Wenn nach den dunklen Wintermonaten die Natur wieder erwacht, zieht es viele Menschen wie magisch nach draußen. Für Spaziergänge, die Joggingrunde oder ander Outdoor-Sportarten. Warum das so ist und es sich für dich lohnt, erklären wir hier.
Nach dem Winter: Wie mehr Zeit im Tageslicht die innere Uhr reguliert
Unser Frühlings-Instinkt wieder mehr raus zu gehen, lässt sich sogar wissenschaftlich belegen und liegt an zahlreichen Reaktionen, die durch die zunehmende Zeit im Tageslicht im menschlichen Körper passieren. Das ergeben immer wieder Studien.
Das Ergebnis: Regelmäßige Naturauszeiten regulieren den Serotonin-Haushalt und damit den Tag-Nacht-Rhythmus und fördern damit einen besseren Schlaf. Darüber hinaus wird durch Zeit im Freien etwa auch das Stresshormon Cortisol schneller abgebaut und es kommt dank zunehmender Kraft der Sonne auch wieder zur vermehrten natürlichen Produktion von Vitamin D im Körper.
Als weiteren möglichen Verstärker der positiven Effekte des Frühlings sehen Forscher auch die sogenannte Biophilie-Hypothese, die der US-amerikanische Biologe Edward O. Wilson auf Basis von Theorien des Psychoanalytikers Ernst Fromm aufgestellt hat.
Die besagt, dass sich im Laufe der Evolution eine natürliche Verbundenheit zwischen dem Menschen und seiner Umwelt entwickelt haben könnte. Auf dieser Basis haben über die vergangenen Jahrzehnte viele Forscher Versuche angestellt, um zu belegen, dass Zeit in der Natur stressreduzierend, förderlich auf positive Gefühle und sogar aufmerksamkeitssteigernd wirkt.
Weniger Stress: Die Natur wirkt sich auch aufs Nervensystem aus
Eine weitere Theorie, die immer wieder in Studien auf die Probe gestellt wird, ist ein Effekt von Natur und unserer Wahrnehmung davon auf den Parasympathikus. Dieser Teil des Nervensystems gilt als wichtiges Steuerungselement von Organfunktionen, Blutkreislauf und Stoffwechsel und wird auch als "Ruhenerv" bezeichnet.
Auch hier gibt es Hinweise darauf, dass die Funktion des Parasympathikus durch die bewusste Wahrnehmung von Natur positiv beeinflusst wird, was Auswirkungen auf Faktoren wie Anspannung und Stress haben kann.
Alltagstaugliche Routinen, die im Frühling mentalen Auftrieb bringen
Indem du im Frühling regelmäßig Zeit im Freien verbringst, stärkst du also auf verschiedene Arten deine mentale Gesundheit. Dabei genügt oft schon ein kurzes Zeitfenster täglich, um einen sichtbaren Effekt zu erzielen. Viele Routinen lassen sich auch in den Alltag einbauen.
Mittagspause im Freien
Viele Mittagssnacks wie Salate oder Sandwiches eignen sich gut zum Mitnehmen. Falls es die Umgebung deines Arbeitsorts erlaubt: Such dir eine nette Parkbank und verbringe deine Pause draußen. Alternativ kannst du auch mit einem Snack auf die Hand einen Spaziergang machen.

Mit Mittagspausen-Snack und Sonnenlicht lässt der Körper sich am besten aufladen für die zweite Hälfte des Tages.
Achtsam in der Natur
Ob auf dem Nachhauseweg auf dem Grünstreifen im Stadtteil oder beim Gassigehen im Wald: Durch Achtsamkeitsroutinen wie Atemübungen oder bewusste Sinneswahrnehmung lässt sich der positive Effekt der Natur noch weiter stärken.
Wiederaufnahme von Sport-Routinen
Wenn die Temperaturen wieder milder sind und Regentage seltener, lassen sich Joggingroutine oder Sporttraining wieder gut nach draußen verlegen. Das kann auch schlaffördernd wirken.
Ausflug am Wochenende
Freie Tage im Frühling lassen sich auf viele Arten in der Natur verbringen: Plane einen Ausflug in eine hübsche Gegend in der Region, eröffne Garten- oder Balkonsaison oder triff dich zum Spaziergang mit Freunden.
Variationen bei Alltagswegen
Wenn du regelmäßig mit dem Bus zur Arbeit fährst oder mit dem Auto zum Einkaufen, findest du vielleicht auch hier Wege, um deine Routinen zu variieren. Fahre vielleicht an schönen Tagen etwas früher los und laufe die letzten zwei Stationen ins Büro oder erledige kleinere Einkäufe auch mal zu Fuß in der Nähe.
Vor allem beim Winterblues zeigt Rausgehen im Frühling eine schnelle Wirkung
Besonders sichtbar zeigt sich der Effekt des Frühlings bei Menschen, die im Winter zu saisonal-affektiver Störung (SAD, vom Englischen "Seasonal Affective Disorder") neigen. Die äußert sich durch zunehmende Antriebslosigkeit und häufige Stimmungstiefs, die sich häufig direkt auf die kurzen oft dunklen Tage im Winter zurückführen lassen. Auch hier zeigt der Frühling häufig schnell eine Besserung.
Häufige Fragen zu Outdoor-Aktivitäten im Frühling
Bei vielen Menschen stellt sich durch den Winter ein natürliches Ungleichgewicht ein – etwa beim Neurotransmitter Serotonin. Das zunehmende Tageslicht sorgt für Besserung und schafft einen besonders spürbaren Kontrast zur dunklen Jahreszeit.
Für einen einfachen Mood-Booster reichen oft schon 10 bis 20 Minuten täglich. Wer in der Woche auf zwei Stunden draußen kommt, sollte schon spürbar Veränderungen wahrnehmen.
Die Antwort darauf musst vor allem du dir geben und testen, was dir gut tut. Vielleicht fehlt dir gerade zu Beginn des Winters noch der Antrieb und du nimmst dir einfach mal ein gutes Buch mit in den Park, vielleicht verlangt dein Körper auch direkt nach Auspowern.





