Darum kann Krafttraining in der Brustkrebs-Therapie helfen

Bewegung während der Brustkrebs-Therapie
Darum kann Krafttraining in der Brustkrebs-Therapie helfen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.10.2026
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Eine Frau mit Glatze trainiert ihre Arme mit Kurzhanteln
Foto: Cultura Creative / GettyImages

Schonen, Kräfte sparen, bloß nicht zusätzlich belasten: Diese Vorstellung von Bewegung während einer Krebsbehandlung ist längst überholt. Heute geht die Forschung einen Schritt weiter. Sie fragt nicht mehr nur, ob Bewegung hilft, sondern zunehmend auch: Welches Training passt zu welchem Problem?

Warum Krafttraining bei Brustkrebs in den Fokus rückt

Krebsbedingte Fatigue hat wenig mit der Müdigkeit nach einem langen Tag zu tun. Die tiefe, körperliche, emotionale und mentale Erschöpfung kann während und nach einer Brustkrebsbehandlung auftreten und verschwindet nicht einfach nach einer guten Nacht. Gleichzeitig können Kraft und körperliche Leistungsfähigkeit nachlassen.

Ausdauertraining ist in diesem Zusammenhang schon länger gut untersucht. Doch inzwischen bekommt auch die Hantel mehr Aufmerksamkeit. Denn Fatigue, Muskelkraft und körperliche Funktion sind nicht dasselbe Problem. Warum sollte also automatisch dieselbe Trainingsform für alles das Beste sein?

Eine 2024 im Fachjournal Supportive Care in Cancer veröffentlichte Meta-Analyse untersuchte Krafttraining und kombinierte Kraft-Ausdauer-Programme bei Frauen mit Brustkrebs während einer Chemotherapie. Beide Trainingsformen konnten krebsbedingte Fatigue in geringem Ausmaß reduzieren.

Die interessante Botschaft steckt deshalb weniger in einem Duell zwischen Laufband und Hantelbank. Beide Trainingsformen können sinnvoll sein – nur nicht zwingend für dasselbe Ziel.

Neue Daten machen die Hantel noch interessanter

Noch deutlicher wird das in einer großen Netzwerk-Metaanalyse, die 2026 im Fachjournal Sports Medicine erschien. Sie wertete 116 randomisierte Studien mit insgesamt 9.206 Frauen nach einer Brustkrebsdiagnose aus.

Das Ergebnis: Sowohl reines Krafttraining als auch kombinierte Kraft-Ausdauer-Programme reduzierten Fatigue und verbesserten die körperliche Funktion. Bei fettfreier Masse und Muskelkraft hatte Krafttraining in der Hauptanalyse allerdings keinen eindeutigen Vorteil. Erst zusätzliche Sensitivitätsanalysen fielen hier zugunsten des reinen Krafttrainings aus.

Eine weitere Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2026 schärft das Bild weiter: Kombiniertes Kraft-Ausdauer-Training schnitt besonders gut bei Fatigue und fettfreier Masse ab, während Krafttraining bei Muskelkraft und körperlicher Funktion überzeugte.

Cardio hat also keineswegs ausgedient. Die Hantel bekommt nur ihren eigenen Job.

Was Krafttraining während der Therapie überhaupt bedeutet

Krafttraining klingt erst einmal nach schweren Gewichten und schweißtreibenden Einheiten im Gym. Während einer Krebstherapie hat Krafttraining jedoch viele Gesichter.

Je nach körperlicher Verfassung können beispielsweise Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Widerstandsbändern, Geräten oder Gewichten infrage kommen. Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel zu stemmen. Der Trainingsreiz muss zur aktuellen Leistungsfähigkeit, Behandlung und individuellen Situation passen.

Ein Spaziergang und eine Kraftübung konkurrieren deshalb nicht zwangsläufig miteinander. Sie können unterschiedliche Aufgaben übernehmen und trotzdem Teil desselben individuell abgestimmten Bewegungsprogramms sein.

Nicht jede Frau braucht dasselbe Training

An dieser Stelle endet auch das DIY-Prinzip. Eine Krebstherapie folgt keinem Trainingsplan, bei dem du an einem schlechten Tag einfach ein bisschen Intensität herausnimmst. Behandlung, Nebenwirkungen, aktuelle Belastbarkeit und Beschwerden können beeinflussen, was gerade möglich und sinnvoll ist.

Deshalb sollte Training während einer Brustkrebsbehandlung mit dem Behandlungsteam abgestimmt und möglichst professionell begleitet werden. Was für eine Frau passend dosiert ist, kann für eine andere in derselben Therapiephase bereits zu viel sein.

Es geht nicht darum, die Therapie sportlich "wegzutrainieren". Bewegung soll unterstützen – nicht einen weiteren Leistungsdruck erzeugen.

FAQ: Krafttraining während und nach Brustkrebs

Fazit