Die britische Corona Mutation B.1.1.7 verreitet sich rasend schnell auch in Deutschland kovop58 / Shutterstock.com

Corona-Mutationen: So schützt du dich

Britische Corona-Virus-Variante B.1.1.7 So schützt du dich vor den Corona-Mutationen

Gesund durch die Corona-Krise Mutationen des Corona-Virus breiten sich rasant aus. Wie gefährlich sie sind und wie du dich vor ihnen schützt, liest du hier

Dass Viren mutieren, also ihr Erbgut verändern, ist leider normal. Wir kennen das von den Grippeviren, gegen die jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden muss.

Jetzt breiten sich auch Mutationen des Corona-Viurs aus, das die lebensgefährliche Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, und zwar ziemlich schnell. Und sie gelten als wesentlich ansteckender als das ursprüngliche Virus. Deshalb solltest du das Folgende über die Corona-Mutationen wissen.

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Welche Corona-Viren-Mutationen sind bekannt?

Es sind mittlerweile schon mehrere problematische Mutationen unterwegs, und es kommen regelmäßig neue hinzu. Das sind die derzeit am weitesten verbreiteten:

  • Die britische SARS-CoV-2-Virus-Variante B.1.1.7 breitet sich seit September 2020 in England aus. Studien legen nahe, dass sie leichter von Mensch zu Mensch übertragbar ist, und eine höhere Reproduktionszahl aufweist (Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt). Das hat zur Folge, dass ihre Ausbreitung schwerer einzudämmen ist, so das Robert Koch Institut (RKI). Die zur Zeit in Europa zugelassenen Impfstoffe jedoch scheinen auch gegen diese Mutationen wirksam zu sein.
  • Die südafrikanische Virus-Mutation B.1.351 wurde im Dezember 2020 erstmals nachgewiesen. Auch bei dieser Mutation geht man von einer höheren Übertragbarkeit aus. Leider gibt es Anzeichen, dass sowohl ehemals Erkrankte mit Antikörpern im Blut als auch gegen das ursprüngliche Coronavirus Geimpfte nur einen geringen Schutz vor einer (Neu-)Ansteckung haben, da "die neutralisierenden Antikörper, die das Immunsystem gebildet hat, gegen das veränderte Virus weniger wirksam sind", so das RKI.
  • Die im brasilianischen Bundesstaat Amazonas gefundene Mutation P.1 ähnelt in ihrer Struktur der südafrikanischen Variante. Auch bei ihr wird von einer erhöhten Übertragbarkeit ausgegangen. In wieweit sich das auf den Schutz durch herkömmliche Impfstoffe auswirkt, ist noch nicht bekannt. Das musst du über die Corona-Impfung wissen.
  • Die kalifornische Corona-Virus-Varianten B.1.427 und B.1.429 wurden ebenfalls Ende 2020 entdeckt. Inzwischen sollen sie sich von Kalifornien aus bis nach Dänemark und Australien verbreitet haben. Sie gelten ersten Erkenntnissen nach im Vergleich zum ursprünglichen Virus als ansteckender und aggressiver. Laut Wissenschaftlern der University of California in San Fancisco haben mit diesen Mutanten Infizierte ein 5-mal höheres Risiko, intensivmedizinisch behandelt werden zu müssen, und eine 11-mal höhere Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben. Auch scheinen die aktuellen Impfstoffe ihnen nicht viel entgegensetzen zu können.
  • Die New Yorker Mutante B.1.526 breitet sich seit Dezember 2020 rasant in New York und Umgebung aus. Sie weist Mutationen auf, die die Oberflächenstruktur des Virus betreffen. Die Folge: Die momentan zugelassenen Impfstoffe können das Virus nicht so ausbremsen wie den Urtyp. Geimpfte und von Covid-19-Genesene könnten also erneut erkranken, wenn auch mit sehr mildem Krankheitsverlauf, darin sind sich die Wissenschaftler einig.
  • Die Mutatante B.1.525 weist Bestandteil sowohl der britischen, südafrikanischen und brasilianischen Corona-Variante auf. Noch wurde sie in Deutschland nur in Einzelfällen nachgewiesen, doch Wissenschaftler fürchten, das sich das schnell ändern könnte. Es wird davon ausgegangen, dass auch sie ansteckender und möglicherweise gefährlicher ist als der Wildtyp des Coronavirus.

Welche Corona-Mutation kommt in Deutschland am häufigsten vor?

Eindeutig die britische B.1.1.7, oft auch UK-Variante genannt. Anfang Februar lag ihr Anteil an den Neuinfektionen in Deutschland bereits bei 22 Prozent, Anfang März bei über 40 Prozent. Seitdem verdoppelt sich ihr Anteil fast wöchentlich.

"Es ist mit einer weiteren Erhöhung des Anteils der Virusvariante B.1.1.7 zurechnen", schreibt das RKI in seinem Bericht über die Virus-Varianten von SARS-CoV-2 in Deutschland, und geht davon aus, dass die Mutante B.1.1.7 in Deutschland im Laufe des März 2021 zur dominanten Variante wird.

Wieso ist die britische Corona-Mutation B.1.1.7 ansteckender?

B.1.1.7 hat aus epidemiologischer Perspektive einen höheren R-Wert, das heißt, wer sie hat, steckt statistisch mehr Mensch damit an. Wissenschaftler gehen von einer 30 bis 70 Prozent höheren Übertragbarkeit aus.

Forscher der University of Edinburgh stellten fest, dass diese neue Virus-Variante mehrere Veränderungen aufweist: So unterscheide sie sich durch 14 ausgetauschte Aminosäuren und 3 Proteinbausteine von der ersten Virus-Version Sars-CoV-2. Vor allem die Oberflächenstruktur sei von mehreren genetischen Veränderungen betroffen. Das Spike-Protein, das für das stachelige Aussehen des Corona-Virus verantwortlich ist, scheint bei den Mutationen einfacher an die Körperzellen des Menschen andocken und dadurch leichter in die Zellen eindringen zu können.

Wissenschaftler der US-Universität Harvard verglichen zudem in einer Studie Dauer und Ablauf der Infektion mit dem ursprünglichen Corona-Virus und der Mutante B.1.1.7 mit Hilfe von PCR-Tests. Das Ergebnis: Während die Virus-Vermehrungsphase bei den Erkrankten mit dem ursprünglichen Virus bei 2 Tagen lag, dauerte sie bei mit B.1.1.7 Infizierten im Durchschnitt 5,3 Tage. Auch das Abklingen der Infektion war unterschiedlich und dauerte bei der britischen Variante 5 Tage länger. Fazit: Mit B.1.1.7 Infizierte sind länger ansteckend und stecken dadurch statistisch mehr Menschen an. Eine Quarantäne-Zeit von den momentan üblichen 10 Tagen gilt vielen Experten nach dadurch als zu kurz, mit B1.1.7 Infizierte müssten mindestens 14 Tage isoliert werden.

Ist eine Ansteckung mit einem mutierten Corona-Virus gefährlicher?

Abschließend ist die Frage noch nicht zu beantworten. Studien wie die der Londoner Gesundheitsbehörde PHE deuten jedoch darauf hin, dass B.1.1.7 zwar ansteckender, aber nicht zu schwereren Covid-19-Verläufen führt.

Andere Studien wie die der britischen Regierungsberater Nervtag warnen vor einem höheren Sterberisiko, räumen jedoch ein, dass die Ergebnisse ihrer Untersuchungen noch nicht final sind.

Die britische für Statistiken zuständige Behörde ONS beschreibt, dass die Mutante häufiger Husten und Halsschmerzen verursacht, dagegen seltener Geschmacks- und Geruchsveränderungen. Welche weiteren Symptome eine Corona-Infektion auslöst, liest du hier.

Wie schütze ich mich gegen die Corona-Variante B.1.1.7?

Nicht anders, als vor der ursprünglichen Corona-Viren (so schützt du dich richtig). Aber durch die leichtere Ansteckung ist es absolut notwendig, dich weiterhin an die Regeln zu halten, auch wenn es nervt und das schöner und wärmer werdende Wetter dazu verleitet, manche Regeln schleifen zu lassen. Das hilft gegen den Corona-Frust. Nach wie vor gilt es unbedingt,

  • mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen zu halten,
  • in öffentlichen Innenräumen und draußen, wo immer es eng wird, FFP2-Masken zu tragen,
  • die Hände regelmäßig zu waschen und zu desinfizieren,
  • Kontakt zu anderen zu meiden,
  • deine Innenräume alle 20 Minuten zu lüften, wenn du dich darin mit einer Person aus einem fremden Haushalt aufhältst.

Keine Panik, aber wachsam bleiben

Die in Europa zugelassenen Impfstoffe scheinen die Mutation B1.1.7 abwehren zu können. Deshalb: Halte die AHA+L- und bundeslandspezifischen Schutzregeln ein (welche für dein Bundesland gelten, findest du hier), auch wenn es zugegeben immer schwerer fällt. Aber nur so kommen wir aus dem Lockdown und der Krise wieder heraus und können hoffentlich mit Freunden gemeinsam den Sommer genießen.

Die britische Corona-Virus-Variante B.1.1.7 ist ansteckender als das ursprüngliche Corona-Virus, aber nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich keine größere Gefahr für die Gesundheit. Doch jeder an Covid-19 erkrankt, muss mit schweren, langwierigen Folgen rechnen, auch als junger, fitter Mensch.

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