machen, sodass das Immunsystem eine Toleranz gegen das Allergen entwickeln kann. Dafür wird dem Patienten in regelmäßigen Abständen das Allergie auslösende Antigen in Form von Tropfen oder durch eine Spritze zugeführt. Diese langfristige Behandlung dauert bis zu fünf Jahre und gilt als sehr effektiv.

Was kann ich gegen eine Hausstauballergie machen?

Der wohl effektivste Schutz: die Auslöser so stark zu vermeiden wie nur möglich. Zwar spielen Milben laut Allergologe Fuchs "in relativ sauberen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Fitnessstudios durch den hohen Luftaustausch und regelmäßiger Reinigung eher keine Rolle". Aber in Wohnungen und besonders in Schlafzimmern sind sie umso präsenter und lassen sich auch nicht komplett vertreiben. Allerdings gibt es einige hilfreiche und effektive Maßnahmen. Dazu solltest du die folgenden Tipps beherzigen:

  • Milben vermehren sich am besten in warmem und feuchtem Klima. Verwende daher milbendichte Bezüge, sogenannte Encasings, für deine Matratze, Decken und Kissen und wasche regelmäßig deine Bettwäsche bei 60°C, um die Milben in deinem Bett zu reduzieren.
  • Für ein milbenunfreundliches Klima sollte die Zimmertemperatur höchstens 19°C betragen und die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 50% liegen.
  • Lüfte regelmäßig und lass viel Sonnenlicht in dein Schlafzimmer.
  • Regelmäßig staubsaugen und staubwischen. Der Staubsauger sollte dazu möglichst mit einem Hygiene-Filter für Allergiker ausgestattet sein. Kleine, handliche Milben-Handstaubsauger helfen bei akuten Beschwerden.
  • Verhindere Staubansammlungen, indem du Staubfänger wie Bücherregalen, Teppiche, Pflanzen oder langen Vorhängen im Schlafzimmer entfernst.

Von Anti-Milben-Sprays rät Dermatologin Schmidt-Lauber ab, "da zwar kurzzeitig weniger Milbenkot entsteht, aber ein vollständiges Entfernen der Milbe nicht erreicht werden kann."

Noch mehr Informationen und Tipps zum Thema Hausstaubmilbenallergie bekommst du beim Allergieinformationsdienst.

Eine Hausstaubmilbenallergie kann also zu starken gesundheitlichen Problemen führen. Umso wichtiger ist es, vorzubeugen und bei Symptomen rechtzeitig zu handeln. Mit unseren Tipps verringerst du die Milbenbelastung und schläfst erholsamer.

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