Mit einem negative Ergebnis bei Corona-Selbsttest ist bis zu 8 Stunden recht sicher, dass du niemanden mit Coronaviren anstecken kannst Dragana Gordic / Shutterstock.com

Corona-Selbsttest: Das musst du wissen

Corona-Selbsttest Was die Schnelltests bringen und wie du sie anwendest

Gesund durch die Corona-Krise Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen Selbsttests helfen. Wie sie funktionieren und worauf du bei der Anwendung achten musst

Seit dem 6. März gibt es in Deutschland Corona-Selbstests zu kaufen. Mit ihnen kannst du selbst zuhause innerhalb von 15 Minuten überprüfen, ob du dich mit Coronaviren infiziert hast. Wenn der Test negativ ausfällt, ist das Riskio für die nächsten Stunden gering, Freunde oder Verwandte bei einem Treffen anzustecken.

Dass der Bedarf groß ist, zeigen die langen Menschenschlangen vor den Verkaufsstellen, und dass die ersten Chargen der rund 25 Euro teuren Tests innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Was die Selbsttest können und was nicht, und worauf du achten musst, liest du hier.

Was ist der Unterschied zwischen Selbst- und Schnelltest?

Weil beides gerade parallel viel diskutiert wird, gilt es zunächst eine wichtige Unterscheidung zu machen:

Schnelltests werden von geschultem Personal durchgeführt, z.B. in Apotheken, Testzentren und Arztpraxen. Dabei handelt es sich meist um Rachen- oder Nasenabstriche. Von der Regierung angekündigt ist ein kostenloser Schnelltest pro Bürger*in pro Woche (siehe unten).

Selbsttests dagegen führst du, wie der Name schon sagt, selbst durch. Es gibt Spuck-, Gurgel- und Nasenabstrich-Tests, wobei bisher nur Nasenabstrich-Tests zugelassen sind. Du kannst sie auf eigene Kosten in Apotheken, Drogerien und Lebensmitteldiscountern kaufen.

Wichtig ist, die Gebrauchsanweisung genau durchzulesen und den Test penibel genau nach Anleitung durchzuführen. So musst du z.B. vor dem Nasenabstrich-Test vorher einige Male die Nase kräftig schnäuzen, damit der Nasenabstrich den Schleim aus den Tiefen deines Rachens, wo die Vermehrung von Viren stattfindet, testen kann.

Nur wenn ein Test richtig durchgeführt wurde, kann er mit relativer Sicherheit Auskunft geben, ob du die nächsten 5 bis 8 Stunden keine Coronaviren weitergeben wirst. Idealerweise führst du diese Tests also erst durch kurz bevor du dich mit Freund*innen oder mit älteren Verwandten treffen willst.

Wo bekomme ich einen kostenlosen Schnelltest?

Von der Regierung angekündigt ist ein kostenloser Schnelltest für jeden pro Woche und zwar seit dem 8. März. Doch noch sind nicht in allen Bundesländern die Voraussetzungen dafür geschaffen. Die Lage in den Ländern im Überblick:

Welche Selbsttests sind bereits zugelassen?

Aktuell sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 14 Schnelltests für zuhause zugelassen. Sie prüfen, ob in deinem Körper Antigene des Coronavirus vorliegen. Dabei handelt es sich um körperfremde Eiweißstoffe, die die Bildung von Antikörpern hervorrufen.

Gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut hat das BfArM die Qualität dieser Selbsttests geprüft. Wichtig war dabei auch, dass Laien die Tests gut alleine durchführen können. Wenn du künftig einen Corona-Selbsttest machen willst, solltest du daher einen von diesen kaufen:

  • CLINITEST Rapid COVID-19 Self-Test (Hersteller: Healgen Scientific LLC / Antragsteller auf Zulassung: Siemens Healthcare Diagnostics Products GmbH)
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card (Hersteller: Xiamen Boson Biotech Co., Ltd / Antragsteller auf Zulassung: Technomed Service GmbH)
  • LYHER® Covid-19 Antigen Schnelltest (Nasal) (Hersteller: Hangzhou Laihe Biotech Ltd., Co. / Antragsteller auf Zulassung: Lissner Qi GmbH)
  • SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test (Hersteller: SD Biosensor, Inc. / Antragsteller zur Zulassung: MT Promedt Consulting GmbH)
  • AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag (Hersteller / Antragsteller: AMEDA Labordiagnostik GmbH)
  • Coronavirus (2019-nCoV)-Antigentest (Hersteller / Antragsteller: Bijing Hotgen Bioche Co.Ltd)
  • AESKU.RAPID SARS-CoV-2 (Hersteller / Antragsteller: Aescu.Diagnotics GmbH & Co.KG)
  • AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag Sputum (Hersteller / Antragsteller: AMEDA Labordiagnostik GmbH)
  • NanoRepro Antigen Schnelltest (Viromed) (Hersteller / Antragsteller: NanoRepro AG)
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card (Hersteller / Antragsteller: MP Biomedicals Germany GmbH)
  • BIOSYNEX COVID-19 Ag BSS (Hersteller / Antragsteller: Biosynex Suisse SA)
  • COVID-19 Antigen Rapid Test (Hersteller / Antragsteller: Hangzhou Clongene Biotech Co.,Ltd.)
  • Medicovid-AG SARS CoV-2 Antigen SELBSTTEST NASE (Hersteller / Antragsteller: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG)
  • COVID-19 Antigen Schnelltest (Hersteller / Antragsteller: amec GmbH)

Wie funktioniert der Selbsttest?

Bei allen drei bislang zugelassenen Selbsttests machst du einen Nasenabstrich. "Man führt ein spezielles Wattestäbchen in den vorderen Nasenbereich und entnimmt dann eine Probe. Sowohl im rechten als auch im linken Nasenloch", erklärt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein e.V.

Die Probe wird dann in eine Extraktionslösung gegeben, und anschließend träufelst du drei Tropfen davon auf ein Testkit. "Nach 15 Minuten hat man das Ergebnis", sagt der Apotheker. Künftig könnten neben den Abstrich-Tests auch Spuck- oder Gurgel-Tests zugelassen werden.

Wie sicher ist der Selbsttest?

Wie bei jedem Corona-Test handelt es sich auch beim Selbsttest nur um eine Momentaufnahme. Heißt konkret: Auch wenn der Test ein negatives Ergebnis anzeigt, kannst du innerhalb weniger Stunden bei einer erneuten Testung positiv sein. Dem Apotheker Preis zufolge ist das Ergebnis rund 6 bis 8 Stunden gültig. Antigen-Tests schlagen laut dem Robert Koch Institut nur an, wenn eine "sehr hohe Viruslast in den oberen Atemwegen" vorliegt.

Wie sicher der Test mit dem Befund richtig liegt, hängt auch davon ab, wie ordentlich du ihn durchführst. Lies dir deswegen unbedingt zuvor die beigelegte Anleitung vollständig durch und wasche deine Hände. Nimm dir außerdem genug Zeit, wenn du den Test machst. Im Vergleich zum PCR-Test, der vom Arzt oder Fachpersonal durchgeführt wird, ist der Selbsttest weniger zuverlässig. Deswegen solltest du bei einem positiven Testergebnis unbedingt im Anschluss einen PCR-Test machen lassen. Solange du auf dessen Ergebnis wartest, solltest du unbedingt zu Hause bleiben und Kontakte vermeiden. Nur so schützt du andere vor einer Ansteckung, falls du infiziert bist. So schützt du dich vor Corona-Mutationen.

Wie viel kostet ein Selbsttest?

Bei den Discountern kostet eine Packung mit 5 Tests rund 25 Euro. Apotheker Preis geht davon aus, das die Tests künftig um die 10 Euro kosten werden. Es könnte dem Bundesminsterium für Gesundheit und Soziales zufolge sogar sein, dass die Länder die Kosten von Selbsttests für bestimmte Bereiche übernehmen; vorausgesetzt, sie werden Teil ihrer Teststrategie.

Wo kann ich einen Selbsttest kaufen?

Die Antigen-Selbsttests kannst du in Apotheken, einigen Supermärkten und online kaufen. Aber Vorsicht bei Online-Käufen! Hier sind auch wieder Betrüger unterwegs, die mit Fake-Produkten Geld machen wollen.

Cybersicherheitsexperten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) raten darauf zu achten, ob der Anbieter ähnliche Produkte im Angebot hat, ob die Tests ähnlich teuer sind wie von anderen Anbieter und ob auf der Seite Kontaktdaten und Impressum vorhanden sind, ansonsten sollte man von einem Kauf absehen.

Antigen-Selbsttests können bequem von zu Hause aus durchgeführt werden und liefern das Ergebnis in knapp 15 Minuten. Trotzdem ersetzen sie keinen PCR-Test vom Fachpersonal. Weiterhin gilt zudem Maske tragen, Abstand halten und Hände waschen. Ebenso hilft die Corona-Warn-App und regelmäßiges Lüften gegen eine Weiterverbreitung des Corona-Virus.

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